Amalie von Oldenburg
Amalie Marie Friederike Herzogin von Oldenburg (* 21. Dezember 1818 in Oldenburg;<ref name=":0">Anita Eichholz: Königin Amalie von Griechenland: Die tatkräftige Frau an König Ottos Seite. In: Jan Murken & Andrea Schmidt (Hrsg.): Schriftenreihe des Otto-König-von-Griechenland-Museums der Gemeinde Ottobrunn. Nr. 24. Ottobrunn 2019, ISBN 978-2-9810707-4-6.</ref> † 20. Mai 1875 in Bamberg) wurde durch Heirat Prinzessin von Bayern und Königin von Griechenland.
Frühes Leben
Amalie war die Tochter von Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg und seiner ersten Frau, Prinzessin Adelheid von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym. Amalie verlor in ihrer Kindheit ihre Mutter, die bei der Geburt Frederikes starb. Ihre Erzieherin war Julie von Nordenflycht, zu der ein enges Verhältnis bestand.<ref name=":0" />
Im Sommer 1836 reiste sie mit ihrem Vater zur Kur nach Franzensbad, wo ein Treffen mit Otto (Griechenland) arrangiert wurde. Am 22. November 1836 heiratete Amalie in Oldenburg König Otto I. von Griechenland, den Sohn König Ludwigs I. von Bayern und Prinzessin Thereses von Sachsen-Hildburghausen. Bereits im Vorfeld war in München im Heiratsvertrag festgelegt worden, dass mögliche Kinder griechisch-orthodox getauft werden sollten. Die Hochzeit in Oldenburg wurde als spektakuläres Ereignis wahrgenommen, die Feierlichkeiten erstreckten sich über 16 Tage. Amalie war evangelisch, Otto katholisch, doch führte dies weder bei der Eheschließung noch während der Festlichkeiten zu Konflikten.<ref name=":0" /> Die Ehe blieb kinderlos.
Leben in Griechenland
Im Frühjahr 1837 reiste sie mit ihrem Mann von München nach Griechenland. Die Route führte über Verona nach Venedig und Triest; von dort aus setzten sie mit der englischen Fregatte Portland samt umfangreichem Gefolge und Gepäck über. Während der Überfahrt litt Amalie an Seekrankheit. Am 15. Februar 1837 traf das Paar in Athen ein und wurde jubelnd empfangen. Edmund Lyons berichtete in einem Schreiben nach England positiv über sie. Nachdem sie sich eingelebt hatte, war sie dafür bekannt, häufig zu einem Strand zu reiten, den sie „Nordsee“ nannte. Sie sprach Französisch und Deutsch und erlernte zudem Griechisch.<ref name=":0" />
Königin Amalie initiierte die Planung und Anlegung des Schlossgartens in Athen (seit 1974 Nationalgarten), jedoch richtete sich ihr Hauptinteresse auf die Landwirtschaft, wo sie sich für eine Einschränkung der Macht von Großgrundbesitzern einsetzte. Sie unterstützte die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion unter anderem durch die Förderung des Einsatzes moderner Anbaumethoden. Angeblich entwarf sie auch die Uniform der Evzonen.
Leben im Exil
Politische Widerstände zwangen Amalie und ihren Ehemann 1862 dazu, Griechenland zu verlassen und sich ins Exil in die Heimat Ottos zu begeben.
Amalie starb 1875 als Witwe im Alter von 56 Jahren in Bamberg. Als Erbin ihres beträchtlichen Vermögens setzte sie ihre Schwester Friederike von Washington ein. Amalie wurde in der Gruft der Theatinerkirche in München beigesetzt.
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Königin Amalie in griechischer Tracht
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Königin Amalie mit Chinchilla-Muff und -Besatz (1867)
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Marmorbüste von Heinrich Max Imhof (1838) im Stammhaus der Landessparkasse zu Oldenburg
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Grab der Königin Amalie
Gedenken
Zu Lebzeiten wurde ihr offensiver Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Leben in Griechenland von Frauen als emanzipatorischer Akt verstanden. In Gebieten, die noch zum Osmanischen Reich gehörten, provozierten Griechinnen durch Imitation des freizügigen Kleidungsstils von Amalie. In Griechenland hatte sie den Spitznamen „schöne Amalie“ und bis heute hält sich der Mythos, Amalie sei die schönste Königin des Landes gewesen.
Der in Griechenland tätige Botaniker Theodor von Heldreich benannte folgende Arten nach ihr:
- Abies Reginae Amaliae (Heldr.)
- Abies apollinis var. reginae-amaliae (Heldr.)
- Abies cephalonica var. reginae-amaliae (Heldr.)
- Sempervivum marmoreum subsp. reginae-amaliae (Heldr. & Sarnth.)
Eine 1885 durch die Zusammenlegung zweier Ortschaften entstandene Gemeinde auf dem Peloponnes trägt zu ihrem Gedenken den Namen Amaliada, eine weitere ist Amaliapoli. Eine Hauptverkehrsstraße im Zentrum Athens, die Leofóros Basilísis Amalías (deutsch: Königin-Amalie-Allee) ist nach ihr benannt, sie liegt an dem von ihr angelegten Nationalgarten.
In Oldenburg tragen die Amalienbrücke über die Hunte und die sie einfassende Amalienstraße ihren Namen. Weitere Amalienstraßen<ref>Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. Ein Beitrag zur Heimatkunde. 2. Auflage. Würzburg 1921, S. 24 f. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Digitalisat ( vom 29. Juli 2018 im Internet Archive)).</ref> bestehen in Würzburg und Bamberg.
Mehrere ihrer „griechischen Kostüme“ sind heute im Otto-König-von-Griechenland-Museum erhalten.<ref name=":0" />
Archivinformationen
Die Briefe der Königin Amalia an ihre Schwägerin, Mathilde Karoline von Bayern, Großherzogin von Hessen, geschrieben zwischen 1837 und 1861, werden im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt in Darmstadt aufbewahrt.<ref>Briefe an Großherzogin Mathilde von ihrer Schwägerin, Königin Amalie von Griechenland – Archivinformationssystem Hessen. Abgerufen am 21. November 2021.</ref>
Die Briefe von Königin Amalia an ihren Bruder Peter II., Großherzog von Oldenburg, geschrieben zwischen 1861 und 1862, werden im Niedersächsischen Landesarchiv Oldenburg aufbewahrt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Privatschreiben der Königin Amalie von Griechenland an den Erbgroßherzog Nikolaus Friedrich Peter (aus Athen und München).] Niedersächsisches Landesarchiv Oldenburg, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Literatur
- Hermann Lübbing: Amalie Marie Friederike. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
- Amelie Marie Friederike, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. München 1974, S. 64.
- Anita Eichholz: Der Griechische Hofstaat zu Bamberg, S. 149–184 in: Von Athen nach Bamberg: König Otto von Griechenland. Begleitheft zur Ausstellung in der Neuen Residenz Bamberg vom 21. Juni bis 3. November 2002. Hrsg.: Bayerische Schlösserverwaltung. München 2002.
- Anita Eichholz: Königin Amalies Exil- und Witwenjahre in Bamberg (1863–1875), S. 161–176 in: Amalie 1818–1875, Herzogin von Oldenburg, Königin von Griechenland, Begleitband zur Ausstellung „Amalie – Herzogin von Oldenburg – Königin von Griechenland“ vom 29. August bis zum 24. Oktober 2004 im Palais Rastede. Hrsg.: Kunst- und Kulturkreis Rastede e. V., Rastede 2004.
- Gisela Niemöller: Die Engelinnen im Schloß; eine Annäherung an Cäcilie, Amalie und Friederike von Oldenburg. Isensee, Oldenburg 1997, ISBN 3-89598-463-9.
- Kunst- und Kulturkreis Rastede e. V. (Hrsg.): Amalie 1818–1875. Herzogin von Oldenburg – Königin von Griechenland. Isensee, Oldenburg 2004, ISBN 3-89995-122-0.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
| Vorgängerin | Amt | Nachfolgerin |
|---|---|---|
| — | Königin von Griechenland 1836–1862 | Olga von Russland |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Amalie von Oldenburg |
| ALTERNATIVNAMEN | Amalie Marie Friederike von Oldenburg |
| KURZBESCHREIBUNG | Königin von Griechenland, Herzogin von Oldenburg |
| GEBURTSDATUM | 21. Dezember 1818 |
| GEBURTSORT | Oldenburg |
| STERBEDATUM | 20. Mai 1875 |
| STERBEORT | Bamberg |
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- Deutscher
- Geboren 1818
- Gestorben 1875
- Frau