Anhalter (Apfel)
| Anhalter | |
|---|---|
| Art | Kulturapfel (Malus domestica) |
| Herkunft | unbekannt, vor 1800 vermutlich im hessischen Taunus entstanden |
| Liste von Apfelsorten | |
Der Anhalter ist eine alte Sorte des Kulturapfels, die vermutlich ursprünglich aus dem hessischen Taunus (Hessen-Nassau) stammt. Wahrscheinlich wurde sie von Johann Ludwig Christ in Kronberg aus Samen gezogen, weshalb sie früher auch als Christ's Wildling bezeichnet wurde.<ref>C. Thomae: Bestimmung einiger in Frage gestellter Apfelsorten. In: Johann G. C. Oberdieck, Fehleisen und Eduard Lucas: Illustrirte Monatshefte für Obst- und Weinbau, Verlag der Dorn’schen Buchhandlung, Ravensburg 1865, S. 75</ref> Der Anhalter wurde häufig auch Anhänger genannt.
Der Anhalter war vor allem in Hessen und Nassau verbreitet, wo er als Mostapfel geschätzt wurde.<ref>Hotop: Ist Großer Rheinischer Bohnapfel und Anhalter dasselbe? In: F. Lucas: Pomologische Monatshefte – Allgemeine Deutsche Obstbauzeitung, Verlag von Eugen Ulmer, Stuttgart 1900, S. 26ff</ref> In diesen Gebieten ist die Sorte heute noch vereinzelt auf Altbäumen im Streuobst zu finden, gilt aber als gefährdet, da sie selten neu angepflanzt wird.<ref>Steffen Kahl: Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen – Sortenempfehlung der Landesgruppe Hessen im Pomologenverein. Bad Nauheim 2004, S. 4</ref> Der Baum ist robust und starkwüchsig, wodurch er sehr groß wird und besonders langlebig ist. Der Anhalter wird als Wirtschafts- und Mostapfel verwendet.
Die Namen Anhalter und Anhänger wurde früher häufig auch für verschiedene Apfelsorten verwendet, die besonders windfest waren und deshalb lange am Baum hingen.<ref>C. Thomae: Bestimmung einiger in Frage gestellter Apfelsorten. In: Johann G. C. Oberdieck, Fehleisen und Eduard Lucas: Illustrirte Monatshefte für Obst- und Weinbau, Verlag der Dorn’schen Buchhandlung, Ravensburg 1865, S. 75</ref> So wurde der Name Anhalter auch als Synonym für den Rheinischen Bohnapfel gebraucht.<ref>Walter Müller: Die wichtigsten deutschen Kernobstsorten in farbigen naturgetreuen Abbildungen. 18. Lieferung, Verlag von A. Nugel, Gera 1893</ref> Die Sorten Anhalter und Rheinischer Bohnapfel sind aber nicht identisch.
Die Sorte wurde 2015 zur Hessischen Lokalsorte des Jahres durch die Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins e. V. benannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hessische Lokalsorte 2015 ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Pomologen-Verein e.V. – Landesgruppe Hessen 2014 PDF 710 kB</ref> Es soll auf alte, erhaltenswerte Obstsorten in Hessen aufmerksam gemacht werden. Dabei werden jedes Jahr entsprechende Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt, wie Pflegemaßnahmen an Altbäumen, Reisergewinnung und Abgabe an Baumschulen, Pflanzaktionen sowie Vorträge und Ausstellungen.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Heuchelheimer Schneeapfel (2003) | Körler Edelapfel (2004) | Ditzels Rosenapfel (2005) | Gacksapfel (2006) | Kloppenheimer Streifling (2007) | Ausbacher Roter (2008) | Dorheimer Streifling (2009) | Gestreifter Matapfel (2010) | Metzrenette (2011) | Spitzrabau (2012) | Siebenschläfer (2013) | Vaterapfel (2014) | Anhalter (2015) | Weilburger (2016) | Wetzlarer Hartapfel (2017) | Ruhm aus Kelsterbach (2018) | Kalbfleischapfel (2019) | Lippoldsberger Tiefenblüte (2020) | Hofheimer Glanzrenette (2021) | Friedberger Bohnapfel (2022) | Bischofsmütze (2023) | Korbacher Edelrenette (2024) | Sossenheimer Roter (2025)