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Tank & Rast

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Autobahn Tank & Rast Gruppe GmbH & Co. KG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Tank & Rast logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1951 (GfN), 1994 (Tank & Rast)
Sitz Bonn, Deutschland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Deutschland
Leitung
  • Peter Markus Löw (CEO)
  • Lutz Scharpe (CFO)
  • Peter Krosta (COO)
Mitarbeiterzahl 1.050 (2021)
Umsatz 537,0 Mio. Euro (2021)
Branche Raststätten und Tankstellen
Website tank.rast.de
Stand: 31. Dezember 2021

Die Autobahn Tank & Rast Gruppe GmbH & Co. KG mit Sitz in Bonn ist ein privater Dienstleister, der die Konzession für beinahe alle Autobahnraststätten und deren Tankstellen in Deutschland hält. Die Vertriebsrechte für Kraftstoff am Großteil der Raststätten werden im Rahmen einer Auktion durch die Gesellschaft zur Pacht vergeben; die Verträge liefen zuletzt in der Regel über vier Jahre. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen eigene Tankstellen und Autohöfe und bietet damit verbundene Dienstleistungen an. Es wird seit Jahren als ein Quasi-Monopolist kritisiert, insbesondere für seine überhöhten Sprit- und Produktpreise.

Unternehmensstruktur

Datei:Rasthof Rhynern.jpg
Autobahnraststätte Rhynern an der A2 bei Hamm

Es gibt vier Geschäftsbereiche: Tankstellen, Raststätten, Autohöfe und Eigenbetriebe. Mit 410 Rastanlagen, 360 Tankstellen und 50 Hotels ist Tank & Rast die größte Dienstleistungsgesellschaft dieser Art in Deutschland. Sie verfügt über 93 Prozent der Konzessionen für Nebenbetriebe an den Autobahnen (410 von 442 Autobahnraststätten).

Typischerweise betreibt Tank & Rast die Tankstellen und Raststätten nicht selbst, sondern verpachtet sie an private Pächter. Diese erhalten Lizenzen der Gesellschaft Tank & Rast und sind verpflichtet, Mindeststandards bezüglich Marktauftritt, Erscheinungsbild, Sortiment und Qualität einzuhalten; die Betreiber, die den Zuschlag für den Betrieb erhalten haben, legen die Kosten auf die Kraftstoffpreise und Produktpreise im Verkaufsbereich um und sind somit immer höherpreisig gegenüber den Angeboten an Straßentankstellen. Rund 15 Betriebe werden von Tank & Rast als Eigenbetriebe geführt.

Geschichte

Datei:Autobahn-Raststätte Fränkische Schweiz-Ost (2009).jpg
Serways-Filiale an der Raststätte Fränkische Schweiz-Ost
Datei:2014-06-22 Tank & Rast, Andreas-Hermes-Straße 7-9, Bonn IMG 1942.jpg
Unternehmenssitz in Bonn

Tank & Rast wurde 1994 gegründet. Vorgänger waren die ehemaligen bundeseigenen Gesellschaften Gesellschaft für Nebenbetriebe der Bundesautobahnen (GfN, gegründet 1951) sowie die Ostdeutsche Autobahntankstellengesellschaft mbH (OATG).

Im Jahr 1998 erfolgte die Privatisierung mit den politischen Vorgaben:

  • Erhalt des bewährten Systems „Fahren, Tanken und Rasten auf der Autobahn“ für die Verkehrsteilnehmer,
  • Erhalt der mittelständischen Pächterstruktur und deren unternehmerischer Freiheit,
  • Erhalt der Angebotsvielfalt bei Tankstellen und Berücksichtigung der Interessen der mittelständischen Tankstellenbetreiber,
  • Vermeidung von Monopolen.<ref>Bundestagsanfrage (PDF; 230 kB)</ref>

Verantwortlich für den Verkauf an die Lufthansa (30,6 Prozent) und Private-Equity-Unternehmen, namentlich Apax sowie die Allianz-Tochter Allianz Capital Partners, zeichnete der damalige Verkehrsminister Matthias Wissmann (CDU). Der Erlös betrug 1,2 Milliarden DM. Der Privatisierungsvertrag wurde nach monatelangen Verhandlungen am 29. Oktober 1998 in Köln unterzeichnet, nur zwei Tage nach der Vereidigung von Franz Müntefering (SPD) als Verkehrsminister. Dennoch hielt sich lange Zeit das Gerücht, Müntefering und die rot-grüne Bundesregierung hätten die Privatisierung vorangetrieben.<ref>manager: Verkauf: Tank und Rast geht an Allianz-Konsortium. 27. Oktober 1998, abgerufen am 26. November 2024.</ref> Von Ende 2004 bis Juni 2007 war das britische Private-Equity-Unternehmen Terra Firma Capital Partners alleiniger Eigentümer von Tank & Rast. 2004 hatte das Unternehmen Tank & Rast für ca. 1,1 Milliarden Euro übernommen.<ref name="mm.de">Mirjam Hecking manager: Tank und Rast: Die Braut wird hübsch gemacht. 30. April 2012, abgerufen am 26. November 2024.</ref> Im Juni 2007 beteiligte sich der Infrastrukturfonds RREEF der Deutschen Bank für 1,2 Milliarden Euro an 50 Prozent des Unternehmens.<ref name="mm.de" /> Nach Abschluss einer 2004 begonnenen Pilotphase baute Tank & Rast 2007 die Raststätten-Marke Serways auf 80 Standorte aus.<ref>Eintritt in Phase 3. In: Convenience Shop. 26. Januar 2007, abgerufen am 1. März 2010.</ref> 2009 waren von den 390 Tank-&-Rast-Standorten 170 Serways-Filialen.<ref>Serways: Wo die bunten Fahnen wehen. In: Werben & Verkaufen. 20. März 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. September 2009; abgerufen am 1. März 2010.</ref> Im Jahr 2009 kaufte das Unternehmen vom Handelskonzern Metro den Tank- und Raststättenbetreiber Axxe.<ref>Pressemeldung der Metro AG zum Verkauf von AXXE</ref> Im Januar 2011 eröffnete das Unternehmen seinen ersten Autohof in Rheda-Wiedenbrück an der A 2. In die Ausstattung des Autohofs wurden rund 1,5 Millionen Euro investiert.<ref>Tank & Rast eröffnet ersten Autohof an der A2 in Rheda-Wiedenbrück</ref>

Im August 2015 wurde Tank & Rast durch ein Konsortium für 3,5 Milliarden Euro erworben. Zum Konsortium gehören die Allianz-Tochter Allianz Capital Partners, die Münchener-Rück-Tochter MEAG, die<ref>Kraftstoff-News 07/24. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Dezember 2024; abgerufen am 26. Februar 2025.</ref> Abu Dhabi Investment Authority und der kanadische Infrastrukturfonds OMERS Infrastructure, ehemals Borealis Infrastructure.<ref>Allianz macht das Rennen bei Tank & Rast. In: handelsblatt.com. Handelsblatt, 3. August 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. August 2015; abgerufen am 24. Januar 2026.</ref>

Kritik

Monopolstellung und überhöhte Preise

Immer wieder wird das Geschäftsmodell von Tank & Rast kritisiert: Ihm wird vorgehalten, als Quasi-Monopolist zu agieren.<ref>Der hohe Preis für eine Pause auf der Autobahn. In: focus.de. 24. Juli 2023, abgerufen am 28. Januar 2024: „Die Ware in den Autobahn-Raststätten ist meist sehr teuer. Schuld daran trägt laut Kritikern der Monopolist Tank & Rast.“</ref><ref name="rbb24">Bendrik Muhs: Warum Snacks an der Raststätte so extrem teuer sind. 3. September 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 12. April 2026.</ref> Die FAZ berichtete im August 2018, dass der Bundesverband der Verbraucherzentralen dem Raststättenkonzern Tank & Rast Abzocke am Kunden vorwerfe.<ref name=":0">Autobahn-Ratsstätten: Verbraucherschützer werfen Tank & Rast Abzocke vor. In: FAZ.net. 18. August 2018, abgerufen am 9. September 2018.</ref> Das Unternehmen habe mit 460 Tankstellen und 410 Raststätten inzwischen praktisch eine Monopolstellung, und laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen werde die Zwangssituation von Kunden ausgenutzt.<ref name=":0" /> Diese Vorwürfe beziehen sich auf das Unternehmen Sanifair, aber man wirft Tank & Rast auch die zum Teil sehr hohen Preise vor, die bis zu fünf Mal höher als im Supermarkt seien.<ref name="rbb24"/><ref name=":0" /> Studien und seit 2017 das Bundeskartellamt dokumentieren einen wachsenden Preisabstand beim Benzin zwischen Autobahntankstellen und den anderen Tankstellen, bei der letzten Erhebung des Kartellamts im Juli 2024 betrug er 42 Cent pro Liter Benzin (E5).<ref>Kraftstoff-News 07/24, S. 3. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Dezember 2024; abgerufen am 26. Februar 2025.</ref> Auch überhöhte Preise für Lebensmittel wurden zahlreich durch Medienrecherchen belegt, z. B. 2021<ref>Anne Grüneberg: ADAC: Raststätten sind deutlich teurer als Autohöfe - Benzin, Snacks, WC und Co. 15. Oktober 2021, abgerufen am 26. Februar 2025.</ref>, 2023<ref>Kritik an Tank und Rast: Sprit und Essen an Autobahn teuer. 5. Mai 2024, abgerufen am 26. Februar 2025.</ref> und 2024.<ref>Sebastian May: Teure Raststätten: Wer verdient tatsächlich am Milliardengeschäft? 2. November 2024, abgerufen am 26. Februar 2025.</ref><ref>Kaffee und Klo zu Luxuspreisen - ECHT? - hier anschauen. Abgerufen am 26. Februar 2025.</ref>

Auch die abgeschlossene Privatisierung wird kritisiert. In den 1990er Jahren waren Würstchenbuden und ähnliche Gewerbe an den Raststätten vertreten, bei denen Artikel günstig erworben werden konnten. Diese Gewerbe verbot das Bundesverkehrsministerium; fast gleichzeitig wurde die bis dahin im Staatsbesitz befindliche Tank & Rast verkauft und privatisiert. Der Bundestagsabgeordnete und Verkehrsexperte Victor Perli (Die Linke) sieht das als eine Entscheidung zu Lasten der Verbraucher: „Tank & Rast ist die Geschichte einer Privatisierung, die dazu führt, dass sich heute wenige sehr bereichern an dem Betrieb von Autobahnraststätten, die öffentliche Hand da viel Geld dafür reinsteckt, die Beschäftigten kaum mehr bekommen als den Mindestlohn und die Kundinnen und Kunden sehr hohe Preise zahlen müssen, wenn sie tanken, wenn sie etwas essen möchten. Und das ist eine ganz schlimme Geschichte von Privatisierungsversagen.“<ref name="rbb24" />

Toilettennutzungsgebühr

Kritisch beleuchtete das Verbrauchermagazin Vorsicht, Verbraucherfalle! der ARD am 5. Dezember 2016 das Geschäftsmodell von Sanifair. So heißt es im Privatisierungsvertrag von 1998: „Die Tank & Rast wird sich bemühen, die unentgeltliche Benutzung von sanitären Einrichtungen ganzjährig durchgehend sicherzustellen.“<ref>Das Bezahlprinzip bei Sanifair – Vorsicht, Verbraucherfalle! – ARD | Das Erste. 13. April 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. April 2021; abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref> Letztendlich gründete man das Tochterunternehmen Sanifair und führte eine Toilettennutzungsgebühr von einem Euro gegen Wertcoupons ein. Schon zuvor hatten andere Medien über die Geschäftspraktiken von Sanifair berichtet.<ref>ZDF Zoom: Tanken, rasten, zahlen. 16. April 2014.</ref><ref>Sanifair-Toiletten Ärger um die „Pinkel-Maut“: Das Millionen-Geschäft mit den Raststätten-Klos. Focus Online, 17. August 2016, abgerufen am 8. Dezember 2016.</ref> Auch der RBB berichtete im März 2018 kritisch über das sogenannte Bonsystem von Sanifair;<ref name="geschröpft">rbb exklusiv. Das Geschäft mit dem Geschäft. So werden Sanifair-Kunden mit Toilettenbons geschröpft. RBB, 26. März 2018, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 23. September 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb24.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> danach löse wohl tatsächlich fast die Hälfte der Deutschen diese Gutscheine selten oder nie ein. Das habe eine repräsentative Befragung des Marktforschungsinstituts INSA im Auftrag des rbb-Verbrauchermagazins Super.Markt ergeben.<ref name="geschröpft" /> Bei einer Umfrage im Auftrag der ARD von 2024 waren es sogar 57 Prozent, die ihre Gutscheine „selten“ oder „nie“ einlösen.<ref>Kaffee und Klo zu Luxuspreisen - ECHT? - hier anschauen, Minute 21:35. Abgerufen am 26. Februar 2025.</ref>

Überschuldung

Der Konzern ist hoch verschuldet. Laut dem Konzernabschluss von 2022 betrugen die Verbindlichkeiten rund 4,4 Milliarden Euro, bei Umsätzen von nur rund 645 Millionen Euro. Das Eigenkapital war in diesem Jahr zugleich mit rund 900 Millionen Euro im Minus. Der Betriebswirtschaftsprofessor Thomas Hartmann Wendels von der Universität Köln hält es deshalb für „nicht erkennbar“, wie Tank & Rast die Schulden wieder abbauen könnte.<ref>Kaffee und Klo zu Luxuspreisen - ECHT? - hier anschauen, Minute 23:50. Abgerufen am 26. Februar 2025.</ref>

Lobbyarbeit

Tank & Rast bezahlt über 300.000 Euro pro Jahr für Lobbyarbeit im Deutschen Bundestag. CEO Peter Markus Löw war bis zu seinem Wechsel zu Tank & Rast im Jahr 2001 Kommunikationsleiter im Bundesverkehrsministerium.

Das Unternehmen ist Mitglied in verschiedenen Lobbyverbänden (Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Deutsches Verkehrsforum und Pro Mobilität, ein Lobbyverband zur Förderung der Straßeninfrastruktur). Bekanntester Lobbyist ist der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU).<ref>Bundesweites Netz von E-Zapfsäulen: Dobrindt gibt Startschuss an der Rastanlage Köschinger Forst. Donaukurier, 14. September 2014, abgerufen am 28. Januar 2024: „„Das ist Technik vom Feinsten“, versicherte Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein, der beratend für die Autobahn Tank & Rast GmbH tätig ist.“</ref><ref name="lobby_tr">Deutscher Bundestag (Hrsg.): Einflussnahme von Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern auf den Gesetzentwurf der Bundesregierung – Entwurf eines Gesetzes über die Bereitstellung flächendeckender Schnellladeinfrastruktur für reine Batterieelektrofahrzeuge (Schnellladegesetz – SchnellLG) (Bundesratsdrucksache 156/21). Drucksache, Nr. 19/30163, 28. Mai 2021, S. 6 (bundestag.de [PDF]): „Die Abfrage hat folgende Gespräche mit externen Dritten (nur Leitungsebene) bezogen auf den Regelungsgegenstand des Referentenentwurfs ergeben: [...] Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang, Peter Markus Löw (Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn Tank & Rast Gruppe GmbH & Co. KG), Dr. Günther Beckstein (Autobahn Tank & Rast Gruppe GmbH & Co. KG) 14.01.2021 Berlin, Telefonat [...] 17.12.2020 Berlin, Telefonat [...] 02.11.2020 Berlin, Telefonat [...] 18.06.2020 Berlin“</ref>

Sanifair

Datei:Sanifair Zugangsanlage.JPG
Zugangsanlage der Sanifair zum Sanitärbereich in der Autobahnraststätte Hunsrück Ost bei Daxweiler (2011)

Eine Tochtergesellschaft des Unternehmens, Sanifair, ist für die Toiletten zuständig und hat dafür ein eigenes Konzept entwickelt, um aus der bisher kostenlosen Dienstleistung einen Ertragsbringer für Tank & Rast zu machen. Es wird eine Benutzungsgebühr von bislang 70 Cent erhoben<ref name="fr-online-7163208">Jutta Maier: Raststätten: Streit um hohe Sanifair-Toilettengebühr. In: Frankfurter Rundschau Online. 7. Februar 2011, abgerufen am 16. Dezember 2014.</ref> (im hannoverschen und im Dortmunder Hauptbahnhof aktuell 1 Euro und seit dem 8. November 2022 nach einer beschlossenen Preiserhöhung generell 1 Euro<ref>Raststätten-Toiletten: Sanifair erhöht die Preise. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 30. Oktober 2022]).</ref>), von denen 50 Cent – und seit der Preiserhöhung die vollen 1,00 Euro – auf Käufe in Tank-&-Rast-Unternehmen angerechnet werden.<ref name="faz-11804288">Julian Staib: Reibach an der Raststätte. In: FAZ.net. 29. Juni 2012, abgerufen am 16. Dezember 2014.</ref> Die Anrechnung wird nur auf Reisebedarf und Restaurantverzehr gewährt; Kraftstoffe sind ausgenommen. Bei der bundesweiten Einführung 2003 war der Toilettenbesuch mit 50 Cent, die vollständig angerechnet wurden, für den kaufenden Gast noch kostenneutral.<ref name="SPON-232770">Autobahn-Toiletten: Pinkel-Gutschein für Pommes-Frites. In: Spiegel Online. 29. Januar 2003, abgerufen am 16. Dezember 2014.</ref> Mit dem (kostenpflichtigen) Euroschlüssel ist die Toilettennutzung für Menschen mit Behinderung gratis möglich.

Sanifair ist an rund 300 Autobahnrastanlagen in sämtlichen Bundesländern außer Berlin und Bremen tätig; das Bundesland Bremen hat keine Autobahnraststätten. Sanifair-Toilettenanlagen umfassen zumeist Wickelräume und finden sich auch an einigen Standorten der Tank- und Raststätten der Marke AXXE.

Gegen die Kostenpflicht bei Benutzung der Toilettenanlagen ist der Kabarettist Rainald Grebe juristisch vorgegangen, scheiterte aber.

Seit 2008 gibt es die erste Sanifair-Toilettenanlage in einem Einkaufszentrum.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.sanifair.de (Memento vom 1. August 2010 im Internet Archive)</ref> Im Jahr 2010 öffnete außerdem eine Sanifair-Toilettenanlage im Hauptbahnhof Hannover, 2011 wurde im Hauptbahnhof Bremen eine Sanifair-Anlage eröffnet und 2013 im Oldenburger Hauptbahnhof. Weitere Standorte gibt es inzwischen in einigen Filialen von McDonald’s, an einigen Tankstellen der Kette OMV sowie in der Leverkusener Rathausgalerie, am Euro-Rastpark in Schweitenkirchen, in unmittelbarer Nähe zum hannoverschen Hauptbahnhof in der Ernst-August-Galerie<ref>Wert Bon einlösen. www.sanifair.de, abgerufen am 24. Januar 2026.</ref> sowie in den Schlossarkaden in Braunschweig, den Schlosshöfen in Oldenburg und im Stern-Center in Potsdam. Diese Systeme laufen jeweils untereinander und getrennt vom bisherigen Tank-&-Rast-System, das heißt, Gutscheine können nur vor Ort und somit nicht an den Tank-&-Rast-Raststätten oder an den alternativen Standorten eingelöst werden. Mit einem Euroschlüssel stehen die Toiletten auch behinderten Menschen zur Verfügung.

Auch im Ausland gibt es seit 2008 mit jeweils einem Standort in Österreich (McDonald’s in Salzburg) und Ungarn (OMV in Karácsond) erste Toilettenanlagen der Tank-&-Rast-Tochtergesellschaft. Sowohl bei diesen als auch den übrigen Standorten außerhalb des Tank-&-Rast-Netzes handelt es sich um ein Pilotprojekt. Sanifair-Toilettenanlagen gibt es mittlerweile an rund 550 Standorten.<ref>SANIFAIR europaweit. sanifair.de, abgerufen am 24. Januar 2026.</ref><ref>Unternehmen. In: sanifair.de. Abgerufen am 17. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Elektromobilität

Datei:Hyundai Ioniq Elektro an einer Serways Ladestation am Rastplatz Hösel an der A3.jpg
Hyundai Ioniq an einer Innogy-Ladesäule bei Serways

Beim weiteren Ausbau von Schnellladesäulen an Autobahn-Tankstellen gibt es einen Streit zwischen Tesla, dem niederländischen Ladestationen-Betreiber Fastned sowie dem Unternehmen Tank & Rast, das vom Bund beauftragt ist, auf seinen Flächen Schnellladesäulen zu errichten. Dagegen hatten Tesla und Fastned geklagt, da diese ebenfalls Zugang zu den lukrativen Raststättenflächen wollen, und aus ihrer Sicht die Konzessionsverträge europaweit hätten ausgeschrieben werden müssen. Im Jahr 2023 überwies das OLG Düsseldorf das Verfahren an den EuGH in Luxemburg. Tank & Rast wollte sich zu dem OLG-Entscheid nicht äußern. Der EuGH wertete das Vorgehen von Tank & Rast einen Konzessionsvertrag zu ändern, ohne ein neues Vergabeverfahren durchzuführen als prinzipiell rechtens, gab dem OLG Düsseldorf aber (ab Absatz 72 des Urteils) eine tiefere Überprüfung auf, da die Rechtmäßigkeit in diesem konkreten Fall noch zu prüfen sei.<ref>Rechtstreit um Ladestationen: Fastned unterliegt Autobahn GmbH vorm EuGH - electrive.net. 29. April 2025, abgerufen am 27. Dezember 2025.</ref>

Die Monopolkommission, die die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät, monierte im Jahr 2021: „Der Wettbewerb bei den Ladesäulen an den Bundesautobahnen wird durch die monopolähnliche Stellung von Tank & Rast erschwert.“

Tank & Rast unterstützt seit Herbst 2015 die Initiative E-Mobilität der Bundesregierung auf deutschen Autobahnen. Dabei werden Schnell-Ladestationen aufgestellt und mit jeweils einem CHAdeMO, einem CCS sowie einem Typ-2-Anschluss versehen.<ref>Tank & Rast startet deutschlandweiten Aufbau von E-Ladesäulen an Autobahnraststätten</ref><ref>Elektromobilität</ref>

Bei Tank & Rast war die Aufladung in der Anfangszeit teilweise kostenfrei. Als Betreiber sind EnBW, MER (ehemals: E-Wald), Ionity oder EOn-Innogy kostenpflichtig tätig.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Tank & Rast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 50° 42′ 18,4″ N, 7° 8′ 46″ O

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