Ausdauerndes Sandglöckchen
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| Ausdauerndes Sandglöckchen | ||||||||||||
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| Datei:Jasione laevis 001.JPG
Ausdauerndes Sandglöckchen (Jasione laevis), Habitus | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Jasione laevis | ||||||||||||
| Lam. |
Das Ausdauernde Sandglöckchen (Jasione laevis)<ref name="BiolFlor" />, auch als Ausdauernde Sandrapunzel bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sandrapunzeln (Jasione) innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Ausdauernde Sandglöckchen ist eine ausdauernde<ref name="BiolFlor" /> krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 60 Zentimetern. Es bildet Ausläufer (Stolonen) und zahlreiche sterile Blattrosetten. Die Stängel sind aufrecht und wenig verzweigt. Die Laubblätter sind flach, länglich-lanzettlich, ganzrandig oder schwach gezähnt. Sie sind gewimpert und zerstreut langhaarig. Die unteren Blätter sind mit stielartig verschmälertem Grund sitzend, sie oberen sind mit abgerundeten Grund sitzend.<ref name="Hegi1918" />
Generative Merkmale
Die Blüten sind in einem langgestielten, endständigen, kugeligen, 25 bis 30 Millimeter breiten Köpfchen angeordnet. Die Hüllblätter sind breit dreieckig-rundlich, grob und scharf gezähnt und besonders gegen den Grund hin kraus behaart. Die Kelchzipfel sind pfriemlich, kahl und 1,5 bis 3 Millimeter lang.<ref name="FloraVascular" /> Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kronblätter sind blaulilafarben und 12 bis 15 Millimeter lang. Die Griffel ragen weit aus der Blüte heraus.<ref name="Hegi1918" /> Die Fruchtform ist kapselartig, während der Blütenstand traubenartig angeordnet ist<ref name=":0" />.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 6;<ref name="BiolFlor" /> es wurden Chromosomenzahlen 2n = 12, 24, 48 oder 60 ermittelt.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Beim Ausdauernden Sandglöckchen handelt es sich um einen Hemikryptophyten.<ref name="BiolFlor" /> Es überwintert grün mit Überwinterungsknospen über der Erdoberfläche<ref name=":0">Ausdauerndes Sandglöckchen (Jasione laevis). Abgerufen am 14. November 2023.</ref>.
Vorkommen
Das Ausdauernde Sandglöckchen ist atlantisch bis submediterran verbreitet. Es wächst in Europa im Kontinentalitätsgefälle bevorzugt in Küstennähe. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Südwest- und Mitteleuropa (Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien und Deutschland). In Deutschland kommt es nur im südlichen und östlichen Baden-Württemberg und in im südöstlichen Rheinland-Pfalz vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Die Art ist in der Stufe 3 – „Gefährdet“ auf der Roten Liste eingeordnet<ref>Rote Liste, Farn- und Blütenpflanzen. Rote Liste Zentrum, 2018, abgerufen am 15. November 2023.</ref>. Sie steigt in Baden-Württemberg am Feldberg bis 1400 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Rosenbauer1996" /> Auf der Iberischen Halbinsel kommt die Art zwischen 1330 und 2600 Meter Meereshöhe vor.<ref name="FloraVascular" />
Das Ausdauernde Sandglöckchen siedelt vor allem in Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen (Violion caninae Schwick. 1944). Als Pionierpflanze besiedelt es besonders lückige Stellen an Böschungen oder an Wegrändern. Es gedeiht am besten auf stickstoffarmen, basenarmen, mäßig sauren bis sauren, kalkarmen Böden.
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Jasione laevis erfolgte 1779 durch Jean Baptiste de Monnet de Lamarck in Flore Françoise, ou Descriptions Succinctes de Toutes les Plantes qui Croissent Naturellement en France... Band 2 Seite 3. Synonyme für Jasione laevis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. sind: Jasione montana var. perennis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. f., Jasione perennis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L. f.) Lam., Jasione pygmaea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gren. & Godr.) Timb.-Lagr., Ovilla perennis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L. f.) Bubani, Jasione pyrenaica <templatestyles src="Person/styles.css" />Sennen, Jasione bialis <templatestyles src="Person/styles.css" />Sennen, Jasione tajae <templatestyles src="Person/styles.css" />Sennen, Jasione laevis var. pygmaea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gren. & Godr.) O.Bolòs & Vigo, Jasione laevis subsp. gredensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rivas Mart. & Sancho.<ref name="WCSP" />
Von Jasione laevis gibt es zwei Unterarten:<ref name="WCSP" />
- Jasione laevis subsp. carpetana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss. & Reut.) Rivas Mart.: Sie kommt in Spanien vor.<ref name="WCSP" />
- Jasione laevis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. subsp. laevis.
Verwendung
Im deutschen Handel wird die Sorte Jasione laevis (‘Blaulicht’) unter der Bezeichnung „Blauköpfchen“ meist zur Verwendung in Steingärten angeboten.<ref name="Zander2008" />
Literatur
- Heinz Ellenberg, H. E. Weber, R. Düll, V. Wirth, W. Werner & D. Paulißen: Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. Scripta Geobotanica 18, Verlag Erich Goltze, 1992, ISBN 3-88452-518-2
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts (Hrsg.): Jasione - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 8. April 2016.</ref> <ref name="BiolFlor"> Ausdauerndes Sandglöckchen. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Campanulaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 748.</ref> <ref name="Rosenbauer1996">Anette Rosenbauer: "Campanulaceae." In: Oskar Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 5, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1996. ISBN 3-8001-3342-3, S. 448. </ref> <ref name="Zander2008">Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7. S. 1487.</ref> <ref name="Hegi1918">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mittel-Europa. Band 6, 1. Hälfte, J.F.Lehmann, München 1918. Seite 390–391.</ref> <ref name="FloraVascular"> Datenblatt Jasione laevis bei Flora Vascular. </ref> </references>
Weblinks
- Jasione laevis Lam., Ausdauernde Jasione. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Jasione laevis subsp. laevis Lam., Ausdauernde Jasione (Unterart). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)