Abnahme
{{#if: behandelt die Abnahme im Werk- und Kaufvertragsrecht. Zur bauordnungsrechtlichen Abnahme siehe Bauabnahme.
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}} Die Abnahme ist eine Rechtshandlung, die in der Entgegennahme der Leistung durch den Gläubiger eines Kauf- oder Werkvertrages besteht. Beim Werkvertrag umfasst sie darüber hinaus die Billigung des Werkes als im Wesentlichen vertragsgemäß (sog. zweigliedriger Abnahmebegriff).
Allgemeines
Abnahme ist ein Rechtsbegriff, der geschäftlich ersichtlich erstmals im Sinne von „Bezug“ im Jahre 1725 auftauchte.<ref>Johann Gottlob Klingner, Sammlungen zum Dorf- und Baurenrechte, Band I, 1749, S. 609</ref> Heute wird er beim Kaufvertrag im Sinne von Übernahme des Kaufgegenstandes durch den Käufer als Pendant zur Übergabe durch den Verkäufer verwendet. Bei Werkverträgen dagegen bedeutet die Abnahme mehr als die bloße körperliche Entgegennahme. Das Prozessrecht spricht von Abnahme, wenn der Eid durch das Gericht, die Vermögensauskunft oder die eidesstattliche Versicherung durch den Gerichtsvollzieher entgegengenommen werden.
Rechtsfragen
Der Begriffsinhalt der Abnahme hängt davon ab, ob es sich um einen Kauf- oder Werkvertrag handelt. Beim Architektenvertrag ist sogar eine Teilabnahme vorgesehen.
Kaufvertrag
Der Käufer ist beim Kaufvertrag gemäß {{#switch: juris
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}}{{#if: 433||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 BGB verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen. Abnahme ist hier der Vorgang, durch den der Käufer den Besitz ({{#switch: juris
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Werkvertrag
Der Besteller ist beim Werkvertrag gemäß {{#switch: juris
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Sofern nach der Beschaffenheit des Werkes eine Abnahme nicht möglich ist (z. B. bei unkörperlichen Werken wie Theateraufführungen und bei Beförderungen wie Taxifahrten), tritt an die Stelle der Abnahme die Vollendung des Werkes ({{#switch: juris
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Seit Mai 2000 unterschied das Gesetz bei abnahmefähigen Werken zwischen der Abnahme durch Erklärung des Bestellers (rechtsgeschäftliche Abnahme; § 640 Abs. 1 Satz 1 BGB) und der ihr gleichgestellten fingierten Abnahme (§ 640 Abs. 1 Satz 3 BGB alte Fassung),<ref>Otto Palandt/Hartwig Sprau, BGB-Kommentar, 73. Auflage, 2014, § 640 Rn. 2</ref> wenn der Besteller nach Fertigstellung des Werks und angemessener Fristsetzung durch den Unternehmer die Abnahme nicht fristgemäß verweigerte, obwohl er dazu verpflichtet war. Mit einer am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Novelle wurde § 640 Abs. 1 Satz 3 BGB gestrichen und in {{#switch: dejure
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Die rechtsgeschäftliche Abnahme ist mit der Übertragung des Besitzes und der Billigung des Werkes verbunden.
Es ist umstritten, ob es sich bei dem Element der Billigung um eine einseitige Willenserklärung oder eine rechtsgeschäftsähnliche Handlung handelt. Einigkeit besteht darüber, dass die Vorschriften über Willenserklärungen und einseitige Rechtsgeschäfte entsprechend anwendbar sind.
Besonderheiten beim Bauvertrag mit VOB/B
Die Abnahme des Bauwerkes durch den Kunden darf nicht mit der Bauabnahme durch die zuständige Bauaufsichtsbehörde verwechselt werden. Sofern bei einem Bauvertrag die Geltung des Teils B der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/B), d. h. der „Allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen“, vereinbart ist, werden die Regelungen des BGB insbesondere durch {{#switch: dejure
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}}{{#if: 12||[Paragraf fehlt]}}{{#if: VOB-B||[Gesetz fehlt]}} Nr. 3 VOB/B).
- Im Unterschied zum BGB hat der Auftragnehmer auch Anspruch auf Teilabnahmen ({{#switch: dejure
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- Verfahren
- Im Rahmen eines VOB/B-Bauvertrags ist der Auftraggeber zur Abnahme innerhalb von zwölf Werktagen nach entsprechender Aufforderung durch den Auftragnehmer verpflichtet ({{#switch: dejure
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- Auf Verlangen einer Vertragspartei ist die Abnahme gemäß {{#switch: dejure
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}}{{#if: 12||[Paragraf fehlt]}}{{#if: VOB-B||[Gesetz fehlt]}} Nr. 4 Abs. 1 VOB/B in einer besonderen Form durchzuführen (förmliche Abnahme). Bei einer förmlichen Abnahme wird das Bauwerk begangen. In der Regel sind dabei Auftraggeber und Auftragnehmer anwesend. Jede Vertragspartei kann auf ihre Kosten einen Sachverständigen hinzuziehen. Bei der förmlichen Abnahme ist ein Abnahmeprotokoll zu erstellen, in das etwaige Vorbehalte wegen bekannter Mängel und wegen Vertragsstrafen und etwaige Einwendungen des Auftragnehmers gegen vom Auftraggeber behauptete Mängel und geforderte Vertragsstrafen aufzunehmen sind.
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- Wirkungen
- Die Gefahr des zufälligen Untergangs oder der Verschlechterung des Werks geht auf den Auftraggeber über (Übergang der Gefahr) ({{#switch: dejure
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- Die Verjährungsfrist für die Mängelansprüche beginnt zu laufen (Beginn der Gewährleistungsfrist) ({{#switch: dejure
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}}{{#if: 13||[Paragraf fehlt]}}{{#if: VOB-B||[Gesetz fehlt]}} Nr. 4 Abs. 3 VOB/B).
- Wie nach {{#switch: juris
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}}{{#if: 341||[Paragraf fehlt]}}{{#if: BGB||[Gesetz fehlt]}} Abs. 3 BGB kann eine etwa verwirkte Vertragsstrafe vom Auftraggeber nicht mehr gefordert werden, wenn er sich diese nicht bei Abnahme vorbehalten hat ({{#switch: dejure
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Technische Abnahme
Als technische Abnahme wird eine Erklärung des Bestellers oder häufig seines entsprechend bevollmächtigten Architekten bezeichnet, dass das Werk oder ein bestimmter Teil unter rein technischen Gesichtspunkten vertragsgemäß ist. Die Beweislast dafür, dass das Werk insoweit nicht vertragsgemäß sei, geht damit auf den Besteller über, wohingegen die sonstigen Wirkungen der Abnahme nicht eintreten. Technische Abnahmen werden häufig während der Bauzeit durchgeführt für Teile, die später nicht mehr überprüfbar sind, z. B. die Bewehrung eines Stahlbetonbauteils. Die Durchführung von technischen Abnahmen können die Vertragsparteien vereinbaren; bei Vereinbarung der VOB/B haben die Vertragsparteien nach {{#switch: dejure
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}}{{#if: 4||[Paragraf fehlt]}}{{#if: VOB-B||[Gesetz fehlt]}} Abs. 10 VOB/B Anspruch auf Feststellung von Zuständen von Teilen der Leistung, wenn diese bei späteren Arbeiten verdeckt werden.
Bei Installation einer Gefahrenmeldeanlage wird bei der Abnahme ein Installationsattest ausgestellt.
Architektenvertrag
Der Unternehmer kann beim Architektenvertrag {{#switch: juris
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Weitere Rechtsgebiete
Stromnetzbetreiber müssen gemäß {{#switch: juris
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Rechtsfolgen
Die Abnahme kann ausdrücklich und auch durch schlüssiges Handeln erfolgen, etwa durch die vollständige Zahlung der Vergütung.<ref>OLG München, Urteil vom 10. November 2015, Az. 9 U 4218/14 Bau, Volltext = NJW-Spezial 2015, 716.</ref> Dazu muss das Verhalten des Bestellers die Billigung des Werkes als im Wesentlichen vertragsgerecht ausdrücken.<ref>BGH, Urteil vom 20. Februar 2014, Az. VII ZR 26/12, Volltext</ref> Sie führt im Kaufvertragsrecht zum Besitzübergang, im Werkvertragsrecht zur Fälligkeit der Vergütung ({{#switch: juris
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Siehe auch
Einzelnachweise
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