Altenkirchen (Braunfels)
Altenkirchen Stadt Braunfels
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(793)&title=Altenkirchen 50° 28′ N, 8° 24′ O
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dim=10000 | globe= | name=Altenkirchen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 249 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6 km²<ref name="DF">Statistische Daten Altenkirchen. In: Internetauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2024.</ref> | |||||
| Einwohner: | 793 (31. Dez. 2022)<ref name="DF" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 132 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1974 | |||||
| Postleitzahl: | 35619 | |||||
| Vorwahl: | 06472 | |||||
Lage von Altenkirchen in Braunfels
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Altenkirchen () ist ein Ortsteil der Stadt Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geografie
Der Ort liegt im nordöstlichen Taunus (östlicher Hintertaunus), südlich der Kernstadt von Braunfels und direkt an der Kreisgrenze zum Landkreis Limburg-Weilburg. Der Ort selbst liegt auf 249 bis 285 Metern Höhe. Höchster Punkt bei Altenkirchen ist die Kanzel mit 326 Metern (über NN).
Nachbarorte sind Möttau (südlich), Bermbach (nordwestlich), Philippstein (nordwestlich), Neukirchen (nordöstlich) und Niederquembach (nordöstlich).
Geschichte
Ortsgeschichte
Im Jahr 912 wurde Altenkirchen in einer Schenkungsurkunde von Konrad I. als Altinchirihha zusammen mit Neukirchen und weiteren Ortschaften erwähnt. Bis 1335 war der Ort im Besitz der Grafen von Solms. Danach wurde er dem Herzogtum Nassau unterstellt. Im Jahr 1609 entstand in Altenkirchen die erste Eisenerzgrube, die einen neuen Berufszweig für die Einwohner bedeutete. Durch den Siebenjährigen Krieg bewegt, emigrierten einige Einwohner von Altenkirchen daraufhin nach Amerika und Russland. 1867 wurde das eigenständige Dorf preußisch und gehörte zum neugegründeten Oberlahnkreis.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Als sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen der Oberlahnkreis mit dem Kreis Limburg zum 1. Juli 1974 vereinigte, wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenkirchen wie Philippstein kraft Landesgesetz als Stadtteile nach Braunfels eingemeindet<ref>Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 14 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 809 kB]).</ref> und gehörte seitdem zum Landkreis Wetzlar, bis dieser aufgelöst wurde und am 1. Januar 1977 der Lahn-Dill-Kreis entstand.<ref></ref> Für alle Stadtteile von Braunfels wurden Ortsbezirke per Hauptsatzung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 350 kB) §; 5. In: Webauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen im November 2021.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Altenkirchen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- 912: Lahngau (in pago Loganacgovve), Altinchirihha [MGH DD Konrad I, Nr. 8]<ref>Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (= Monumenta Germaniae Historica. Diplomata. 4 ; 1). Weidmann, Berlin 1956.</ref>
- vor 1806 Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Weilburg, Amt Weilmünster
- ab 1806: Herzogtum Nassau,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Weilmünster
- ab 1815: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg
- ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Hadamar<ref group="Anm.">Abtrennung der Justiz (Justizamt Weilburg) bis 1854.</ref>
- ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg
- ab 1867: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs.</ref> Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis<ref group="Anm.">Endgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Weilburg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar, Stadt Braunfels<ref group="Anm.">Am 1. Juli 1974 wurde Altenkirchen als Stadtteil der Stadt Braunfels eingegliedert.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Braunfels
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Braunfels
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| Altenkirchen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 413 | |||
| 1840 | 424 | |||
| 1846 | 470 | |||
| 1852 | 498 | |||
| 1858 | 485 | |||
| 1864 | 491 | |||
| 1871 | 549 | |||
| 1875 | 568 | |||
| 1885 | 585 | |||
| 1895 | 524 | |||
| 1905 | 515 | |||
| 1910 | 559 | |||
| 1925 | 568 | |||
| 1939 | 563 | |||
| 1946 | 732 | |||
| 1950 | 720 | |||
| 1956 | 671 | |||
| 1961 | 661 | |||
| 1967 | 645 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 765 | |||
| 2020 | 770 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Braunfels<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Altenkirchen 765 Einwohner. Darunter waren 21 (2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 129 Einwohner unter 18 Jahren, 273 zwischen 18 und 49, 201 zwischen 50 und 64 und 165 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 318 Haushalten. Davon waren 81 Singlehaushalte, 96 Paare ohne Kinder und 108 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 201 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Historische Religionszugehörigkeit
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- 1885: 584 evangelische (= 99,83 %), ein katholischer (= 0,17 %) Einwohner
- 1961: 600 evangelische (= 90,77 %), 54 römisch-katholische (= 8,17 %) Einwohner
Politik
Für Altenkirchen gibt es einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern, wovon seit der Kommunalwahlen in Hessen 2016 vier Mitglieder von der CDU und ein Mitglied von der SPD gestellt werden. Der Ortsvorsteher ist Sascha Knöpp (CDU).<ref>Ortsbeirat Altenkirchen im Internetauftritt der Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2017.</ref>
Verkehr und Infrastruktur
Verkehr
Westlich von Altenkirchen verläuft die Bundesstraße 456, die über die Kreisstraße 372 zu erreichen ist. Die K 372, die in östlicher Richtung von der L 3283 bei Neukirchen abzweigt, ist gleichzeitig die Hauptstraße des Orts und wird als Lange Straße geführt. Von ihr zweigt in Altenkirchen die K 425 nach Möttau ab und nach etwa einem Kilometer westlich der Ortschaft auch die K 379 nach Philippstein.
Öffentliche Einrichtungen
Die Freiwillige Feuerwehr Altenkirchen sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort. In der Ortschaft existiert neben einem Kindergarten und einer eigenen Mehrzweckhalle auch eine evangelische Kirche.
Diabas-Steinbruch Altenkirchen
An der Kreisstraße 379 zwischen Altenkirchen und Philippstein wird in großem Umfang Diabas abgebaut. Die jährliche Produktion an Schotter beträgt etwa 1 Million Tonnen. Das Gestein wird in einem benachbarten, stillgelegten Steinbruch weiterverarbeitet. Oberhalb des Steinbruchs besteht ein Aussichtspunkt „Guck ins Loch“.<ref>Thomas Klein: „Guck ins Loch“, FAZ vom 10. Juli 2020.</ref>
Literatur
Weblinks
- Stadtteil Altenkirchen In: Webauftritt der Stadt Braunfels.
- Altenkirchen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Altenkirchen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW">Statistische Daten Altenkirchen. In: Webauftritt. Stadt Braunfels, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 8. Mai 2020. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 10 und 50, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>