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	<title>Mongkut - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;KLiNG0NE: /* Kulturgeschichte */ Geschützte Leerzeichen eingefügt</title>
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		<updated>2026-04-20T11:21:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Kulturgeschichte: &lt;/span&gt; Geschützte Leerzeichen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Mongkut portrait.jpg|mini|hochkant|Porträt König Mongkuts im Großen Palast]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kingdom &amp;amp; People of Siam (Vol 1, 1857, 15).svg|mini|klasse=skin-invert-image|Unterschrift: S[omdet] P[hra] P[oramenthra] M[aha] Mongkut, Rex Siamensium]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mongkut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Laut Wörterbuch Krone.&amp;lt;/ref&amp;gt; ({{lang|th|มงกุฎ}} Aussprache: {{IPA|[moŋkùt]}}) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rama IV.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[18. Oktober]] [[1804]] in [[Bangkok]], [[Thailand]]; † [[18. Oktober]] [[1868]] ebenda) war von 1851 bis 1868 König von [[Siam]], dem heutigen Thailand. Er gab sich selbst den Namen {{lang|th|พระจอมเกล้า}} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Phra Chom Klao&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, gesprochen: {{IPA|[pʰráʔ ʨɔːm klâw]}} &amp;#039;&amp;#039;Herrscher über die Köpfe&amp;#039;&amp;#039;. In Thailand wird der Name [[Thailändische Sprache|Thai]]: {{lang|th|พระบาทสมเด็จ พระจอมเกล้าเจ้าอยู่หัว}} {{IPA|[pʰráʔ bàːt sǒm dèt pʰráʔ tɕɔːm klâːw tɕâw jùː hǔa]}} verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Sprachwissenschaftler argumentieren, dass เกล้า von dem Khmer Wort ខ្លៅ abstammt. Die Theorie gilt als überholt. เกล้า gibt es auch als Thaiwort und ist ein Synonym für หัว, also Kopf. เจ้าอยู่หัว hat dieselbe Bedeutung wie จอมเกล้า. เจ้าอยู่หัว war für die einfache Bevölkerung gedacht, จอมเกล้า für den Hofstaat (gehobenes Thai). {{lang|th|พระ}} steht für Ehrentitel, Mönche werden ebenfalls mit {{lang|th|พระ}} angesprochen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Thronbesteigung war Mongkut buddhistischer Mönch und begründete den [[Thammayut-nikai|Thammayut-Orden]]. Auch später noch beschäftigte er sich mit Religionen, Wissenschaft und Geschichte. Mongkuts Herrschaft gilt in vielen Darstellungen der thailändischen Geschichte als Beginn der Modernisierung des Landes. Er schloss eine Reihe wichtiger Verträge mit westlichen Staaten, darunter 1855 den [[Bowring-Vertrag]] mit Großbritannien. In seine Amtszeit fällt auch der Beginn offizieller [[Deutsch-thailändische Beziehungen|deutsch-thailändischer Beziehungen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mongkut in the Sangha.jpeg|mini|hochkant|Mongkut mit Tonsur und Mönchsrobe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinz Mongkut war der Enkel des Begründers der [[Chakri-Dynastie]] Phra Phutthayotfa ([[Rama I.]]) und der älteste überlebende Sohn von König Phra Phutthaloetla &amp;#039;&amp;#039;([[Rama II.]])&amp;#039;&amp;#039; und dessen [[Hauptfrau (Polygamie)|Hauptfrau]] Königin Sri Suriyendra. Der erste Sohn des Königspaars war bei der Geburt 1801 gestorben. Prinz Chudamani (der spätere Vizekönig [[Pinklao]]) war sein vollbürtiger Bruder. Daneben hatte er zahlreiche Halbgeschwister aus den Ehen des Vaters mit seinen Nebenfrauen. Mongkut war fünf Jahre alt, als sein Vater im Jahre 1809 zum König gekrönt wurde. Anschließend hatte er aufgrund des Status seiner Mutter den höchsten Prinzenrang &amp;#039;&amp;#039;[[Chao Fa]]&amp;#039;&amp;#039;. Zum [[Uparaja]] („Vizekönig“ und designierten Thronfolger) ernannte der Vater aber seinen Bruder [[Maha Senanurak]]. Da dieser selbst schon vor dem König starb, war die Thronfolge anschließend nicht festgelegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Ramas II. im Jahr 1824 oblag es daher einem Rat aus Prinzen, Ministern und hohen buddhistischen Geistlichen, einen geeigneten Nachfolger zu bestimmen. Der Rat wählte Mongkuts 16 Jahre älteren Halbbruder Chetsadabodin (Sohn einer der Nebenfrauen des verstorbenen Königs) und dieser wurde zum König gekrönt. Er ging als [[Rama III.]] oder &amp;#039;&amp;#039;Phra Nang Klao&amp;#039;&amp;#039; in die Geschichtsbücher ein. Mongkut wurde hingegen zum [[Bhikkhu|buddhistischen Mönch]] geweiht. Einige westliche Berichterstatter, die nicht mit den Gepflogenheiten in Siam vertraut waren, bezeichneten Mongkut als den legitimen Thronerben und Chetsadabodin als „unehelichen“ Sohn des verstorbenen Königs, der den Thron [[Usurpator|usurpiert]] habe. Sie behaupteten, dass Mongkut in den Mönchsstand fliehen musste, um sein Leben zu retten. Aus thailändischer Sicht waren aber auch Söhne der Nebenfrauen mögliche Nachfolger und die Wahl Chetsadabodins nichts Ungewöhnliches.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Barend Jan Terwiel]]: &amp;#039;&amp;#039;Thailand&amp;#039;s Political History. From the Fall of Ayutthaya in 1767 to Recent Times.&amp;#039;&amp;#039; River Books, Bangkok 2005, S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich ist, dass der alte König noch vor seinem Tod Chetsadabodin zu seinem Nachfolger bestimmt und die Mönchsweihe Mongkuts in die Wege geleitet hatte, um Intrigen oder gar einen Bürgerkrieg um die Thronfolge zu verhindern. Aus einem solchen Konflikt wäre der viel reifere, in Staatsangelegenheiten erfahrene und besser mit politisch einflussreichen Kreisen vernetzte Chetsadabodin wohl ohnehin als Sieger hervorgegangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Owen&amp;quot;&amp;gt;Norman G. Owen: &amp;#039;&amp;#039;The Emergence Of Modern Southeast Asia. A New History.&amp;#039;&amp;#039; University of Hawai’i Press, Honolulu 2005, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Wyatt: &amp;#039;&amp;#039;Thailand.&amp;#039;&amp;#039; 2003, S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Zeit als buddhistischer Mönch ===&lt;br /&gt;
Im Alter von 20 Jahren wurde Prinz Mongkut, wie es die Tradition verlangte, im Wat Samorai (wörtlich „Kloster mit den Ankersteinen“, heute: [[Wat Rachathiwat]]) zum Mönch ordiniert (Mönchsname: &amp;#039;&amp;#039;Vajirañāṇo&amp;#039;&amp;#039;). Als er nach 3-jährigem Studium die Abschlussprüfung der [[Pali|Pali-Sprache]] mit Auszeichnung absolvierte, wurde er vom König zum Leiter des Pali-Prüfungsgremiums ernannt. Bei ausgedehnten Pilgerfahrten besuchte er die alten Hauptstädte [[Ayutthaya (Stadt)|Ayutthaya]] und [[Geschichtspark Sukhothai|Sukhothai]], wo er die König [[Ramkhamhaeng]] zugeschriebene und auf das Jahr 1292 datierte Steinstele „Nr. 1“ fand, die als ältestes Dokument in [[Thailändische Schrift|thailändischer Schrift]] gilt. Ihre Authentizität wurde ab den 1980er-Jahren bestritten, gilt mittlerweile aber als gesichert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grabo32&amp;quot;&amp;gt;Grabowsky: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte Thailands.&amp;#039;&amp;#039; 2010, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;James Robert Chamberlain: &amp;#039;&amp;#039;The Ram Khamhaeng Controversy. Collected Papers.&amp;#039;&amp;#039; The Siam Society, 1991&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Barend Jan Terwiel]]: &amp;#039;&amp;#039;The Ram Khamhaeng Inscription. The fake that did not come true.&amp;#039;&amp;#039; Reihe Gelbe Erde 5, Ostasien-Verlag, Gossenberg 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der damaligen Provinz Nakhon Chai Si (dem heutigen [[Nakhon Pathom]]) entdeckte er 1831 den vom Dschungel überwucherten [[Phra Pathom Chedi]], den Mongkut als älteste buddhistische Stätte in Südostasien und Teil der ältesten Stadt Thailands annahm. Später als König ließ er ab 1853 die verfallene [[Stupa]] &amp;#039;&amp;#039;([[Chedi]])&amp;#039;&amp;#039; mit einer neuen, größeren, im sri-lankischen Stil überbauen, die erst nach seinem Tod 1870 fertiggestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Maurizio Peleggi: &amp;#039;&amp;#039;Monastery, Monument, Museum. Sites and Artifacts of Thai Cultural Memory.&amp;#039;&amp;#039; University of Hawaii Press, Honolulu 2017, S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf seinen Reisen lernte Mongkut das Land sozusagen „von unten her“ kennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1835 gründete Mongkut den [[Thammayut Nikaya|Thammayut-Orden]]. Er bemühte sich im Sinne einer reformierten Orthodoxie um eine Rückbesinnung auf die Ursprünge des [[Theravada-Buddhismus]] und eine Zurückweisung von später entstandenen, nicht im [[Pali-Kanon]] der Lehrreden des Buddha begründeten Bräuchen und Dogmen sowie [[Synkretismus (Religionswissenschaft)|synkretischen]] Elementen des [[Volksglaube]]ns. Insbesondere achtete er auf eine strikte Einhaltung der [[Vinayapitaka|Vinaya]] (Ordensregeln für buddhistische Mönche). Zugleich betonte er die rationalen Aspekte des Buddhismus, um diesen mit Erkenntnissen der modernen Wissenschaft in Einklang zu bringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Damien Keown: &amp;#039;&amp;#039;A Dictionary of Buddhism.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2004, Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Thammayut&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mongkut wurde 1836 zum Abt des [[Wat Bowonniwet]] in Bangkok berufen, das sich zum geistigen Zentrum seines Ordens entwickelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Klosterzeit lernte er [[Latein]] und Englisch und setzte sich intensiv mit der europäischen Wissenschaft (besonders der [[Astronomie]]) und Kultur auseinander. Zu seinen Gesprächspartnern zählten z.&amp;amp;nbsp;B. der französische Bischof [[Jean-Baptiste Pallegoix]] und die protestantischen amerikanischen Missionare Caswell und Bradley. In diesem Zusammenhang ist von Prinz Mongkut dieser Kommentar zum Christentum überliefert: „Was Ihr die Menschen zu tun lehrt, ist bewundernswert. Aber was Ihr sie zu glauben lehrt, ist töricht.“&amp;lt;ref&amp;gt;Manuel Sarkisyanz: &amp;#039;&amp;#039;Die Kulturen Kontinental-Südostasiens. Kambodscha, Birma, Thailand, Laos, Vietnam, Malaya.&amp;#039;&amp;#039; Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, 1979, S. 95&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Mongkut den Mönchsstand verließ, um König zu werden, umfasste der Thammayut-Orden nur rund 150 Mönche, sein Einfluss war aber aufgrund des königlichen Prestiges weit größer als die Zahl seiner Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: &amp;#039;&amp;#039;A History of Thailand.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Cambridge University Press, 2022, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis heute ist er der im Vergleich zur [[Mahanikai]] („großen Glaubensgemeinschaft“) weitaus kleinere Orden, stellte aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts die meisten der [[Oberster Mönchspatriarch Thailands|Obersten Mönchspatriarchen]] &amp;#039;&amp;#039;(sangharaja)&amp;#039;&amp;#039; Thailands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krönung zum König von Siam ===&lt;br /&gt;
[[Datei:RamaIV.jpg|mini|hochkant|König Mongkut 1866 im Ornat]]&lt;br /&gt;
[[Datei:First King of Siam MET DP-573-001 (cropped).jpg|mini|hochkant|König Mongkut in europäischer Uniform; Photographie von [[John Thomson (Fotograf)|John Thomson]], 1865 oder ’66]]&lt;br /&gt;
[[Datei:King Mongkut and Prince Chulalongkorn.jpg|mini|hochkant|König Mongkut mit seinem Sohn und Thronfolger Prinz Chulalongkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als König Rama III. im Frühjahr 1851 im Sterben lag, war die Thronfolge wiederum nicht klar geregelt. Dessen zunächst als Stellvertreter und designierter Thronfolger ([[Uparaja]]) eingesetzter Onkel [[Sakdiphonlasep]] war schon lange verstorben. Die konkurrierenden Parteien bereiteten sich bereits auf einen militärischen Machtkampf vor: Es erschien sowohl möglich, dass die Krone auf einen der Söhne Ramas III. übergehen würde, als auch, dass der 27 Jahre zuvor übergangene Prinz Mongkut nun zum Zuge käme. Letzterer wurde von den reformorientierten Kräften und namentlich von der Familie [[Bunnag]] unterstützt, deren Oberhaupt Chaophraya Prayurawong (Dit) unter Rama III. sowohl Minister des &amp;#039;&amp;#039;Phra Khlang&amp;#039;&amp;#039; (Schatz- und Außenhandelsministeriums) als auch &amp;#039;&amp;#039;Samuha-[[Kalahom]]&amp;#039;&amp;#039; (Chefminister der Südprovinzen) war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der damals in Bangkok ansässige US-amerikanische Missionar [[Dan Beach Bradley]] in der &amp;#039;&amp;#039;[[The Straits Times|Singapore Straits Times]]&amp;#039;&amp;#039; berichtete, kam am 15. März 1851 ein großer Rat aus Prinzen, Ministern und anderen Adligen im Palast zusammen, auf der sich Prayurawong mit dem Vorschlag durchsetzte, Mongkut zum neuen König und seinen Bruder Chuthamani zum Uparaja (Zweiten König oder Vizekönig) zu machen. Laut Bradley war auch der alte König mit dieser Lösung einverstanden und er rief Mongkut an sein Krankenbett, um ihn auf sein Amt vorzubereiten.&amp;lt;ref&amp;gt;William L. Bradley: &amp;#039;&amp;#039;[https://thesiamsociety.org/wp-content/uploads/1969/03/JSS_057_1f_Bradley_AccessionOfKingMongkut.pdf The Accession of King Mongkut.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Siam Society&amp;#039;&amp;#039;, Band 57 (1969), Nr. 149–162.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sechs Wochen nach dem Tod seines Vorgängers wurde er am 15. Mai um 07:30 Uhr in einer grandiosen Zeremonie zum König von [[Siam]] gekrönt. Er bestieg den Thron als ein Mann, der sowohl sein eigenes Land gut kannte als auch Kenntnisse über das Ausland hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Politik von Rama IV. ==&lt;br /&gt;
Rama IV. führte eine alte Tradition aus [[Königreich Ayutthaya|Ayutthaya]] fort, indem er seinen jüngeren Bruder Chuta Mani als [[Uparat]] (etwa: „Zweiter König“) einsetzte, der als König [[Pinklao]] für die Verteidigung und das Militär zuständig war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungspolitik ===&lt;br /&gt;
Rama IV. ließ für Kinder der [[Höfling]]e und seinen zahlreichen Nachwuchs im Palast eine Schule einrichten. Die Schüler wurden angehalten, die englische Sprache zu erlernen. Von 1862 bis 1867 wurden sie von der Britin [[Anna Leonowens]] unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1855 gründete er im Palast eine erste [[Druckerei]], in der das Amtsblatt &amp;#039;&amp;#039;Government Gazette&amp;#039;&amp;#039; hergestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftspolitik ===&lt;br /&gt;
Für die Stabilisierung der Wirtschaft schloss Mongkut Handelsabkommen mit [[England]], den [[USA]], [[Dänemark]] und [[Frankreich]] ab und ließ die Königliche [[Münzprägeanstalt|Münze]] errichten. Die starke Erweiterung des Handelsvolumens, insbesondere zwischen Siam und England, sorgte für die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Hauptstadt. Bangkok wuchs deshalb kräftig und musste um Kanäle und Straßen (unter anderem die [[Thanon Silom]] und die [[Thanon Charoen Krung]] – die erste gepflasterte Straße Siams) erweitert werden. War zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch China der wichtigste Handelspartner des Reiches, so trat nach der Schwächung des Reiches der Mitte als Folge der [[Opiumkriege]] England an dessen Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Außenpolitik ===&lt;br /&gt;
König Mongkut &amp;#039;&amp;#039;(Rama IV.)&amp;#039;&amp;#039; setzte die seit König [[Narai]] bewährte Schaukelpolitik gegenüber den Kolonialmächten erfolgreich fort und konnte somit Siams Unabhängigkeit wahren. Gegenüber China verhielt sich Mongkut selbstbewusster als seine Vorgänger und versuchte den Eindruck zu vermeiden, Siam wäre dessen Vasall.&amp;lt;ref&amp;gt;Stuart-Fox (2003), S. 119&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wusste besser als die anderen Monarchen in Südostasien, welche Weltsicht Europa hatte und dass eine Tributpflicht gegenüber China seinem Reich nichts nützen würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Gesandten [[John Bowring]] als Vertreter des seinerzeit von Königin Viktoria regierten [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland|Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland]] schloss Mongkut am 18. April 1855 einen Freundschafts- und Handelsvertrag, bekannt als [[Bowring-Vertrag]]. Dieser vereinfachte die Geschäftstätigkeit britischer Untertanen in Siam und entzog sie der siamesischen Gerichtsbarkeit ([[Exterritorialität]]). Da er einseitig die Souveränität Siams beschränkte, gilt er als [[Ungleiche Verträge|ungleicher Vertrag]]. Zugleich stellt er einen Meilenstein in der Modernisierung Siams dar. Drei Jahre später eröffneten die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen ein gemeinsames Konsulat in Bangkok. Der 1862 mit [[Friedrich zu Eulenburg]] geschlossene preußisch-siamesische Freundschaftsvertrag stellt den offiziellen Beginn diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Thailand dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein im Jahr 1861 noch an den scheidenden [[Präsident der Vereinigten Staaten|amerikanischen Präsidenten]] [[James Buchanan]] gerichtetes Angebot Ramas IV., den [[Vereinigte Staaten von Amerika|USA]] eine Herde [[Elefanten]] zuzuwenden, wurde 1862 von Buchanans Nachfolger [[Abraham Lincoln]] höflich, doch unter Verweis zum einen darauf, dass das amerikanische Gebiet nicht in für Elefanten zuträgliche Breiten reiche, zum anderen auf die in den USA bereits verbreitete Nutzung der [[Dampfkraft]] abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.battlefields.org/learn/primary-sources/lincoln-rejects-king-siams-offer-elephants&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rama IV. als Autor und Wissenschaftler ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Thai Grand Palace, Bangkok, Model of Angkor Wat (31198649457).jpg|mini|Modell von Angkor Wat auf dem Gelände des Großen Palasts in Bangkok]]&lt;br /&gt;
=== Kulturgeschichte ===&lt;br /&gt;
Wie seine Vorgänger verfasste Rama IV. auch selbst Bücher, vor allem zur Geschichte und zu den Sitten des Landes, aber auch über die Legende des [[Smaragd-Buddha]], der im [[Wat Phra Kaeo]] in Bangkok seinen Platz gefunden hatte. Er führte auch das [[Urheberrecht]] in Siam ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mongkut begann, alte Tempelanlagen und Buddhastatuen nicht nur in ihrer religiösen Funktion, sondern&amp;amp;nbsp;– nach westlichem Vorbild&amp;amp;nbsp;– auch als erforschens- und bewahrenswerte Kunstwerke bzw. historische Denkmäler anzusehen. Er kann als Pionier der Altertumskunde oder Archäologie in Thailand angesehen werden. Während Mongkuts Herrschaft erkundete der Franzose [[Henri Mouhot]] die Tempelanlagen von [[Angkor Wat]] im Nordwesten Kambodschas, der damals noch zum Einflussbereich Siams gehörte, und machte sie in Europa bekannt. Der König ließ die Anlage 1867 vermessen und ein maßstabsgetreues Modell aus Stein anfertigen, damit die Bangkoker Öffentlichkeit eine Replik dieses Denkmal bewundern konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Maurizio Peleggi: &amp;#039;&amp;#039;Monastery, Monument, Museum. Sites and Artifacts of Thai Cultural Memory.&amp;#039;&amp;#039; University of Hawaii Press, Honolulu 2017, S. 65–74.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Palast hatte Mongkut einen Raum, in dem er Kuriositäten und wissenschaftliche Instrumente sammelte&amp;amp;nbsp;– ähnlich der [[Wunderkammer]] europäischer Monarchen in der Zeit der Aufklärung&amp;amp;nbsp;– und den er {{lang|th|พิพิธภัณฑ์}} &amp;#039;&amp;#039;phiphithaphan&amp;#039;&amp;#039; {{IPA|[pʰí.pʰít.tʰá.pʰan]}} (wörtlich „diverse Objekte“) nannte. Nach seinem Tod verlegte sein Sohn Chulalongkorn die Sammlung in das neue Gebäude &amp;#039;&amp;#039;Sala Sahathai Samakhom&amp;#039;&amp;#039; (Concordia-Halle) außerhalb des Großen Palasts, das als Vorläufer des heutigen [[Nationalmuseum Bangkok|Nationalmuseums]] angesehen werden kann. &amp;#039;&amp;#039;Phiphithaphan&amp;#039;&amp;#039; wurde zum thailändischen Wort für „Museum“.&amp;lt;ref&amp;gt;Maurizio Peleggi: &amp;#039;&amp;#039;Monastery, Monument, Museum. Sites and Artifacts of Thai Cultural Memory.&amp;#039;&amp;#039; University of Hawaii Press, Honolulu 2017, S. 87–88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Astronomie ===&lt;br /&gt;
Seine Liebe zur Wissenschaft brachte ihm indirekt den Tod: Er hatte die [[Sonnenfinsternis vom 18. August 1868]] vorausberechnet, in der Bahn des Kernschattens bei [[Prachuap Khiri Khan]] ({{Coordinate|article=/|text=99,7°&amp;amp;nbsp;O,  11,45°&amp;amp;nbsp;N|NS=11/39/0/N|EW=99/42/0/E|type=landmark|region=TH-77}}) einen Beobachtungsstand erbauen lassen und viele Wissenschaftler und Würdenträger wie den Gouverneur von [[Singapur]], Sir [[Henry Orde]], eingeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe: [http://kridakorn.net/Rama%204%20History.htm Artikel der Mahidol-Universität (auf Englisch)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Sonnenfinsternis fand exakt so statt, wie der König es berechnet hatte. Der Platz lag jedoch in einem Sumpfgebiet voller [[Anopheles|Moskitoschwärme]], so dass der König sich mit [[Malaria]] infizierte, an der er am 18. Oktober 1868, seinem 64. Geburtstag, in Bangkok verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Nachfolger wurde sein ältester Sohn [[Chulalongkorn]] bestimmt, der den Herrschernamen Phrabat Somdet Phra Chula Chomklao Chaoyuhua annahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption und Fiktion ==&lt;br /&gt;
Das Bild Mongkuts in der westlichen Welt wurde durch die 1870 veröffentlichten Memoiren von [[Anna Leonowens]] beeinflusst, die von 1862 bis 1867 in Bangkok lebte und den Kindern des Königs Englischunterricht gab. Auf ihren Berichten beruht [[Margaret Landon]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;Anna and the King of Siam&amp;#039;&amp;#039; (1943; deutsch &amp;#039;&amp;#039;Der König und ich&amp;#039;&amp;#039;), der wiederum Vorlage für das Musical &amp;#039;&amp;#039;[[The King and I]]&amp;#039;&amp;#039; (1951) von [[Rodgers und Hammerstein]] sowie vier Verfilmungen war. Sowohl in der Bühnenfassung am Broadway als auch in deren Verfilmung von 1956 sowie der Fernsehserie von 1972 verkörperte [[Yul Brynner]] die Rolle des Königs.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese weitgehend fiktive Darstellung des Königs als teils infantilem, teils jähzornigen Despoten (der obendrein in Landons Fiktion auch noch in Leonowens verliebt gewesen sei) ist jedoch grob verzerrend. Bereits Mongkuts Nachfolger Chulalongkorn beklagte sich 1897 bei einem Treffen mit seiner früheren Lehrerin Leonowens, warum sie ein so „boshaftes“ Buch geschrieben habe, das seinen Vater „äußerst lächerlich“ dastehen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Habegger: &amp;#039;&amp;#039;Masked. The Life of Anna Leonowens, Schoolmistress at the Court of Siam.&amp;#039;&amp;#039; University of Wisconsin Press, Madison 2014, S. 354.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Popularität von Landons Roman und dessen erster Verfilmung &amp;#039;&amp;#039;[[Anna und der König von Siam]]&amp;#039;&amp;#039; (1946) mit [[Irene Dunne]] und [[Rex Harrison]] in den Hauptrollen forderten den thailändischen Botschafter in den USA und späteren Ministerpräsidenten [[Seni Pramoj]] und seinen Bruder [[Kukrit Pramoj]] 1948 zu einer englischsprachigen Veröffentlichung von eigenen Schriften Mongkuts unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;The King of Siam Speaks&amp;#039;&amp;#039; heraus, um dessen Bild im Westen zu rehabilitieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Tien Doan: &amp;#039;&amp;#039;[https://blogs.loc.gov/international-collections/2019/01/the-king-of-siam-speaks-rehabilitating-a-kings-image/ “The King of Siam Speaks:” Rehabilitating a King’s Image.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;4 Corners of the World – International Collections at the Library of Congress&amp;#039;&amp;#039;, 3. Januar 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der amerikanische Historiker und Kunstsammler [[Alexander Brown Griswold]], der jahrelang in Thailand lebte, brachte 1961 eine Biographie Mongkuts&amp;lt;ref&amp;gt;A. B. Griswold: &amp;#039;&amp;#039;King Mongkut of Siam.&amp;#039;&amp;#039; Asia Society, New York 1961.&amp;lt;/ref&amp;gt; heraus, in der er Leonowens Darstellung weitgehend widerlegte und bezweifelte, dass sie überhaupt eine größere Rolle im Leben des Herrschers oder seiner Kinder gespielt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;William Warren: &amp;#039;&amp;#039;Who Was Anna Leonowens?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Travelers&amp;#039; Tales Thailand.&amp;#039;&amp;#039; San Francisco 2002, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Thailand sind die auf der Leonowens-Geschichte beruhenden Filme aufgrund des strengen [[Majestätsbeleidigung in Thailand|Gesetzes gegen Majestätsbeleidigung]] verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Rama (Könige von Thailand)]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Thailands]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Martin Stuart-Fox]]: &amp;#039;&amp;#039;A Short History of China and Southeast Asia. Tribute, trade and influence&amp;#039;&amp;#039;. Allen Unwin, Crows Nest (Australien), 2003. ISBN 1-86448-954-5.&lt;br /&gt;
* [https://zugangzureinsicht.org/html/lib/authors/thanissaro/toh.html Legenden über Somdet Toh], vom Ehrw. [[Thanissaro]] Bhikkhu. Geschichten über die Beziehung und Begebenheiten mit seinem vormaligen klosterlichen Einweiser [[Somdej Tho]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119137003|NAME=Rama IV.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Thailändische Könige}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119137003|LCCN=n50004210|VIAF=267562789}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied der Chakri-Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:König (Thailand)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhistischer Mönch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ordensgründer (buddhistisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1804]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1868]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Mongkut&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Rama IV.; Chao Fah Mongkut (als Prinz); Phra Chom Klao Chaoyuhua (als König)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=König von Siam (1851–1868)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=18. Oktober 1804&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bangkok]], [[Thailand]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. Oktober 1868&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bangkok]], [[Thailand]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;KLiNG0NE</name></author>
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