Ägräs
Als Ägräs (auch Äkräs, Ägrässei oder Egres) wird entweder ein Vegetations- und Fruchtbarkeitsgott in der finnischen Mythologie oder nach Überlieferung möglicherweise auch ein christlicher Heiliger bezeichnet.<ref name=":0">Catharina Raudvere, Jens Peter Schjødt: More than Mythology: Narratives, Ritual Practices and Regional Distribution in Pre-Christian Scandinavian Religions. Nordic Academic Press, 2012, ISBN 978-91-87121-30-2, S. 205.</ref>
So kommt der Name ab 1900 als Bezeichnung für eine Doppelrübe auf.<ref name=":1">Kaarle Krohn: Germanic Mythology: Språkliga intyg om hednisk gudatro i Sverge. 1878 (google.com [abgerufen am 8. September 2022]).</ref>
Er gibt nach einer Überlieferung den Menschen Getreide, Kartoffeln, Roggen und Gerste,<ref name=":2">Jonas Balys: Götter und Mythen im alten Europa. E. Klett, 1973, ISBN 978-3-12-909820-2, S. 281–283.</ref> nach einer anderen Bohnen, Linsen, Rüben, Kohl und Hanf.<ref name=":3">Georges Dumézil: Gods of the Ancient Northmen. University of California Press, 1974, ISBN 978-0-520-03507-2, S. 113.</ref> Nach einer weiteren Überlieferung gibt er nur Rüben.<ref name=":2" /> Beim Beginn des Rübensteckens sprach man dreimal ein Gebet, wo man Ägras darum bat die Rüben für alle Menschen wachsen zu lassen, egal ob Arm, Reich oder Dieb.<ref name=":2" />
Er wurde wohl, beispielsweise im russischen Karelien, neben die christlichen Heiligen gestellt. Dabei ist umstritten unter Wissenschaftlern gewesen, ob es sich bei ihm um einen ursprünglich heidnischen Geist handelt, oder um einen katholischen Patron. So wurde Ägras teilweise als Ableitung des Namens Gregorius gesehen.<ref name=":2" /> So findet man zwar im römisch-katholischen Katalog der Heiligen keinen Ägras, wo man ihn laut Analyse suchen soll, da in der russischen Bevölkerung von Archangelsk der heilige Onuphrei der Patron der Rüben sei,<ref name=":1" /> so allerdings wird vom ersten lutherischen Bischof Finnlands Agricola der heilige Gregorius Pyhe Greus genannt wurde und diese Bezeichnung soll zur späteren Verehrung als Heiligem geführt haben.<ref name=":3" /> Als Ursprung dieser Entwicklung wird auch gesehen, dass der römisch-katholische Heiligenkalender vor dem 13. Jahrhundert sich vom Erzbistum Hamburg-Bremen nach Karelien ausgebreitet hat und dort in die örtliche Folklore Einzug fand.<ref name=":0" /> Teilweise wird vermutet, dass sein Name auf ein Wort zurückgeht, was Kreuz bedeutet.<ref name=":2" />
Einzelnachweise
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