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Acker-Hahnenfuß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Acker-Hahnenfuß
Datei:Illustration Ranunculus arvensis0.jpg

Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis), Illustration

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Ranunculeae
Gattung: Hahnenfuß (Ranunculus)
Art: Acker-Hahnenfuß
Wissenschaftlicher Name
Ranunculus arvensis
L.

Der Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).<ref name="Euro+Med" /><ref name="FoNA1997" /> Sie ist in Eurasien verbreitet.

Beschreibung

Datei:Ranunculus arvensis sl15.jpg
Stängel mit Laubblättern
Datei:Ranunculus arvensis (Acker-Hahnenfuß) IMG 20824.JPG
Oberer Bereich eines Acker-Hahnenfußes mit zwei gestielten Blüten. Gut zu erkennen sind die behaarten Kelchblätter.
Datei:Ranunculus arvensis sl8.jpg
Aus Nüsschen bestehende Sammelfrucht
Datei:Ranunculus arvensis sl10.jpg
Nüsschen
Datei:Ranunculus arvensis sl11.jpg
Stacheln auf der Oberfläche eines Nüsschens

Erscheinungsbild und Laubblatt

Der Acker-Hahnenfuß wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von selten 15 bis, meist 20 bis 80 Zentimetern.<ref name="FloraWeb" /> Der aufrechte oder aufsteigende Stängel ist verzweigt und kahl bis mehr oder weniger anliegend behaart.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FoNA1997" />

Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet.<ref name="FoNA1997" /> Die drei bis fünf Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Ihr 1,6 bis 6 Zentimeter langer Blattstiel ist spärlich flaumig behaart. Ihre papierartige, spärlich angedrückt flaumig behaarte Blattspreite ist verkehrt-eiförmig oder breit rhombisch im Umriss mit einer Länge von 1,5 bis 5,2 Zentimetern und einer Breite von 1,5 bis 4,2 Zentimetern und mehr oder weniger breit keilförmiger Spreitenbasis. Sie ist dreilappig bis mehr oder weniger tief dreiteilig sowie an der gerundeten oder spitz auslaufenden Spitze zwei- oder dreizähnig; ihre Blattabschnitte sind schmal keilförmig, verkehrt-lanzettlich oder linealisch. Die oberen Stängelblätter sind ungestielt, kahl, mehr oder weniger dreiteilig mit schmal keilförmigen oder linealisch-lanzettlichen Abschnitten.

Blüte

An einem Pflanzenexemplar befinden sich einige bis zahlreiche<ref name="FloraWeb" /> Blüten jeweils den oberen Laubblättern gegenüber. Die stielrunden Blütenstiele sind angedrückt flaumig behaart.<ref name="FloraWeb" />

Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 4 bis 15 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit einer doppelten Blütenhülle.<ref name="FloraWeb" /> Der Blütenboden (Rezeptaculum) ist spärlich steif behaart.<ref name="FoNA1997" /> Die fünf ausgebreiteten Kelchblätter sind bei einer Länge von 4 bis 7 Millimetern und einer Breite von 1 bis 2 Millimetern schmal-eiförmig und an der Unterseite angedrückt borstig behaart.<ref name="FoNA1997" /> Die fünf hellgelben bis grünlich-gelben Kronblätter sind bei einer Länge von 5,5 bis 8 Millimetern und einer Breite von 2 bis 4 Millimetern<ref name="FoNA1997" /> verkehrt-eiförmig mit gerundetem oberen Ende. Die Nektargrube ist von einer Schuppe bedeckt. Es sind viele Staubblätter vorhanden. Der 3 bis 8 Millimeter lange Stempel besitzt einen etwa 2,6 Millimeter langen, haltbaren Griffel.

Frucht

In einer bei einem Durchmesser von 8 bis 12 Millimetern scheibenförmigen bis fast kugelförmigen Sammelfrucht stehen fünf bis acht Nüsschen zusammen.<ref name="FoNA1997" /> Die flachen und berandeten, kahlen Nüsschen sind bei einer Länge von meist 6 bis 7 (4 bis 8) Millimetern sowie einer Breite von 2,8 bis 5 Millimetern elliptisch. Sie sind mit vielen 2 bis 4 Millimeter langen Stacheln besetzt oder manchmal netzig gerippt.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FoNA1997" /> Der 1,6 bis 3,8 Millimeter lange Schnabel ist pfriemlich, gerade oder an der Spitze mehr oder weniger gebogen.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FoNA1997" />

Datei:Weddi IMG 2734.jpg
Ranunculus arvensis in einem extensiven Getreideacker (Hafer)

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8; es liegt Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 32 vor.<ref name="FloraWeb" /><ref name="AtlasFloraeEuropaeae" />

Ökologie und Phänologie

Die Nüsschen sind typische Klettfrüchte; es findet aber auch eine Bearbeitungsausbreitung durch Kleinvögel statt.

Die Blütezeit reicht je nach Standort von April bis Juli. Fruchtreife ist von Juni bis September.<ref>Acker-Hahnenfuß - gestalte deinen Garten ökologisch & pflegeleicht. Abgerufen am 10. Februar 2025.</ref>

Vorkommen

Der Acker-Hahnenfuß ist in Europa, Nordafrika und Asien verbreitet. In Asien kommt er von Vorderasien und Zentralasien bis Indien und Pakistan vor.<ref name="GRIN" /> Beispielsweise in Teilen Nordamerikas<ref name="FoNA1997" /> und Chinas ist er ein Neophyt.

Der Acker-Hahnenfuß kommt kollin bis montan vor. Er steigt in den Alpenvereinzelt bis 1550 Meter Meereshöhe auf.<ref name="DamboldtZimmermann1974" /> Er gedeiht meist auf nährstoffreichen, lehmig-tonigen Äckern und gilt als Lehmzeiger. Er ist „basenhold“, d. h., er gedeiht auf basische Böden am besten. Die Vorkommen sind in allen deutschen Bundesländern zerstreut bis selten. Diese giftige Pflanzenart ist vor allem durch Herbizideinsatz in der Landwirtschaft gefährdet. Sie ist eine Charakterart der Klasse Secalietea.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w+ (frisch aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Ranunculus arvensis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 555.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton arvensis bedeutet „auf Äckern wachsend“. Synonyme für Ranunculus arvensis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Ranunculus tuberculatus <templatestyles src="Person/styles.css" />DC.,Ranunculus reticulatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Seub.<ref name="Euro+Med" />

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Ranunculus arvensis L., Acker-Hahnenfuß. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Ranunculus arvensis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="AtlasFloraeEuropaeae"> Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 145–146. </ref> <ref name="FoNA1997"> Alan T. Whittemore: Ranunculus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliophyta: Magnoliidae and Hamamelidae. Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. Ranunculus arvensis. S. 106 – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. Hörandl, E. von Raab-Straube (2015+): Ranunculeae. Datenblatt Ranunculus arvensis. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="DamboldtZimmermann1974"> Jürgen Damboldt, Walter Zimmermann: Familie Ranunculaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band III, Teil 3, S. 260–262. Verlag Carl Hanser, München 1974. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien