Acker-Klettenkerbel
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| Datei:Torilis arvensis sl3.jpg
Habitus (Torilis arvensis) | ||||||||||||
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Der Acker-Klettenkerbel (Torilis arvensis), auch Feld-Klettenkerbel<ref name="FloraWeb2008" />, Acker-Borstendolde<ref name="Fischer2008"/> oder Feld-Borstendolde<ref name="InfoFlora" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Borstendolden (Torilis) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist mit mehreren Unterarten in Eurasien und Afrika weitverbreitet.<ref name="GRIN" />
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Acker-Klettenkerbel ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 (zum Teil 115) Zentimetern erreicht.<ref name="Thellung1965" /> Die oberirdischen Pflanzenteile erscheinen durch stärkere Behaarung matt grau-grün. Er bildet eine dünne, spindelförmige Wurzel. Der Stängel ist aufrecht, fein gerillt, meist vom Grund an ästig und im Alter oft rot angelaufen.<ref name="Thellung1965" /> Die Laubblätter sind im Umriss dreieckig-eiförmig bis dreieckig-länglich; die unteren sind zwei- bis dreifach fiederschnittig, die oberen oft nur einfach fiederschnittig.<ref name="Thellung1965" /> Die Abschnitte letzter Ordnung und besonders der Endabschnitt sind oft lang ausgezogen zugespitzt und spitz gesägt mit schlankeren Zähnen.<ref name="Thellung1965" />
Generative Merkmale
Die Blüten stehen in einem doppeldoldigen Blütenstand zusammen. Es ist kein oder nur ein einzelnes Hüllblatt vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zahlreich und linealisch-pfriemlich.<ref name="Thellung1965" /> Die Doppeldolden sind lang gestielt und zwei- bis zehnstrahlig.<ref name="Thellung1965" /> Die Kronblätter sind weiß oder rötlich, verkehrt herzförmig mit schmaler und tiefer Ausrandung und einem schlanken eingebogenen Läppchen.<ref name="Thellung1965" /> Sie sind außen im Mittelfeld angedrückt borstig behaart.<ref name="Thellung1965" /> Der Griffel ist am Grunde borstig behaart.<ref name="Thellung1965" /> Die Früchte sind zuletzt schwärzlichgrün.<ref name="Thellung1965" /> Die 3 bis 5 Millimeter langen Doppelachänen weisen Fruchtstacheln auf, die an der Spitze mit einer Lupe erkennbare Widerhäkchen besitzen.
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="IPCN" />
Phänologie
Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von hauptsächlich von Juli bis August<ref name="Fischer2008"/>, doch wurde auch Juni bis September beobachtet.<ref name="Thellung1965" />
Ökologie
Beim Acker-Klettenkerbel handelt es sich um einen Therophyten.<ref name="FloraWeb2008" />
Diasporen sind seine Klettfrüchte, die über Tiere durch Anhaften an Fell oder Federn ausgebreitet werden (Epichorie).
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet des Acker-Klettenkerbels liegt in Europa, Vorderasien und im nordwestlichen Afrika. Es reicht östlich bis Zentralasien.<ref name="POWO" /> Die Art ist in Mitteleuropa ein Archäophyt. Sie ist in Nord- und Südamerika, im südlichen und östlichen Afrika, in Australien und Neuseeland eine Neophyt.<ref name="POWO" />
In Österreich tritt der Acker-Klettenkerbel, der sich in letzter Zeit in Ausbreitung zu befinden scheint, im pannonischen Gebiet zerstreut bis selten, sonst sehr selten in brachliegenden Weingärten, trockenen Ruderalstellen und Trockenrasen auf. Die Vorkommen beschränken sich auf die colline und teilweise submontane Höhenstufe der Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Torilis arvensis gilt in Österreich als stark gefährdet.<ref name="Fischer2008"/> Die Art steigt im Aostatal bis 1000 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Thellung1965" />
Der Acker-Klettenkerbel tritt selten und unbeständig ruderal oder in Getreidefeldern auf. Er gedeiht am besten auf basenreichen, kalkreichen, trockenen, sommerwarmen Lehm- oder Tonböden, der Stickstoff nur in mäßigen Mengen enthält. Nach Ellenberg ist es eine Halblichtpflanze, ein Wärmezeiger, ein Basen- und Kalkzeiger. Es ist eine Ordnungscharakterart der Getreideunkrautgesellschaften (Secalietalia), nach Erich Oberdorfer Charakterart des Verbands Caucalidion.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung des Acker-Klettenkerbels erfolgte 1762 durch William Hudson in Flora Anglica S. 98 unter dem Basionym Caucalis arvensis.<ref name="Hudson1762" /> Die Neukombination zu Torilis arvensis wurde 1821 durch Heinrich Friedrich Link in Enumeratio Plantarum Horti Regii Berolinensis Altera, Band 1, S. 265 veröffentlicht.<ref name="Link1821" />
Bei manche Autoren gibt es Mitteleuropa beispielsweise drei Unterarten, deren taxonomischer Status als unzureichend erforscht gilt:<ref name="Fischer2008"/><ref name="Buttler2013" />
- Gewöhnliche Acker-Borstendolde (Torilis arvensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Huds.) Link subsp. arvensis): Die Pflanze ist weniger als 30 cm hoch. Die zahlreichen Verzweigungen stehen weit ab. Die äußeren Kronblätter sind kürzer als 1,5 mm und strahlen nicht. Die Griffel sind zwei- bis dreimal länger als das Griffelpolster.<ref name="Jury1996" /> Sie hat eine beschränkte Verbreitung in West- und Mitteleuropa.<ref name="Jury1996" /><ref name="Fischer2008"/><ref name="Buttler2013" /> Nach Ralf Hand kommt sie aber ursprünglich auch in Nordafrika, Südeuropa, Südosteuropa und in Vorderasien vor.<ref name="Euro+Med" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="IPCN" />
- Verkannte Acker-Borstendolde (Torilis arvensis subsp. neglecta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Spreng.) Thell., Syn.: Torilis neglecta <templatestyles src="Person/styles.css" />Spreng., Torilis radiata <templatestyles src="Person/styles.css" />Moench): Die äußeren Kronblätter sind über 2 mm lang und strahlen deutlich. Die Griffel sind drei- bis sechsmal länger als das Griffelpolster.<ref name="Jury1996" /> Sie ist ursprünglich in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, in Ungarn, in der Ukraine, auf der Balkanhalbinsel, in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, auf Madeira, in Algerien, Ägypten, Marokko, Tunesien, auf Zypern, im Iran, Irak, Libanon, in Syrien, in der Türkei, Jordanien, Israel und in Afghanistan verbreitet.<ref name="GRIN" /> Auf den Azoren ist sie ein Neophyt.<ref name="GRIN" /> Auf den Kanarischen Inseln und in Frankreich ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="IPCN" />
- Aufrechte Acker-Borstendolde (Torilis arvensis subsp. recta <templatestyles src="Person/styles.css" />Jury):<ref name="Jury1996" /> Die Pflanze ist 30 bis 100 cm hoch. Die wenigen Verzweigungen sind mehr oder weniger aufrecht. Die äußeren Kronblätter sind kürzer als 1,5 Millimeter und strahlen nicht. Die Griffel sind zwei- bis dreimal länger als das Griffelpolster.<ref name="Jury1996" /> Diese früher mit Torilis arvensis subsp. arvensis zusammengefasste Sippe kommt in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika und Südwestasien vor und tritt auch darüber hinaus als eingebürgerter Neophyt auf. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="IPCN" />
Nicht mehr zu Torilis arvensis gehören:<ref name="Euro+Med" /><ref name="Reduron2008" /><ref name="Buttler2013" />
- Torilis africana <templatestyles src="Person/styles.css" />Spreng. (Syn.: Torilis arvensis subsp. heterophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Guss.) Thell., Torilis arvensis subsp. purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ten.) Hayek): Sie kommt ursprünglich in Süd- und Osteuropa, in Nordafrika, in Madeira, in Westasien und im Kaukasusraum vor.<ref name="Euro+Med" /> Auf den Kanarischen Inseln ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="IPCN" />
- Torilis elongata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffmanns. & Link) Samp. (Syn.: Torilis arvensis subsp. elongata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffmanns. & Link) Cannon): Sie kommt ursprünglich in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Portugal, Spanien, Sizilien, Italien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Kreta, Israel, Jordanien, Syrien, im Libanon und in der europäischen und asiatischen Türkei vor.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /> Auf den Kanarischen Inseln ist ihre Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="Fischer2008"> </ref> <ref name="FloraWeb2008"> Torilis arvensis (Huds.) Link, Feld-Klettenkerbel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand: Apiaceae.: Torilis arvensis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.</ref> <ref name="Reduron2008"> Jean-Pierre Reduron: Ombellifères de France 5. In: Bulletin de la Société Botanique du Centre Ouest, Nouvelle Série. Numéro Spécial. Band 30, 2008, Torilis gr. arvensis, S. 2482–2515.</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Buttler2013">Karl Peter Buttler, Michael Thieme & Mitarbeiter: Florenliste von Deutschland – Gefäßpflanzen, Version 5. Frankfurt am Main, Juli 2013, veröffentlicht im Internet unter http://www.kp-buttler.de.</ref> <ref name="Jury1996"> Stephen L. Jury: A new subspecies of Torilis arvensis (Hudson) Link. In: Lagascalia. Band 18, Nr. 2, 1996, S. 282–285 (PDF-Datei).</ref> <ref name="Hudson1762">William Hudson: Flora Anglica. Selbstverlag, London 1762, S. 98, Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..</ref> <ref name="Link1821"> Heinrich Friedrich Link: Enumeratio plantarum Horti regii botanici berolinensis altera. Band 1, G. Reimer, Berlin 1821, S. 265 (Digitalisat).</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="IPCN">Torilis arvensis bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 1054–1057.</ref> <ref name="InfoFlora"> Torilis arvensis (Huds.) Link In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Torilis arvensis bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>
Weblinks
- Torilis arvensis subsp. heterophylla (Guss.) Thell.. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Torilis arvensis subsp. neglecta (Spreng.) Thell.. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Torilis arvensis subsp. recta Jury, Aufrechter Feld-Klettenkerbel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Acker-Klettenkerbel. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Datenblatt und Bilder bei Blumen in Schwaben