Abusus non tollit usum
Abusus non tollit usum ist ein lateinisches Sprichwort und eine Rechtsregel: Missbrauch hebt den (rechten) Gebrauch nicht auf. Gelegentlich wird der Satz ergänzt mit sed confirmat substantiam („sondern er bestätigt das Wesen“).<ref name=":0">Bernd Schröder: Religionspädagogik angesichts des Judentums: Grundlegungen - Rekonstruktionen - Impulse. Mohr Siebeck, 2023, ISBN 978-3-16-162006-5, S. 54.</ref>
Das Sprichwort wird zum Teil auf den Satz Usus enim, non abusus, legatus est Ciceros aus seinem Werk Topica 17, 4 zurückgeführt.<ref>Johann Anselm Steiger, Konrad Küster: Johann Rist, Neue Himmlische Lieder (1651): Musik von Andreas Hammerschmidt, Michael Jacobi, Jacob Kortkamp, Petrus Meier, Hinrich Pape, Jacob Praetorius, Heinrich Scheidemann, Sigmund Theophil Staden. Hrsg.: Johann Anselm Steiger. Walter de Gruyter, 2013, ISBN 978-3-05-006408-6, S. 12, 32.</ref> Teilweise wird die Rechtsregel auch als Regel beschrieben, die auf das römische Recht zurückgeht.<ref name=":0" />
Aus dem ersten Wort des Sprichwortes bildete sich das Adjektiv abusiv, im 18. und 19. Jahrhundert war gelegentlich auch das Adverb abusive im Gebrauch.<ref>Hans Schulz, Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 3-11-012622-2, S. 81.</ref>
Das Sprichwort wird neben dem Recht auch in theologischen Schriften gebraucht.<ref>Joachim Track: Quo vadis Kirche?: Gestalt und Gestaltung von Kirche in den gegenwärtigen Transformationsprozessen : Joachim Track zum 65. Geburtstag. W. Kohlhammer Verlag, 2005, ISBN 3-17-018881-X, S. 324.</ref> So charakterisierte der Theologe Hans Küng den Satz sogar als ein ethisches Axiom.<ref>Hans Küng: Ist die Kirche noch zu retten? Piper ebooks, 2011, ISBN 978-3-492-95166-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Einzelnachweise
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