Ateji
Ateji (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) sind chinesische Schriftzeichen bzw. Kanji, die in der japanischen Sprache zur Bezeichnung von Begriffen ohne Rücksicht auf ihre eigentliche Bedeutung nur der Aussprache nach benutzt werden. Gegenstück zu den Ateji sind die Jukujikun, bei denen Begriffen mit einer bereits vorher vorhandenen Aussprache eine Schriftzeichenkombination ohne Rücksicht auf deren Herkunftsaussprache zugewiesen wurde.
Im Altertum wurden Man’yōgana als Ateji verwendet.
Übersicht
Grundanwendung
Eine Grundanwendung von Ateiji ist die Schreibung japanischer Eigennamen, Flurnamen etc. mit chinesischen Zeichen. So gibt es für den männlichen Vornamen „Takashi“ über 40 Varianten, die mit Kanji geschrieben werden können. Bei Flurnamen ist der Berg Fuji {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ein prominentes Ateji-Beispiel. Das aus der Ainu-Sprache stammende Wort wird mit zwei Zeichen geschrieben, die „Edler Gentleman“ bedeuten. Das Gleiche gilt für Ortsnamen wie Karuizawa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Bimssumpf“) oder Kamakura ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Sichelspeicher“), die Ateji sind. In diese Gruppe gehören auch Ortsnamen, die am Ende mit dem Zeichen für „Tür“ {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) geschrieben werden, das nur den Laut to wiedergeben soll.
Ländernamen
Auch viele Länder- und Ortsnamen wurden mit Ateji wiedergegeben. Richtungsweisend waren die Jesuiten in China bei der Erstellung von Weltkarten in chinesischer Sprache, zum Beispiel Matteo Ricci. Die Japaner übernahmen diese Schreibweisen weitgehend, zum Beispiel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), für Berlin, obwohl die Kanjis in der sino-japanische On-Lesung „Hakurin“, als japanische Kun-Lesung „Hakubayashi“ beziehungsweise als japanischer Familienname „Kashiwabayashi“ gelesen wird, ist die Aussprache weit entfernt vom Chinesischen, „Bólín“ {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Tatsächlich lautet für Berlin auf Japanisch als Ateji die Aussprache „Berurin“ {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Weiter gibt es bei den Ländernamen gelegentlich deutliche Unterschiede in der Zeichenwahl. Während Deutschland bei den Chinesen auf Hochchinesisch (Standardchinesisch) als „Déguó“ {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = „Tugendland“ bezeichnet wird, benutzt Japan in der historischen Kanji-Schreibung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Doitsu für Deutschland. Das erste Schriftzeichen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) bedeutet „allein“, das zweite {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) unter anderem „fliehen“ oder „abschweifen“. Beide werden aber in diesem Fall rein phonetisch verwendet, um das Wort „deutsch“ nachzubilden.
Lehnwörter
Eine Verwendung von Ateji sind alte Lehnwörter, die nicht aus dem Chinesischen stammen, etwa Speisen oder Handelswaren aus dem ersten Kontakt mit Europäern im 16. Jahrhundert. Ein Beispiel ist „Tempura“ (Tenpura) {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für die ehemalige Fastenspeise (frittierter Fisch, Garnelen und Gemüse) der Portugiesen. Diese Schriftzeichen wurden nach der Lesung ausgesucht.
Setzt man die Bedeutung um, kommt man zu Schriftzeichen für Tabak, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) mit der Bedeutung „Rauch-Gras“. Diese werden hier „tabako“ gesprochen und nicht etwa „kemuri-kusa“, wie es den Zeichen entspricht. Manchmal gelingt auch beides, zum Beispiel bei der (veralteten) Schreibung für kurabu, „Club“. Die Schriftzeichen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) können als ku – ra(ku) – bu gelesen werden und bedeuten in etwa „Zusammen – Spaß – Ort“.
Einige Ateji sind auch von Ladenbesitzern erfunden worden, um ihr Produkt in einem besseren Licht erscheinen zu lassen, indem man Schriftzeichen mit der passenden Lesung, aber einer positiveren Bedeutung verwendet, siehe etwa Sushi {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Das erste Kanji {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (On-Lesung ju, su, Kun-Lesung kotobuki) bedeutet „langes Leben“, das zweite Kanji {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (On-Lesung shi, Kun-Lesung tsukasa) bedeutet eigentlich „Beamter“.
Heutiger Gebrauch
Um Fremdwörter zu schreiben, werden im modernen Japanisch, seit der Schriftreform 1946, ausschließlich Katakana verwendet. Die meisten Ateji werden daher im normalen Sprachgebrauch nicht mehr benutzt. Lediglich bei einigen Wörtern, die so fest im Sprachgebrauch verankert waren, dass sie nicht mehr als Fremdwort empfunden werden, wie tabako, wird weiterhin in Kanji geschrieben oder, wenn die Schriftzeichen zu kompliziert sind, in Hiragana.
Die Abkürzungszeichen für Ländernamen (zum Beispiel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für Deutschland), die in Komposita verwendet werden (zum Beispiel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „japanisch-deutsche Beziehungen“), gehen direkt auf die alten Ateji-Schreibungen der Ländernamen zurück. Weitere Beispiele dafür sind {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für Asien, abgeleitet von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für Amerika, abgeleitet von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (siehe dazu Liste der Ländernamen im Japanischen)