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Albrecht Ritschl (Wirtschaftshistoriker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Albrecht Ritschl (* 1959 in München<ref>Vademekum der Geschichtswissenschaften. Ausgabe 10.2012/2013. Steiner, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10079-3, S. 538.</ref>) ist ein deutscher Wirtschaftshistoriker.

Leben

Ritschl, ein Enkel des Hamburger Finanzwissenschaftlers Hans Ritschl, wurde nach einem Studium der Volkswirtschaftslehre 1987 an der Universität München promoviert.<ref>Albrecht Ritschl im Mathematics Genealogy Project (englisch) Vorlage:MathGenealogyProject/Wartung/id verwendet.</ref> Gefördert insbesondere aus Mitteln des Leibniz-Preises für Knut Borchardt, habilitierte er sich dort 1998 über das Wechselverhältnis zwischen Deutschlands Binnenkonjunktur und dem Zugang zu Auslandskrediten. Von 1994 bis 2007 hatte er Professuren an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona (Assistant Prof. 1994–1996, Associate Prof. 1997–1999), der Universität Zürich (1999–2001) und der Humboldt-Universität zu Berlin (2001–2007) inne, bevor er 2007 an die London School of Economics and Political Science berufen wurde.

Ritschl ist Mitglied (seit 2005) des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Er war Sprecher (2011–2016) der Unabhängigen Geschichtskommission dieses Ministeriums<ref>Wirtschaftspolitik in Deutschland 1917–1990. Abschlussbericht der Unabhängigen Geschichtskommission beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. 2016. Abgerufen am 20. Mai 2020.</ref>. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte leitet er das Geschichtsprojekt der Deutschen Bundesbank, dessen vorläufige Ergebnisse im Jahr 2024 vorgestellt wurden.<ref>Von der Reichsbank zur Bundesbank. Personen, Generationen und Konzepte zwischen Tradition, Kontinuität und Neubeginn. Abgerufen am 20. Mai 2025.</ref>

Thesen

Ritschl griff an mehreren Stellen in langjährige Debatten zur jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte ein. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem:

Medienpräsenz

Ritschl meldet sich mit Beiträgen zu historischen Themen und aktuellen Tagesfragen zu Wort, so zur griechischen Schuldenkrise und mit einem kritischen Beitrag über die Rolle deutscher Volkswirte bei der Gründung und Förderung der AfD.<ref>Das Klagelied der Zauberlehrlinge. Abgerufen am 20. Mai 2025.</ref>

Schriften (Auswahl)

  • Prices and Production. Elements of a System-Theoretic Perspective. Physica-Verlag, Heidelberg 1989, ISBN 3-7908-0429-0.
  • Deutschlands Krise und Konjunktur 1924–1934. Binnenkonjunktur, Auslandsverschuldung und Reparationsproblem zwischen Dawes-Plan und Transfersperre. Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003650-8.
  • (Hrsg.): Preußen im Kaiserreich. Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003699-0.
  • Hat das Dritte Reich wirklich eine ordentliche Beschäftigungspolitik betrieben? In: Neue Ergebnisse zum NS-Aufschwung (= Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. 2003/I), ISBN 3-05-003860-8 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 26. März 2007 im Internet Archive)).
  • Mit Thomas Welskopp und Katja Girschik (Hrsg.): Der Migros-Kosmos. Zur Geschichte eines aussergewöhnlichen Schweizer Unternehmens. Hier und Jetzt, Baden 2003, ISBN 3-906419-64-9.
  • (Hrsg.): Das Reichswirtschaftsministerium in der NS-Zeit. Wirtschaftsordnung und Verbrechenskomplex (= Wirtschaftspolitik in Deutschland 1917–1990. Bd. 2). De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-046281-4.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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