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Albin Sawatzki

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Albin Sawatzki (* 6. Oktober 1909 in Weißfluß<ref>Die ausgezeichneten Männer der Rüstung. Ihre Lebensläufe. In: Kölnische Zeitung vom 7. Juni 1943, S. 2.</ref> bei Danzig; † 1. Mai 1945 in Warburg) war deutscher Ingenieur und in der Endphase des nationalsozialistischen Deutschen Reiches für die Serienfertigung der Boden-Boden-Rakete A4 im unter Tage gelegenen Mittelwerk verantwortlich.

Leben

Sawatzki, der zum 1. Mai 1933 der NSDAP beigetreten war (Mitgliedsnummer 2.054.317),<ref>Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/18430954</ref> war zunächst Betriebsleiter bei Henschel & Sohn in Kassel und dort Beauftragter für die Panzerfertigung. Dabei war er für die Fertigung des Panzerkampfwagen VI Tiger verantwortlich.<ref name="Klee521">Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main 2007, S. 521</ref> Im Juli 1943 wurde Sawatzki im Sonderausschuss A4, der sich mit Fragen von Erprobung und Fertigung der A4 beschäftigte, durch Rüstungsminister Albert Speer als Leiter des Arbeitsausschusses Serienfertigung berufen. Zunächst hatte er seinen Dienstsitz in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und nach der Bombardierung der Heeresversuchsanstalt Peenemünde ab Anfang September 1943 in Nordhausen.<ref name="Wagner40">Jens-Christian Wagner (Hg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945, Göttingen, 2007., S. 40</ref> Ab Februar 1944 wurde Sawatzki schließlich als Direktor der Planungsabteilung Mitglied der Geschäftsführung der Mittelwerk GmbH.<ref name="Klee521" /> Sawatzkis Arbeitsausschuss bereitete die Serienfertigung der Rakete vor, unter anderem mit der Einrichtung von unterirdischen Fabriken. Die bekannteste Produktionsstätte, das Mittelwerk in der Stollenanlage im Kohnstein, war über ein Jahr lang in Betrieb. Dort mussten Häftlinge des Konzentrationslagers Dora-Mittelbau unter katastrophalen Bedingungen die Stollen vortreiben und später teils auch Raketen produzieren.<ref name="Wagner40" /> 1944 wurde Sawatzki darüber hinaus Technischer Direktor bei Henschel.<ref>Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Hamburg, 1996, S. 158.</ref> Aufgrund seiner „Verdienste um die deutsche Rüstung“ erhielt Sawatzki durch Adolf Hitler eine Dotation von 30.000 RM.

Kurz vor Kriegsende entzog sich Sawatzki der am 6. April 1945 eingeleiteten Evakuierung von 450 Raketenspezialisten in die Alpenfestung nach Oberammergau und setzte die von der SS befohlene Zerstörung der Stollenanlage im Kohnstein nicht um.<ref name="Bornemann" details="S. 148–152">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Am 11. April 1945 marschierte die US-Armee in Nordhausen und Niedersachswerfen ein und entdeckte die unterirdische Stollenanlage im Kohnstein, in der zusätzlich zu den Gefangenen des Konzentrationslagers mehr als 10.000 Menschen aus der Umgebung Zuflucht gefunden hatten.<ref name="Wagner40" /> Am 13. April 1945 wurde Sawatzki von ehemaligen Häftlingen misshandelt und am 14. April 1945 durch die US-Armee verhört.<ref name="Bornemann" details="S. 153"/> Er kam unter unbekannten Umständen am 1. Mai 1945 im westfälischen Warburg zu Tode.<ref name="Klee521" />

Familie

Sawatzki war verheiratet und lebte in Kassel. Mit einer Mitarbeiterin seines Büros war er Vater eines unehelichen Kindes, das noch vor Kriegsende zur Adoption freigegeben wurde.<ref>Waldeckische Landeszeitung - Arolser Zeitung vom 14. Juni 2025, S. 4</ref>

Auszeichnungen

Literatur

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8
  • Jens-Christian Wagner (Hg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945 Begleitband zur ständigen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Wallstein, Göttingen, 2007, ISBN 978-3-8353-0118-4.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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