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	<title>Literarkritik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-10T22:08:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Literarkritik&amp;diff=148965&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;RoBri: Änderung 246510520 von 78.43.31.20 rückgängig gemacht;</title>
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		<updated>2024-07-29T19:34:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/246510520&quot; title=&quot;Spezial:Diff/246510520&quot;&gt;246510520&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/78.43.31.20&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/78.43.31.20&quot;&gt;78.43.31.20&lt;/a&gt; rückgängig gemacht;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Literarkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Werkzeug der [[Historisch-kritische Methode (Theologie)|historisch-kritischen Methode]] der [[Biblische Exegese|Bibelexegese]]. Die Literarkritik untersucht den biblischen Text im Hinblick auf seine schriftlichen Vorformen, Vorlagen und Quellen sowie seine innere Kohärenz; sie entwickelt Erklärungen für scheinbare oder tatsächliche Brüche innerhalb des biblischen Textes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
Grundlage der Literarkritik sind Brüche in einer ansonsten kohärenten Struktur, die aus einer Folge von Sätzen einen Text macht. Diese Brüche sind als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;literarkritische Beobachtungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; aufzufassen; Beispiele sind:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicklas176f&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Tobias Nicklas |Titel=Literarkritik und Leserrezeption. Ein Beitrag zur Methodendiskussion am Beispiel Joh 3,22-4,3 |Sammelwerk=Biblica |Band=83 |Nummer=2 |Verlag=Peeters Publishers |Datum=2002 |JSTOR=42614363 |Seiten=176f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Dopplungen, vor allem größerer Einheiten mit geringfügigen Unterschieden&lt;br /&gt;
* „schlecht aufeinander abgestimmte“, oder gar unvereinbar scheinende Angaben&lt;br /&gt;
* fehlende Informationen&lt;br /&gt;
* begriffliche Unterschiede&lt;br /&gt;
Solche Brüche erschweren es dem Leser, ein vorliegendes sprachliches Gebilde als Text rezipieren zu können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicklas175f&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Tobias Nicklas |Titel=Literarkritik und Leserrezeption. Ein Beitrag zur Methodendiskussion am Beispiel Joh 3,22-4,3 |Sammelwerk=Biblica |Band=83 |Nummer=2 |Verlag=Peeters Publishers |Datum=2002 |JSTOR=42614363 |Seiten=175f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Literarkritik erstellt Modelle der Textentwicklung, die diese Beobachtungen erklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[[Lexikon für Theologie und Kirche]] Bd. 6 (1997) s.&amp;amp;nbsp;v. Literarkritik: „Nach Sicherung durch Textkritik (die nicht immer exakt von der Literarkritik zu trennen ist [...]) wird der zu untersuchende Text zuerst extern und intern abgegrenzt; dann folgt die Überprüfung der [...] Kohärenz. Auf der Grundlage dieser Überprüfung wird eine Hypothese zur Entstehung [...] des Textes aufgestellt, die in darauf aufbauenden Methodenschritten [...] verifiziert werden muß“&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Buch [[1. Buch Mose|Genesis]] wurde beispielsweise beobachtet, dass einige Textpassagen von Gott als „[[Jahwe]]“ sprechen (der Eigenname des Gottes Israels), andere Texte nennen ihn einfach „[[Elohim]]“ (= Gott), und wieder andere Texte kombinieren beide Namen. In Verbindung mit anderen Beobachtungen wurde die literarkritische Hypothese aufgestellt, dass dem Buch Genesis zwei Quellen zugrunde lagen: Die eine sei von einem [[Jahwist]]en, die andere von einem [[Elohist]]en geschrieben worden. Die Kombination beider Quellen habe dann zum erwähnten uneinheitlichen Sprachgebrauch geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Echtheitskritik]] wird teilweise als Teil der Literarkritik angesehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{TRE|21|211|222|Literarkritik I: Altes Testament|Ludwig Schmidt}} [https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110871395-001/pdf DOI:10.1515/9783110871395-001] „Die Literarkritik untersucht die Schriften des Alten Testaments nach Entstehungszeit und Verfasser.“&amp;lt;/ref&amp;gt; teilweise auch nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{TRE|33|148|155|Textgeschichte/Textkritik der Bibel I: Altes Testament|Arie van der Kooij}} (https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110890945-032/pdf )&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{TRE|21|222|233|Literarkritik II: Neues Testament|Otto Merk}} [https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110871395-001/pdf DOI:10.1515/9783110871395-001]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zusammenhang damit ist umstritten, wie [[Textkritik]] und Literarkritik voneinander abzugrenzen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literarkritik orientiert sich dabei im Gegensatz zu einer allgemeineren Überlieferungskritik bewusst an schriftlichen Tradierungsformen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicklas175f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die moderne Literarkritik ist im 18. und 19. Jahrhundert aus dem Bedürfnis heraus entstanden, (scheinbare, oder tatsächliche) Widersprüche, Spannungen, Doppelungen und sprachliche Unterschiede zwischen Bibeltexten zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literarkritische Beobachtungen wurden ohne so genannt zu werden schon zur Zeit der Alten Kirche gemacht, stellten aber damals noch kein echtes Problem dar. Für [[Origenes]] zeigten die Widersprüche zwischen den Evangelien, dass der Leser auf den geistlichen und nicht den wörtlichen Sinn der Bibel achten müsse. [[Augustinus]] dagegen versuchte die Harmonie der Evangelien nachzuweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Erwachen des historischen Bewusstseins in der Aufklärungszeit versuchten Bibelexegeten, eine historische Antwort auf von ihnen erkannte Widersprüche zu geben. Darüber hinaus wollte man nun auch die ältesten, ursprünglichsten Quellen herausarbeiten, denen der höchste historische Wert zugemessen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ziel war lange Zeit, die Texte der verschiedenen Redaktionsstufen möglichst im Wortlaut zu rekonstruieren. Viele Exegeten sind inzwischen jedoch  davon abgerückt, mehrere Vorstufen eines Bibeltextes wörtlich zu rekonstruieren, weil die Kriterien der Quellenscheidung zum Teil sehr subjektiv sind und die – einander widersprechenden – literarkritischen Hypothesen fast unüberschaubar zahlreich geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlussfolgerungen ==&lt;br /&gt;
Aus der Literarkritik wurden und werden Schlüsse gezogen, die oft kontrovers diskutiert werden. Als Beispiel sei hier die [[Zweiquellentheorie]] der [[Synoptische Evangelien|synoptischen Evangelien]] genannt, die im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Sie besagt, dass [[Evangelium nach Matthäus|Matthäus]] und [[Evangelium nach Lukas|Lukas]] beide unabhängig voneinander die gleichen zwei Quellen benutzt haben, nämlich das [[Evangelium nach Markus|Markusevangelium]] und eine hypothetische schriftliche Quelle von Aussprüchen Jesu, die [[Logienquelle Q]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Neuere Urkundenhypothese|JEDP-Hypothese]] beim [[Pentateuch]] hingegen hat sich weitgehend aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgehen ==&lt;br /&gt;
Mit seinem Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Literarkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Literarkritik |Autor=H. Schweizer |Sammelwerk=Theologische Quartalsschrift |Band=168 |Verlag=Erich Wewel |Ort=München |Datum=1988-01-01 |ISSN=0342-1430 |DOI=10.20345/digitue.9471|Seiten=23-43}}&amp;lt;/ref&amp;gt; führt H. Schweizer 1988 ein präzisiertes Verständnis der Methode ein:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Darin weiterentwickelnd, was &amp;#039;&amp;#039;W. Richter&amp;#039;&amp;#039; 1971 in „Exegese als Literaturwissenschaft“ – damals schon im Kontrast zur „Standardsicht“ – vorgestellt hatte. Die Qualifizierung „neu“ wird somit zunehmend relativ. Aber selbst in aktuellen Aufsätzen wird immer noch – ratlos – z.&amp;amp;nbsp;B. mit den Begriffen „Doppelung / Wiederholung“ operiert. Zumindest das könnte seit 1971 als überwunden gelten. Der Fortschritt ist eine Schnecke.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorgehen umfasst folgende 5 Schritte, die der Reihe nach abgearbeitet werden sollen. Rücksprünge auf zuvor abgeschlossene Schritte sollen dabei nicht vorgenommen werden.&lt;br /&gt;
#&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Umfassende Sammlung von Leseschwierigkeiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#:Dies geschieht nach verschiedenen Kategorien. ([[#Umfassende Sammlung von Leseschwierigkeiten|s. u.]])&lt;br /&gt;
#&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Minimale Leseeinheiten markieren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#:Nach der Sammlung von Verstehensschwierigkeiten werden die Passagen markiert, die &amp;#039;&amp;#039;keine&amp;#039;&amp;#039; Probleme aufgewiesen hatten, somit als &amp;#039;&amp;#039;kohärent&amp;#039;&amp;#039; betrachtet werden können: &amp;#039;&amp;#039;Minimale Leseeinheiten&amp;#039;&amp;#039; (MLE). &amp;#039;&amp;#039;Wohlgemerkt:&amp;#039;&amp;#039; Aus den Beobachtungen von Ziff.1 ist noch keinerlei literarkritische Folgerung gezogen! Auf Hypothesen wird erst recht verzichtet.&lt;br /&gt;
#&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wahrscheinlichkeiten für literarkritische Brüche ermitteln&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#:zwischen benachbarten MLEen wird ausgewertet, was zwischen ihnen – vgl. 1. Stufe – an Leseschwierigkeiten aufgelistet worden war. Ist nur &amp;#039;&amp;#039;eine&amp;#039;&amp;#039; derartige Beobachtung angefallen, wird unterstellt, dass sie &amp;#039;&amp;#039;stilistisch&amp;#039;&amp;#039; legitim ist und interpretiert werden kann. Ab zwei und mehr Beobachtungen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zwischen beiden MLEen ein &amp;#039;&amp;#039;literarkritischer Bruch&amp;#039;&amp;#039; liegt. Von einem derartigen literarkritischen Bruch bis zum nächsten ist nun ein &amp;#039;&amp;#039;Teiltext&amp;#039;&amp;#039; gewonnen (u.&amp;amp;nbsp;U. mehrere MLEen umfassend).&lt;br /&gt;
#&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;weitergreifende Beobachtungen erkennen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#:Bis jetzt ist erkannt, welche &amp;#039;&amp;#039;benachbarten&amp;#039;&amp;#039; Teiltexte sich ausschließen. Nun die Frage: Gibt es zwischen entfernteren Teiltexten Unverträglichkeiten? Sind also weitergreifende Beobachtungen (aus 1. Stufe) noch unberücksichtigt?&lt;br /&gt;
#&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;kohärente Schichten zusammenstellen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#:Nun ist es möglich – sofern der Textzustand es zulässt –, aus den Teiltexten eine kohärente Schicht zusammenzustellen. Davon werden die nachträglichen redaktionellen Bearbeitungen abgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umfassende Sammlung von Leseschwierigkeiten ===&lt;br /&gt;
Leseschwierigkeiten werden im Text nach verschiedenen Kategorien gesammelt. Wichtig ist dabei, dass man sorgfältig &amp;#039;&amp;#039;in Leserichtung&amp;#039;&amp;#039; den Text entlang geht. Ein Text beansprucht ein &amp;#039;&amp;#039;Vektor&amp;#039;&amp;#039;, eine &amp;#039;gerichtete Kraft&amp;#039; zu sein und das, was ihm wichtig ist, &amp;#039;&amp;#039;sequenziell zu entwickeln&amp;#039;&amp;#039;. Ein Text ist kein &amp;#039;Steinbruch&amp;#039;, der willkürlich an verschiedenen Stellen gleichzeitig ausgebeutet werden kann. „Sachliche“ Unstimmigkeiten interessieren dabei gerade nicht, sondern &amp;#039;&amp;#039;sprachlich nicht aufeinander abgestimmte Informationen&amp;#039;&amp;#039;. Gründe hierfür sind:&lt;br /&gt;
* Wir können nicht mit der Opposition „Sprache vs. Sache“ operieren. Auch die vermeintliche &amp;#039;Sache&amp;#039; ist &amp;#039;&amp;#039;sprachlich&amp;#039;&amp;#039; vermittelt.&lt;br /&gt;
* Ein Autor ist frei, Informationen zu nennen, die denen in anderen Texten widersprechen. Ein solches Abweichen wird seinen stilistischen Grund haben – den es folglich zu erkennen gilt.&lt;br /&gt;
Zunächst interessiert die Schlüssigkeit der im &amp;#039;&amp;#039;Einzeltext&amp;#039;&amp;#039; gebotenen Informationen. Dabei geht es genau um die Schlüssigkeit der jeweiligen Lektürestelle gemessen am Vortext. Vorgriffe auf die noch nicht gelesenen Passagen, erst recht auf andere Texte, sind nicht erlaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgehobene &amp;#039;&amp;#039;inhaltliche&amp;#039;&amp;#039; Kriterien, aus ganz anderer Quelle stammend als aus dem aktuellen Einzeltext, bleiben verboten. Der Autor darf entfalten, was ihm wichtig ist – er sollte es nur so tun, dass man als Leser folgen kann. Die Gedankengänge dürfen auch verschlungen sein. Nur abbrechen sollte die Kommunikationsbeziehung aufgrund allzu dichter grammatisch-stilistischer &amp;#039;&amp;#039;Störungen&amp;#039;&amp;#039; nicht. Dem Aufdecken derartiger Problemstellen widmet sich die Literarkritik als erstes.&lt;br /&gt;
=== Zugelassene Kriterien ===&lt;br /&gt;
Folgende zugelassene Kriterien bilden die Kategorien, in die gefundene Leseschwierigkeiten eingeordnet werden können:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wiederholung/Doppelung:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Eine Information wird zweimal genannt, wobei man z.&amp;amp;nbsp;B. erzählerisch nicht (sofort) versteht, warum das erneute Benennen vollzogen wird. Zu beachten: Die beiden – noch unentschieden – genannten Begriffe sind &amp;#039;&amp;#039;nicht austauschbar&amp;#039;&amp;#039;! Es wird noch zu klären sein, ob der Befund &amp;#039;&amp;#039;stilistisch legitim und akzeptabel&amp;#039;&amp;#039; ist – dann spricht man von &amp;#039;&amp;#039;Wiederholung&amp;#039;&amp;#039;. Oder ob die Irritation bleibt, so dass man die erneute Nennung als literarkritisch relevante &amp;#039;&amp;#039;Doppelung&amp;#039;&amp;#039; klassifiziert.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;terminologische Indifferenz:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – hängt mit dem vorigen Gesichtspunkt zusammen: mit gleichem Vokabular wird etwas nochmals erzählt, was man schon kennt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;terminologische Differenz:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Ein Akteur, ein Objekt wird genannt, aber mit zwei unterschiedlichen Begriffen. Klassisch in der Josefsgeschichte: Heißt der Vater nun „Israel“ oder „Jakob“?&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;inhaltliche Spannung:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Auf eine Erstinformation folgen weitere, die unabgestimmt wirken, &amp;#039;wie die Faust aufs Auge&amp;#039;, zumindest erzählerisch irritierend.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;unklarer pronominaler Bezug:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Ein Pronomen ist verwendet, aber zu dessen Auflösung gibt es – meist im Textvorfeld – mehrere Kandidaten.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;unklarer Bezug:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – ohne das Thema der Textdeixis (voriger Punkt): eine Aussage benötigt weitere Informationen zum Verständnis. Der Text bietet im direkten Umfeld aber ganz andere. Dazu kann gehören, dass ein &amp;#039;&amp;#039;unmarkierter Subjektwechsel&amp;#039;&amp;#039; vorliegt: das eingeführte Subjekt der vorausliegenden Sätze &amp;#039;&amp;#039;scheint&amp;#039;&amp;#039; weitergeführt zu werden – jedoch dürfte ein Wechsel zu unterstellen sein.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;fragwürdiger Anschluss:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Eine Szenerie war beschrieben worden, nun wird hart und ohne akzeptablen Übergang eine ganz andere angefügt. Als Beispiel sei der Kapitelübergang nach {{B|Gen|37|lut}} genannt. Besonders hart und „unbeholfen“ erscheint in einem weiteren Beispiel der Übergang nach {{B|Gen|47|lut}}, wenn man annimmt, am Ende des Kapitels würde ein einsetzender Sterbeprozess beschrieben, während Israel im Folgekapitel nochmals zu Kräften kommt, damit er einen zusätzlichen Auftritt absolvieren kann.&lt;br /&gt;
Die Übergänge zwischen Kapiteln interessieren an dieser Stelle in genau gleicher Weise, wie die zwischen beliebigen anderen Sätzen, da eine Einteilung in Kapitel in den ältesten erhaltenen Quellen nicht überliefert ist. Allein Absätze sind an diesen Stellen z. B. im [[Codex Leningradensis]] meist sehr wohl erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{TRE|21|222|233|Literarkritik II: Neues Testament|[[Otto Merk]]}} [[DOI:10.1515/9783110871395-001]]&lt;br /&gt;
* {{TRE|21|211|222|Literarkritik I: Altes Testament|Ludwig Schmidt}} [[DOI:10.1515/9783110871395-001]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www-ct.informatik.uni-tuebingen.de/daten/jguebers6.pdf Kurzversion 6] – Illustration der Methode am Beginn der Josephsgeschichte, (Gen 37), (zur leichteren Verstehbarkeit an der deutschen Version)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umfangreiche Tests dieser Methode liegen vor in der Untersuchung der alttestamentlichen [[Josephsgeschichte]] (Gen 37-50) durch &amp;#039;&amp;#039;Schweizer&amp;#039;&amp;#039; und in der der Kundschaftererzählungen aus dem Buch Numeri (Autor: &amp;#039;&amp;#039;Norbert Rabe&amp;#039;&amp;#039;). Für weitere, ins Hermeneutische reichende Reflexionen, Informationen, Verweis auf Illustrationen, auch Literaturangaben, greife man zurück auf:&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;„Einleitung“&amp;#039;&amp;#039; in [http://www-ct.informatik.uni-tuebingen.de/daten/jguebers.pdf Vollversion: Josefsgeschichte – Josephsgeschichte: Lesen, Genießen, Nachdenken.] – man folge den darin genannten weiteren &amp;#039;&amp;#039;links&amp;#039;&amp;#039;. - Beachte darin auch die &amp;#039;&amp;#039;Literaturangaben&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Spezifischer in der &amp;#039;&amp;#039;„Einleitung“&amp;#039;&amp;#039;: Beachte Abschnitte 3b-5a. In letzterem, 5a, referiert „REMINISZENZ (5)“ den Aufsatz&lt;br /&gt;
** Heribert Wahl: Empathie und Text. Das selbstpsychologische Modell interaktiver Texthermeneutik: ThQ 169 (1989) 201-222.&lt;br /&gt;
** Es geht darum, dass – natürlich – auch Literarkritik &amp;#039;&amp;#039;hermeneutische&amp;#039;&amp;#039; Implikationen hat. Sie sind qualitativ anders, als wenn man nach abgeschlossener Literarkritik an die Deskription und Interpretation des freigelegten Textes geht – die Beziehung „Text : Exeget“ dreht sich. - Die Selbstpsychologie hilft dabei, die Rolle des Exegeten in beiden Stadien zu verdeutlichen.&lt;br /&gt;
* In [http://www-ct.informatik.uni-tuebingen.de/daten/jguebers3.pdf Kurzversion 3 der Josefsgeschichte] ist der biblische Endtext der Josefsgeschichte dargestellt &amp;#039;&amp;#039;nach der oben genannten Stufe 3 der Literarkritik&amp;#039;&amp;#039;: Welche benachbarten Teiltexte schließen sich aus? Folgerungen, aus welchen Teiltexten womöglich ein kohärenter Erzählstrang zusammengestellt werden kann, sind noch nicht gezogen. (Es ist aber mit grafischen Mitteln angezeigt, welche Teiltexte später die Originalschicht darstellen werden, welche jedoch redaktionelle Beiträge sind.)&lt;br /&gt;
* Norbert Rabe: Vom Gerücht zum Gericht. Revidierte Text- und Literarkritik der Kundschaftererzählung Num 13.14 als Neueinsatz in der Pentateuchforschung. THLI 8. Tübingen 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4135649-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biblische Exegese]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RoBri</name></author>
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