Subh-e Azal
Subh-e Azal (persisch صبح ﺍﺯل, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Morgen der Ewigkeit‘, * 1831 in Teheran, Iran; † 29. April 1912 in Famagusta, Zypern) ist der bekannteste religiöse Ehrentitel von Mirza Yahya Nuri (میرزا یحیی نوری, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Prinz Yahya aus Nur‘), einer Führungspersönlichkeit des Babismus und Begründer des Azalismus.
Leben
Subh-i-Azal wurde als Sohn von Mirza Buzurg, einem Minister aus Nur (Persien), und dessen Konkubine Kuchik Khanum in der Provinz Māzandarān geboren. Subh-i-Azal war der jüngere Halbbruder von Mirza Husayn Ali Nuri (1817–1892), genannt Baha’u’llah, dem Religionsstifter der Bahai.<ref>Atiyya Ruhi: A Brief Biography of His Holiness Subh-i Azal. Abgerufen am 22. Oktober 2009.</ref> Subh-i-Azal schloss sich 1846, zwei Jahre nach seinem Halbbruder,<ref name="EoI">Denis MacEoin: Subh-i-Azal. In: The Encyclopaedia of Islam. New Edition.</ref> der vom Bab begründeten religiösen Bewegung des Babismus an, in der sie eine herausragende Stellung einnehmen sollten. Wo der Titel Subh-i-Azal herrührt oder erstmals auftaucht, ist bislang nicht nachgewiesen. Vom Bab wurde Mirza Yahya dieser Ehrentitel offenbar nicht verliehen. Andererseits hat der Bab den Namen Subh-i-Azal auf verschiedene führende Babi bezogen.
Subh-i-Azal als Führer der Babi
Der Bab wurde schon 1846 inhaftiert und im Zuge der babistischen Aufstände wider die Staatsgewalt 1850 hingerichtet. Kurz vor seinem Tod ernannte der Bab Subh-i-Azal zum Oberhaupt der Babi-Gemeinschaft.<ref name="Manuchehri (2004)">Sepehr Manuchehri: The Primal Point’s Will and Testament. In: Research Notes in Shaykhi, Babi and Baha'i Studies. 2004 (Online).</ref> Subh-i-Azal hatte während seines gesamten Lebens viele Frauen und eine große Nachkommenschaft. Quellen sprechen von 11, 12 oder 17 Ehefrauen.<ref>Edward Granville Browne: Personal Reminiscences of the Babi Insurrection at Zanjan in 1850, written by Aqa `Abdu'l-Ahad-i-Zanjan. In: Journal of the Royal Asiatic Society. 1897, S. 761–827 (Online).</ref> Subh-i-Azal floh 1853 aus Persien und ließ seine ersten beiden Frauen dort zurück. Er schloss sich in Bagdad, das damals zum Osmanischen Reich gehörte, Baha’u’llah an, der von Schah Naser ad-Din aus Persien verbannt wurde. Obwohl Baha’u’llah Subh-i-Azal aufforderte, nach Persien zurückzukehren, blieb er in der Gesellschaft seines Halbbruders. Die Führerschaft des Subh-i-Azal war gekennzeichnet durch von ihm angestiftete Mordanschläge auf führende Babi seiner Zeit. Subh-i-Azal verfasste laut dem britischen Orientalisten Edward Granville Browne einige Bücher. Die Schmähschrift Mustayqiz (‚Vom Schlaf erwacht‘) gipfelte in einem regelrechten öffentlichen Mordaufruf gegen einen Babi, der vom Bab den Namen Sayyan (‚Richter‘) verliehen bekam. Die Babi-Gemeinde wandte sich nach und nach Baha’u’llah zu. Baha’u’llah wurde 1863 nach Istanbul und anschließend nach Edirne verbannt.<ref name="EoI" /> Auch zu diesen Stationen folgte ihm Subh-i-Azal und ließ mindestens zwei seiner Frauen zurück. In Istanbul und in Edirne erhob Baha’u’llah den öffentlichen Anspruch auf eine unabhängige Offenbarung Gottes und beanspruchte, die Erfüllung der Sendung des Bab zu sein.<ref name="EoI" /> Als Antwort darauf verfasste Subh-i-Azal ebenfalls eine Erklärung, indem er ebenfalls den Anspruch auf eine Offenbarung Gottes erhob. Seine Gemeinschaft und seine Anhänger wurden „Azali“ genannt. Sie versuchten, die Bahai gegenüber der osmanischen Regierung als politisch subversiv darzustellen und Baha’u’llah zu beseitigen. Andauernde Konflikte zwischen den Azali und den Bahai führten schließlich 1868 dazu, dass die osmanische Regierung die Brüder getrennt ins weitere Exil schickte, Baha’u’llah nach Akkon in Palästina und Subh-i-Azal nach Famagusta auf Zypern.
Nach Zypern begleiteten ihn nur zwei seiner Frauen und sieben seiner Kinder. Dort lebte er bis 1881 als Verbannter des Sultans und danach als Pensionär der britischen Regierung. Infolge des Russisch-Osmanischen Krieges ging die Verwaltung von Zypern, das bis dahin Teil des Osmanischen Reiches war, bei formeller Anerkennung osmanischer Oberhoheit 1878 als Britisch-Zypern an Großbritannien über. Der britische Orientalist Browne besuchte Subh-i-Azal Ende März bis Anfang April 1890 und im März 1896 in Zypern. Browne verwendete in seinen Schriften statt Mirza Yahya die Bezeichnung „Subh-i-Azal“ und hat sie vermutlich dadurch erst publik gemacht. Subh-i-Azal verstarb am 29. April 1912 in seinem Exil und wurde nach islamischem, nicht nach Babi-Ritus, beigesetzt, da kein Babi zugegen war, der eine Babi-Beerdigung hätte durchführen können.<ref>Edward Granville Browne: Materials for the Study of the Bábí Religion. Cambridge University Press, Cambridge, UK 1918, S. 310–312 (Online).</ref> Bis zu seinem Lebensende versuchte er die Tradition des Babismus zu bewahren.
Der Babismus nach Subh-i-Azal
Als Nachfolger hatte Subh-i-Azal zunächst seinen Sohn Ahmad Bahhaj, den ältesten Sohn aus seiner Verbindung mit Fatima, seiner vierten Frau, vorgesehen. Es kam jedoch zu einem Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn mit zivilrechtlicher Auseinandersetzung. Der zweite von Subh-i-Azal vorgesehene Nachfolger war der in Persien lebende Azali-Führer Mirza Hadi Dawlatabadi aus Isfahan. Aufgrund der neu aufflackernden Verfolgungen in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts schwor er dem Babi-Glauben ab und hielt von der Kanzel einer Moschee herab wüste Schmähreden gegen den Bab und Baha’u’llah. Dennoch blieb er der Azali-Führer in Persien. Er starb einige Jahre vor Subh-i-Azal, der daraufhin dessen Sohn Mirza Yahya Dawlatabadi als Nachfolger einsetzte. Er lebte in Teheran, wurde Parlamentsmitglied und eine Person des öffentlichen Lebens; um den Babismus kümmerte er sich offenbar kaum. Heute scheint es keine zentrale Azali-Gemeinde und kein Oberhaupt der Azali mehr zu geben.<ref>D. M. MacEoin, Art: "Azali Babism", Encyclopædia Iranica.</ref> Subh-i-Azals ältester Sohn nahm später die Lehren Baha’u’llahs an.<ref>Shoghi Effendi: God Passes By. Bahá'í Publishing Trust, Wilmette, Illinois, USA 1944, ISBN 0-87743-020-9, S. 233 (Online).</ref><ref>Moojan Momen: The Cyprus Exiles. In: Bahá'í Studies Bulletin. 1991, S. 99 (Online).</ref> Der Babismus ging also in der neuen Lehre Baha’u’llahs, der Bahai-Religion, auf. Die zypriotischen Azalis gingen, bis auf jene, die Christen wurden, in den Zyperntürken auf.<ref>Costas M. Constaninou, Epilogue, in: Nicholas Coureas, Marina Elia u. Andrekos Varnava (Hrsg.): The Minorities of Cyprus. Development Patterns and the Identity of the Internal Exclusion, Newcastle upon Tyne 2009, S. 362.</ref> Die Zahl gegenwärtiger Azalis wird auf wenige tausend geschätzt, welche größtenteils im Iran leben sollen.<ref>Azali. In: Encyclopædia Britannica (Hrsg.): Britannica Concise Encyclopedia. 2006 ([1]).</ref><ref>David Barrett: The New Believers. Cassell & Co, London, UK 2001, ISBN 0-304-35592-5, S. 246.</ref>
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Abdu’l Baha: A Traveller's Narrative: Written to illustrate the episode of the Bab. Hrsg.: E.G. Browne. Cambridge University Press, Cambridge, UK 1891 (Online).
- Abdu’l Baha: A Traveller's Narrative: Written to illustrate the episode of the Bab. Hrsg.: E.G. Browne. Kalimát Press, Los Angeles, USA 1886, ISBN 1-890688-37-1 (Online).
- Shoghi Effendi: Gott geht vorüber. Bahai-Verlag, Hofheim-Langenhain 1974, ISBN 3-87037-021-1 (Online).
- Udo Schaefer, Nicola Towfigh, Ulrich Gollmer: Desinformation als Methode. Georg Olms Verlag, Hildesheim/Zürich/New York 1995.
- Hasan Balyuzi: Bahá'u'lláh, King of Glory. Hrsg.: George Ronald. Oxford, UK 2000, ISBN 0-85398-328-3.
- Hasan Balyuzi: Edward Granville Browne and the Bahá'í-Faith. Hrsg.: George Ronald. Oxford.
- Abbas Amanat: Resurrection and Renewal: The Making of the Babi Movement in Iran. Cornell University Press, Ithaca 1989.
- Edward Granville Browne: Materials for the Study of the Bábí Religion. Cambridge University Press, Cambridge, UK 1918 (Online).
- Edward Granville Browne: Personal Reminiscences of the Babi Insurrection at Zanjan in 1850, written by Aqa `Abdu'l-Ahad-i-Zanjan. In: Journal of the Royal Asiatic Society. 1897, S. 761–827 (Online).
- Juan Cole: Baha'u'llah's Surah of God: Text, Translation, Commentary. In: Translations of Shaykhi, Babi and Baha'i Texts. 2002 (Online).
- Huseyn Hamadani: The Tarikh-i-Jadid, or New History of Mirza 'Ali Muhammad The Bab. Hrsg.: E.G. Browne. Cambridge University Press, Cambridge, UK 1893 (Online).
- Fabrizio Frigerio,: Un prisonnier d'État à Chypre sous la domination ottomane : Soubh-i-Ezèl à Famagouste. In: Πρακτικά του Γ Διεθνούς Κυπρολογικού Συνέδριου. Nicosia, Zypern 2001, S. v. 3, 629–646.
- Jani Kashani: Kitab-i Nuqtat al-Kaf: Being the Earliest History of the Bábís. Hrsg.: E.G. Browne. E.J. Brill, Leiden, NL 1910 (Online).
- Sepehr Manuchehri: The Primal Point’s Will and Testament. In: Research Notes in Shaykhi, Babi and Baha'i Studies. 2004 (Online).
- Sepehr Manuchehri: The Practice of Taqiyyah (Dissimulation) in the Babi and Bahai Religions. In: Research Notes in Shaykhi, Babi and Baha'i Studies. 1999 (Online).
- William M. Miller: The Bahá'í Faith: Its History and Teachings. William Carey Library, 1974, ISBN 0-87808-137-2.
- Moojan Momen: Mírzá Yahyá. In: Bahá’í SammelwerkProject. National Spiritual Assembly of the Bahá’ís of the United States, Evanston, IL 2009 (Online).
- Moojan Momen: The Cyprus Exiles. In: Bahá'í Studies Bulletin. 1991, S. 81–113 (Online).
- Muhammad-`Alíy Salmání: My Memories of Bahá'u'lláh. Kalimát Press, Los Angeles, USA 1982 (Online).
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- Adib Taherzadeh: The Covenant of Bahá'u'lláh. Hrsg.: George Ronald. Oxford, UK 1992, ISBN 0-85398-344-5.
- Nabíl-i-Zarandí: The Dawn-Breakers: Nabíl’s Narrative. Hrsg.: Shoghi Effendi. Bahá'í Publishing Trust, Wilmette, Illinois, USA 1932, ISBN 0-900125-22-5 (Online).
Weblinks
- A Succinct Account of the New Manifestation (englisch)
- The Primal Point's Will and Testament - Commentary on the Báb's will (englisch)
- The Religion of Bayan (englisch)
- Cyprus Exiles (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Subh-e Azal |
| ALTERNATIVNAMEN | Nuri, Mirza Yahya; ﺼﺑﺢ ﺍﺯﻞ (persisch); میرز ایحیی نوری (persisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | persischer Führer der Babisten und Azali |
| GEBURTSDATUM | 1831 |
| GEBURTSORT | Teheran, Iran |
| STERBEDATUM | 29. April 1912 |
| STERBEORT | Famagusta, Zypern |