Ablenkung (Schach)
Als Ablenkung bezeichnet man im Schach die Lenkung einer gegnerischen Figur (seltener Bauer) weg von einem Feld, wodurch der abgelenkte Stein seine ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen kann. Eine Lenkung erfolgt durch Zwangsmittel wie Schachgebot oder Drohung.<ref>Schachtaktik – Training zur Erhöhung des taktischen Sehvermögens. (PDF) S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 18. August 2015.</ref> Der Begriff Ablenkung wird auch in der Weise interpretiert, dass man gegnerische Figuren durch Opfer von ihren Aufgaben ablenkt.<ref>Steffan Klaus: Schach Mittelspiel – Kombinationsmotive. (PDF) 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 18. August 2015.</ref><ref>Das Motiv der Ablenkung. (PDF) Ahnataler Schachclub, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. September 2016; abgerufen am 18. August 2015.</ref> Die Ablenkung von Schutzfiguren gehört zu den elementaren Motiven im Schachspiel.<ref>Grundreihenmatt. (PDF) Schachclub Kreuzberg, abgerufen am 18. August 2015 (Schemata 4 und 5).</ref> Weitere wichtige Grundmotive sind die Schwächung der Grundreihe, die Räumung, die Fesselung, die Hinlenkung, sowie der Doppelangriff.<ref>Sebastian Dietze: Schachtraining. (PDF) 29. Oktober 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 30. Juli 2016.</ref> Die Taktik der Ablenkung ist auch bei Computerspielen gebräuchlich.<ref>Nadia Kraam-Aulenbach: Interaktives. problemlösendes Denken im vernetzten Computerspiel. (PDF) 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 28. Juli 2024 (Dissertation, insb. S. 202).</ref>
Vorwiegend ist das Ablenkungsmotiv im Mittelspiel zu finden. Hat eine Partei im Bauernendspiel einen entfernten Freibauern, so wird im geeigneten Moment die Drohung seiner Umwandlung zur Ablenkung des gegnerischen Königs vom Hauptkampfplatz eingesetzt. Der eigene König kann dann am anderen Flügel spielentscheidend Bauern schlagen, während der abgelenkte König zu spät kommt.
Besonders wirkungsvoll ist die Ablenkung von Figuren, die ein direktes Matt oder eine Mattkombination verhindern.
In den folgenden beiden Diagrammen 3 und 4 erreicht Weiß mittels Ablenkung Materialgewinn.
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Diagramm 3
Weiß am Zug gewinnt durch die Ablenkung:
1. Te1–e8+ Kd8xe8 der einzige mögliche Zug, um das Schach des Turmes abzuwehren. |
Diagramm 4
Stellung nach: 1. Te1–e8+ Kd8xe8 Weiß kann jetzt die schwarze Dame nehmen.
Nach 2. Dc1xc8+ Ke8–e7 3. Dc8xa6 steht Weiß auf Gewinn. |
Der Schlüsselzug in der Studie von Paul Heuäcker ist ein typischer Ablenkungsversuch im Läuferendspiel.
Einzelnachweise
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