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	<title>Standardkreditvertrag - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T19:46:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Standardkreditvertrag&amp;diff=655630&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wowo2008: /* Der Standardkreditvertrag */</title>
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		<updated>2022-09-22T08:31:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Der Standardkreditvertrag&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Standardkreditvertrag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|debt contract}}) ist in der [[Banktheorie]] und der [[Neue Institutionenökonomik|Neuen Institutionenökonomik]] ein [[Modell]], das ein optimales [[Finanzierungsinstrument]] darstellt, wenn die [[Umsatzerlös|Unternehmenserträge]] des [[Kreditnehmer]]s nicht [[Verifizierung|verifizierbar]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Es handelt sich mithin nicht um den rechtlich und wirtschaftlich in der Praxis vorkommenden [[Kreditvertrag]], sondern um ein ökonomisches Einperioden-Modell, dass die US-amerikanischen Autoren Douglas Gale und [[Martin Hellwig]] 1985 im Hinblick auf die [[Erwartung (Psychologie)|Erwartungen]] und das [[Verhalten (Psychologie)|Verhalten]] der [[Vertragspartei]]en ([[Kreditgeber]] in Form von [[Kreditinstitut]]en, [[Kreditnehmer]] in Form von [[Nichtbank]]en) entwickelt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Douglas Gale/Martin Hellwig, &amp;#039;&amp;#039;Incentive-Compatible Debt Contracts: The One Period Case&amp;#039;&amp;#039;, in: Review of Economic Studies 52 (4), 1985, S. 647–663&amp;lt;/ref&amp;gt; Der dem Standardkreditvertrag zugrunde liegende [[Kredit]] wird vom Kreditnehmer für [[Investition]]en verwendet, die von beiden Vertragsparteien zu überwachen sind. Das Problem besteht darin, dass die Überwachung mit dem Abschluss des Standardkreditvertrags beginnt, also wenn selbst der Kreditnehmer den [[Ertrag]] seiner Investition noch nicht kennen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Vertragstheorie/7f3wt8fo9IEC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Standardkreditvertrag+gale+hellwig&amp;amp;pg=PA59&amp;amp;printsec=frontcover Urs Schweizer, &amp;#039;&amp;#039;Vertragstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 59]&amp;lt;/ref&amp;gt; Verifizierung bedeutet, dass der prognostizierte Ertrag seiner Investition tatsächlich vollständig eintritt (&amp;lt;math&amp;gt;x = 1&amp;lt;/math&amp;gt;), nicht verifiziert heißt, dass der prognostizierte Ertrag unterschritten wird (&amp;lt;math&amp;gt;x = 0&amp;lt;/math&amp;gt;). Ein Standardkreditvertrag wird demnach lediglich im letzteren Fall erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die Idee des [[Moral Hazard]] bei [[ex post]] [[asymmetrische Information|asymmetrischer Informationsverteilung]] und Verifizierungskosten stammt von Robert M. Townsend aus dem Jahre 1979.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert M. Townsend, &amp;#039;&amp;#039;Optimal Contracts and Competitive Markets with Costly State Verifications&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Economic Theory 21, 1979, S. 265–293&amp;lt;/ref&amp;gt; Er lieferte jedoch keine Aussagen für den Fall der [[Insolvenz]] des Kreditnehmers. Die Arbeiten von Douglas Gale/Martin Hellwig aus 1985 und auch von Stephen D. Williamson&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen D. Williamson, &amp;#039;&amp;#039;Costly monitoring, financial intermdeiation and equilibrium credit rationing&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Monetary Economics 18, 1986, S. 159–179&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen D. Williamson, &amp;#039;&amp;#039;Costly monitoring, Loan Contracts and Equilibrium Credit Rationing&amp;#039;&amp;#039;, in: Quarterly Journal of Economics 102 (1), 1987, S. 135–145&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigen dagegen auf, dass im Falle der (unerwarteten) Insolvenz der Standardkreditvertrag die optimale [[Vertragsgestaltung]] im [[Kreditgeschäft]] darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Asymmetrische_Information_und_Finanzieru/NGLm7RPjizoC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Standardkreditvertrag+gale+hellwig&amp;amp;pg=PA81&amp;amp;printsec=frontcover Vera Schubert, &amp;#039;&amp;#039;Asymmetrische Information und Finanzierungsstruktur&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 81, FN 34]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Gale/Hellwig und bei Jaffee/Russell aus 1976&amp;lt;ref&amp;gt;Dwight M. Jaffee/Thomas Russell, &amp;#039;&amp;#039;Imperfect Information, Uncertainty, and Credit Rationing&amp;#039;&amp;#039;, in: The Quarterly Journal of Economics 90 (4), 1976, S. 651–666&amp;lt;/ref&amp;gt; ist der Kreditbetrag variabel, im Modell von Stiglitz/Weis aus 1981 ist er fest vorgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph E. Stiglitz/Andrew Weiss, &amp;#039;&amp;#039;Credit Rationing in Markets with Imperfect Information&amp;#039;&amp;#039;, in: The American Economic Review, 1981, S. 393–395&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt ist die Beschreibung des Bankproduktes „Standardkreditvertrag“. Unterstellt man [[Sicherheit|sichere]] Erwartungen aller Vertragsparteien, so erzielt ein durch Kredite finanziertes Investitionsprojekt zu einem zukünftigen Zeitpunkt einen Überschuss. Die dann erfolgende [[Tilgung (Geldverkehr)|Rückzahlung]] des Kredits ist die Summe aus geliehenem Kredit und [[Kreditzins]] ([[Schuldendienst]]). Der Kreditzins bestimmt sich unter der Annahme der [[Fisher-Separation]]. Für die Beurteilung des Erfolgs des Investitionsprojektes verwendet man den [[Interner Zinsfuß|internen Zinsfuß]]. Ein Vergleich mit dem [[Marktzins]]satz sagt aus, ob sich die Investition lohnt oder ob eine Geldanlage auf dem [[Kapitalmarkt]] profitabler ist (siehe [[Finanzwirtschaft#Investition|Grenzleistungsfähigkeit des eingesetzten Kapitals]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Standardkreditvertrag legt die Rückzahlung an den Kreditgeber und den Nettogewinn des Kreditnehmers fest und schließt dabei den Fall von [[Unsicherheit]] ein. Im ersten Fall ist das der volle Rückzahlungsbetrag oder (im Falle, dass der Projektertrag darunter liegt) der gesamte Projektertrag. Analog ist der Nettogewinn der Projektertrag abzüglich der Rückzahlung, mindestens jedoch null.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyse ==&lt;br /&gt;
=== Problemstellung ===&lt;br /&gt;
Das Problem, welches bei Gale/Hellwig thematisiert wird, ist der [[Anreiz]] für den Kreditnehmer, als Projektergebnis ein schlechtes Ergebnis mitzuteilen. Dahinter steht die Absicht, seine Rückzahlung zu mindern. Die fehlende Verifizierbarkeit des Projektergebnisses führt zu &amp;#039;&amp;#039;Verifizierungskosten&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|costly state verification}}), die zurückgehen auf Robert M. Townsend.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert M. Townsend, &amp;#039;&amp;#039;Optimal Contracts and Competitive Markets with Costly State Verifications&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Economic Theory 21, 1979, S. 265–293&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Annahmen ===&lt;br /&gt;
Es wird im Modell angenommen, dass der Kreditnehmer über kein [[Eigenkapital]] verfügt, so dass er höchstens den Projektertrag zurückzahlen kann. Beide Vertragsparteien verständigen sich nach einer [[Hypothese]] der [[Vertragstheorie]] auf eine [[Pareto-Optimum|pareto-optimale]] [[Risikoallokation]].&amp;lt;ref&amp;gt;Urs Schweizer, &amp;#039;&amp;#039;Vertragstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 59&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Kreditzins]] bestimmt sich unter der Annahme der [[Fisher-Separation]]. Für die Beurteilung des Erfolgs des Projektes verwendet man den [[interner Zinsfuß|internen Zinsfuß]]. Ein Vergleich mit dem Marktzinssatz sagt aus, ob sich die Investition lohnt oder ob eine Anlage am Kapitalmarkt profitabler ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin wird angenommen, dass sowohl Kreditnehmer als auch Kreditgeber [[Risikoneutralität|risikoneutral]] sind. Der Projektertrag aus der Investition ist [[Umweltzustand|zustandsabhängig]], also: &amp;lt;math&amp;gt;y(s)&amp;lt;/math&amp;gt;. Es besteht eine ex post-Informationsasymmetrie, denn die Kreditnehmer erfahren die Realisation des Zustandes &amp;lt;math&amp;gt;s_1&amp;lt;/math&amp;gt; und berichten den Eintritt eines Zustands &amp;lt;math&amp;gt;s_2&amp;lt;/math&amp;gt; an den Kreditgeber. Die Kontrolle des Projektertrages verursacht die Kosten &amp;lt;math&amp;gt;c&amp;lt;/math&amp;gt;. Die [[Opportunitätskosten]] des Kreditgebers betragen &amp;lt;math&amp;gt;I&amp;lt;/math&amp;gt;, das ist &amp;lt;math&amp;gt;K \cdot (1+i)&amp;lt;/math&amp;gt;, &amp;lt;math&amp;gt;I&amp;lt;/math&amp;gt; ist größer als der Projektertrag im schlechtesten Zustand.&lt;br /&gt;
Schließlich beinhaltet der Standardkreditvertrag den Kreditbetrag &amp;lt;math&amp;gt;K&amp;lt;/math&amp;gt;, das Kontrollschema &amp;lt;math&amp;gt;B(s)&amp;lt;/math&amp;gt;, wobei dies die Werte &amp;lt;math&amp;gt;0&amp;lt;/math&amp;gt; oder &amp;lt;math&amp;gt;1&amp;lt;/math&amp;gt; annehmen kann, und die Rückzahlung &amp;lt;math&amp;gt;z(s)&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedingungen der Gewinnmaximierung ===&lt;br /&gt;
Der Kreditnehmer versucht seinen erwarteten Gewinn zu [[Gewinnmaximierung|maximieren]]. Dabei müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:&lt;br /&gt;
;Erreichbarkeit&lt;br /&gt;
Der Rückzahlungsbetrag muss aus den Projekterträgen zu erbringen sein. Im Falle, dass kontrolliert wird, darf &amp;lt;math&amp;gt;z(s)&amp;lt;/math&amp;gt; nicht &amp;lt;math&amp;gt;y(s)&amp;lt;/math&amp;gt; übersteigen, und wenn nicht kontrolliert wird, also der vereinbarte Rückzahlungsbetrag geleistet wird, dieser Betrag den Projektertrag nicht übersteigt. Diese Zweiteilung setzt folgendes  Kontrollschema voraus.&lt;br /&gt;
;Kontrollschema&lt;br /&gt;
Das Kontrollschema sieht eine Kontrolle des Kreditnehmers in dem Fall vor, wenn dieser die im Vertrag vorgesehene Rückzahlung nicht leistet.&lt;br /&gt;
;Individuelle Rationalität&lt;br /&gt;
Es muss sich individuell für den Kreditgeber lohnen, das Projekt zu finanzieren, d.&amp;amp;nbsp;h. die erwartete Rückzahlung abzüglich Kontrollkosten ergibt mindestens die Marktverzinsung des eingesetzten Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anreizkompatibilität&lt;br /&gt;
Ein Standardkreditvertrag ist anreizkompatibel, wenn für beliebige Umweltzustände &amp;lt;math&amp;gt;s_1&amp;lt;/math&amp;gt; und für alle Zustände &amp;lt;math&amp;gt;s_2&amp;lt;/math&amp;gt;, bei denen nicht kontrolliert wird, gilt:&lt;br /&gt;
* Lügen ist nicht möglich: &amp;lt;math&amp;gt;y(s_1)&amp;lt;z(s_2)&amp;lt;/math&amp;gt;:&lt;br /&gt;
** Der realisierte Projektertrag ist kleiner als die Rückzahlung, wenn nicht beobachtet wird.&lt;br /&gt;
* Lügen lohnt sich nicht: &amp;lt;math&amp;gt;z(s_1)\le z(s_2)&amp;lt;/math&amp;gt;:&lt;br /&gt;
** Die Rückzahlung für einen tatsächlich realisierten Zustand darf nicht größer sein als die Rückzahlung, wenn nicht beobachtet wird.&lt;br /&gt;
Somit ist gewährleistet, dass ein Kreditnehmer niemals bei einem tatsächlichen Zustand &amp;lt;math&amp;gt;s_1&amp;lt;/math&amp;gt; einen Zustand &amp;lt;math&amp;gt;s_2&amp;lt;/math&amp;gt; vortäuschen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formale Definition des Standardkreditvertrags ==&lt;br /&gt;
Im Ergebnis steht der Standardkreditvertrag unter folgenden Bedingungen:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;z^*(s)=y(s) \ &amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;B^*(s)=1 \ &amp;lt;/math&amp;gt; falls &amp;lt;math&amp;gt;y(s)&amp;lt;R&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;z^*(s)=R\ &amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;B^*(s)=0\ &amp;lt;/math&amp;gt; falls &amp;lt;math&amp;gt;y(s)\geq R \ &amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Standardkreditvertrag legt die Rückzahlung an den Kreditgeber und den Nettogewinn des Kreditnehmers fest und schließt dabei den Fall von Unsicherheit ein. Im ersten Fall ist das der volle Rückzahlungsbetrag oder (im Falle, dass der Projektertrag darunter fällt) der gesamte Projektertrag. Analog ist der Nettogewinn der Projektertrag abzüglich der Rückzahlung, mindestens jedoch Null.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Gale und Hellwig zeigen, dass dieser Standardkreditvertrag unter [[Pareto-Optimum|Effizienzgesichtspunkten]] optimal ist. Er kann nur angewandt werden, wenn der prognostizierte Ertrag aus der Investition unterschritten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neue Institutionenökonomik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wowo2008</name></author>
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