Alno
| Alno
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Alno.svg | |
| Rechtsform | zuletzt GmbH |
| Gründung | 1927 |
| Auflösung | 2021 |
| Auflösungsgrund | Insolvenz |
| Sitz | Pfullendorf, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Mitarbeiterzahl | 230 (Mitte 2021)<ref name = "WiWo" /> |
| Umsatz | 522 Mio. EUR (2015)<ref name="gb2015">Geschäftsbericht 2015. In: alno-ag.de. 20. April 2016, abgerufen am 25. November 2017 (PDF; 3,9 MB).</ref> |
| Branche | Küchenmöbelindustrie |
| Website | alno-ag.de |
| Stand: 31. Oktober 2017 | |
Alno ist eine Marke der Höffner-Gruppe. Bis zum Jahr 2021 war Alno in Form der Neue Alno GmbH mit Sitz im baden-württembergischen Pfullendorf ein eigenständiger deutscher Küchenmöbel-Produzent; mit 2100 Beschäftigten und einem Umsatz von 522 Millionen Euro zählte die Firma noch 2015 zu den weltweit größten Küchenmöbel-Herstellern. Nach seiner Insolvenz im Oktober 2017 wurde das Unternehmen restrukturiert und neu aufgestellt. Ende September 2021 stellte es endgültig den Betrieb ein und wurde liquidiert.
Geschichte
Alno im 20. Jahrhundert
Die Wurzeln von Alno reichen ins Jahr 1927 zurück: Albert Nothdurft (1905–1997) gründete mit der Anmeldung als selbstständige Schreinerei Albert Nothdurft zum 1. Januar 1927 in Wangen bei Göppingen eine Schreinerwerkstatt. Zunächst arbeitete er im elterlichen Wohnhaus; später verkaufte er das Anwesen und zog in eine größere Werkstatt.<ref>Heinz Scholz: Albert Nothdurft – Gründer der ALNO-Werke.</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte Nothdurft nach Pfullendorf um, weil in seiner Heimatgemeinde kein Bauland für seine Expansionspläne für die Herstellung von Küchenmöbeln zur Verfügung stand. Am dortigen Standort beschäftigte er zu Beginn bereits 50 Arbeitskräfte. Im Jahre 1958 folgte die Umfirmierung zur „Alno Möbelwerke GmbH“. Der Name Alno setzt sich aus den ersten beiden Buchstaben seines Vor- und Zunamens zusammen. Nothdurft galt als Pionier der Küchenmöbelherstellung. Er schuf 300 Arbeitsplätze in Pfullendorf; die Stadt erlebte einen starken Wirtschaftsaufschwung.<ref name="75-Jahr-Jubiläum">Siegfried Volk/siv: Eine Firma blickt zurück. In: Südkurier. 7. Dezember 2002.</ref>
In den 1960er Jahren wuchs Alno enorm; der Umsatz stieg von 2,5 Millionen Euro im Jahr 1960 auf 35,2 Millionen Euro im Jahr 1970. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg von 95 auf 677.<ref name="75-Jahr-Jubiläum" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Alno gründete im Zeitraum 1969 bis 1992 acht ausländische Tochtergesellschaften, darunter Alno France S.A.R.L, die N.V. Alno (Belgien), die Alno Italia S.p.A., die Alno Iberica, S.A., die Alno (Schweiz) AG, die Alno UK Ltd. und die Alno Nederland. 1970 erwarb der AEG-Konzern 51 Prozent der Anteile an der Alno Möbelwerke GmbH & Co. KG. Zwölf Jahre später löste sich die Firma wieder aus dem Verbund mit AEG.<ref>Knaurs Weltspiegel. 1984 (= Knaur. 7658). Droemer, München 1983, ISBN 3-426-07658-6.</ref> Zwischen 1990 und 1995 erfolgte dann der Aufbau der Unternehmen Impuls und Pino.
Die einstige Alno Möbelwerke GmbH & Co. KG wurde 1995 eine Aktiengesellschaft und ging an die Börse.<ref name="75-Jahr-Jubiläum" /> Der Ausgabekurs der Aktie betrug 59 DM. 60,2 Prozent der Aktien blieben im Eigentum der Familie Nothdurft. Nach dem Tod des Unternehmensgründers Albert Nothdurft 1997 begann eine Berg- und Talfahrt des Unternehmens. 1999 wurde erstmals in der Geschichte von Alno 500 Millionen DM Umsatz gemacht.<ref name="75-Jahr-Jubiläum" />
Die Restrukturierungsprogramme ab 2000
Wegen hoher Überkapazitäten begann Alno im Jahr 2000 ein Umstrukturierungsprogramm. Der damalige Aufsichtsrat ernannte erstmals einen nicht zur Familie zählenden Manager, Raimund Denk, zum Vorstandsvorsitzenden.<ref name="75-Jahr-Jubiläum" /> Nach zwei Jahren folgte ihm Frank Gebert. Unter seiner Leitung fusionierte die Alno AG im Jahr 2003 mit der Casawell Service Gruppe (Wellmann, Geba, Wellpac), einem weltweit tätigen Unternehmensverbund für Einbau- und Mitnahmeküchen sowie Küchentechnik. Zugleich übernahm Alno die Gustav Wellmann KG und konzentrierte sich fortan auf sein Kerngeschäft. Ein Jahr später richtete die Alno AG die Casawell-Gruppe neu aus, wobei es zum Verkauf küchenfremder Casawell-Beteiligungen kam. Mit dieser Restrukturierung gelang es Gebert, für das Geschäftsjahr 2004 einen Gewinn von 2,7 Millionen Euro auszuweisen. Die Gesellschaft setzte mit dem Liquiditätszufluss ihren Expansionskurs fort. Im August 2005 wurde die „Alno Middle East“ gegründet und eine Produktionsstätte in Dubai eröffnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meilensteine der Alno AG ( vom 14. Mai 2010 im Internet Archive). In: alno.ag, abgerufen am 31. Juli 2018.</ref>
Ab 2006 versuchte Gebert, die Kapitalgesellschaft neu auszurichten: Bis dato war mit 25,5 Prozent die IRE Beteiligungs GmbH, Schorndorf, die über die Bauknecht Hausgeräte GmbH der Whirlpool Greater China Inc., Benton Harbor, Michigan/USA zuzuordnen ist, größter Aktionär. Die Familie Hellwig hielt rund 21,5 Prozent des Kapitals, die Commerzbank 20,6 Prozent und die Familie Nothdurft 12,5 Prozent. 19,9 Prozent befanden sich in Streubesitz.<ref>Küchen Holding strebt Mehrheit bei Alno an. In: Wirtschaftswoche. 16. Oktober 2006.</ref> Im Oktober 2006 übernahm der Münchner Finanzinvestor German Capital GmbH die Commerzbank-Anteile an der Alno AG. Diese wurden im Dezember 2006 mit den Papieren der Familie Hellwig in der Küchen Holding GmbH zu 42,1 Prozent gebündelt und zuvor ein Stimmbindungsvertrag mit der IRE Beteiligungs GmbH abgeschlossen, mit dem die Stimmrechte der IRE Beteiligungs GmbH an der Alno AG auf die Küchen Holding GmbH übertragen wurden. Die Küchen Holding GmbH und die IRE Beteiligungs GmbH bildeten fortan ein Investorenkonsortium.
Im Jahr 2007 wählte der Aufsichtsrat Georg Kellinghusen zum Vorstandsvorsitzenden. Er verantwortete die Ressorts Finanzen und Technik. Gleich in seinem ersten Jahr brachte er ein umfassendes Restrukturierungsprogramm mit Sofortmaßnahmen und langfristig angelegten Sanierungsaktivitäten auf den Weg. Im November 2007 erhielt Kellinghusen den Finance-Award CFO des Jahres. Einen Monat später gab er bekannt, dass er sich im Zuge des Restrukturierungsprogramms von 200 Mitarbeitern trennen wird. Gleichzeitig wurde eine Kapitalerhöhung beschlossen.<ref>Siegfried Volk: Jeder fünfte Job bei Alno ist weg. In: Südkurier. 14. Dezember 2007.</ref>
2009 wurde Jörg Deisel als Nachfolger von Kellinghusen Vorstandsvorsitzender.<ref>Siegfried Volk: Georg Kellinghusen scheidet zum 1. Juni frühzeitig aus – Jörg Deisel tritt Nachfolge an. Alno-Chef verlässt die Vorstandsetage. In: Südkurier. 28. Mai 2009.</ref> Deisel war zuvor bereits als Vorstand für die Ressorts Vertrieb und Produktion im Alno-Konzern beschäftigt.<ref>Siegfried Volk: Wechsel an der Spitze. Neuer Chef bei Alno. In: Südkurier. 28. Mai 2009.</ref>
Die Restrukturierung „Alno 2013“
Im Rahmen einer Neuausrichtung des Konzerns mit dem Titel „Alno 2013“ wurde der Stammsitz des Konzerns 2010 nach Düsseldorf verlagert.<ref name="Hj.-Bericht_2010">Halbjahresbericht 2010 der Alno AG. In: alno-ag.de, abgerufen am 31. Juli 2018 (PDF; 878 kB).</ref> Nach internen Differenzen über den Kurs des Unternehmens wurde Max Müller zum Vorstandsvorsitzenden gewählt; dieser verlegte den Sitz des Unternehmens 2011 wieder zurück nach Pfullendorf.<ref>Siegfried Volk: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Alno-Verwaltung wieder in Pfullendorf ( vom 5. März 2016 im Internet Archive). In: suedkurier.de, abgerufen am 25. November 2017.</ref> Das Werk in Bad Salzuflen, welches zur Tochtergesellschaft Gustav Wellmann GmbH & Co KG gehörte, wurde geschlossen. 72 Mitarbeiter, die Sockelleisten, Regalböden und andere Sonderteile fertigten, verloren ihren Arbeitsplatz.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wellmann-Belegschaft wehrt sich gegen Abtransport der Maschinen. ( vom 4. März 2014 im Internet Archive) In: Lippische Landeszeitung. 4. Februar 2014, abgerufen am 25. November 2017.</ref>
Entwicklung ab 2014
Durch Zukauf des Schweizer Küchenherstellers AFP Küchen AG im Jahr 2014 erhoffte sich Alno eine Steigerung von Marktanteilen und Umsatz. Um erneut eine bessere Auslastung im eigenen Werk zu erzielen, wurde die Produktion der neuen Schweizer Tochtergesellschaft stillgelegt. 100 Mitarbeiter verloren in der Schweiz ihren Arbeitsplatz, ohne dass ein einziger in Deutschland neu geschaffen wurde.<ref>Piatti-Produktion zieht nach Pfullendorf. In: moebelkultur.de. 13. Juni 2014, abgerufen am 25. November 2017.</ref> Mit 2100 Beschäftigten und einem Umsatz von 522 Millionen Euro zählte die Firma 2015 zu den weltweit größten Küchenmöbel-Herstellern.<ref name="gb2015" /><ref>Alno weltweit anspruchsvolle Küchenwelten. In: Von Alno bis Zollern – Unternehmen im Landkreis Sigmaringen. In: Dirk Gaerte (Hrsg.), Edwin Ernst Weber (Konzeption): Der Dreiländerkreis Sigmaringen. Ein Führer zu Natur, Wirtschaft, Geschichte und Kultur. Gmeiner Verlag, Meßkirch 2007, ISBN 978-3-89977-512-9, S. 68–113, hier: S. 69.</ref>
Per 30. Juni 2015 wurde das Briloner Werk Impuls Küchen GmbH an eine Tochter des südafrikanischen Steinhoff-Konzerns verkauft.<ref>ALNO AG: ALNO AG verkauft Impuls Küchen GmbH an Steinhoff Möbel Holding AG. In: equitystory.com. 30. Mai 2015, abgerufen am 25. November 2017.</ref>
Insolvenz (2017)
Am 12. Juli 2017 hat die Alno AG beim Amtsgericht Hechingen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.<ref>Martin Hock: Alno stellt Insolvenzantrag. In: faz.net. 12. Juli 2017, abgerufen am 25. November 2017.</ref> Die übrigen Tochtergesellschaften waren nicht betroffen, außer die zwei Tochtergesellschaften (Gustav Wellmann GmbH & Co. KG und Alno Logistik & Service GmbH)<ref>Küchenhersteller. Alno meldet Insolvenz an. In: handelsblatt.com. 11. Juli 2017, abgerufen am 25. November 2017.</ref><ref>Die Pfullendorfer Alno AG meldet Insolvenz an. In: suedkurier.de. 11. Juli 2017, abgerufen am 25. November 2017.</ref> Der Antrag wurde vorläufig genehmigt.<ref>Küchenhersteller. Alno darf sich vorerst in Eigenregie sanieren. In: handelsblatt.com. 13. Juli 2017, abgerufen am 25. November 2017.</ref> Ab Ende Juli 2017 befand sich die Schweizer Tochtergesellschaft Bruno Piatti AG in der provisorischen Nachlassstundung. Am 14. September 2017 wurde über Piatti das Konkursverfahren eröffnet. Piatti war der größte Schweizer Küchenhersteller, produzierte aber seit 2014 am Alno-Standort in Pfullendorf. Nach der Insolvenz des Mutterunternehmens hatten deshalb Lieferschwierigkeiten zu Problemen auch bei der Tochter geführt.
Ende August 2017 beantragte Alno, die Eigenverwaltung aufzuheben. Der bisherige gerichtlich bestellte Sachwalter Martin Hörmann wurde daraufhin zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.<ref name="AG_Hechingen">Amtsgericht Hechingen – Insolvenzgericht: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. In: insolvenzbekanntmachungen.de. 1. Oktober 2017, abgerufen am 12. Januar 2018.</ref> Das Insolvenzverfahren wurde Anfang Oktober 2017 eröffnet.<ref name="AG_Hechingen" /> Rückwirkend zum 1. Oktober 2017 erfolgte der Verkauf pino Küchen GmbH an eine Investorengruppe unter Beteiligung von Nobilia.<ref>Pino Küchen. Verkauf an Investorengruppe unter Beteiligung von Nobilia. In: moebelmarkt.de. Verlag Matthias Ritthammer, 4. Oktober 2017, abgerufen am 23. August 2018.</ref> Am 26. Oktober 2017 stimmte das Kartellamt den Verkauf zu.<ref>Pino-Küchen in Coswig. Bundeskartellamt stimmt Verkauf zu. In: mz-web.de, Mitteldeutsche Zeitung, 26. Oktober 2017, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref>
Alle 229 Arbeitsplätze blieben erhalten.<ref>pino Küchen an Investorengruppe unter Beteiligung von nobilia verkauft. (PDF; 257 kB) Pressemitteilung der Alno AG. In: anchor.eu, 4. Oktober 2017, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref> Mit dem Pino-Verkaufserlös entspannt sich die finanzielle Lage beim insolventen Alno-Konzern, wodurch noch keine Kündigung im Mutterkonzern ausgesprochen werden mussten – die „Belegschaft sollte vorerst gehalten werden“.<ref>Oliver Horst: Alno-Verkauf in Einzelteilen. Insolvenzverwalter bestätigt: Küchenbauer Nobilia aus Verl erwirbt Pino mit Partnern. In: westfalen-blatt.de. Westfalen-Blatt, 5. Oktober 2017, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref>
Für die Tochter Gustav Wellmann GmbH & Co. KG konnte kein Käufer gefunden werden und so erfolgte am 12. Oktober die Einstellung des Geschäftsbetriebs mit der Freistellung aller 400 Mitarbeiter „bis auf ein Team für insolvenzspezifische Abwicklungsaufgaben“.<ref>Wellmann-Mitarbeiter werden freigestellt. (PDF; 249 kB) Pressemitteilung der Alno AG. In: alno-ag.de, 12. Oktober 2017, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref><ref>Mareike Patock: Insolvenz: Küchenhersteller Wellmann stellt in Enger 400 Mitarbeiter frei. In: nw.de, Neue Westfälische, 12. Oktober 2017, abgerufen am 7. Januar 2017 (Stand: 25. Oktober 2017).</ref>
Da die Investorensuche erfolglos blieb, wurde am 24. November 2017 die Einstellung des Geschäftsbetriebes bekanntgegeben.<ref>ALNO AG: Ad hoc Mitteilungen. In: alno-ag.de. Abgerufen am 24. November 2017.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Insolventer Küchenhersteller Alno am Ende. „Eine Katastrophe für Pfullendorf“. ( vom 3. Dezember 2017 im Internet Archive) In: swr.de. 24. November 2017, abgerufen am 25. November 2017.</ref>
Nach ihrer Insolvenz stellte Alno, welche zu diesem Zeitpunkt noch über die Alno AG geführt wurde, im Oktober 2017 den Geschäftsbetrieb ein. Aus Teilen der Insolvenzmasse entstand die Neue Alno GmbH, die mit Teilen der alten Belegschaft im März 2018 die Möbelproduktion wieder aufgenommen hatte;<ref>Mit geschrumpfter Belegschaft: Alno baut wieder Küchen. In: Die Welt. 26. März 2018 (welt.de [abgerufen am 26. September 2018]).</ref> Mitte Dezember 2017 hatte die britische Investmentgesellschaft RiverRock European Capital Partners für rund 20 Millionen Euro wesentliche Teile des Unternehmens Alno, darunter Maschinen, Grundstücke und Markenrechte übernommen.<ref>beb/dpa-AFX: Insolventer Küchenbauer. Alno plant Wiederaufnahme der Produktion. In: spiegel.de. 2. Januar 2018, abgerufen am 2. Januar 2018.</ref> RiverRock, an der auch Roland Berger und der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris beteiligt sind, gehörte zu den Alno-Gläubigern und hatte bereits im September 2017 ein Massedarlehen von 6 Millionen Euro gewährt.<ref>Michael Ashelm: Riverrock steht hinter Millionen-Darlehen an insolvente Alno. In: faz.net. 29. September 2017, abgerufen am 2. Januar 2018.</ref><ref>suedkurier.de.</ref><ref>Thomas Kresser wird Finanzvorstand bei Alno. In: Schwäbische. (schwaebische.de [abgerufen am 26. September 2018]).</ref> Anfang Juli 2021 beantragte die Neue Alno GmbH ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung,<ref name="suedkurier.de 4-7-021">Südkurier abgerufen am 4. Juli 2021</ref> Im September 2021 wurde das Betriebsgelände und die Marke Alno an ein Unternehmen der Vierhaus-Gruppe verkauft.<ref>EUWID, Gernsbach Deutschland: Vierhaus-Gruppe übernimmt Alno-Marke und Immobilien. Abgerufen am 5. November 2022 (deutsch).</ref> Ende September 2021 stellte sie den Betrieb ein – das Unternehmen wurde liquidiert.<ref name="stn-2021-09-21" />
Ehemalige Alno AG
- Geschäftsführung
- 05/2000 bis 2002: Raimund Denk
- 2002 bis 2007: Frank Gebert
- 2007 bis 2009: Georg Kellinghusen
- 2009 bis 2011: Jörg Deisel
- 04/2011 bis 05/2017: Max Müller<ref name="BondGuide">Paukenschlag bei ALNO: CEO Müller schmeißt hin. BondGuide, 29. Mai 2017, abgerufen am 6. Juni 2017.</ref>
- 06/2017 bis zur Insolvenz: Christian Brenner<ref name="BondGuide" />
- Mitarbeiter
Ende 2015 zählte der Alno-Konzern 2100 Mitarbeiter.
Aktionärsstruktur
Im Januar 2010 gab es Veränderungen bei den Anteilseignern der Kapitalgesellschaft: Die IRE Beteiligungs GmbH, die bislang mit 19,5 Prozent am Küchenmöbelhersteller Alno AG beteiligt war, verkaufte zum 18. Dezember 2009 6,2 Prozent ihrer Anteile an die Küchen Holding GmbH, sodass diese ihren Anteil an der Alno AG auf 67,3 Prozent erhöhen konnte. Die Anteile der IRE Beteiligungs GmbH verringerten sich auf 12,41 Prozent. Da die Stimmrechte der IRE Beteiligungs GmbH an der Alno AG bereits 2006 an die Küchen Holding GmbH übertragen worden waren, handelte es sich bei dem Aktienkauf nur um eine Verschiebung der Kapitalanteile, denn der Gesamtanteil des Investorenkonsortiums betrug unverändert 79,7 Prozent.<ref>Siegfried Volk: Aktien gekauft. In: Südkurier. 22. Januar 2010.</ref> Zuvor hatte zum 23. Oktober 2009 die Universal Investment GmbH ihre Aktien am Alno-Konzern an den Ersten Private Investmentclub Börsebius Zentral (GbR) mit Sitz in Köln verkauft. Durch einen Aktientausch gingen diese von der Muttergesellschaft an die 75-Prozent-Tochtergesellschaft, die ABAG Aktienmarkt Beteiligungs AG<ref>Siegfried Volk: Alno-Aktien: Teilhaber verkaufen. In: Südkurier. 14. Januar 2010.</ref>. Diese hielt demnach nun 10,66 Prozent der Stimmen. Ein Vergleich zeigt die Veränderung der Verhältnisse (Stand 18. Dezember 2009): Küchen Holding GmbH: 67,29 Prozent (zuvor: 61,1 Prozent), IRE Beteiligungs GmbH: 12,41 Prozent (zuvor: 18,6 Prozent), ABAG Aktienmarkt Beteiligungs AG: 10,66 Prozent, Streubesitz: 9,64 Prozent.<ref>Alno: Ein Aktionär stieg aus. In: moebelkultur.de. Ferdinand Holzmann Verlag GmbH, 5. November 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2010; abgerufen am 23. August 2018.</ref><ref>Alno: Neuer Aktionär im Pool. In: moebelkultur.de. Ferdinand Holzmann Verlag GmbH, 11. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Januar 2010; abgerufen am 23. August 2018.</ref><ref>Alno: Verschiebung der Aktienmehrheit. In: moebelkultur.de. Ferdinand Holzmann Verlag GmbH, 21. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2010; abgerufen am 23. August 2018.</ref>
Mit Stand 30. Juni 2010 gehörten 62,9 Prozent der Alno-Aktien der ‚Küchen Holding GmbH‘, 18,6 Prozent der IRE Beteiligungs GmbH und 9,69 Prozent der ‚ABAG Aktienmarkt Beteiligungs AG‘, einem privaten Investmentclub. Die übrigen 8,77 Prozent der Aktien waren in Streubesitz.<ref name="Hj.-Bericht_2010" /> Mit Stand Juli 2017 verfügte die zur Prevent-Gruppe der Familie Hastor zählende Tahoe Investors GmbH<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tahoe-Investors. Öffentliche Mitteilungen. ( vom 15. Juli 2017 im Internet Archive) In: tahoe-investors.com, Dezember 2016, abgerufen am 25. November 2017.</ref> über gut 43 % der Stimmrechte und war damit der größte Alno-Aktionär.<ref>Angaben zur Aktionärsstruktur auf der Website der ALNO AG. In: alno-ag.de. 17. August 2017, abgerufen am 2. Januar 2018.</ref>
Konzernstruktur
Marken und Standorte
Der Konzern- und Verwaltungssitz des Küchenmöbelkonzerns Alno AG befand sich in Pfullendorf. Unter dem Dach des Konzerns firmierten fünf<ref>ALNO AG: MARKENWELT. In: alno-ag.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Februar 2017; abgerufen am 23. August 2018.</ref> Marken. Die Marktsegmentierung erfolgte dabei in vier verschiedene Preissegmente und unterschiedlicher Marktpositionierung:
| Konzernmarke | Preissegment<ref name="Der Alno-Konzern">Sebastian Pantel/sep: Der Alno-Konzern. In: Südkurier. 15. Dezember 2010.</ref><ref name="Factsheet 2010"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Alno_Factsheet_171110_d.indd ( vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive). In: alno.ag. 17. November 2010, abgerufen am 25. November 2017 (PDF; 1,2 MB; Pressemitteilung der Alno AG).</ref> | |
|---|---|---|
| Alno | Alno | Hochpreis |
| ALNOinox | ALNOinox | Hochpreis |
Alno produzierte in den Fabriken in Pfullendorf die „Alno Markenküchen“.<ref>Siegfried Volk: 22 Hektar Alno zu verkaufen. In: Südkurier. 9. Oktober 2010.</ref>
Ehemalige Tochterunternehmen der Alno AG, die in Deutschland produzieren, waren:
- Geba Möbelwerke GmbH in Löhne, Kreis Herford, Nordrhein-Westfalen – Verbleib: Verkauf (wirtschaftlich zum 1. Januar 2007), Insolvenz (8. März 2010)
- wellpac Möbelwerke GmbH in Hiddenhausen, Kreis Herford, Nordrhein-Westfalen – Verbleib: Verkauf (wirtschaftlich zum 1. Juli 2005), Insolvenz (27. März 2006)
- Bruno Piatti AG, Alno verlagerte Produktion nach Pfullendorf. (Insolvenz 14. September 2017).
- Gustav Wellmann GmbH & Co. KG in Enger, Kreis Herford, Nordrhein-Westfalen (Alno verlagerte sein Hauptwerk von Pfullendorf dorthin) (Insolvenz, Einstellung Produktion Dezember 2017)
- pino Küchen GmbH in Coswig-Klieken, Landkreis Wittenberg, Sachsen-Anhalt. Verkauf rückwirkend zum 1. Oktober 2017 an Investorengruppe mit Nobilia-Beteiligung.
Ausland
Die Alno AG hatte Handelspartner in 64 Ländern.
Für die Märkte Schweiz, Großbritannien und USA gab es eigene Vertriebsgesellschaften.<ref name="2015 Seite 36">Geschäftsbericht 2015, S. 36 (online).</ref>
Unternehmensentwicklung in Zahlen
Die im Alno-Konzern weltweit Beschäftigten (Anzahl Mitarbeiter ohne Auszubildende):
| Jahr | Beschäftigte | |
|---|---|---|
| im Mittel | am 31. Dez. | |
| 1997 | 2836<ref name="GeschBer_1999">Geschäftsbericht 1999. S. 2 (PDF; 3,8 MB).</ref> | n.v. |
| 2002 | 1867<ref name="GeschBer_2002-S3">Geschäftsbericht 2002. S. 3 (PDF; 1,7 MB).</ref> | 1851<ref name="Mitarbeiter 2002">Geschäftsbericht 2002. S. 36 (PDF; 1,7 MB).</ref> |
| 2007 | 2428<ref name="GeschBer_2009-S4" /> | 2314<ref name="GeschBer_2009-S4" /> |
| 2008 | 2010<ref name="GeschBer_2009-S4" /> | 1853<ref name="GeschBer_2009-S4" /> |
| 2009 | 1885<ref name="GeschBer_2009-S4" /> | 1900<ref name="GeschBer_2009-S4" /> |
| 2010 | 1840<ref name="gb2011" /> | 1787<ref name="gb2011" /> |
| 2011 | 1806<ref name="gb2011" /> | 1845<ref name="gb2011">Geschäftsbericht 2011 (PDF; 4,8 MB).</ref> |
| 2012 | 1856 | 1926<ref name="gb2012">Geschäftsbericht 2012 (PDF; 1,5 MB).</ref> |
| 2013 | 1897 | 1875 |
| 2014 | 2301 | 2289 |
| 2015 | 2199 | 2099 |
| Jahr | Umsatzerlöse | Bilanzsumme |
|---|---|---|
| 1997 | 456<ref name="GeschBer_1999" /> | 192<ref name="GeschBer_1999" /> |
| 2002 | 396<ref name="GeschBer_2002-S3" /> | 182<ref name="GeschBer_2002-S3" /> |
| 2007 | 602<ref name="GeschBer_2009-S4">Geschäftsbericht 2009. S. 4 (PDF; 4,6 MB).</ref> | 228<ref name="GeschBer_2009-S4" /> |
| 2008 | 511<ref name="GeschBer_2009-S4" /> | 198<ref name="GeschBer_2009-S4" /> |
| 2009 | 493<ref name="GeschBer_2009-S4" /> | 165<ref name="GeschBer_2009-S4" /> |
| 2010 | 468<ref name="gb2011" /> | 158<ref name="gb2011" /> |
| 2011 | 453<ref name="gb2011" /> | 160<ref name="gb2011" /> |
| 2012 | 446 | 168<ref name="gb2012" /> |
| 2013 | 395 | 181 |
| 2014 | 546 | 285 |
| 2015 | 521 | 290 |
2015 machte Alno 44 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland und 56 Prozent im Ausland.<ref name="2015 Seite 36" />
Neue Alno GmbH
Im Dezember 2017 erfolgt die Übernahme wesentlicher Vermögensgegenstände<ref>Insolvenzverwalter hat Vertrag über den Verkauf wesentlicher Vermögensgegenstände an RiverRock abgeschlossen. Abgerufen am 20. Mai 2023.</ref> der insolventen Alno AG im Wege eines Asset Deal durch den britischen Finanzinvestor RiverRock European Capital Partners.<ref>Küchenhersteller gerettet: Alno-Übernahme durch Riverrock in trockenen Tüchern. Abgerufen am 26. September 2018.</ref>
- Geschäftsführung
- 12/2017 bis 07/2018: Andreas Sandmann<ref>Alno: Ermittlungen gegen Andreas Sandmann und Christian Brenner. In: Manager Magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 26. September 2018]).</ref>
- 12/2017 bis 12/2019: Thomas Kresser
- Nach 01/2020: Michael Spadinger (CEO) / Jochen Braun (CFO)
- Mitarbeiter
Im dritten Quartal 2018 zählte die Neue Alno GmbH rund 320 Mitarbeiter am Standort in Pfullendorf. Zur Insolvenzanmeldung Mitte 2021 waren es noch 230.<ref name = "WiWo" />
Anfang Juli 2021 musste auch die neue Firma Insolvenz anmelden.<ref name = "WiWo">Henryk Hielscher: Küchenbauer Alno meldet erneut Insolvenz an. In: Wirtschaftswoche. 5. Juli 2021 ([1]).</ref> Am 7. September 2021 wurde bekannt gegeben, dass die Neue Alno GmbH und die BBT Bodensee Bauteile GmbH mit Ende September 2021 den Betrieb einstellen werde.<ref>Pfullendorfer Küchenbauer Neue Alno stellt Betrieb ein. In: v. 7. September 2021, abgerufen am 8. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Unternehmen wurde liquidiert.<ref name="stn-2021-09-21">Rüdiger Bässler: Von Alno bleibt nur noch der Name. In: Stuttgarter Nachrichten. Band 76, 21. September 2021, S. 9.</ref>
Marke
Bis September 2021 war der britische Finanzinvestor RiverRock European Capital Partners Eigner der Marke Alno und des Unternehmens Neue Alno GmbH.<ref>Riverrock sorgt bei Alno für Kursfeuerwerk. (deraktionaer.de [abgerufen am 26. September 2018]).</ref> Am 21. September 2021 sicherte sich der aus Rees (NRW) stammende Tischhersteller Vierhaus (Vieco) das Pfullendorfer Industriegelände und die Markenrechte von Alno.<ref>Vierhaus-Group kauft Marke und Areal von Alno. In: stuttgarter-nachrichten.de. 21. September 2021, abgerufen am 21. September 2021.</ref> Kurz darauf wurde die Marke Alno im Dezember 2021 erneut verkauft, diesmal an den Unternehmer Kurt Krieger mit seiner Höffner-Gruppe. Im März 2022 wurde bekannt, dass die Alno Küche bei Häcker Küchen produziert wird.<ref>Eva Ernst: Alno. Abgerufen am 5. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sponsoring
Bis 2008 war Alno Hauptsponsorin des Fußball-Regionalligisten SC Pfullendorf; von 2005 bis 2008 hieß das „Pfullendorfer Waldstadion“ „Alno-Arena“ (heute „Geberit-Arena“). Von 2008 bis 2010 war die Alno Hauptpartnerin der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen.<ref>Pressemitteilung: Hauptpartner Frauen-Nationalmannschaften Alno. In: dfb.de. Deutscher Fußball-Bund, 20. Oktober 2017, abgerufen am 25. November 2017.</ref>
Literatur
Weblinks
- alno-ag.de – Webseite des insolventen Konzerns ALNO AG
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Küchenmöbelhersteller
- Unternehmen (Pfullendorf)
- Ehemals börsennotiertes Unternehmen (Deutschland)
- Unternehmensgründung 1927
- Produzierendes Unternehmen (Landkreis Sigmaringen)
- Ehemaliges Unternehmen (Landkreis Sigmaringen)
- Aufgelöst 2021