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	<title>Origo gentis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T01:24:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Origo_gentis&amp;diff=1114429&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Acky69: /* Inhalt und historische Funktion der Origines */ Kap.überschrift straffer / Redundanz raus</title>
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		<updated>2026-03-18T21:35:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhalt und historische Funktion der Origines: &lt;/span&gt; Kap.überschrift straffer / Redundanz raus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Origo gentis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet in der [[Mediävistik|Mittelalterforschung]] die Herkunftsgeschichte einer antiken oder mittelalterlichen &amp;#039;&amp;#039;[[gens]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Sippe]] oder [[Volksstamm]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;gens&amp;#039;&amp;#039; hat den Vorzug, direkt aus den Quellen zu stammen, womit nach modernem Verständnis sowohl „Stamm“ als auch „Volk“ gemeint sein kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt und historische Funktion ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Origo gentis&amp;#039;&amp;#039; stellt keine eigene [[literarische Gattung]] dar, sondern ist Bestandteil teils recht umfangreicher Werke, die beispielsweise die Geschichte der jeweiligen &amp;#039;&amp;#039;gens&amp;#039;&amp;#039; beschreiben. Sie können auch Bestandteil von [[Heldenepos|Heldenepen]] oder [[Biografie]]n sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herwig Wolfram]] u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Origo Gentis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 22 (2003), hier S. 174f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den &amp;#039;&amp;#039;Origines&amp;#039;&amp;#039; wurden zahlreiche zumeist fiktive, oft allgemeingültige ([[Topos (Geisteswissenschaft)|Topoi]])-Elemente vermischt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Herkunftsmythos des jeweiligen gentilen Verbandes (etwa der [[Goten]], [[Langobarden]], [[Angelsachsen]] oder [[Franken (Volk)|Franken]]), der zumeist anfangs [[Mündliche Überlieferung|mündlich überliefert]] und erst später schriftlich niedergelegt und mit Elementen antiken Bildungsguts angereichert wurde. Neben einer mythisch verklärten [[Herkunftssage]] wurden in der Regel auch besondere und für die &amp;#039;&amp;#039;gens&amp;#039;&amp;#039; „typische“ sittliche und charakterliche Eigenschaften angeführt. Oft wurde dabei topisch als Ursprung [[Skandinavien]] angegeben,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Alheydis Plassmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Origo gentis. Identitäts- und Legitimitätsstiftung in früh- und hochmittelalterlichen Herkunftserzählungen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2006, S. 207f.&amp;lt;/ref&amp;gt; da dies die Möglichkeit bot, faktisch nicht nachprüfbare [[Genealogie]]n zu konstruieren. Ein uralter [[Stammbaum]] (wie der wohl fiktive der [[Amaler]]) konnte so zusätzliche [[Legitimität]] für [[Herrschaft]] verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wandersagen“ spielten in einer &amp;#039;&amp;#039;Origo&amp;#039;&amp;#039; oft eine wichtige Rolle: Eine &amp;#039;&amp;#039;gens&amp;#039;&amp;#039; wandert aus und erreicht schließlich ein anderes Land, von dem (zumeist mit Gewalt) Besitz ergriffen wird. Bisweilen ist ein historischer Kern vorhanden (wie bei der Einwanderung der [[Angelsachsen]] nach Britannien); andere sind rein fiktive Erzählungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alheydis Plassmann: &amp;#039;&amp;#039;Origo gentis. Identitäts- und Legitimitätsstiftung in früh- und hochmittelalterlichen Herkunftserzählungen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2006, S. 360f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies gilt beispielsweise für eine angeblich „[[troja]]nische Abstammung“ oder (wie inzwischen die Mehrheit der Forschung annimmt) bei den Goten für ihre Herkunft aus Skandinavien, wofür archäologische Belege fehlen. Die Schilderung der Herkunft der Goten in den &amp;#039;&amp;#039;Getica&amp;#039;&amp;#039; des [[Jordanes]] (der sich auf die verlorene Gotengeschichte [[Cassiodor]]s gestützt hat) wird heute meist als topisch-ethnographische Erzählung aufgefasst, in die zahlreiche fiktive Elemente einflossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. zusammenfassend Arne Sǿby Christensen: &amp;#039;&amp;#039;Cassiodorus, Jordanes and the History of the Goths. Studies in a Migration Myth&amp;#039;&amp;#039;. Museum Tusculanum Press, Kopenhagen 2002, besonders S. 250ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein recht häufiges Motiv einer &amp;#039;&amp;#039;Origo&amp;#039;&amp;#039; war außerdem die sogenannte „[[Ursprüngliche Bindung|primordiale]] Tat“. Dabei handelte es sich um ein zentrales Ereignis einer &amp;#039;&amp;#039;gens&amp;#039;&amp;#039;, wie ein bedeutender Sieg, die Überschreitung eines Gewässers, ein angeblich seit Urzeiten existierendes Königtum göttlichen Ursprungs und andere. Kerngedanke war eine [[Identitätspolitik|identitätsstiftend]]e Tat bzw. Etablierung einer „neuen Ordnung“, die für die &amp;#039;&amp;#039;gens&amp;#039;&amp;#039; fortan galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Origo&amp;#039;&amp;#039; konnte als wichtiges Verbindungselement innerhalb einer &amp;#039;&amp;#039;gens&amp;#039;&amp;#039; dienen, das die ethnisch ansonsten [[inhomogen]]en Verbände zusammenhalten konnte oder erst identitätsstiftend wirkte (siehe auch [[Völkerwanderung]]). So wurden diese poly-[[Ethnie|ethnischen]] Verbände durch die Herkunftsgeschichte zu einer ideellen Einheit verbunden. Dies spielte eine wichtige Rolle im schwierigen Prozess der [[spätantike]]n und [[frühmittelalter]]lichen [[Ethnogenese]], wobei die Verfasser der schriftlichen Darstellungen in der Regel gut gebildet waren und oft Kenntnisse der antiken [[Ethnografie]] hatten. Beispiele bekannter Herkunftsgeschichten sind etwa die bereits erwähnten &amp;#039;&amp;#039;Getica&amp;#039;&amp;#039; des Jordanes (der damit den Goten einen vielen anderen antiken Völkern vergleichbare Geschichte verschaffte) oder die &amp;#039;&amp;#039;[[Origo Gentis Langobardorum]]&amp;#039;&amp;#039; der [[Langobarden]] im 7. Jahrhundert. Die Franken machten sich den bei den [[Römisches Reich|Römern]] durch [[Vergil]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Aeneis]]&amp;#039;&amp;#039; popularisierten Trojamythos zu eigen. Nach dem Kirchenhistoriker [[Beda Venerabilis]] wiederum waren die Sachsen vom britischen König [[Vortigern]] nach Britannien gerufen worden und sollen dort mit drei Schiffen unter dem Brüderpaar [[Hengest]] und [[Horsa]] gelandet sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Arbeiten zu diesem Thema stammen vor allem von [[Herwig Wolfram]] und seinem Schüler [[Walter Pohl]]. Beide betonen, dass moderne Vorstellungen von „[[Ethnizität]]“ keinesfalls auf antike und mittelalterliche &amp;#039;&amp;#039;gentes&amp;#039;&amp;#039; übertragbar sind. Allerdings sind die darauf beruhenden Schlüsse umstritten, siehe beispielsweise die Arbeiten von [[Walter Goffart]]. Goffart steht etwa dem Ansatz sehr kritisch gegenüber, dass es Gemeinsamkeiten in Werken gibt, die sich mit den Herkunftsgeschichten befassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Walter Goffart: &amp;#039;&amp;#039;The Narrators of Barbarian History&amp;#039;&amp;#039;. Princeton 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr habe jeder Autor mit seiner Darstellung einen eigenen Zweck verfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. zur Diskussion zusammenfassend Alheydis Plassmann: &amp;#039;&amp;#039;Origo gentis. Identitäts- und Legitimitätsstiftung in früh- und hochmittelalterlichen Herkunftserzählungen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2006, S. 16ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urheimat-Forschung als moderne Form der origo-gentis-Fragestellung ==&lt;br /&gt;
Die moderne [[vergleichende Sprachwissenschaft]] konnte in vielen Fällen Ähnlichkeiten von geographisch weit auseinanderliegenden Sprachen – etwa Latein und Sanskrit – nachweisen. Dieser linguistische Befund wurde bereits im 19. Jahrhundert mit dem Modell eines Stammbaums erklärt, demzufolge Sprachen voneinander abstammen können und Ähnlichkeiten in existierenden Sprachen als Belege für gemeinsame Vorläufer zu werten sind. Dies ließ die Frage nach dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der entsprechenden Vorläufer, sog. [[Protosprache]]n, und ihrer Sprecher aufkommen, die in mehreren Fällen mit linguistischen und archäologischen Methoden näherungsweise auch beantwortbar schien (vgl. [[Urheimat]]). Ihrer Fragestellung nach entsprechen diese Forschungen weitgehend den antiken und mittelalterlichen Origo-gentis-Überlegungen. Seitens der Linguistik wird heute indes nahezu einhellig akzeptiert, dass Sprachgemeinschaften selten homogen sind und oft keine gemeinsame ethnische oder nationale Identität hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfram Euler]], Konrad Badenheuer: &amp;#039;&amp;#039;Sprache und Herkunft der Germanen. Abriss des Protogermanischen vor der Ersten Lautverschiebung.&amp;#039;&amp;#039; London/Hamburg 2009, S. 43–50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Alheydis Plassmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Origo gentis. Identitäts- und Legitimitätsstiftung in früh- und hochmittelalterlichen Herkunftserzählungen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Orbis mediaevalis.&amp;#039;&amp;#039; Band 7). Akademie-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-05-004260-5 ([https://www.sehepunkte.de/2007/07/12010.html Rezension]).&lt;br /&gt;
* [[Herwig Wolfram]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Römerreich und seine Germanen. Eine Erzählung von Herkunft und Ankunft.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2018, ISBN 978-3-412-50767-1.&lt;br /&gt;
* {{RGA|22|174|210|Origo gentis|Herwig Wolfram, [[Walter Pohl]], [[Ian N. Wood]] u. a.|mit Literatur}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur der Spätantike]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsschreibung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanische Altertumskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sage, Legende]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Acky69</name></author>
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