Ammoniumpikrat
Ammoniumpikrat ist das Ammoniumsalz der Pikrinsäure. Es wurde unter anderem im Zweiten Weltkrieg als militärischer Sprengstoff für Sprengladungen benutzt. Ein Trivialname ist „Explosive-D“.
Herstellung
Man gewinnt Ammoniumpikrat durch Sättigen einer wässrigen Lösung der Pikrinsäure mit Ammoniak.<ref name="Explosivstoffe" /> Das Produkt ist rot, bei Lagerung unter Anwesenheit von Wasserdampf geht Ammoniumpikrat in die stabilere gelbe Form über.<ref name="Explosivstoffe" />
Eigenschaften
- Bildungsenthalpie: 389 kJ/mol (1581 kJ/kg)
- Bildungsenergie: −1495 kJ/kg
- Sauerstoffbilanz: −52,0 %<ref name="Explosivstoffe" />
- Stickstoffgehalt: 22,77 %<ref name="Explosivstoffe" />
- Normalgasvolumen: 999 l/kg<ref name="Explosivstoffe" />
- Explosionswärme: 2954 kJ/kg
- Detonationsgeschwindigkeit: 7150 m/s<ref name="Explosivstoffe" />
- Verpuffungspunkt: 320 °C<ref name="Explosivstoffe" />
- Bleiblockausbauchung: 280 cm3/10 g<ref name="Explosivstoffe" />
- Schlagempfindlichkeit: bis 20 Nm keine Reaktion<ref name="Explosivstoffe">J. Köhler, R. Meyer, A. Homburg: Explosivstoffe. 10., vollst. überarb. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-32009-7.</ref>
Sicherheit
Die Verbindung ist in der Liste der explosionsgefährlichen Stoffe gemäß §2 Abs. 6 Satz 2 des Sprengstoffgesetzes (Altstoffliste) aufgeführt.<ref>Bekanntmachung der explosionsgefährlichen Stoffe gemäß § 2 Abs. 6 Satz 2 des Sprengstoffgesetzes. In: Bundesanzeiger. Nr. 233a vom 16. Dezember 1986, abgerufen am 7. Februar 2025.</ref>
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- J. Köhler, R. Meyer, A. Homburg: Explosivstoffe. 10., vollst. überarb. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-32009-7, S. 20.