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Aparicio Méndez

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Datei:Aparicio Méndez en la década de 1960 (cropped).jpg
Aparicio Méndez in den 1960er Jahren

Aparicio Méndez Manfredini (* 24. August 1904 in Rivera, Uruguay; † 26. Juni 1988 in Montevideo) war ein uruguayischer Politiker und von 1976 bis 1981 Präsident in den Jahren der Diktatur. Er war Mitglied des Partido Nacional, der die Interessen der ländlichen Regionen vertritt, aus der Méndez selbst stammte.

Leben

Aparicio Méndez studierte Rechtswissenschaften an der Universidad de la República und war ein Experte für Verwaltungsrecht und vom 13. April 1961 bis zum 16. Juni 1964 Gesundheitsminister<ref>Minister ab 1. März 1955 auf rulers.org</ref> seines Landes.

Schon unter seinem Vorgänger Juan María Bordaberry war Uruguay zu einer de facto Militärdiktatur geworden, doch bis kurz vor Ablauf des politischen Mandats 1976, beließen die Fuerzas Armadas del Uruguay mit Bordaberry einen zivilen Politiker an der Staatsspitze. Die Zahl der politischen Gefangenen betrug Ende 1975 etwa 6200 Menschen in einem Kleinstaat mit nur rund 3 Millionen Einwohnern.<ref name=":0">Olivier Dabène: L’Amérique latine à l’époque contemporaine (= Collection U Histoire). 7. Auflage. Éditions Armand Colin, Paris 2011, ISBN 978-2-200-24897-0, S. 160 f.</ref>

Als das Militär auch formal die Macht übernahm, wurde Méndez eines der zivilen Mitglieder im Consejo de Estado und 1976 als Präsident eingesetzt. Eine der ersten Amtshandlungen seiner Regierung war der Entzug der staatsbürgerlichen Rechte aller (rechtsgerichteten) Uruguayer, die am politischen Geschehen zwischen 1966 und 1973 beteiligt gewesen waren. Linke politische Parteien und Organisationen waren bereits unter Bordaberry für illegal erklärt worden. Rund 15.000<ref name=":0" /> Personen mit Funktionen in den traditionellen Parteien waren am 1. September 1976 von dieser Verschärfung der Repression betroffen. Damit wollten die Militärs einer neuen politischen Elite Platz machen, die es erst noch heranzuziehen galt. Diese Politik priesen sie als democradura<ref name=":0" /> (Portmanteau-Wort aus Demokratie und dem spanischen Wort für hart).

Eine neue, die Diktatur stützende Staatspartei wurde jedoch nicht gebildet, keine markante Figur trat – am Beispiel von Augusto Pinochet in Chile – an der Staatsspitze hervor. Vielmehr glaubten die Militärs, ihr in der Verfassung festzuschreibendes Diktatur-Projekt einem Referendum unterstellen zu können und damit durchzukommen. Die Vorlage wurde allerdings am 30. November 1980 von 57,2 %<ref name=":0" /> der Wahlberechtigten bei einer Wahlbeteiligung von 87 %<ref name=":0" /> abgelehnt. Im September 1981 trat der als gemäßigt geltende General Gregorio Álvarez Armelino die Nachfolge als Präsident an.

Literatur

Weblinks

Commons: Aparicio Méndez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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