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Abgebissener Pippau

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Abgebissener Pippau
Datei:Crepis praemorsa sl2.jpg

Abgebissener Pippau (Crepis praemorsa)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Pippau (Crepis)
Art: Abgebissener Pippau
Wissenschaftlicher Name
Crepis praemorsa
(L.) Walther

Der Abgebissene Pippau (Crepis praemorsa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Pippau (Crepis) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Crepis praemorsa Sturm53.jpg
Illustration
Datei:Crepis praemorsa sl10.jpg
Grundblätter
Datei:Crepis praemorsa sl8.jpg
Blütenstand
Datei:Crepis praemorsa sl19.jpg
Achäne mit Pappus

Vegetative Merkmale

Der Abgebissene Pippau ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von meist 15 bis 45,<ref name="Rothmaler2-20" /> selten bis zu 70<ref name="FE" /> Zentimetern. Sie bildet ein kurzes, abgebissen aussehendes, schiefes Rhizom. Der aufrechte, unbeblätterte Stängel ist rundlich und gefurcht, kurz flaumig behaart und im oberen Teil traubenartig verzweigt.

Die in einer grundständigen Rosette angeordneten Laubblätter besitzen eine bei einer Länge von 5 bis 20 Zentimetern sowie einer Breite von 8 bis 55 Millimetern breite längliche bis verkehrt-eiförmige,<ref name="FE" /> und am Grund stielartig verschmälerte, gelblich-grüne Blattspreite. Der Blattrand ist ganzrandig oder entfernt gezähnelt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. In einem walzenförmigen traubigen bis rispigen Gesamtblütenstand stehen etwa 10 bis 30<ref name="Oberdorfer2001" /> körbchenförmige Teilblütenstände zusammen. Die Blütenkörbe blühen von oben herab nach unten nacheinander auf. Die Hülle (Involucrum) ist bei einer Höhe von 7 bis 12 Millimetern sowie einem Durchmesser von 3 bis 7 Millimetern zylindrisch bis glockenförmig.<ref name="FE" /> Die Hüllblätter sind schwärzlich-grün, schmal weiß berandet, zerstreut borstig, die äußeren sind grau flaumig bis zottig rau behaart und bilden eine deutliche Außenhülle. Die Blüten sind meist hellgelb.

Die hellbraunen Achänen sind bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern spindelförmig,<ref name="FE subsp. praemorsa" /> besitzen etwa 20 glatte Rippen und sind nicht geschnäbelt. Der Pappus ist schneeweiß und weich.<ref name="Hegi1987" />

Datei:Crepis praemorsa (Trauben-Pippau) IMG 0427.JPG
Habitus, Grundblätter und Blütenstand

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 8.<ref name="FE" />

Ökologie

Am Abgebissenen Pippau wurde die Pilzart Puccinia crepidis beobachtet.<ref name="Hegi1987" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Hieracium praemorsum durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 801.<ref name="SpPl" /> Friedrich Ludwig Walther stellte sie 1802 in Flora von Giessen und der umliegenden Gegend... S. 584 in die Gattung Crepis.<ref name="Walther1802" /> Das Artepitheton praemorsa ist die weibliche Form von praemorsus für abgebissen, dies bezieht sich auf ihr Rhizom, das abrupt endet und daher wie abgebissen aussieht.

Crepis praemorsa gehört zur Sektion Intybelloides <templatestyles src="Person/styles.css" />Froelich innerhalb der Gattung Crepis.

Nicht mehr zu Crepis praemorsa gehören:<ref name="ExkÖst" />

  • Froelich-Pippau (Crepis froelichiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Froel., Syn.: Crepis praemorsa subsp. corymbosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gaudin) P.D.Sell<ref name="FE" />).
  • Dinarischer Frölich-Pippau oder Slowenischer Frölich-Pippau (Crepis froelichiana subsp. dinarica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beck) Gutermann<ref name="FvÖ" />, Syn.: Crepis praemorsa subsp. dinarica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beck) P.D.Sell).<ref name="FE" />

Vorkommen und Gefährdung

Das Verbreitungsgebiet des Abgebissenen Pippau umfasst die gemäßigten Gebiete<ref name="Rothmaler2-20" /> Mittel- und Osteuropas und reicht von Ostfrankreich und Norditalien bis Norwegen und Südschweden, ins östliche Sibirien und Zentralasien. Der Abgebissene Pippau ist ein eurasiatisch-kontinentales Florenelement und damit befindet er sich in Mitteleuropa an der Westgrenze seiner Verbreitung.<ref name="Oberdorfer2001" />

Der Abgebissene Pippau gedeiht auf mäßig trockenen bis wechseltrockenen, meist kalkreichen Löß- oder Lehm-Böden an Gebüsch- und Waldrändern und in lichten Kiefern- oder Eichenwäldern. Er steigt im Gebirge nur bis in Höhenlagen von etwa 1200 Metern auf, die er bei Tschiertschen in Graubünden erreicht.<ref name="Hegi1987" /> Er ist eine sommerwärmeliebende Halbschatten- bis Lichtpflanze. Er kommt vor allem in Pflanzengesellschaften des Verbands Geranion sanguinei vor und wird als Charakterart dieses Verbandes angesehen.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Der Abgebissene Pippau ist in seinem Bestand auf Länderebene in Deutschland<ref name="FloraWeb" /> und Österreich<ref name="ExkÖst" /> gefährdet, in der Schweiz wird er als „Vulnerable“ = „gefährdet“ bewertet.<ref name="InfoFlora" /> Regional auf Bundeslands- und Kantons-Ebene wird der Abgebissene Pippau vielerorts als „stärker gefährdet“ eingestuft und ist in manchen Gegenden schon „ausgestorben“.<ref name="FloraWeb" /><ref name="ExkÖst" /><ref name="InfoFlora" />

Trivialnamen

Für den Abgebissenen Pippau bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Abbis (Schlesien) und Hasenlattich (Schlesien).<ref name="Pritzel1882" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Crepis praemorsa (L.) Walther In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Crepis praemorsa (L.) Walther, Abgebissener Pippau. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Rothmaler2-20"> </ref> <ref name="ExkÖst"> </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 801 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D801%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Walther1802"> Friedrich Ludwig Walther: Flora von Giessen und der umliegenden Gegend für Anfänger und junge Freunde der Gewächskunde. Nebst einem illuminirten Plan des neuen ökonomisch-botanischen Universitätsgartens in Giessen. Georg Friedrich Heyer, Giessen/Darmstadt 1802, S. 584 (Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 118. (eingescannt). </ref> <ref name="FE"> Peter Derek Sell: Crepis praemorsa. In: </ref> <ref name="FE subsp. praemorsa"> Peter Derek Sell: Crepis praemorsa subsp. praemorsa. In: </ref> <ref name="FvÖ"> Botanik im Bild – Flora von Österreich. 2007. Abgerufen am 2. März 2012. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 1157–1160. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Abgebissener Pippau (Crepis praemorsa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien