Östlicher Schnegel
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| Östlicher Schnegel | ||||||||||||
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| Datei:Slug - Lehmannia nyctelia.jpg
Östlicher Schnegel (Lehmannia nyctelia) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lehmannia nyctelia | ||||||||||||
| (Bourguignat, 1861) |
Der Östliche Schnegel (Lehmannia nyctelia), auch Unechter Baumschnegel oder Bacchus-Schnegel<ref name="RLO">Rote Listen gefährdeter Tierarten. Umweltbundesamt Österreich, abgerufen am 23. August 2023.</ref>, ist eine ursprünglich in Südosteuropa einheimische Nacktschneckenart aus der Familie der Schnegel (Limacidae). Sie ist inzwischen nahezu weltweit in gemäßigte Regionen verschleppt worden.
Merkmale
Das Tier misst im Adultstadium ausgestreckt etwa 5 cm. Der Körper ist leicht grau-gelb gefärbt. Seitlich befinden sich zwei dunkle Farbstreifen (Binden), die sich relativ weit oben befinden. Zwei dunklere Binden verlaufen nahe den Rändern des Mantelschilds. Manche Tiere weisen noch zusätzlich ein unregelmäßiges Muster dunklerer Flecken auf dem Mantelschild auf, die unter Umständen zu einer "Mittelbinde" konzentriert sein können. Es gibt auch fast blasse Exemplare, denen Farbmuster und Binden fast völlig fehlen. In Gebirgsregionen kommen auch völlig schwarze Formen vor. Das Atemloch ist häufig dunkel umrandet. Die Sohle ist hellgrau gefärbt, der Schleim ist farblos. Der Kiel ist recht kurz und auf den hinteren Teil des Fußes beschränkt. Im männlichen Teil der Geschlechtsorgane ist der zylindrische Penis unregelmäßig gedreht oder spiralig aufgerollt. Der basale Teil des Penis ist meist dunkel pigmentiert. Es ist keine peniale Drüse vorhanden.
Ähnliche Arten
Der Östliche Schnegel ist in der Zeichnung sehr variabel und mit Hilfe äußerer Merkmale nicht einfach von Lehmannia marginata zu unterscheiden.
Geographisches Vorkommen, Lebensraum und Lebensweise
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art ist nicht sicher bekannt, vermutlich liegt es in der Region Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Heute erstreckt sich das Vorkommen von Bulgarien, Albanien<ref name="Albanien"/>, Rumänien, Ungarn über die Slowakei<ref name="Slowakei"/>, Österreich, Tschechien<ref name="Tschechien"/> bis nach Süddeutschland und im Norden bis Südpolen. Im Gebirge steigt die Art bis auf 2700 m. Die Art ist häufig in Gewächshäusern in Europa zu finden. Inzwischen ist der Östliche Schnegel außerdem noch nach Nordafrika, Südafrika, Neuseeland<ref name="Neuseeland"/>, Australien<ref name="Australien"/>, Japan<ref name="Japan"/> und in die USA verschleppt worden.
Die Art lebt in Europa hauptsächlich in Buchenwäldern, im Gebirge auch bis oberhalb der Baumgrenze. Sie kriecht auf Bäumen, Felsen und Felsgeröll herum und versteckt sich unter der Rinde von Bäumen und unter Steinen.
Gefährdung und Schutz
In Bayern steht die Art auf der Roten Liste gefährdeter Schnecken und Muscheln (Mollusca)<ref name="Bayern"/>, ebenso in Berlin<ref name="Berlin"/>. Nach der aktuelleren "Rote(n) Liste der Binnenmollusken (Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia)) in Deutschland" von 2009 gilt die Art als verschollen bzw. ausgestorben, der letzte Nachweis stammt von 1967<ref name="Rote Liste"/>.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Albanien">Zoltán Fehér und Zoltán Péter Eröss: Checklist of the Albanian mollusc fauna. Schr. Malakozool., 25: 22-38, Cismar, Ostholstein, 2009, ISSN 0936-2959</ref> <ref name="Berlin">Eva Hackenberg und Volker Herdam: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rote Liste der bestandsgefährdeten Weichtiere – Schnecken & Muscheln (Mollusca – Gastropoda & Bivalvia) in Berlin. ( vom 20. Februar 2014 im Internet Archive) In: Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege/Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere von Berlin. 2005. (PDF; 230 kB)</ref> <ref name="Bayern">Gerhard Falkner, Manfred Colling, Klaus Kittel, Christian Strätz: Rote Liste gefährdeter Schnecken und Muscheln (Mollusca) Bayerns. (PDF; 121 kB) Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. September 2011; abgerufen am 23. Mai 2012. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="Tschechien">Michal Horsák: Lehmannia nyctelia (Bourguignat, 1861) - nový slimák pro Českou republiku ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) Uherské Hradiště, Sborník Přírodovědného klubu v Uh. Hradišti, 5, 1-3, 2000 Abstract</ref> <ref name="Australien"> B. A. Melbourne, P. J. Gullan und Y. N. Su: Interpreting data from pitfall-trap surveys: crickets and slugs in exotic and native grasslands of the Australian Capital Territory. Memoirs of the Museum of Victoria, 52(2): 361-367, 1997, (PDF; 1,1 MB)</ref> <ref name="Neuseeland">G.M. Barker: Notes on the Introduced Terrestrial Pulmonata (Gastropoda, Mollusca) of New Zealand. Journal of Molluscan Studies, 48: 174-181, 1982 Abstract</ref> <ref name="Slowakei">Joszef Šteffek, Andrzej Falniowski und Magda Szarowska: Príspevok k topografickému výskumu malakofauny okresu Levice (Contribution to the topographic malacological survey in the Levice District, SW Slovakia)., Malacologica Bohemoslovaca, 4: 21–25, 2005, ISSN 1336-6939 (PDF; 257 kB)</ref> <ref name="Japan">Toshikazu Mito und Tetsuro Uesugi: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Invasive Alien Species in Japan: The Status Quo and the New Regulation for Prevention of their Adverse Effects. ( vom 22. März 2012 im Internet Archive), Global Environmental Research, 8(2)/2004: 171-19, 2004 (PDF nicht mehr abrufbar)</ref> <ref name="Rote Liste">J. H. Jungbluth, D. von Knorre (unter Mitarbeit U. von Bössneck, K. Groh, E. Hackenberg, H. Kobialka, G. Körnig, H. Menzel-Harloff, H.-J. Niederhöfer, S. Petrick, K. Schniebs, V. Wiese, W. Wimmer, M. L. Zettler): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rote Liste der Binnenmollusken (Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia) in Deutschland.), Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft, 81: 1-28, Frankfurt/M. 2009 (PDF; 1,3 MB) ( vom 16. Juni 2013 im Internet Archive)</ref> </references>
Literatur
- Michael P. Kerney, R. A. D. Cameron, Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. 384 S., Paul Parey, Hamburg/Berlin 1983, ISBN 3-490-17918-8.