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	<title>Robert Castel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-10T18:17:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Robert_Castel&amp;diff=748925&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-03-04T12:31:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Robert Castel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[27. März]] [[1933]] in [[Saint-Pierre-Quilbignon]], heute Stadtteil von [[Brest (Finistère)|Brest]]; † [[12. März]] [[2013]] in [[Vincennes]]) war ein französischer [[Soziologie|Soziologe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Castel arbeitete in den 1960er Jahren mit [[Pierre Bourdieu]] zusammen; dann interessierte er sich für [[Psychoanalyse]] und [[Psychiatrie]]. Er unternahm eine kritische soziologische Analyse dieser Bereiche und näherte sich dabei [[Michel Foucault]] an. Schließlich wandte sich Castel dem Phänomen des sozialen Ausschlusses, der [[Exklusion]] zu. Er versucht zu verstehen, warum die [[Lohnarbeit]], die – historisch gesehen – eine sozial verachtete Position gewesen war, nach und nach zum Modell wurde: Die Lohnarbeit erlangte einen [[Sozialer Status|sozialen Status]] mit einer bestimmten sozialen Identität. Es ist jedoch ein Modell, das zu Beginn des 21.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts durch die Entstehung eines [[Prekariat]]s wiederum in eine gesellschaftspolitische Strukturkrise geraten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Robert Castel war Forschungsdirektor&amp;lt;ref name=&amp;quot;prekär&amp;quot; &amp;gt;Robert Castel, [[Klaus Dörre]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung. Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main/New York 2009, S. 422&amp;lt;/ref&amp;gt; an der [[École des Hautes Études en Sciences Sociales]] und Mitbegründer der &amp;#039;&amp;#039;Groupe d&amp;#039;analyse du social et de la sociabilité&amp;#039;&amp;#039; (Gruppe GRASS).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgebiete ==&lt;br /&gt;
Castel betrieb Forschungen zu Transformationen von Beschäftigung im [[Arbeitsleben]], zu [[Arbeit (Philosophie)#Aufhebung des Arbeitsbegriffs seit Mitte des 20. Jahrhunderts|Arbeit]] und sozialer Absicherung ([[Sozialeigentum]]), zur [[Arbeitsgesellschaft#Krise der Arbeitsgesellschaft|Krise der Arbeit]] sowie zur Entstehung des [[Prekariat]]s und Fragilisierung des Individuums.&amp;lt;ref name=&amp;quot;prekär&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Castel’sche Zonen der Arbeitsgesellschaft ==&lt;br /&gt;
(Selbst)klassifikation von Arbeitern, Angestellten und Arbeitslosen:&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Brinkmann, Klaus Dörre, Silke Röbenack, Klaus Kraemer und Frederic Speidel: &amp;#039;&amp;#039;Prekäre Arbeit. Ursachen, Ausmaß, soziale Folgen und subjektive Verarbeitungsformen unsicherer Beschäftigungsverhältnisse&amp;#039;&amp;#039;. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zonenübergänge sind fließend. Innerhalb einer Zone werden Kriterien wie Bruttomonatseinkommen, Beschäftigungssicherheit, Arbeitserleben, Einfluss / Entwicklungsmöglichkeit bei der Arbeit, Frustrationsgefühle, und Statusbeschreibung von den Lohnarbeitern verschieden erlebt und gewichtet. Die Lebensplanung reicht von „langfristig“ der integrierten Gruppen bis zu „tageweise“ der entkoppelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;(Des-)Integrationspotenziale von Erwerbsarbeit – eine Typologie:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Zone der Integration&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
: 1) Gesicherte Integration („Die Gesicherten“)&lt;br /&gt;
: 2) Atypische Integration („Die Unkonventionellen“, bzw. „Selbstmanager“)&lt;br /&gt;
: 3) Unsichere Integration („Die Verunsicherten“)&lt;br /&gt;
: 4) Gefährdete Integration („Die Abstiegsbedrohten“)&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Zone der Prekarität&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
: 5) Prekäre Beschäftigung als Chance / temporäre Integration („Die Hoffenden“)&lt;br /&gt;
: 6) Prekäre Beschäftigung als dauerhaftes Arrangement („Die Realistischen“)&lt;br /&gt;
: 7) Entschärfte Prekarität („Die Zufriedenen“)&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Zone der Entkopplung&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
: 8) Überwindbare Ausgrenzung („Die Veränderungswilligen“)&lt;br /&gt;
: 9) Kontrollierte Ausgrenzung / inszenierte Integration („Die Abgehängten“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 1)&amp;#039;&amp;#039; (31 %): der unbefristet Beschäftigte, mit Bruttomonatseinkommen von &amp;gt; 2000 €&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 2)&amp;#039;&amp;#039; (3,1 %): Freelancer der IT-Industrie, Werbefachleute Leiharbeiter, die ihr Beschäftigungsrisiko subjektiv durch Freiheitsgewinn, Identifikation mit ihrer Tätigkeit und Aufgehen im Beruf kompensieren.&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 3)&amp;#039;&amp;#039; (12,9 %): stark belastende Beschäftigungsunsicherheit, ein jüngerer Arbeitnehmer besucht einen Weiterbildungskurs bevor die Firma geschlossen wird, um selbst einen etwaigen Knick in seiner Laufbahn „auszubügeln“.&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 4)&amp;#039;&amp;#039; (33,1 %): stark belastende Beschäftigungsunsicherheit, ein älterer / unqualifizierter Arbeitnehmer befürchtet einen nur mehr schwer korrigierbaren Knick in der Laufbahn.&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 5)&amp;#039;&amp;#039; (3,1 %): Ein junger Leiharbeiter betrachtet sein prekäres Beschäftigungsverhältnis als Sprungbrett in die Normbeschäftigung. (Klebeffekt)&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 6)&amp;#039;&amp;#039; (4,8 %): der ältere Leiharbeiter, der sich pragmatisch-illusionslos in das Pendeln zwischen Leiharbeit und Arbeitslosigkeit fügt.&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 7)&amp;#039;&amp;#039; (5,9 %): die Zuverdienerin, die in einer festen Partnerschaft das existenzsichernde Einkommen des Partners aufbessert; eine typische Geschlechtsrollenverteilung, die sich bei seiner Arbeitslosigkeit wandeln kann.&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 8)&amp;#039;&amp;#039; (1,7 %): sieht sich als arbeitslos, sucht aktiv Arbeit.&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;ad 9)&amp;#039;&amp;#039; (3,9 %): langzeitarbeitslose Jugendliche (mit Migrationshintergrund). Sie haben die Hoffnung auf Integration in den Normarbeitsprozeß aufgegeben und erleiden eine allmähliche Desintegration des Raum- und Zeitempfindens. Sie führen Gelegenheitsjobs aus im informellen sozialen Netz der Familie und der Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliographie ==&lt;br /&gt;
=== Monografien ===&lt;br /&gt;
Gelistet sind französische Titel mit deutschen Übersetzungen:&lt;br /&gt;
* 1973: &amp;#039;&amp;#039;Le psychanalisme.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Psychoanalyse und gesellschaftliche Macht.&amp;#039;&amp;#039; Vorwort von [[Erich Wulff]]. [[Athenäum Verlag|Athenäum]], Kronberg 1976, ISBN 3-76104057-1&lt;br /&gt;
* 1976: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;ordre psychiatrique. L&amp;#039;âge d&amp;#039;or de l&amp;#039;aliénisme.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Die psychiatrische Ordnung. Das goldene Zeitalter des Irrenwesens.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Französischen übersetzt von [[Ulrich Raulff]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-518-07501-2&lt;br /&gt;
* 1979: &amp;#039;&amp;#039;La société psychiatrique avancée.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrisierung des Alltags. Produktion und Vermarktung der Psychowaren in den USA.&amp;#039;&amp;#039; Gemeinsam mit Françoise Castel und Anne Lovell. Aus dem Französischen übersetzt von Christa Schulz. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-57604-6&lt;br /&gt;
* 1995: &amp;#039;&amp;#039;Les métamorphoses de la question sociale, une chronique du salariat.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Die Metamorphosen der sozialen Frage. Eine Chronik der Lohnarbeit.&amp;#039;&amp;#039; UVK, Konstanz 2000, ISBN 978-3-86764-067-1&lt;br /&gt;
* 2003: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;insécurité sociale: qu&amp;#039;est-ce qu&amp;#039;être protégé?&amp;#039;&amp;#039; Éditions du Seuil u. La République des Idées, Paris&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Die Stärkung des Sozialen. Leben im neuen Wohlfahrtsstaat.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Französischen übersetzt von Michael Tillmann. [[Hamburger Edition]], Hamburg 2005, ISBN 3-936096-51-1&lt;br /&gt;
* 2007: &amp;#039;&amp;#039;La discrimination négative.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Negative Diskriminierung. Jugendrevolten in den Pariser Banlieus.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Französischen übersetzt von Thomas Laugstien. Hamburger Edition, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86854-201-1&lt;br /&gt;
* 2009: &amp;#039;&amp;#039;La montée des incertitudes. Travail, protections, statut de l&amp;#039;individu.&amp;#039;&amp;#039; Éditions du Seuil, Paris&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Die Krise der Arbeit. Neue Unsicherheiten und die Zukunft des Individuums.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Französischen übersetzt von Thomas Laugstien. Hamburger Edition, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86854-228-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herausgeber ===&lt;br /&gt;
* 2009: &amp;#039;&amp;#039;Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung. Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Gemeinsam mit Klaus Dörre. Campus, Frankfurt am Main/New York 2009, ISBN 978-3-593-38732-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ulrich Brinkmann, [[Klaus Dörre]], Silke Röbenack, Klaus Kraemer und Frederic Speidel: &amp;#039;&amp;#039;Prekäre Arbeit. Ursachen, Ausmaß, soziale Folgen und subjektive Verarbeitungsformen unsicherer Beschäftigungsverhältnisse&amp;#039;&amp;#039;. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006, ISBN 3-89892-309-6 ([https://library.fes.de/pdf-files/asfo/03514.pdf PDF])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.kolleg-postwachstum.de/Neuigkeiten/Wir+trauern+um+unseren+Fellow+Robert+Castel.html Nachruf auf Robert Castel (Universität Jena)]&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|136822746}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=136822746|LCCN=n81114149|NDL=01158659|VIAF=91289641}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Castel, Robert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologe (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1933]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2013]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Castel, Robert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Soziologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=27. März 1933&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Saint-Pierre-Quilbignon]], heute Stadtteil von [[Brest (Finistère)|Brest]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. März 2013&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Vincennes]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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