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	<title>Schabfigur - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T04:05:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schabfigur&amp;diff=965922&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf „Gustav Gugitz (Heimatforscher)“; Titel immer kursiv; Kleinkram</title>
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		<updated>2024-11-26T19:14:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf „Gustav Gugitz (Heimatforscher)“; Titel immer kursiv; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[File:Schabfigur Einsiedeln.JPG|miniatur|rechts|Schabmadonna des Gnadenbildes von Einsiedeln. Ton, Blattgold und schwarz-rot-grüne Punktierungen. 18. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schabfiguren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man [[Statue]]n von [[Heiliger|Heiligen]], von denen Gläubige Material abschabten. Der so gewonnene Staub verfügte angeblich über heilsame Wirkung und wurde über Essen und Tierfutter gestreut. Kleine [[Madonna (Kunst)|Madonnendarstellungen]] zu diesem Zweck nennt man &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schabmadonnen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wallfahrten==&lt;br /&gt;
Die an diversen Wallfahrtsorten käuflichen Schabmadonnen aus Ton waren eine kleinere Kopie des jeweiligen [[Gnadenbild]]s. Bis ins 20. Jahrhundert berühmt waren die geschwärzten Schabmadonnen aus [[Altötting]] (die Verkleinerung der dortigen [[Schwarze Madonna|schwarzen Madonna]]) und jene aus [[Kloster Einsiedeln|Einsiedeln]], vom Volk auch „Laicheibli“&amp;lt;ref&amp;gt;Evelyne Marty: &amp;#039;&amp;#039;«Laicheibli» – Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus den Grabungen der Jahre 2018–2019 auf dem Klosterplatz in Einsiedeln.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval. Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins.&amp;#039;&amp;#039; 26 (2021), Heft 4, {{ISSN|1420-6994}}, S. 182–211.&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt. Letzteren maß man besondere Heilwirkung für Menschen und Vieh zu, da deren Ton angeblich Erde und Mörtel aus der Gnadenkapelle sowie [[Reliquie]]npartikel beigemengt waren. Die in eine Feuersbrunst geworfene Figur sollte den Brand löschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Urs Bugmann: &amp;#039;&amp;#039;Zauberei und wahre Wunder.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;NLZ – Neue Luzerner Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 29. April 2011 [https://www.kath.ch/upload/20110429102157.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch von hölzernen Figuren wurden Späne abgehobelt, die mit Wasser aufgekocht und deren [[Aufguss (Zubereitung)|Sud]] als begehrtes Heilmittel getrunken wurde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]] in [[Lateinamerika]] und auf den [[Philippinen]] sowie in der [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirche]] sind derartige Heilmittel weiterhin verbreitet.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Erwähnung ==&lt;br /&gt;
In Griechenland schrieb man dem aus den Augen von Freskenfiguren abgeschabten Material besondere Heilkraft zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Liselotte Hansmann, [[Lenz Kriss-Rettenbeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Amulett und Talisman. Erscheinungsformen und Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Callwey, München 1966, S.&amp;amp;nbsp;125. Zitiert bei [[Manfred Brauneck]]: &amp;#039;&amp;#039;Religiöse Volkskunst.&amp;#039;&amp;#039; DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-0967-8, S.&amp;amp;nbsp;275.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wurde das Abschaben des Statuenmörtels oftmals als Zauberpraktik geahndet. Aus dem Innsbrucker Hexenprozess wird berichtet, die „dirn Berbel genant die sol vil kunst wissen, und wie sy das rot von sant Christoffelsbild aschabt und etwan van des tüfels bild, zauber domit zu triben“. Über eine Südtiroler [[Urfehde]] aus dem Jahr 1507 heißt es, jemand habe bei einer Statue des hl. [[Christophorus]] „das gemel vnd gemewr tief mit ainem messer herausgestochen vnd den morter mit mir haimgetragen“. Laut einem [[Visitation]]sbericht aus [[Gröden]] von 1685 hätten unverheiratete schwangere Frauen das Bild des Teufels in einer Kirche abgekratzt und die Mauerrestchen mitgenommen, um so eine Fehlgeburt einzuleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der wunderbaren Wirkung des Staubes vom Grabmal des hl. [[Martin von Tours|Martin]] berichtet [[Gregor von Tours]]:&lt;br /&gt;
{{zitat|O du unbeschreibliche Mixtur! unaussprechliche Spezerei, Gegengift über alles Lob erhoben! Himmlisches Abführmittel, wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf, das alle ärztlichen Rezepte in den Schatten stellt, jedes Arom an süßem Duft übertrifft und stärker ist als alle Essenzen, das den Unterleib reinigt wie Skamoniensaft, die Lunge wie Ysop und den Kopf wie [[Deutscher Bertram|Bertramwurz]], aber nicht allein die siechen Glieder wieder herstellt, sondern was viel mehr wert ist, die Flecken vom Gewissen reinigt. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gustav Gugitz (Heimatforscher)|Gustav Gugitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Das kleine Andachtsbild in den Österreichischen Gnadenstätten in Darstellung, Verbreitung und Brauchtum, nebst einer Ikonographie. Ein Beitrag zur Geschichte der Graphik.&amp;#039;&amp;#039; Brüder Hollinek, Wien 1950, S.&amp;amp;nbsp;3. Zitiert bei Manfred Brauneck: &amp;#039;&amp;#039;Religiöse Volkskunst.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Einsiedler-Chronik von 1739 wird berichtet, die erblindete [[Prior]]in Josepha von Rottenberg aus St. Katharinenthal habe durch ein wenig Staub von irdenen Bildern ihr Augenlicht zurückgewonnen. Von Geldmünzen, die das Bild [[Maria (Mutter Jesu)|Mariens]] tragen, wurden Metallspäne abgefeilt und als Medizin eingenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Brauneck: &amp;#039;&amp;#039;Religiöse Volkskunst.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;298.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch, Staub von Kultobjekten abzuschaben und zu essen, war auch in China und Tibet bekannt. Weitere Beispiele für rituelles Essen sind [[Schluckbildchen]], [[Fraisenkette|Fraisensteine]] und sogenannte [[Schabstein]]e von Kultorten. Unter bestimmten islamischen Heilern ist es gebräuchlich, [[Koran]]verse mit Kreide auf eine Tafel zu schreiben, um sie dann mit Wasser abzuwaschen, das den Patienten zum Trinken gegeben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heike Behrend]]: &amp;#039;&amp;#039;Photo Magic: Photographs in Practices of Healing and Harming in East Africa.&amp;#039;&amp;#039; Journal of Religion in Africa 33, 22 (August 2003), S.&amp;amp;nbsp;129–145, {{ISSN|0022-4200}}, hier S.&amp;amp;nbsp;139.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Margarethe Ruff: &amp;#039;&amp;#039;Zauberpraktiken als Lebenshilfe.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt 2003, ISBN 978-3-593-37380-5, S.&amp;amp;nbsp;154.&lt;br /&gt;
* Dominik Wunderlin: &amp;#039;&amp;#039;Mittel zum Heil. Religiöse Segens- und Schutzzeichen in der Sammlung Dr. Edmund Müller&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kostbarkeiten aus dem Dolderhaus in Beromünster.&amp;#039;&amp;#039; Heft 7). Beromünster 2005, ISBN 3-9521775-9-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.hauszumdolder.ch/images/galerie/sa2005/HzD_3122.jpg Foto von 30 Schabmadonnen aus Einsiedeln] &amp;lt;small&amp;gt;([https://www.hauszumdolder.ch/sonderausstellung_2005 Haus zum Dolder, Sammlung Dr. Edmund Müller])&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Johann Werfring]]: [https://www.tagblatt-wienerzeitung.at/themen_channel/wzkunstgriff/museum/407836_Die-wunderbare-Heilkraft-der-Erde.html &amp;#039;&amp;#039;Die „wunderbare“ Heilkraft der Erde.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Wiener Zeitung&amp;#039;&amp;#039; vom 3. November 2011, Beilage &amp;#039;&amp;#039;ProgrammPunkte&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religiöse Volkskunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiligenstatue|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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