<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Matthias_Mertens</id>
	<title>Matthias Mertens - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Matthias_Mertens"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Matthias_Mertens&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T19:54:12Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Matthias_Mertens&amp;diff=2891167&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ichigonokonoha: /* Leben */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Matthias_Mertens&amp;diff=2891167&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-11T20:01:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Matthias Mertens&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[5. Dezember]] [[1906]] in [[Straelen]]; † [[1. Februar]] [[1970]] in [[Collegium Augustinianum Gaesdonck|Gaesdonck]]) war ein deutscher [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischer]] [[Priester]] und im [[KZ Dachau]] inhaftiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Matthias Mertens wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in [[Wachtendonk]] auf und machte 1926 sein Abitur am [[Collegium Augustinianum Gaesdonck]]. Ab dem Sommersemester 1927 studierte er in [[Westfälische Wilhelms-Universität Münster|Münster]] und [[Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn|Bonn]] [[Katholische Theologie]]. In [[Bonn]] war er 1929/30 in der [[katholische Studentenverbindung|katholischen Studentenverbindung]] [[WKStV Unitas-Salia Bonn]] und in [[Münster]] 1930/31 in der WKStV Unitas Sugambria aktiv, aus der er wegen des Eintritts ins [[Priesterseminar]] ausschied, trat dieser jedoch später im Leben wieder bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Unitas&amp;quot;&amp;gt;Zitiert nach: {{Webarchiv|url=http://www.alt.unitas-ruhrania.org/seite56.htm |wayback=20160304141951 |text=&amp;#039;&amp;#039;Zu einem neuen Lebensbild von Bbr. Matthias Mertens (1906–1970), Priester in Oberhausen-Schmachtendorf&amp;#039;&amp;#039; }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im folgenden Jahr, am 17. Dezember 1932, wurde Mertens von [[Weihbischof]] [[Johannes Scheifes]] im [[St.-Paulus-Dom (Münster)|St.-Paulus-Dom]] in Münster zum [[Priesterweihe|Priester geweiht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend war Mertens als Kaplan in [[Materborn]] tätig, schon hier kam er mehrfach mit dem [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Regime in Konflikt. So wurde er z. B. 1935 vor einem Sondergericht wegen Verstoßes gegen das [[Heimtückegesetz]] angeklagt, weil er in Predigten den Münsterschen [[Bischof]] [[Clemens August Graf von Galen]] verteidigt hatte, wurde jedoch freigesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Frieling: &amp;#039;&amp;#039;Priester aus dem Bistum Münster im KZ. 38 Biographien.&amp;#039;&amp;#039; Aschendorff, Münster 1993, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem glimpflichen Ausgang dieses Prozesses versetzte ihn der Bischof, um ihn zu schützen, als Kaplan nach [[Schmachtendorf|Oberhausen-Schmachtendorf]]. Auch hier trat Mertens bald als mutiger Kritiker der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] auf, etwa als er gemeinsam mit seinem Pfarrer [[Eduard Albring]] die [[Reichstagswahl im Deutschen Reich 1936|Reichstagswahl im Frühjahr 1936]] boykottierte: „Ich stellte im Wahllokal öffentlich fest, dass die Wahl kontrolliert wurde und verweigerte ebenso öffentlich meine Stimmabgabe, wobei das Ereignis von mir und anderen schnellstens in breiter Öffentlichkeit publiziert wurde.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Unitas&amp;quot; /&amp;gt; Trotz weiterer Anzeigen konnte Mertens noch bis 1941 seine Seelsorgearbeit fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, im Juli und August 1941, verlas Mertens die [[Clemens August Graf von Galen#Drei NS-kritische Predigten (1941)|drei NS-kritischen Predigten seines Bischofs]] im Gottesdienst, weswegen die örtliche NSDAP für den 21. September 1941 eine Demonstration gegen den Bischof plante. Daraufhin trug Mertens an demselben Tag im Gottesdienst noch einmal die von der NSDAP besonders kritisierten und in der „[[Gleichschaltung|gleichgeschalteten]]“ Presse entstellten Passagen der Predigten vor. Seiner Lesung fügte Mertens folgende Worte hinzu: „Meine Andächtigen! Wir sind unserem Bischof dankbar, daß er für Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit eine Lanze gebrochen hat, daß er es mutig tat, wo es mit großen Gefahren für ihn verbunden war. Wer dagegen demonstriert, der demonstriert damit gegen Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit. Und das ist nicht nur unchristlich, das ist auch im höchsten Maße undeutsch, und alles, was sich daran beteiligt, ist Pöbel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach: Christian Frieling: &amp;#039;&amp;#039;Matthias Mertens. Nr. 29753.&amp;#039;&amp;#039; In: Christian Frieling: &amp;#039;&amp;#039;Priester aus dem Bistum Münster im KZ. 38 Biographien.&amp;#039;&amp;#039; Aschendorff, Münster 1992, S. 140–143, hier S. 141.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge dieser Predigt wurde Mertens erneut angezeigt. Am 6. Januar 1942 wurde er auf Befehl der [[Staatspolizeileitstelle Düsseldorf]] verhaftet und in das Polizeigefängnis in [[Mülheim an der Ruhr]] verbracht. Am 17. April 1942 wurde er in das KZ Dachau eingeliefert, wo er im sogenannten [[Pfarrerblock (KZ Dachau)|Pfarrerblock]] sofort seinem ihm aus Materborn bekannten Mithäftling [[Karl Leisner]] begegnete. Die Priesterweihe Leisners im KZ am 17. Dezember 1944 war für Mertens ein zutiefst beeindruckendes Erlebnis, über das er später seinen Bericht &amp;#039;&amp;#039;Priesterweihe hinter Stacheldraht&amp;#039;&amp;#039; (1949) schrieb. Diesen beginnt er mit den Worten: „Im Folgenden soll nichts von all dem, was der Leser bisher über die unmenschlichen Grausamkeiten und Härten aus deutschen Konzentrationslagern gehört und gesehen hat, beschönigt oder auch nur verkleinert werden. Nein, es wäre vielmehr an der Zeit, der an Boden gewinnenden Meinung entgegenzutreten, als ob die KZ-Greuel überhaupt übertrieben werden könnten. Wenigstens eine durchschnittliche Phantasie würde nicht ausreichen, die Geschehnisse hinter den Stacheldrahtzäunen des dritten Reiches einfachhin zu erfinden. Wollte aber einer ihre Einzelheiten schildern - als Handhaben der SS-Henker oder als Erlebnisse der betroffenen Opfer - ohne ihrer Zeuge gewesen zu sein, so müßte man schon eine Erfindungsgabe von wahrhaft krankhaften Ausmaßen voraussetzen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Priesterweihe hinter Stacheldraht. Aus dem Konzentrationslager Dachau.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; 41. Jg. 1988. S. 14–26, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die [[USA|amerikanischen]] Truppen anrückten, wurde Mertens am 9. April 1945 aus dem KZ Dachau entlassen. Bereits im Juli trat er wieder seinen Dienst in Schmachtendorf an. Seine Gesundheit war jedoch durch die Jahre im KZ schwer angegriffen, woran auch mehrere Kuraufenthalte nicht viel ändern konnten. So wurde Mertens zunächst 1949 zur Schonung und besseren ärztlichen Betreuung als Krankenhausseelsorger nach [[Recklinghausen]] versetzt. Im August 1953 schließlich wurde Mertens zum [[Prokurator#Kirchenrecht|Prokurator]], [[Rektor]] und zunächst auch [[Spiritual]] an seiner alten Schule in Gaesdonck ernannt. Diesen Dienst versah er trotz aller durch die KZ-Haft verursachten gesundheitlichen Probleme bis zu seinem Tode und war so maßgeblich am Wiederaufbau des Collegium Augustinianum nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mertens verstarb am 1. Februar 1970 an [[Leberkrebs]]. Bei seinem [[Requiem]] konzelebrierten zahlreiche Priester, darunter viele Mithäftlinge aus dem KZ Dachau, die wie Mertens aus dem [[Bistum Münster]] stammten.&amp;lt;ref&amp;gt;Christof Beckmann: &amp;#039;&amp;#039;Bbr. Matthias Mertens: Bekenner bis zuletzt&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Unitas (Zeitschrift)|Unitas]]&amp;#039;&amp;#039; 1/2026, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
In Schmachtendorf wurde 1986 die an der St. Josef-Kirche vorbeiführende &amp;#039;&amp;#039;Gregorstraße&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Kaplan-Mertens-Weg&amp;#039;&amp;#039; umbenannt. Vor der Kirche wurde 1987 ein Gedenkstein für Mertens errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Franz Hermes: &amp;#039;&amp;#039;Erneute Ehrung für Matthias Mertens in Oberhausen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; 41. Jg. 1988. S. 27–30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Priesterweihe hinter Stacheldraht. Aus dem Konzentrationslager Dachau.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Nachrichten]]&amp;#039;&amp;#039;. In fünf Teilen am 28., 29., 30., 31. März und 1. April 1949. Vollständig auch in: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; 41. Jg. 1988. S. 14–26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinz Boberach]] (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Berichte des SD und der Gestapo über Kirchen und Kirchenvolk in Deutschland 1934–1944.&amp;#039;&amp;#039; Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1971, (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte,&amp;#039;&amp;#039; 12). S. 611.&lt;br /&gt;
* Vera Bücker: &amp;#039;&amp;#039;Kaplan Matthias Mertens.&amp;#039;&amp;#039; In: Vera Bücker (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Kreuz unter dem Hakenkreuz. Oberhausener Katholiken im NS-Alltag.&amp;#039;&amp;#039; Hg. im Auftrag des Katholikenausschusses und des Katholischen Stadtsekretariats Oberhausen. Laufen, Oberhausen 2003, (= &amp;#039;&amp;#039;Kirche in Oberhausen,&amp;#039;&amp;#039; 6), ISBN 3-87468-196-3, S. 230–250.&lt;br /&gt;
* Paul Dyckmans: &amp;#039;&amp;#039;Matthias Mertens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; 23. Jg. 1970. S. 118 f.&lt;br /&gt;
* Christian Frieling: &amp;#039;&amp;#039;Matthias Mertens.&amp;#039;&amp;#039; In: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Priester aus dem Bistum Münster im KZ. 38 Biographien.&amp;#039;&amp;#039; Aschendorff, Münster 1992, ISBN 3-402-05427-2. S. 140–143.&lt;br /&gt;
* Franz Hermes: &amp;#039;&amp;#039;Erneute Ehrung für Matthias Mertens in Oberhausen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; 41. Jg. 1988. S. 27–30.&lt;br /&gt;
* Franz Hermes: &amp;#039;&amp;#039;Noch eine Erinnerung an Matthias Mertens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; 37. Jg. 1984. S. 64–68.&lt;br /&gt;
* Joseph Scholten: &amp;#039;&amp;#039;Ein Bekenner aus Gaesdoncker Reihen. Eine Erinnerung an Rektor Matthias Mertens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; 37. Jg. 1984. S. 60–63. Auch in: &amp;#039;&amp;#039;Gaesdoncker Blätter.&amp;#039;&amp;#039; N. F. 1. Jg. 1999. Bd. II: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lesebuch.&amp;#039;&amp;#039; Hg. v. Jörg Baden u. Alois Tack. S. 110–113.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.alt.unitas-ruhrania.org/seite56.htm &amp;#039;&amp;#039;Zu einem neuen Lebensbild von Bbr. Matthias Mertens (1906-1970), Priester in Oberhausen-Schmachtendorf&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.alfred-ulrich-lindemann.de/Kalender/PDF/Jun04.pdf Foto und Auszüge aus den Gestapo-Akten über Mertens] (PDF; 269&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=189432098|VIAF=221166120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mertens, Matthias}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholische Kirche im Deutschen Reich 1933–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (Bistum Münster)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Dachau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im UV]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1906]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1970]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Mertens, Matthias&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Geistlicher und NS-Opfer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. Dezember 1906&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Straelen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. Februar 1970&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Collegium Augustinianum Gaesdonck]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
	</entry>
</feed>