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Acriflaviniumchlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Diaminomethylacridiniumchlorid Struktur von Diaminoacridinhydrochlorid
Allgemeines
Freiname Acriflaviniumchlorid
Andere Namen
  • Trypaflavin
  • Neutroflavin
  • Euflavin
Summenformel Gemisch aus
  • C13H12ClN3 und
  • C14H14ClN3<ref name="Ammon" />
Kurzbeschreibung

rötlich braunes, kristallines Pulver<ref name="Ammon" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer (Listennummer) 685-466-9
ECHA-InfoCard 100.211.047
PubChem 443101
ChemSpider 391386
DrugBank DB13373
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

R02AA13

Wirkstoffklasse

Antiseptika

Eigenschaften
Molare Masse Stoffgemisch
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

260 °C (Zersetzung ab 130 °C)<ref name="Sigma" />

Löslichkeit

gut in Wasser (300 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Hydrochlorid

Datei:GHS-pictogram-acid.svg Datei:GHS-pictogram-exclam.svg Datei:GHS-pictogram-pollu.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318​‐​411
P: 273​‐​280​‐​301+312+330​‐​305+351+338+310<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

1048 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="merck" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Acriflaviniumchlorid ist ein Stoffgemisch, das als Arzneistoff (Antiseptikum im Mund- und Rachenbereich) Anwendung findet.<ref name="Estler">C. J. Estler (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie. 4. Auflage. Schattauer, Stuttgart u. New York 1995, S. 601.</ref> Es wurde 1929 von der I. G. Farben patentiert.

Chemisch gesehen handelt es sich dabei um ein Gemisch aus etwa zwei Drittel 3,6-Diamino-10-methylacridiniumchlorid (C14H14ClN3) und etwa ein Drittel 3,6-Diaminoacridinhydrochlorid (C13H12ClN3),<ref name="Ammon">H. P. T. Ammon (Hrsg.): Hunnius. Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin u. New York 2004.</ref> von denen das Erstere eine quartäre Ammoniumverbindung darstellt. Beide Verbindungen sind Derivate des Acridins.

Datei:Acriflavinium chloride substance photo.jpg
Acriflaviniumchlorid: Ein rötlich braunes, kristallines Pulver

Wirkung

Acridin-Derivate sind gegenüber grampositiven Bakterien wirksam. Acriflaviniumchlorid interkaliert in Nukleinsäuren und hemmt dadurch die Vermehrung von Bakterien und Viren. Nach einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) ist es jedoch möglicherweise carcinogen.<ref>J. Falbe, M. Regitz (Hrsg.): Römpp Lexikon Chemie. 10. Auflage. Thieme, Stuttgart u. New York 1996–1999, S. 46.</ref>

Weitere Verwendungen

Acriflaviniumchlorid wird auch zur Vitalfärbung verwendet. Früher wurde 3,6-Diamino-10-methylacridiniumchlorid auch unter dem Namen Trypaflavin als Mittel gegen die Afrikanische Trypanosomiasis („Schlafkrankheit“), deren Erreger zu den Trypanosomen gehört, angewendet.<ref>H. Beyer, W. Walter: Lehrbuch der Organischen Chemie. 20. Auflage. Hirzel, Stuttgart 1984, S. 741.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein