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	<title>Sinthgunt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Max-78: link</title>
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		<updated>2021-04-30T12:40:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sinthgunt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (handschriftlich &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sinhtgunt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist der Name einer vermuteten [[Südgermanische Gottheiten|germanischen Göttin]], die nur im sogenannten [[Merseburger Zaubersprüche|Zweiten Merseburger Zauberspruch]] belegt ist. Unklar ist die Funktion der Göttin und damit eng verbunden die [[Etymologie]] des Namens.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Simek: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der germanischen Mythologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Die [[Beschwörungsformel]] des Spruchs zur Pferdeheilung bezeichnet die Sinthgunt als Schwester der [[Sol (nordische Mythologie)|Sunna]].&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| width=&amp;quot;50%&amp;quot; |&lt;br /&gt;
:Phôl ende Wuodan fuorun zi holza. &lt;br /&gt;
:dû wart demo balderes folon sîn fuoz birenkit. &lt;br /&gt;
:thû biguol en &amp;lt;u&amp;gt;Sinthgunt&amp;lt;/u&amp;gt;, Sunna era swister;  &lt;br /&gt;
:thû biguol en Frîja, Folla era swister;  &lt;br /&gt;
:thû biguol en Wuodan, sô hê wola conda:  &lt;br /&gt;
:sôse bênrenki, sôse bluotrenki,  &lt;br /&gt;
:sôse lidirenki:  &lt;br /&gt;
:bên zi bêna, bluot zi bluoda,  &lt;br /&gt;
:lid zi geliden, sôse gelîmida sîn.  &lt;br /&gt;
|&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp; ||&lt;br /&gt;
:Phol und [[Odin|Wodan]] begaben sich in den Wald&lt;br /&gt;
:Da wurde dem Fohlen des Herrn/[[Balder]]s sein Fuß verrenkt&lt;br /&gt;
:Da besprach ihn Sinthgunt, die Schwester der [[Sol (nordische Mythologie)|Sunna]]&lt;br /&gt;
:Da besprach ihn [[Frija]], die Schwester der [[Fulla (Göttin)|Volla]].&lt;br /&gt;
:Da besprach ihn Wodan, wie er es wohl konnte.&lt;br /&gt;
:So Beinrenkung, so Blutrenkung,&lt;br /&gt;
:so Gliedrenkung:&lt;br /&gt;
:Bein zu Bein, Blut zu Blut,&lt;br /&gt;
:Glied zu Glied, wie wenn sie geleimt wären&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In der Handschrift&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.paderborner-repertorium.de/6099 Merseburg, Domstiftsbibliothek, Cod. 136, fol. 85&amp;lt;sup&amp;gt;r&amp;lt;/sup&amp;gt;].&amp;lt;/ref&amp;gt; ist der Name als &amp;#039;&amp;#039;Sin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;gunt&amp;#039;&amp;#039; eingetragen, wird aber gemeinhin auf die Graphie &amp;#039;&amp;#039;th&amp;#039;&amp;#039; verbessert, da überwiegend ein Übertragungsfehler angenommen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Heiner Eichner: &amp;#039;&amp;#039;Zum Zweiten Merseburger Zauberspruch&amp;#039;&amp;#039;, S. 118f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Stefan Schaffner ist dies zwingend, da das handschriftliche erste Namensglied &amp;#039;&amp;#039;Sinht-&amp;#039;&amp;#039; keine vorauszusetzende germanische Lautform *&amp;#039;&amp;#039;sinχt-&amp;#039;&amp;#039; fortführen kann, die lautgesetzlich [[althochdeutsch]] *&amp;#039;&amp;#039;sīht&amp;#039;&amp;#039; ergeben hätte müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Schaffner: &amp;#039;&amp;#039;Die Götternamen des Zweiten Merseburger Zauberspruchs&amp;#039;&amp;#039;, S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Grundform des Namens gehen Heiner Eichner und Schaffner von einem zweigliedrigen germanischen Kompositum *&amp;#039;&amp;#039;Senþa-gunþjō&amp;#039;&amp;#039; aus, das die Bedeutungen „Gang, Kriegszug“ und „Kampf“ aneinanderfügt. Die [[Emendation (Editionsphilologie)|emendierte]] (verbesserte) Form lässt sich des Weiteren zum Korpus der weiblichen althochdeutschen Personennamen stellen wie zum Beispiel zur synonymen Form &amp;#039;&amp;#039;Sindhilt&amp;#039;&amp;#039; aus germanisch *&amp;#039;&amp;#039;Senþa-χilðijō&amp;#039;&amp;#039; (vgl. &amp;#039;&amp;#039;-hilt&amp;#039;&amp;#039; zu [[altnordisch]] &amp;#039;&amp;#039;hilðr&amp;#039;&amp;#039;, [[altenglisch]] &amp;#039;&amp;#039;hild&amp;#039;&amp;#039;, sämtlich „Kampf“).&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Schaffner: &amp;#039;&amp;#039;Die Götternamen des Zweiten Merseburger Zauberspruchs&amp;#039;&amp;#039;, S. 169f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutung ==&lt;br /&gt;
Die mythologische und religionswissenschaftliche Deutung zur Funktion und zum Wesen der Sinthgunt hing und hängt in der Forschung von der jeweils favorisierten Etymologisierung des Namens und von der Interpretation des umgebenden literarischen Kontext des Zweiten Merseburger Zauberspruchs ab. Da die Sinthgunt zusammen mit der Sunna erscheint&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Simek: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der germanischen Mythologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, S. 397.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die ebenfalls namentlich nur im Zweiten Merseburger Spruch als (literarische) Personifikation der [[Sonne]] auftritt, wurde im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert mit [[Jacob Grimm]] auch in Sinthgunt eine nicht weiter bestimmbare Gestirnsgottheit vermutet. [[Sophus Bugge]] bezog den Namen auf [[Sol (nordische Mythologie)|Sol]] („Sonne“) und [[Mani (Mythologie)|Mani]] („Mond“) als Figuren der nordischen Mythologie&amp;lt;ref&amp;gt;Lieder-Edda: [[Grímnismál]] 37, 39; [[Vafthrudnismal]] 22, 23 ; Prosa-Edda: [[Gylfaginning]] Kap. 11; vgl. Rudolf Simek: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der germanischen Mythologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, S. 392f., 263.&amp;lt;/ref&amp;gt; und etymologisierte unter Beibehaltung der handschriftlichen Graphien eine vermutlich unzutreffende (Eichner, Schaffner), komplexe Zusammensetzung germ. *&amp;#039;&amp;#039;Sin-naχt-gund&amp;#039;&amp;#039; als „die Nacht-Gehende“&amp;lt;ref&amp;gt;Sophus Bugge: &amp;#039;&amp;#039;Studien über die Entstehung der nordischen Götter- und Heldensagen&amp;#039;&amp;#039;. München 1889, S. 298. Vgl. Rudolf Simek: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der germanischen Mythologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, S. 374.&amp;lt;/ref&amp;gt;; der Mond träte hier mithin als Mondgöttin auf. Die Deutung scheint insofern problematisch, als weder Sol noch Mani eine relevante Rolle in anderen erhaltenen mythologischen Quellen spielen, und die Mondgottheit Mani zudem gewöhnlich männlich ist. [[Rudolf Simek]] wies daneben auf die fehlenden Belege für einen personifizierten Gestirnskult bei den Germanen hin.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Simek: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der germanischen Mythologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, S. 392, 397.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon am Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts hob [[Friedrich Kauffmann (Philologe)|Friedrich Kauffmann]] hervor, dass gerade die Endungen auf &amp;#039;&amp;#039;-gund&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;-hild&amp;#039;&amp;#039; in den Quellen vor allem als Glieder von Walkürennamen vorliegen, so dass er Sinthgunt dem Kreis der Walküren zuordnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Kauffmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Zweite Merseburger Zauberspruch&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur]]&amp;#039;&amp;#039; 15, 1891, S. 207–210; ders., &amp;#039;&amp;#039;Noch einmal der zweite Merseburger Spruch&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für deutsche Philologie]]&amp;#039;&amp;#039; 26, 1894, S. 454–462.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihm folgten jüngst Eichner und Schaffner unter Einbeziehung von Gunter Müllers Untersuchung zur Heilkraft der Walküren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gunter Müller: &amp;#039;&amp;#039;Zur Heilkraft der Walküren. Sondersprachliches der Magie in kontinentalen und skandinavischen Zeugnissen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frühmittelalterliche Studien]]&amp;#039;&amp;#039; 10, 1976, S. 358ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen lehnte [[Karl Helm (Mediävist)|Karl Helm]] die Hypothese Kauffmanns ab und bevorzugte eine Zuordnung der &amp;#039;&amp;#039;Sinthgunt&amp;#039;&amp;#039; zu den &amp;#039;&amp;#039;Idisi&amp;#039;&amp;#039; des ersten Merseburger Zauberspruchs als eine gesonderte definierte Gruppe germanischer Göttinnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Helm: &amp;#039;&amp;#039;Altgermanische Religionsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2.2, Universitätsverlag Winter, Heidelberg 1953, S. 219, 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wolfgang Beck (Germanist)|Wolfgang Beck]] deutet Sinthgunt, im Anschluss an eine These [[Siegfried Gutenbrunner]]s, als eine untergeordnete Göttin im Gefolge der &amp;#039;&amp;#039;Sunna&amp;#039;&amp;#039;, die durch ihre literarische Singularität im Kontext des gesamten Spruchs ebenfalls als eine Art „Situationsgöttin“ erscheine.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Beck: &amp;#039;&amp;#039;Die Merseburger Zaubersprüche,&amp;#039;&amp;#039; S. 163–171, hier S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt; Simek bleibt ob der vielfältigen Deutungsansätze und einander widersprechenden Lösungen unentschieden und verweist auf die Kernpunkte der ungelösten Fragen der Etymologie und auf die unklare Funktion der Namensträgerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Beck (Germanist)|Wolfgang Beck]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Merseburger Zaubersprüche&amp;#039;&amp;#039; (Imagines Medii Aevi 16). Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X.&lt;br /&gt;
* [[Heiner Eichner]]: &amp;#039;&amp;#039;Zum Zweiten Merseburger Zauberspruch&amp;#039;&amp;#039;. In: Heiner Eichner, Robert Nedoma (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„insprinc haptbandun“. Referate des Kolloquiums zu den Merseburger Zaubersprüchen auf der XI.&amp;amp;nbsp;Fachtagung der Indogermanischen Gesellschaft in Halle/Saale (17.-23.&amp;amp;nbsp;September 2000). Teil 2.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache&amp;amp;nbsp;– Zeitschrift für Sprachwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 42, Heft 1/2 (2000/2001; erschienen 2003). Harrassowitz, Wiesbaden 2001, {{ISSN|0376-401X}}.&lt;br /&gt;
* Michael Lundgreen: &amp;#039;&amp;#039;Merseburger Zaubersprüche&amp;#039;&amp;#039;. In: Heinrich Beck, [[Dieter Geuenich]], [[Heiko Steuer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]]&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 19, de Gruyter, Berlin/New York 2001, S. 601–604, ISBN 3-11-017163-5.&lt;br /&gt;
* Vladimir Orel: &amp;#039;&amp;#039;A Handbook of Germanic Etymology.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden/Boston 2003, ISBN 90-04-12875-1.&lt;br /&gt;
* [[Stefan Schaffner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Götternamen des Zweiten Merseburger Zauberspruchs.&amp;#039;&amp;#039; In: Heiner Eichner, Robert Nedoma (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„insprinc haptbandun“. Referate des Kolloquiums zu den Merseburger Zaubersprüchen auf der XI.&amp;amp;nbsp;Fachtagung der Indogermanischen Gesellschaft in Halle/Saale (17.-23.&amp;amp;nbsp;September 2000). Teil 1.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache&amp;amp;nbsp;– Zeitschrift für Sprachwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 41, Heft 2 (1999; erschienen 2002). Harrassowitz, Wiesbaden 1999, {{ISSN|0376-401X}}.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Simek]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der germanischen Mythologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliche Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarische Figur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Max-78</name></author>
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