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Commando Delta

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Die Commando Delta waren Terroreinheiten, die zur OAS in Algerien gehörten. Sie waren Anfang der 1960er Jahre aktiv. Die Einheiten töteten beispielsweise muslimische Algerier, die in Stadtteilen weißer christlicher Algerien-Franzosen lebten, um diese Stadtteile ethnisch zu säubern. Die Commando-Delta-Einheiten wurden von Roger Degueldre 1961 aufgestellt und befehligt. Degueldre desertierte 1961 aus der Fremdenlegion.<ref name="horne1">Alistair Horne: A Savage War of Peace: Algeria 1954–1962. New York Review of Books, 2006, ISBN 978-1-59017-218-6, S. 483.</ref>

Die Commandos Delta waren auch aktiv an der Ermordung von Franzosen beteiligt, die der „Sache Französisch-Algeriens“ entgegenstanden und von der OAS als Verräter angesehen wurden. Der französische Polizeioffizier Roger Gavoury beispielsweise war ein Opfer solcher Attentate. Es wird allerdings vermutet, dass der französische Geheimdienst Direction Générale de la Sécurité Extérieure (DGSE) bzw. der Service d’Action Civique ebenfalls Morde begangen hat, um sie der OAS in die Schuhe zu schieben.

Organisation

Der Algerienkrieg

Die Commandos Delta waren nachweislich für folgende Aktionen verantwortlich:

  • Mordanschlag von Château-Royal: Ermordung von sechs Personen, die an sozialen Einrichtungen gearbeitet haben
  • Operation „Rock and Roll“: Verursachung von 120 Explosionen innerhalb von zwei Stunden in der Nacht vom 5. auf den 6. März 1962
  • die Morde vom 22. März 1962, die zur Isolation des Stadtviertels Bab El Oued führten<ref name="courriere">Yves Courrière: La guerre d’Algérie. Teil 4: Les feux du désespoir. Fayard, 1969.</ref>
  • die Operation Charlotte-Corday: Der Versuch, Charles de Gaulle 1962 zu entführen bzw. ihn zu ermorden

Der OAS wurden insgesamt die Ermordung mehrerer Tausend Algerier zur Last gelegt.

Spätere Verwendung des Namens Commando Delta

Der Name Commando Delta wurde später in Zusammenhang mit rechtsradikalen Anschlägen in Frankreich verwendet:

Literatur

  • Yves Courrière: La guerre d’Algérie. Teil 4: Les feux du désespoir. Fayard, 1969.
  • Arnaud Déroulède: OAS: étude d’une organisation clandestine. Curutchet, 1997.
  • Vincent Guibert: Les commandos Delta. Curutchet, 2000.
  • Georges Fleury: Histoire secrète de l’O.A.S. Grasset & Fasquelle, 2002.
  • Rémi Kauffer: OAS: histoire d’une guerre franco-française. Seuil, 2002.

Einzelnachweise

<references />