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	<title>Periglazial - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Periglazial&amp;diff=266064&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Speravir: Wortsinn genauer</title>
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		<updated>2026-03-30T00:09:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wortsinn genauer&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Periglazial&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (zusammengesetzt aus {{grcS|περί|peri}} „um&amp;amp;nbsp;… herum“ und {{laS|glacies}} „Eis“; wörtlich „um das Eis herum“, im übertragenen Sinn „auf das Eis bezogen“) bezeichnet in der [[Physische Geographie|physischen Geographie]] und [[Geologie]] die landschaftsprägende Wirkung von [[Frost]] und diese begleitende  [[Geomorphologie|geomorphologischen]] Prozesse, die mit Schnee, fließendem Wasser und Wind verbunden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HMFr&amp;quot;&amp;gt;H.M. French 2017: The Periglacial Environment. 4te neu überarbeitete Ausgabe, Wiley-Blackwell, ISBN 978-1-119-13278-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Die verschiedenen geomorphologischen Prozesse, die in unvergletscherten Gebieten auftreten, werden durch Auftauen und Gefrieren von Bodeneis geprägt, das permanent, saisonal oder täglich auftreten kann. Die Frostwirkung muss dabei eine so starke Intensität zeigen, dass sie in der Landschaft nachweisbar ist. Gebiete periglazialer Landschaften liegen überwiegend im kontinentalen [[Tundrenklima]]. Das Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;periglazial&amp;#039;&amp;#039; kennzeichnet sowohl die entsprechenden klimatischen Bedingungen als auch die unter diesen Bedingungen ablaufenden [[Geomorphologie|geomorphologischen]] Prozesse. Auch Hochgebirge zwischen der Subarktis und den inneren Tropen weisen zwischen [[Schneegrenze]] und [[Waldgrenze]] Landschaften auf, in denen periglaziale Prozesse stattfinden;&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Jaesche 1999: &amp;#039;&amp;#039; Bodenfrost und Solifluktionsynamik in einem alpinen Periglazialgebiet (Hohe Tauern, Osttirol)&amp;#039;&amp;#039;. Bayreuther Geowissenschaftliche Arbeiten, Bd. 20, Universität Bayreuth, Naturwissenschaftliche Gesellschaft Bayreuth e.&amp;amp;nbsp;V. ISBN 3-9802268-6-7 Hier S. 1&amp;lt;/ref&amp;gt; diese Gebiete, in denen sich durch höhere Niederschlagssummen und größere Reliefenergie Bodenfließen ([[Solifluktion]]) ausbildet, werden oft als [[Solifluktionsstufe]] (= &amp;quot;Periglazialstufe&amp;quot;) bezeichnet. Ebenso wie in der Tundra sind Boden- und Vegetationsentwicklung mit spezialisierten Anpassungen von Pflanzen (alpine Frost-[[Schuttvegetation]], [[Schneetälchen]]-Gesellschaften) gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Rathjens 1984: Geographie des Hochgebirges: 1. Der Naturraum. Teubner, Stuttgart. ISBN 3-519-03419-0 Hier S. 97&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Körner 1999: &amp;#039;&amp;#039;Alpine plant life: Functional plant ecology of high mountainecosystems&amp;#039;&amp;#039;. Springer, Berlin. ISBN 3-540-65438-0 Hier S. 68&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Begriff Periglazial ==&lt;br /&gt;
Der Begriff „periglazial“ wurde 1909 von [[Walery von Lozinski|Lozinski]]&amp;lt;ref&amp;gt;W. Lozinski: &amp;#039;&amp;#039;Über die mechanische Verwitterung der Sandsteine im gemäßigten Klima.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin international de l&amp;#039;Academie des Sciences de Cracovie, Classe des Sciences Mathémathiques et Naturelles&amp;#039;&amp;#039; 1, 1909, S. 1–25&amp;lt;/ref&amp;gt; geprägt und sollte geomorphologische Prozesse und die dabei entstandenen Oberflächenformen in der direkten Umgebung von Gletschern bezeichnen. Diese enge räumliche Bindung an die direkte Umgebung von Gletschern ist heute nicht mehr Bestandteil der Definition, da der entscheidende Faktor des Periglazials das permanente, saisonale oder diurnale Bodeneis ist. Gefrieren und Auftauen des Bodens durch Frostwechsel bedingt dann die periglaziale Morphodynamik. Vom Frost dominierte Gebiete können weit entfernt von heutiger oder vorzeitlicher Vergletscherung vorkommen, so zum Beispiel im zentralen [[Sibirien]]. Der durch diesen Bedeutungswandel missverständlich gewordene Begriff Periglazial wurde beibehalten, da sich Versuche einer neuen Terminologie (insbes. [[Albert Lincoln Washburn|Washburn]]: „Geocryology“&amp;lt;ref&amp;gt;A.L. Washburn: &amp;#039;&amp;#039;Geocryology. A survey of periglacial processes and environments.&amp;#039;&amp;#039; Arnold, London 1979, 406 S., ISBN 0-7131-6119-1&amp;lt;/ref&amp;gt;) nicht durchsetzen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er Jahren wurde der Begriff von [[Jean Tricart|Tricart]] und [[André Cailleux|Cailleux]]&amp;lt;ref&amp;gt;J. Tricart, A. Cailleux: &amp;#039;&amp;#039;Le modelé des régions périglaciaires.&amp;#039;&amp;#039; Traité de géomorphologie, tome II, SEDES, Paris 1967, 512 S.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie [[Troy L. Péwé|Péwé]]&amp;lt;ref&amp;gt;T.L. Péwé: &amp;#039;&amp;#039;The periglacial environment past and present.&amp;#039;&amp;#039; In: McGill Queen’s University Press, Arctic Institute of North America, Montreal 1969, 437 S.&amp;lt;/ref&amp;gt; neu definiert. Ihre Definition zeigt bis heute Nachwirkungen: Diese Autoren banden den Begriff ‚Periglazial‘ an das Vorkommen von [[Permafrost]]boden. Dies hatte den Vorteil, dass die Grenzen der Periglazialgebiete relativ einfach bestimmt werden konnten. In der deutschsprachigen, allgemein-geomorphologischen Literatur hat sich diese Definition auch teilweise erhalten,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Harald Zepp|H. Zepp]]: &amp;#039;&amp;#039;Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Schöningh, UTB, Paderborn 2004, 354 S., ISBN 3-8252-2164-4&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;R. Baumhauer: &amp;#039;&amp;#039;Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, 144 S., ISBN 3-534-15635-8&amp;lt;/ref&amp;gt; unter den Fachwissenschaftlern wird sie aber heute einhellig abgelehnt,&amp;lt;ref&amp;gt;O.R. Weise: &amp;#039;&amp;#039;Das Periglazial&amp;#039;&amp;#039;. Gebrüder Bornträger, Berlin, Stuttgart 1983, 199 S., ISBN 3-443-01019-9&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Semmel&amp;quot;&amp;gt;[[Arno Semmel|A. Semmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Periglazialmorphologie&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985, 116 S., ISBN 3-534-01221-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;W. Haeberli: &amp;#039;&amp;#039;Formbildung durch periglaziale Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. In: H. Gebhardt, R. Glaser, U. Radtke &amp;amp; P. Reuber (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geographie&amp;#039;&amp;#039;. Elsevier, Spektrum, München 2007, S. 307–309, ISBN 3-8274-1543-8&amp;lt;/ref&amp;gt; was auch dem internationalen Literaturstand entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;D.F. Ritter, R.C. Kochel &amp;amp; J.R. Miller: &amp;#039;&amp;#039;Process geomorphology&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage, Waveland Press, Long Grove 2006, 560 S., ISBN 1-57766-461-2&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;HMFr&amp;quot; /&amp;gt; Der Grund dieser Ablehnung ist in der Tatsache zu finden, dass zwei der wichtigsten, von allen Autoren zu den periglazialen gezählten geomorphologischen Prozesse ([[Gelifluktion]] und [[Kryoturbation]], s.&amp;amp;nbsp;u.) eindeutig nicht auf Gebiete mit Permafrost beschränkt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit wird heute mehrheitlich Periglazial nach dem Vorkommen mindestens dieser beiden Prozesse abgegrenzt. Allerdings führt dies zwar zu einer in Bezug auf die geomorphologischen Abläufe und Prozesse stimmigen Definition, erschwert aber eine exakte Grenzziehung, da im Gegensatz zur zweijährigen, stichprobenartigen Beobachtung des Permafosts nun aufwändige Messungen des Prozessgeschehens erforderlich wären. Zwar entstehen durch die genannten Prozesse sehr spezifische Oberflächenformen, jedoch ist oft kaum zu entscheiden, ob diese [[rezent]] entstanden sind oder unter vorzeitlichen, ehemals periglazialen Bedingungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veit&amp;quot;&amp;gt;H. Veit: &amp;#039;&amp;#039;Fluviale und solifluidale Morphodynamik des Spät- und Postglazials in einem zentralalpinen Flusseinzugsgebiet (südliche Hohe Tauern, Osttirol)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bayreuther Geowiss. Arb.&amp;#039;&amp;#039; 13, 1988, 167 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrdeutigkeit des Begriffs hat dazu geführt, dass verschiedentlich Versuche unternommen wurden, Teilaspekte durch neue Benennungen vom Gesamtkomplex des Periglazials abzutrennen. So wurde der Begriff „Paraglazial“ für die direkte Umgebung von Gletschern eingeführt, in der ja neben der periglazialen i.&amp;amp;nbsp;e.&amp;amp;nbsp;S. auch die [[Kaltzeit|glaziale]] Formung bzw. deren Fernwirkungen durch Schmelzwässer eine bedeutende Rolle spielen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Church&amp;quot;&amp;gt;Church, M. &amp;amp; J.M. Ryder: &amp;#039;&amp;#039;Paraglacial Sedimentation: Consideration of fluvial processes conditioned by glaciation&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Geological Society of America Bulletin&amp;#039;&amp;#039; 83, 1972, S. 3059–3072.&amp;lt;/ref&amp;gt;. In der deutschen Fachsprache findet sich der Begriff „periglaziär“, mit dem die periglazialen Prozesse zusammengefasst werden. All diese Begriffe konnten sich allerdings kaum durchsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Voraussetzungen ==&lt;br /&gt;
[[File:Mackenzie Delta Ice-Wedge Tuktoyaktuk Pingo (3).jpg|thumb|Halbinsel an der Küste des Arktischen Ozeans, Mackenziedelta-Region. Eine Caribouherde weidet in den großen Eiskeilpolygonen.]]&lt;br /&gt;
[[File:Mackenzie Delta, Pingo, Tuktoyaktuk (6).jpg|thumb|Detail aus dem Innern eines Pingos mit Injection-Eis. Es handelt sich hier nicht um einen Eiskeil.]]&lt;br /&gt;
Für die Periglaziale Morphodynamik ist Temperatur nur bedingt das entscheidende Kriterium. Damit sich Frosterscheinungen landschaftsprägend auswirken sind Bodenfeuchtigkeit, Gesteinslithologie, Bodentextur, und Verbreitung von Gestein in Regolithgröße entscheidend. Frostwechsel von Luft- und Bodentemperatur sind somit auch nur stellvertretende physikalische Größen für Frost-Tau Zyklen im Bodeneis, die aufgrund ihrer einfacheren Messung oft als bestimmende Größen genommen wurden. Dabei sind Produktion, Präsenz und Schmelzen von Bodeneis eigentliche Kenngrößen, die nicht über ein einfaches Temperatur-Kriterium bestimmbar sind. Erst über bestimmte Bodeneigenschaften werden Wechselwirkung mit Frostwechsel in periglaziale Prozesse übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Periglaziale Prozesse ==&lt;br /&gt;
[[File:Mackenzie Delta, Pingo, Tuktoyaktuk (2).jpg|thumb|Zwei closed-system Pingos im Mackenziedelta. Schwemmholz entlang den Strandlinien ist gut zu erkennen und kommt sehr häufig vor.]]&lt;br /&gt;
[[File:Mackenzie Delta, Pingo, Tuktoyaktuk (3).jpg|thumb|Kollabierter “closed-system Pingo” im Mackenziedelta (Hubschrauber als Maßstab). Die Umrisse des entleerten Sees (Ursache für den Pingo) sind noch gut zu erkennen.]]&lt;br /&gt;
Periglaziale Prozesse sind charakterisiert durch einen permanent oder jahreszeitlich gefrorenen Unterboden. Im Sommer wird der Oberboden aufgetaut ([[Permafrostboden#Gliederung des Permafrosts|Auftauboden]]) und damit anfällig für fluviale [[Erosion (Geologie)|Erosionsprozesse]], für [[Denudation|Massenselbstbewegungen]] und bei größerer Trockenheit auch für [[Deflation (Geomorphologie)|Deflation]]. Diese Prozesse schaffen charakteristische [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimente]] und geomorphologische Erscheinungsformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prozesse lassen sich untergliedern in solche, die mit keiner oder allenfalls kleinflächiger Verlagerung von Substrat verbunden sind, also im Wesentlichen auf flaches Relief beschränkt sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Verwitterung#Frostverwitterung|Frostverwitterung]],&lt;br /&gt;
* [[Kryoturbation]] durch [[Frosthub]],&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tieffrostschwund&amp;#039;&amp;#039; im [[Permafrost]]boden, der zu Volumensverlusten bei Eistemperaturen unter ca. −20&amp;amp;nbsp;°C führt,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Eisintrusion&amp;#039;&amp;#039;, die dazu führt, dass das Porenvolumen des betroffenen Sediments nicht mehr ausreicht, das durch Gefrieren vergrößerte Eisvolumen aufzunehmen, so dass sich Eislinsen oder -schichten ausbilden, die durch ihr Wachstum Druck auf die umgebenden Substrate ausüben (Frostschub und -stauchung); bei starker (gefrorene Seesedimente mit primär hoher [[Mächtigkeit (Geologie)|Mächtigkeit]] und großen Wassergehalten) und insbesondere nachhaltiger ([[Artesische Quelle|artesisch]] oder [[Thermalquelle|thermal]]) Wasserzufuhr, können dabei auch Großformen ([[Pingo]]s) entstehen,&lt;br /&gt;
* Bildung von [[Segregationseis]], bei der durch [[Hygroskopie|hygroskopische]] Wanderung des Porenwassers zur Gefrierfront hin Eislinsen oder -lagen im Substrat entstehen, welche die Effekte der Eisintrusion noch erheblich verstärken können,&lt;br /&gt;
* [[Thermokarst]],&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in Prozesse mit räumlicher Verlagerung von Material, also an geneigten Hängen oder im Hangfußbereich, wo sich die Einflüsse eines nahegelegenen Hangs auswirken, oder an vegetationsfreien Arealen, die dem Wind Angriffsmöglichkeiten bieten:&lt;br /&gt;
* [[Gelifluktion]],&lt;br /&gt;
* [[Nivation]],&lt;br /&gt;
* [[Lawine]]nabgang,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Periglaziale Spüldenudation&amp;#039;&amp;#039; (siehe [[Denudation]]),&lt;br /&gt;
* [[Deflation (Geomorphologie)|Deflation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Periglaziale Formen ==&lt;br /&gt;
Periglaziale Formen im engeren Sinn sind solche, die in dieser Form nur in Periglazialgebieten auftreten und die eng entweder zumindest an saisonalen [[Bodenfrost]] gebunden sind:&lt;br /&gt;
* [[Frostmusterboden]],&lt;br /&gt;
* [[Taschenboden]],&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Thufur&amp;#039;&amp;#039; (isl.), ein bis zu 2&amp;amp;nbsp;m durchmessender und ½ m hoher, rundlicher Hügel, der in der Regel einen Kern aus [[Segregationseis]] besitzt, das das darüber liegende [[Substrat (Boden)|Substrat]] aufgewölbt hat,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grab&amp;quot;&amp;gt;S. Grab: &amp;#039;&amp;#039;Aspects of the geomorphology, genesis and environmental significance of earth hummocks (thufur, pounus): miniature cryogenic mounds&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Progress in Physical Geography&amp;#039;&amp;#039; 29, 2003, S. 139–155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nivationsnische&amp;#039;&amp;#039;, die lokal entsteht, wo Schneehalden über längere Zeit die Nivation fördern,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schneehaldenmoräne&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Protalus Rampart&amp;#039;&amp;#039;), eine Spezialform der [[Blockhalde]]n, die sich im Winter in einiger Entfernung von der Wand ablagert, aus der das Material gestürzt ist, das aber dann noch über eine Schneehalde über den Wandfuß hinaus weiterrollt,&amp;lt;ref&amp;gt;R.A. Shakesby: &amp;#039;&amp;#039;Pronival (protalus) ramparts: a review of forms, processes, diagnostic criteria and palaeoenvironmental implications&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Progress in Physical Geography&amp;#039;&amp;#039; 21, 1997: S. 394–418.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oder üblicherweise mit Permafrost verbunden sind:&lt;br /&gt;
* [[Pingo]],&lt;br /&gt;
* [[Palsa]],&lt;br /&gt;
* [[Blockgletscher]],&lt;br /&gt;
* [[Eiskeil]], der sich in Form von [[Polygon|polygonalen]] &amp;#039;&amp;#039;Eiskeilnetzen&amp;#039;&amp;#039; auch als Oberflächenform erkennen lässt,&lt;br /&gt;
* Frostmusterböden und Taschenböden werden dann als Phänomene des Permafrosts angesehen, wenn sie Größen &amp;gt;60&amp;amp;nbsp;cm erreichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Huijzer&amp;quot;&amp;gt;A.S. Huijzer &amp;amp; R.F.B. Isarin: &amp;#039;&amp;#039;The reconstruction of past climates using multi-proxy evidence: an example of the Weichselian Pleniglacial in northwestern and central Europe&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Quaternary Science Reviews]]&amp;#039;&amp;#039; 16, 1997: S. 513–533.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Sinn werden Formen zu den periglazialen gerechnet, die auch unter anderen Bedingungen entstehen können, die aber in Periglazialgebieten gehäuft auftreten oder durch die periglazialen Bedingungen besonders gefördert werden:&lt;br /&gt;
* [[Flussterrasse|Talterrassen]] sind in den Mittelbreiten weitgehend klimatisch gesteuert entstanden und wurden durch [[Tektonik|tektonische Prozesse]] allenfalls modifiziert. Sie gehen auf eine zyklische Abfolge bestimmter periglazialer Prozesse zurück. So führt der Beginn einer Kaltzeit bei noch relativ warmen und damit ergiebigen Quellen der Feuchtigkeit ([[Ozean]]en) aber schon gestörter Vegetation zu starken, zeitlich konzentrierten Schmelzwasserabflüssen, die sich in den Flüssen durch Lateral- und Tiefenerosion äußern. Mit abnehmenden Abflussmengen gewinnt die Gelifluktion an Bedeutung, wodurch die Flüsse quasi in Sediment ‚ertrinken’, welches sie nicht mehr vollständig weiter transportieren können. Im &amp;#039;&amp;#039;Spätglazial&amp;#039;&amp;#039; führt die Klimaerwärmung zum Schmelzen des kaltzeitlich gespeicherten Permafrosts und damit wieder zum Einschneiden der Flüsse. Durch den mehrfachen Wechsel im Verlauf des [[Pleistozän]]s sind in den meisten Tälern der ehemaligen Periglazialgebiete gestufte Talquerprofile entstanden, die die Abfolge von Eintiefung und Schotterakkumulation spiegeln.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Herget: &amp;#039;&amp;#039;Fluss-  und  Tallandschaften&amp;#039;&amp;#039;. In: H. Liedtke, R. Mäusbacher &amp;amp; K.-H. Schmidt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland, Relief, Boden und Wasser&amp;#039;&amp;#039;. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2003, S. 90–91, ISBN 978-3-8274-0580-7&amp;lt;/ref&amp;gt; Gletscherschmelzwässer können diese Prozesse unterstützen, sind aber für die Entstehung von Talterrassen nicht notwendig. Die Grundrisse der kaltzeitlichen Flüsse waren üblicherweise [[Verflochtener Fluss|verzweigt]], was die breite Ausbildung der meisten Talböden erklärt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hangdellen&amp;#039;&amp;#039; sind meist kleine, muldenartige Tälchen, die von [[Schneeschmelze|Schneeschmelzwässern]] in Hänge eingetieft wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thiemeyer&amp;quot;&amp;gt;H. Thiemeyer: &amp;#039;&amp;#039;Bodenerosion und holozäne Dellenentwicklung in hessischen Lößgebieten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Rhein-Mainische Forschungen&amp;#039;&amp;#039; 105, 1988&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;asymmetrische Täler&amp;#039;&amp;#039; weisen einen steil und einen flacher geneigten Talhang auf. Es gibt für sie mehrere Erklärungsansätze, von denen die Theorie einer Unterspülung des steileren Talhangs durch einen infolge Windeinwirkung abgedrängten [[Stromstrich]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Semmel&amp;quot; /&amp;gt; die meisten, wenn auch nicht alle Fälle erklären kann.&lt;br /&gt;
* [[Düne]]n&lt;br /&gt;
* [[Löß]]decken&lt;br /&gt;
* [[Windkanter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Periglaziale Sedimente ==&lt;br /&gt;
Auch die Sedimente ließen sich in ausschließlich periglaziale und in solche gliedern, die bevorzugt, aber nicht nur unter periglazialen Bedingungen entstehen. Da aber nur die Deckschichten eindeutig periglazial entstanden sind und dies bereits für den Löß zumindest strittig ist,&amp;lt;ref&amp;gt;J.S. Wright: &amp;#039;&amp;#039;Desert loess versus glacial loess: quartz silt formation, source areas and sediment pathways in the formation of loess deposits&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Geomorphology&amp;#039;&amp;#039; 36, 2001, S. 231–256.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterbleibt diese Differenzierung hier:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;periglaziale Deckschichten&amp;#039;&amp;#039; ([[periglaziale Lagen]]) sind Sedimente, die im Wesentlichen durch [[Gelifluktion#Sedimente|Gelifluktion]] entstehen, bei denen aber teilweise noch eine Beimengung von [[Äolisches Sediment|äolischem Sediment]] eine Rolle spielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Semmel&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kleber&amp;quot;&amp;gt;A. Kleber: &amp;#039;&amp;#039;Periglacial slope deposits and their pedogenic implications in Germany&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology&amp;#039;&amp;#039; 99, 1992: S. 361–372&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Löss&lt;br /&gt;
* [[Blockhalde]]n&lt;br /&gt;
* [[Flugsand]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Spülsedimente&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schotterkörper&amp;#039;&amp;#039; der Flussterrassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sedimente können durch Phänomene wie Eiskeile oder &amp;#039;&amp;#039;Froststauchungen&amp;#039;&amp;#039; überprägt sein, wodurch ihre Interpretation als periglaziale Sedimente gestützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Periglazialgebiete ==&lt;br /&gt;
Als Periglazialgebiete bezeichnet man Gebiete, in denen periglaziale Prozesse wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periglazialgebiete finden sich heute in den [[Polargebiet|Polar-]] und [[Subpolare Zone|Subpolargebieten]] der Erde ([[Arktis]], Nordamerika, Nordasien, Nordskandinavien und unvergletscherte Bereiche der [[Antarktis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Temperaturabnahme mit der Höhe besitzen alle Hochgebirge eine &amp;#039;&amp;#039;periglaziale Höhenstufe&amp;#039;&amp;#039; (in den Tropen: &amp;gt;4000&amp;amp;nbsp;m ü.d.Meer; in mittleren Breiten, z. B. den [[Alpen]]: &amp;gt;2000&amp;amp;nbsp;m ü.d.Meer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veit&amp;quot; /&amp;gt;). Insgesamt sind rund 25 % der [[Landfläche|Festlandfläche]] der Erde von Permafrost bedeckt,&amp;lt;ref&amp;gt;R.F. Black: &amp;#039;&amp;#039;Permafrost, a review&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Geological Society of America, Bulletin&amp;#039;&amp;#039; 65, 1954, S. 839–855&amp;lt;/ref&amp;gt; der Anteil der Periglazialgebiete ist also noch größer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Kaltzeit]]en des [[Eiszeitalter]]s dehnten sich die Periglazialgebiete weit äquatorwärts aus und schlossen zum Beispiel ganz [[Mitteleuropa]] ein. Auf diese Weise wurden in Mitteleuropa auch Landschaften umgeformt, die nicht von [[Inlandeis]] bedeckt waren, und in denen somit periglaziale Formen und Ablagerungen heute noch weit verbreitet sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karte&amp;quot;&amp;gt;J. Karte: &amp;#039;&amp;#039;Räumliche Abgrenzung und regionale Differenzierung des  Periglaziärs&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bochumer Geographische Arbeiten&amp;#039;&amp;#039; 35, 1979, ISBN 3-931128-25-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Periglazialklima ==&lt;br /&gt;
Periglazialklimate sind Klimate, die periglaziale Prozesse ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Definition des Periglazialraums in seiner Gesamtheit durch exakte klimatische Messgrößen ist nicht möglich, da letztlich das Zusammenspiel mehrerer klimatischer Parameter (neben Temperatur auch Schneebedeckung, Wasserhaushalt u.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;a.) mit azonalen Einflüssen (Relief, Substrat) über das Zustandekommen periglazialer Prozesse und Formen entscheidet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HMFr&amp;quot; /&amp;gt; Einen Versuch der Typisierung der Periglazialgebiete auf der Grundlage von [[Klimazone|zonaler]] Lage, [[Kontinentalklima|Kontinentalität]] und Höhenlage in Verbindung mit einer Zuordnung klimatischer Grenzwerte zu den einzelnen Typen unternahm Karte 1979.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geomorphologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Periglazial| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimageschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Permafrost]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Speravir</name></author>
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