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Alpen-Frühlings-Miere

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Alpen-Frühlings-Miere
Datei:Minuartia gerardii.jpg

Alpen-Frühlings-Miere (Minuartia gerardii)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoideae
Gattung: Mieren (Minuartia)
Art: Alpen-Frühlings-Miere
Wissenschaftlicher Name
Minuartia gerardii
(Willd.) Hayek

Die Alpen-Frühlings-Miere (Minuartia gerardii), auch Gerard-Miere oder Alpen-Miere genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mieren (Minuartia) in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Beschreibung

Datei:Minuartia gerardii sl2.jpg
Habitus, Vorder- und Rückseite der Blüte
Datei:Minuartia gerardii sl4.jpg
Im Habitat

Vegetative Merkmale

Die Alpen-Frühlings-Miere ist eine mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 5 Zentimetern. Sie bildet meist dichte Polster. Die Grundachse und die untersten Zweige sind manchmal etwas verholzt.<ref name="Friedrich1979" /> Die Laubblätter sind schmal-linealisch, stumpf, lebhaft grün und etwas fleischig.<ref name="Friedrich1979" /> Die Furchen zwischen den Laubblattnerven sind so breit wie die Nerven oder breiter. Getrocknete Blätter sind unterseits deutlich dreinervig.<ref name="Friedrich1979" /> Nur die untersten Blätter tragen in ihren Blattachseln kurze Blattbüschel.<ref name="Friedrich1979" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Meist ein bis fünf, selten bis zu sieben Blüten stehen in endständigen Blütenständen zusammen. Der Blütenstiel ist 5 bis 15, selten bis zu 20 Millimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind bei einer Länge von 3,5 bis 4,5 Millimetern eiförmig mit spitzem oberen Ende und an der Spitze etwas nach innen gebogen.<ref name="Friedrich1979" /> Die weißen Kronblätter sind mit einer Länge von 4 bis 5 Millimeter meist etwas länger als die Kelchblätter. Die Staubbeutel sind purpurfarben. Die Fruchtkapsel ist länglich-eiförmig und so lang oder etwas länger als der Kelch.<ref name="Friedrich1979" /> Die Samen messen selten 0,5 bis meist 0,7 bis 1 Millimeter im Durchmesser, mit mehr oder weniger spitzen Papillen, diese etwa so lang wie breit.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Alpen-Frühlings-Miere kommt in Österreich zerstreut bis häufig in allen Bundesländern außer Burgenland und Wien in der subalpinen bis alpinen Höhenstufe und (herabgeschwemmt) auch im montanen Bereich. Die höchsten Vorkommen in der Schweiz finden sich im Unterengadin am Piz Linard in einer Höhenlage von 3300 Metern.<ref name="Friedrich1979" />

Diese etwas kalkliebende Pflanze bevorzugt als Standort Rasen und Gesteinsfluren. Sie kommt in Pflanzengesellschaften des Seslerion-Verbands und im Elynetum vor; überregional ist sie eine Charakterart der Klasse Carici-Kobresietea.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung erfolgte 1799 unter dem Namen Arenaria Gerardi durch Carl Ludwig Willdenow in Species Plantarum, 4. Auflage (Willdenow), Band 2, Teil 1, S. 729. Das Artepitheton gerardii ehrt den französischen Botaniker Louis Gérard (1753–1819).<ref name="Friedrich1979" /> Die Neukombination zu Minuartia gerardi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Hayek wurde 1908 durch August von Hayek veröffentlicht. Weitere Synonyme für Minuartia gerardii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Hayek sind: Alsine saxatilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Wahlenb., Alsine gerardi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Wahlenb., Alsine verna <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Wahlenb. var. gerardi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Mert. & Koch, Minuartia verna <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Hiern var. gerardi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Schinz & Thell.<ref name="Friedrich1979" /> und Sabulina gerardii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Rchb.

Literatur

  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Markus S. Dillenberger: Two new combinations in Sabulina (Caryophyllaceae). In: Schlechtendalia, Band 30, 2016, S. 41–44. Volltext-PDF.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Friedrich1979"> Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band III, Teil 2, Seite 811–815. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979, ISBN 3-489-60020-7. </ref> <ref name="InfoFlora"> Minuartia verna (L.) Hiern In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks