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	<title>Usher-Syndrom - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Usher-Syndrom&amp;diff=241590&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Polarlys: Archivlink(s) ergänzt</title>
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		<updated>2025-09-15T08:45:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Archivlink(s) ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = Q87.8&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Usher-Syndrom&lt;br /&gt;
| 02-CODE = H35.5&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = Hereditäre Netzhautdystrophie&lt;br /&gt;
| 03-CODE = H90.3&lt;br /&gt;
| 03-BEZEICHNUNG = Beidseitiger Hörverlust durch Schallempfindungsschwerhörigkeit&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = LD2H.4&lt;br /&gt;
| Data-01 = Usher-Syndrom&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Usher-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Hörsehbehinderung, welche [[autosomal]]-[[rezessiv]] vererbt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen sind ca. 40 [[Syndrom]]e bekannt, die als [[Symptom]]e [[Gehörlosigkeit]] in Kombination mit [[Blindheit]] beinhalten. Bei jedem zweiten betroffenen Patienten ist das Usher-Syndrom der Auslöser; somit ist es die häufigste Ursache von [[Vererbung (Biologie)|erblicher]] [[Taubblindheit|Blind-Taubheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschwerden und Symptome ==&lt;br /&gt;
Definiert wird das Usher-Syndrom durch früh einsetzende Innenohrschwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit von Geburt an und später einsetzenden Verlust des [[Gesichtsfeld (Wahrnehmung)|Sichtfeldes]], verursacht durch [[Retinopathia pigmentosa]] (RP, früher als „Retinitis pigmentosa“ bezeichnet). Das Absterben der [[Photorezeptor]]en vollzieht sich in der Regel von der [[Peripherie]] zur [[Gelber Fleck (Auge)|Makula]] hin. Wie für eine Retinopathia pigmentosa typisch kommt es im Verlauf erst zu [[Nachtblindheit]] und dann zu einer langsamen Einschränkung des Gesichtsfeldes bis hin zu einem sich immer mehr verengenden „Tunnelblick“, was in einem späteren Stadium in der Regel je nach Usher-Subtyp zur [[Erblindung]] führt. Die [[Schwerhörigkeit|Hörbeeinträchtigung]] beim Usher-Syndrom beruht im Wesentlichen auf einer Schädigung der [[Haarzelle]]n in der Schnecke des [[Innenohr]]es. Sie liegt meist ab Geburt in Form von Taubheit oder mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der klinisch heterogene Verlauf des Usher-Syndroms bereits beschrieben worden war, wurde das Usher-Syndrom nach klinischen Merkmalen in drei Typen unterteilt. Danach ist ein Patient mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Usher-Typ&amp;amp;nbsp;1&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (USH1), dem schwersten Verlauf dieser Krankheit, von Geburt an taub, und die beginnende Retinopathia pigmentosa kann ab dem 10. Lebensjahr diagnostiziert werden. Zusätzlich ist der [[Gleichgewichtssinn]] vieler, aber nicht aller Patienten gestört. Bei &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Usher-Typ&amp;amp;nbsp;2&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (USH2) wird eine konstant bleibende, aber hochgradige Schwerhörigkeit festgestellt und die beginnende Retinopathia pigmentosa setzt während der [[Pubertät]] ein. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Usher-Typ&amp;amp;nbsp;3&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (USH3) unterscheidet sich von USH1 und USH2 durch das spätere Einsetzen sowohl der Taubheit als auch der Retinopathia pigmentosa. Der Gehörverlust setzt postlingual ein und ist fortschreitend. Die Retinopathia pigmentosa setzt bei USH3-Patienten erst im zweiten Lebensjahrzehnt ein. Die Einteilung in diese drei Typen wird nach wie vor verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seltenen Fällen geht das Usher-Syndrom auch mit [[Epilepsie|epileptischen Anfällen]] einher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Vermutlich beschrieb schon im Jahr 1858 [[Albrecht von Graefe]], ein Pionier der modernen [[Ophthalmologie]], erstmals das Usher-Syndrom.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Graefe&amp;quot;&amp;gt;A. von Graefe: &amp;#039;&amp;#039;Exceptionelles Verhalten des Gesichtsfeldes bei Pigmententartung der Netzhaut.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Ophthalmologie.&amp;#039;&amp;#039; 1858; 4, S. 250–253.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er berichtete von dem Fall eines tauben Patienten mit Retinitis pigmentosa, der zwei in gleicher Weise betroffene Brüder hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer von Graefes Schülern, [[Richard Liebreich]], untersuchte kurze Zeit später die Bevölkerung von Berlin auf Krankheitsbilder von Taubheit mit Retinopathia pigmentosa. Er betonte bereits die [[Rezessiv|rezessive]] Natur dieser Krankheit, da die Fälle von Blind-Taubheits-Kombination besonders bei Geschwistern aus [[Blutsverwandtschaft|blutsverwandten]] Ehen oder aber in Familien mit Betroffenen in verschiedenen Generationen auftraten. Zusätzlich lieferten seine Beobachtungen die ersten Beweise für die gekoppelte [[Vererbung (Biologie)|Vererbung]] der Erblindung und Taubheit, da sich keine Fälle von isolierter Blind- oder Taubheit in den Stammbäumen finden ließen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Liebreich&amp;quot;&amp;gt;R. Liebreich: &amp;#039;&amp;#039;Abkunft aus Ehen unter Blutsverwandten als Grund von Retinitis pigmentosa.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Dtsch. Klin.&amp;#039;&amp;#039; 1861; 13, S. 53.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benannt wurde das Krankheitsbild schließlich nach dem britischen Ophthalmologen [[Charles Usher]], der im Jahr 1914 nochmals anhand von 69 Fällen die [[Pathologie]] und Vererbung dieser Krankheit herausarbeitete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Usher&amp;quot;&amp;gt;Charles Usher: &amp;#039;&amp;#039;On the inheritance of Retinitis pigmentosa with notes of cases.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Royal London Ophthalmic Hospital Reports&amp;#039;&amp;#039; 1914; 19, S. 130–236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Synonyme sind &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sjögren-Hallgren-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hallgren-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;von-Graefe-Sjögren-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leiber&amp;quot;&amp;gt;B. Leiber: &amp;#039;&amp;#039;Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger, 7. Auflage. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, 1990, ISBN 3-541-01727-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Bezeichnungen beziehen sich auf Ergänzungen durch den schwedischen Psychiater und Neurologen Karl Gustav [[Torsten Sjögren]] von 1950&amp;lt;ref&amp;gt;T. Sjögren: &amp;#039;&amp;#039;Hereditary congenital spinicerebellar ataxia accompanied by congenital cataract and oligophrenia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Confinia Neurologica]].&amp;#039;&amp;#039; Basel 1950, Band 10, S. 293–308.&amp;lt;/ref&amp;gt; und durch &amp;#039;&amp;#039;Bertil Hallgren&amp;#039;&amp;#039; von 1958.&amp;lt;ref&amp;gt;Bertil Hallgren: &amp;#039;&amp;#039;Retinitis pigmentosa in combination with congenital deafness and vestibulo-cerebellar ataxia; with psychiatric abnormality in some cases. A clinical and genetic study.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Acta genetica et statistica medica.&amp;#039;&amp;#039; Basel 1958, Band 8, S. 97–104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ole Daniel Enersen: {{Webarchiv | url=https://www.whonamedit.com/synd.cfm/1677.html | wayback=20250124073735 | text=Graefe-Sjögren syndrome (Karl Gustaf Torsten Sjögren)}} bei whonamedit.com&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genetik ==&lt;br /&gt;
{| align=&amp;quot;right&amp;quot; style=&amp;quot;margin-left:1em&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bekannte Usher-Syndrom-Subtypen (ohne USH1A).&lt;br /&gt;
|----- style=&amp;quot;background:#CFCFCF&amp;quot;&lt;br /&gt;
!Usher-Typ&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
!Gen-Locus&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
!Gen&lt;br /&gt;
!Protein&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
!Funktion&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|----- style=&amp;quot;background:#EEE5DE&amp;quot;&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|1AB&lt;br /&gt;
|11q13.5&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|MYO7A&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Myosin]] VIIA&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Motorprotein]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|----- style=&amp;quot;background:#EEE5DE&amp;quot;&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|1C&lt;br /&gt;
|11p15.1-p14&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|USH1C&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Harmonin (Protein)|Harmonin]]&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Gerüstprotein]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|----- style=&amp;quot;background:#EEE5DE&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|CDH23&lt;br /&gt;
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|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Zelladhäsion]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|----- style=&amp;quot;background:#D1EEEE&amp;quot;&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|2C&lt;br /&gt;
|5q14.3-q21.1&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|VLGR1&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|VLGR1b&lt;br /&gt;
|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|Sehr großer [[GPCR]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|----- style=&amp;quot;background:#D1EEEE&amp;quot;&lt;br /&gt;
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|valign=&amp;quot;middle&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;|WHRN&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die [[Genetik|genetische]] [[Heterogenität (Naturwissenschaft)|Heterogenität]] wurde erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts mit Zunahme der wissenschaftlichen Methoden beschrieben. Durch [[Kopplungsanalyse]]n von Patienten wurden mehrere unabhängige [[Genlocus|Loci]] auf verschiedenen [[Chromosomen]] identifiziert (siehe Tabelle), in denen Erbdefekte, die das Usher-Syndrom verursachen, gefunden wurden. Mit Hilfe dieser Loci wurde die Krankheit in verschiedene Subtypen eingeteilt (USH1A-G, USH2A-C, USH3A-B). Durch [[DNA-Sequenzierung|Sequenzierung]] von Kandidatengenen konnte bei den meisten Loci auch das betroffene [[Gen]] gefunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Petit&amp;quot;&amp;gt;C. Petit: &amp;#039;&amp;#039;Usher syndrome: from genetics to pathogenesis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Annu. Rev. Genomics Hum. Genet.]]&amp;#039;&amp;#039; 2001 (2), S. 271–297 PMID 11701652.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reiners2006&amp;quot;&amp;gt;J. Reiners u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Molecular basis of human Usher syndrome: deciphering the meshes of the Usher protein network provides insights into the pathomechanisms of the Usher disease.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Exp. Eye Res.&amp;#039;&amp;#039; 2006;83(1), S. 97–119 PMID 16545802&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei &amp;#039;&amp;#039;einem&amp;#039;&amp;#039; Usher-Subtyp –&amp;amp;nbsp;nämlich USH1A auf Chromosomlocus 14q32&amp;amp;nbsp;– konnte dagegen gezeigt werden, dass dieser fehlerhaft ermittelt wurde und nicht existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;S. Gerber u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039; USH1A: Chronicle of a Slow Death.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Am J Hum Genet.&amp;#039;&amp;#039; 2006;78(2), S. 357–359. PMID 16400615&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen wurde kürzlich mit USH2D ein weiterer Subtyp inklusive betroffenem Gen entdeckt.&amp;lt;ref&amp;gt;I. Ebermann u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;A novel gene for Usher syndrome type 2: mutations in the long isoform of whirlin are associated with retinitis pigmentosa and sensorineural hearing loss.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hum Genet.&amp;#039;&amp;#039; 2006 Dec 15; PMID 17171570.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen ergaben Interaktionsversuche ([[Hefe-Zwei-Hybrid-System]], [[Immunpräzipitation]] etc.), dass die identifizierten Genprodukte miteinander in einem Proteinkomplex oder in mehreren größeren [[Proteinkomplex]]en aus verschiedenen [[Zelladhäsion]]sproteinen mit Verbindung zum [[Cytoskelett]] verbunden sind. Diese Komplexe werden zum einen an den [[Synapse]]n als auch in den reizaufnehmenden [[Zellkompartimente|Kompartimenten]] ([[Stereocilie]]n der [[Haarzelle]]n; [[Außensegment]] der [[Photorezeptor]]en) der betroffenen [[Sinneszelle]]n lokalisiert. Die Datenlage spricht dafür, dass diese Usher-[[Protein]]komplexe eine Rolle bei der [[Zellmembran|Membranpositionierung]] von spezifischen Proteinen innehaben, welche vermutlich an der Signalübertragung beteiligt sind. Fehlt einer der Bestandteile, so kann dieser Proteinkomplex seine Funktion in der [[Zelle (Biologie)|Zelle]] nicht mehr erfüllen und es kommt vermutlich zur [[Degeneration]] derselben mit den bekannten Folgen für den Patienten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reiners2006&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schlüsselrolle spielt hier das [[Gerüstprotein]] [[Harmonin (Protein)|Harmonin]], verantwortlich für Usher-Subtyp 1C. Dieses ist in der Lage, mit nahezu allen bislang bekannten Usher-Proteinen über seine sogenannten [[PDZ-Domäne]]n zu interagieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reiners2005&amp;quot;&amp;gt;J. Reiners u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Scaffold protein harmonin (USH1C) provides molecular links between Usher syndrome type 1 and type 2.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hum Mol Genet]].&amp;#039;&amp;#039; 2005 Dec 15;14(24), S. 3933–3943. PMID 16301216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;B. Boëda u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Myosin VIIa, harmonin and cadherin 23, three Usher I gene products that cooperate to shape the sensory hair cell bundle.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[EMBO J]].&amp;#039;&amp;#039; 2002 Dec 16;21(24), S. 6689–6699. PMID 12485990&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;A. Adato u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Interactions in the network of Usher syndrome type 1 proteins.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hum Mol Genet.&amp;#039;&amp;#039; 2005 Feb 1;14(3), S. 347–356. PMID 15590703&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch kann Harmonin den Proteinkomplex vermitteln. Das als USH2D beschriebene Protein [[Whirlin]] besitzt ebenso PDZ-Domänen und könnte eine ähnliche Funktion einnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Epidemiologie|Epidemiologische Studien]] zum Usher-Syndrom zeigen eine [[Prävalenz]] von drei bis sechs Betroffenen unter 100.000 Einwohnern bei einer im Ursprung europäischen Bevölkerung, wobei Deutschland hier an der oberen Grenze liegt. Zieht man bei diesen Patientenzahlen zusätzlich das Alter der Betroffenen in Betracht, zeigt sich eine Zunahme der Prävalenz bis hin zu zehn Betroffenen unter 100.000 bis zur sechsten Lebensdekade. Die Gründe dafür dürften Schwierigkeiten bei der Diagnose des Usher-Syndroms sein, insbesondere bei jungen Patienten mit erst beginnender Retinopathia pigmentosa wird oftmals nur die angeborene Taubheit diagnostiziert. Die effektive Prävalenz für das Usher-Syndrom dürfte also höher liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Aufteilung der Patientenzahlen in die drei Typen des Usher-Syndroms gestaltet sich uneinheitlich. Studien zeigen in Europa einen Anteil von 25 % bis 44 % USH1-Patienten und 56 % bis zu 75 % USH2-Patienten. Gleiches gilt für USH3, welches zuerst mit einem sehr kleinen Prozentsatz ermittelt wurde. Studien ergaben aber in Birmingham (Großbritannien) einen Anteil von 20 % und in Finnland macht USH3 40 % der Fälle aus. Regionale [[Gründereffekt]]e tragen zur großen Bandbreite bei, aber auch hier dürften die Diagnoseschwierigkeiten die Ergebnisse verzerren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose und Behandlung ==&lt;br /&gt;
Eine möglichst frühe Diagnose des Usher-Syndroms ist wichtig, um beim Patienten das [[Trauma (Psychologie)|Trauma]] zu vermindern, welches bei der Entdeckung dieser Erkrankung entsteht, insbesondere wegen der möglichen Konsequenz der Erblindung bei schon eingeschränktem Hörvermögen. Wer von Geburt an hörbehindert ist, gehört zur Risikogruppe innerhalb der Bevölkerung. Weitere, oftmals erst später entdeckte Symptome, die eine Überprüfung zur Folge haben sollten, sind [[Nachtblindheit]], [[Sensibilität (Medizin)|Empfindlichkeit]] auf [[Licht]]veränderungen und ein eingeschränktes [[Gesichtsfeld (Wahrnehmung)|Gesichtsfeld]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als diagnostisches Hilfsmittel ist das [[Elektroretinogramm]] zur Untersuchung der [[Netzhaut]]funktion geeignet, schon in jungen Jahren eine einsetzende Retinopathia pigmentosa zu detektieren. Noch in der Entwicklung befinden sich [[DNA-Chip]] und [[Protein-Chip]], welche eine schnellere Diagnose des Usher-Subtyps ermöglichen sollen. Dies kann auch zur genetischen Familienberatung beitragen. Derzeit besteht hierfür nur die aufwendige Möglichkeit, die einzelnen [[Chromosom]]enabschnitte zu analysieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die &amp;#039;&amp;#039;Retinopathia pigmentosa&amp;#039;&amp;#039; existiert noch kein Behandlungsmittel. Noch in der Erforschung befinden sich [[Gentherapie|gentherapeutische Ansätze]], bei denen defekte Gene in der Retina ersetzt werden könnten, oder [[Stammzelltherapie]]n, bei denen die degenerierte Retina repariert werden soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goodwin&amp;quot;&amp;gt;P. Goodwin: &amp;#039;&amp;#039;Hereditary retinal disease.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Curr Opin Ophthalmol.&amp;#039;&amp;#039; 2008 May;19(3), S. 255–262. PMID 18408503&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;I. Mooney I, J. LaMotte: &amp;#039;&amp;#039;A review of the potential to restore vision with stem cells.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Clin Exp Optom.&amp;#039;&amp;#039; 2008 Jan;91(1), S. 78–84. PMID 18045253&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Entwicklung sind auch sogenannte [[Retina-Implantat]]e, bei denen [[Mikrosystemtechnik]] als [[Prothese]] die Funktionen der defekten Retina ersetzen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;N. Alteheld u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Towards the bionic eye--the retina implant: surgical, opthalmological and histopathological perspectives.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Acta Neurochirurgica]] Suppl.&amp;#039;&amp;#039; 2007;97(Pt 2), S. 487–493. PMID 17691339.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aktuell sollen so mit einem subretinalen Implantat mit einer möglichen Auflösung von 1500 Dioden wieder erste Seherfolge möglich sein.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pilotstudie erfolgreich: Chip ermöglicht Blinden erste Orientierung.&amp;#039;&amp;#039; BioPro 2007 {{Webarchiv |url=http://www.bio-pro.de/medtech/medizintechnik_in_baden_wuerttemberg/magazinbeitraege_zur_biomedizintechnik/index.html?lang=de&amp;amp;artikelid=%2Fartikel%2F02094%2Findex.html |wayback=20150721193712 |text=Archivierte Kopie |archiv-bot=2019-05-20 18:23:28 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Therapie der Wahl der &amp;#039;&amp;#039;Hörbehinderung&amp;#039;&amp;#039; ist die Versorgung mit einem [[Hörgerät]] oder bei höhergradiger Hörminderung mit einem [[Cochlea-Implantat]]. Wie andere Menschen mit nicht durch apparative Mittel auszugleichenden Hörstörungen oder nach der Entscheidung, diese nicht zu wollen, verkehren auch Usher-Betroffene unter Gehörlosen, da die Kommunikation hier auf derselben Ebene mit [[Gebärdensprache]] verläuft. Diese Art der [[Verständigung]] gelingt jedoch nur bei ausreichenden Lichtverhältnissen und genügend Abstand zum Gegenüber, damit beide Hände des Gegenübers sichtbar sind. Alternativ kann [[Lippenlesen]] eingesetzt werden, was jedoch in der Regel schlechter funktioniert. Bei zunehmender Erblindung besteht außerdem die Möglichkeit, entweder über [[Lormen]] oder über die sogenannte taktile Gebärdensprache (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Tadoma]] und [[Gestuno]]) zu [[Kommunikation|kommunizieren]]. Bei letzterer versucht man, die entsprechenden [[Gebärde]]n zu fühlen, indem man die Hände seines Gegenübers während der Kommunikation in seine eigenen nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzugrenzen ist unter anderem die [[Choroideremie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.pro-retina.de/netzhauterkrankungen/krankheitsbilder/syndrome/usher-syndrom/fakten-zum-usher-syndrom &amp;#039;&amp;#039;Fakten zum Usher-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;] auf der Website der Selbsthilfevereinigung [[Pro Retina Deutschland]]&lt;br /&gt;
* [https://leben-mit-usher.de/usher-syndrom/das-usher-syndrom/ &amp;#039;&amp;#039;Das Usher-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;] auf der Website der Selbsthilfevereinigung &amp;#039;&amp;#039;Leben mit Usher-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gehörlosigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Augenheilkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in Phoniatrie und Pädaudiologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbkrankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Polarlys</name></author>
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