Zum Inhalt springen

Österreich-Soldanelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Österreich-Soldanelle
Datei:Soldanella austriaca (Österreich-Soldanelle) IMG 2997.jpg

Österreich-Soldanelle (Soldanella austriaca)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Gattung: Alpenglöckchen (Soldanella)
Art: Österreich-Soldanelle
Wissenschaftlicher Name
Soldanella austriaca
Vierh.

Die Österreich-Soldanelle (Soldanella austriaca), auch Österreichisches Alpenglöckchen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Alpenglöckchen (Soldanella) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Österreich-Soldanelle ist eine zarte, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 10 Zentimetern.

Die Drüsenhaare der Österreich-Soldanelle sind 0,05 bis 0,1 Millimeter lang. Der Drüsenstiel ist 1-bis 2-zellig und kürzer als das Drüsenköpfchen.<ref name=":0">Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6, S. 653 f.</ref>

Die immergrünen Laubblätter der Österreich-Soldanelle sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Sie stehen in einer Rosette.<ref name=":3">Frank Müller, Christiane M. Ritz, Erik Welk, Karsten Wesche (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 22. Auflage. Gefäßpflanzen: Grundband. Springer Spektrum, Berlin 2021, ISBN 978-3-662-61010-7, S. 633 f.</ref> Der Blattstiel ist locker mit Drüsenhaaren besetzt, meist verkahlt er etwas.<ref name=":0" /> Die einfache Blattspreite ist bei einer Breite von bis zu 1 Zentimetern rundlich und oft mit einer seichten Bucht an der Basis versehen. Sowohl auf der Blattober- als auch auf der Blattunterseite befinden sich Spaltöffnungen.<ref name=":0" />

Generative Merkmale

Die Blühzeit reicht von Mai bis Juli.

Der Blütenstandsschaft ist stets 1-blütig. Die Blütenstiele sind locker drüsenhaarig. Sie verkahlen in der Folge meist etwas. Die zwittrige Blüte ist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die röhrig-glockige Krone ist meist von weißer bis sehr blasspurpurner bzw. blasslila Farbgebung. Sie ist meist nur bis zu 1/4 ihrer Länge in einen fransigen Saum zerschlitzt. Schlundschuppen sind keine vorhanden. Der Griffel ist kürzer als die Krone, die Staubbeutelspitze ist unbegrannt. Als Frucht wird eine Kapsel gebildet, die sich mit fünf Zähnen öffnet.<ref name=":0" /><ref name=":1">FloraWeb - Artsteckbrief: Biologische Merkmale. Abgerufen am 25. Mai 2024.</ref><ref name=":2">Ascherson, Paul,, Paul Ascherson, Ignaz Urban, Paul Graebner: Festschrift zur Feier des siebzigsten Geburtstages des Herrn Professor Dr. Paul Ascherson (4. Juni 1904). Verlag von Gebrüder Borntraeger, Leipzig 1904 (biodiversitylibrary.org [abgerufen am 25. Mai 2024]).</ref>

Ökologie

Die Lebensform der Österreich-Soldanelle entspricht der eines Hemikryptophyten, welcher durch Überdauerungsknospen an der krautigen Sprossachsen in Höhe der Erdoberfläche charakterisiert ist. Als Speicherorgan dient ein Rhizom. Die Art wird von Insekten, hauptsächlich Bienen, bestäubt. Sie ist selbstinkompatibel, was bedeutet, dass Samenansatz durch Selbstbefruchtung mittels genetisch festgelegter Mechanismen verhindert wird. Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Wind - und Stoßausbreitung. Vegetative Vermehrung wird über das Rhizom und oberirdische Ausläufer sichergestellt.<ref name=":1" /><ref name=":3" />

Vorkommen

Die Österreich-Soldanelle ist ein Endemit der nördlichen Ostalpen. Sie kommt von den Chiemgauer Alpen an nach Osten vor, häufig dort in den Nördlichen Kalkalpen, selten in den Zentralalpen. Dort wächst sie in der alpinen Höhenstufe in Schneetälchen auf kalkreicher Unterlage. In Bayern gedeiht sie in Höhenlagen von 1700 bis 1800 Metern<ref name="Oberdorfer2001" />, in Österreich von 1500 bis 2300 Metern<ref name="Hegi1966" />. Die Art ist in Deutschland durch die BArtSchV besonders geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Soldanella austriaca erfolgte 1904 durch Friedrich Karl Max Vierhapper in Urban & Graebner: Festschrift zur Feier des siebzigsten Geburtstages des . . . Dr. P. Ascheron S. 502. Ein Synonym für Soldanella austriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />Vierh. ist Soldanella minima subsp. austriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vierh.) Lüdi.<ref name="Euro+Med" /> Es wurde 2004 diskutiert, ob der Rang der 1927 veröffentlichten Unterart Soldanella minima subsp. austriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vierh.) Lüdi statt dem der Art vorzuziehen ist.<ref name="ZhangKadereit2004" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="ZhangKadereit2004"> Li-Bing Zhang, Joachim W. Kadereit: Nomenclature of Soldanella L. (Primulaceae). In Taxon, Volume 53, Issue 3, 2004, S. 741–752. doi:10.2307/4135448 </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Primulaceae.: Datenblatt Soldanella austriaca Vierh. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1827. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Soldanella. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 622.</ref> </references>

Weblinks