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Übersetzboot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Übersetzboot.jpg
Übersetzboot

Ein Übersetzboot ist ein vom Weidling abgeleiteter Bootstyp der Schweizer Armee. Es entstand seit dem Mittelalter aus dem Fischerweidling.<ref>Mit viel Gefühl und Augenmass. Abgerufen am 17. August 2021.</ref> Der Schweizer Genieoffizier Hans Walther (1877–1966) entwarf 1925 ein erstes Übersetzboot mit seitlichen Bänken für 16 Mann.<ref>Hans Müller, Pontoniere, 1945, S. 28.</ref> Das Übersetzboot wird auch zivil im Pontoniersport verwendet.

Eigenschaften

Das Übersetzboot hat einen flachen Rumpf. Am Heck befindet sich ein „Spiegel“, an dem ein Aussenbordmotor angebracht werden kann. Das Gewicht beträgt 360 kg (ohne Motor). Zugelassen ist es für 13 Personen (plus Motor). Davon sind 2 – 3 Personen der Fahrtrupp. Das Boot kann bis 1500 Kilogramm tragen.<ref name=":0">U. Jeanloz: Die Technik des Wasserfahrens – Sport und Spass in der freien Natur. Schweizer Armee, abgerufen am 17. August 2021.</ref><ref>Lerne Wasserfahren – Übersetzboot. Abgerufen am 17. August 2021.</ref>

Übersetzboote finden meist als Personentransportfahrzeug auf Schweizer Seen und Flüssen Verwendung, werden aber auch in Deutschland genutzt.<ref>Übersetzboot - Heimatverein Schenkenschanz. Abgerufen am 17. August 2021.</ref> Die Ausrüstung unterscheidet sich je nach Fahrweise.

Ohne Aussenbordmotor

Die Mannschaft ist ausgerüstet mit 3 Stacheln, 3 Rudern, 4 Ruderstricken, 1 Sasse, 1 Spanntau. Der Vorderfahrer steht dabei hinter dem Ruderstrick, den rechten Fuß zurückgestellt. Mit der linken Hand umfasst er den Griff, mit der rechten Hand die Stange. Die Hände haben einen Abstand von ca. einer Brustlänge. Der Steuermann steht in der Mitte des Schiffes mit dem linken Fuß am Ruderstrick. Den rechten Fuß ebenfalls zurückgestellt. Mit der rechten Hand umfasst er den Griff, mit der linken Hand die Stange.<ref name=":0" />

Mit Aussenbordmotor

Die Mannschaft ist ausgerüstet mit 3 Stacheln, 3 Rudern, 5 Ruderstricken, 1 Sasse, 1 Spanntau, 4 Schnürleinen, 1 Rettungsring, 1 Wurfleine, 1 Motorentasche, 1 Aussenbordmotor, 1 Ersatzpropeller, 2 Treibstoffkanister, 1 Fahrersitz.

Verwendung im Sport

Die sportliche Verwendung von Übersetzbooten findet ihren Ausschlag im vor allem in der Schweiz bekannten Pontoniersport. Beim Wett- und Geschicklichkeitsfahren hat es nur zwei Mann Besatzung und einfache Ausrüstung (ohne Aussenbordmotor). Üblicherweise ist es ca. 9,1 Meter lang, 1,86 Meter breit und wiegt 460 kg. Gemäß den Regeln wird das Boot von über 20-jährigen gefahren.<ref>PONTONIER. Abgerufen am 17. August 2021.</ref><ref>Gregor: Pontoniersport - perfekt für jung und alt. In: strongg.com. 7. November 2018, abgerufen am 17. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Literatur

  • Hans Müller: Pontoniere. Fünfzig Jahre Schweizerischer Pontonier-Fahrverein 1893–1943. Paul Haupt, Bern 1945.

Weblinks

Commons: Übersetzboot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />