Antonio Fornoni
Antonio Fornoni (* 18. September 1825 in Venedig; † 7. April 1897 ebenda) war Unternehmer und von 1872 bis 1875 der erste Nichtadlige unter den Bürgermeistern Venedigs, ein Amt, das er neben Giuseppe Giovanelli führte. Nach seiner Bürgermeistertätigkeit war er Präsident des Consiglio provinciale di Venezia (1895–1897) und Angehöriger des königlichen Senats, des Senato del Regno (d’Italia).
Leben
Antonio Fornoni war der Sohn der Elisabetta Breda und des Giovanni Fornoni und damit Spross einer Familie, die den Ort Favaro Veneto dominierte. Fornoni betrieb eine Baumwollweberei, wurde Consigliere auf der venezianischen Stadt- und Provinzebene, im März 1872 schließlich Bürgermeister. Ende 1874 wurde er Angehöriger des Senats.
In Venedig, das seit 1866 zu Italien gehörte, unterstützte er die Errichtung einer Wasserversorgung, den Ausbau der Friedhofsinsel San Michele und die Errichtung der Eisenbahn, ebenso wie den Ausbau der Handelsschule. Am 23. Februar 1874 konnte die Wasserleitung eingeweiht werden.
Spätestens seit 1873 machte sich eine intransigente katholische Bewegung unter Führung des Patriarchen bemerkbar, die der lokale Präfekt Carlo Mayr als feindselig gegenüber den Institutionen des liberalen Staates einschätzte. Mayrs Versuche der Einflussnahme, seine Aufforderung an alle Liberalen, sich in die Wählerlisten einzutragen, schwächten jedoch die liberale Seite so sehr, dass 1875 bereits 11 der 15 Stadträte der katholischen Bewegung angehörten.
Im Mai 1872 kam es zu einem Streik der facchini, der Diener auf der Giudecca, im August gründete Tito Zanardelli die erste internationalistische Anarchistensektion, im nächsten Monat folgte eine sozialistische Sektion namens Pensiero e Azione. 1874 gründete Giuseppe Alburno die Wochenzeitschrift La Voce del Popolo (Die Stimme des Volkes), diese verkaufte laut einem Bericht der Questura vom 31. Oktober 1874 eine Auflage von 200 Exemplaren.<ref>Piero Brunello: Storie di anarchici e di spie – Polizia e politica nell’Italia liberale, Donzelli, Rom 2009, S. 89.</ref>
Am 1. Januar 1874 verlor Venedig den Status als Freihafen. Dies sollte Venedig ursprünglich allen italienischen Häfen gleichstellen. Obwohl dieser Status einen Großteil seiner Bedeutung längst verloren hatte, befürchtete die Handelskammer, dass dieser Verlust schwerwiegende Folgen haben würde, und forderte eine Form des Ausgleichs. Der Präfekt Carlo Mayr vermittelte zwischen der Handelskammer und dem Finanzministerium, um die Frage der Einfuhrzölle zu klären, die für die Lagerbestände ausländischer Produkte zu entrichten waren. Der Präsident der Kammer, Nicolò Antonini, bezeichnete Mayr in einem Dankesbrief als ‚fast zweiten Bürger Venedigs‘. Doch konnte er für die Wirtschaft Venedigs nur noch wenig unternehmen.
Die nationalen Unruhen von 1876 bewirkten eine Umbesetzung der Präfektenämter. Am 30. April 1876 wurde der aus der Emilia stammende Luigi Sormani Moretti (* 3. Dezember 1834 in Reggio Emilia, † 9. Januar 1908) zum Präfekten von Venedig ernannt. Er besuchte nicht nur die lokalen Regierungsbüros, sondern dehnte seine Inspektionstätigkeit auch auf öffentliche Einrichtungen, Schulen, Kirchen, Denkmäler und Fabriken aus, obwohl dies zu Widerständen auf höherer Ebene wegen der Kosten führte. Dennoch wurden seine Vorschläge und seine wachsende Sachkenntnis immer mehr ignoriert. Genauso wie sein Nachfolger Pietro Manfrin erkannte er, dass die konservativen Gruppen, die seit Napoleon mit zahlreichen, in seinen Augen wohltuenden Reformen gezwungen worden waren, dem liberalen Staat zu dienen, wieder an die Macht zurückstrebten. Dies geschah umso leichter, als die Zentralregierung in Rom sich, im Gegensatz zur napoleonischen Führungsgruppe, nicht hinter die Präfekten und den Verwaltungsapparat stellte.
Die Gegensätze der beiden politischen Pole, der Liberalen und der Katholiken, wurden auch im öffentlichen Raum ausgetragen. 1875 wurde auf dem Campo Manin die Bronzestatue für Daniele Manin eingeweiht, die Luigi Borro geschaffen hatte. Vom 5. bis 7. April 1875 hielt sich der österreichische Kaiser in Venedig auf, am 23. Februar 1876 Giuseppe Garibaldi. Im September 1877 wurde Giobatta Giustinian zum zweiten Mal Bürgermeister von Venedig.
Weblinks
- FORNONI Antonio, Senato della Repubblica
- Nico Randeraad: I prefetti e la città nei primi decenni postunitari, in: Storia di Venezia, 2002.
Einzelnachweise
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| NAME | Fornoni, Antonio
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| KURZBESCHREIBUNG | Bürgermeister von Venedig
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| GEBURTSDATUM | 18. September 1825
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| GEBURTSORT | Venedig
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| STERBEDATUM | 7. April 1897
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| STERBEORT | Venedig
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