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Połczyn-Zdrój

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(Weitergeleitet von Bad Polzin)

Vorlage:Infobox Ort in Polen

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Stadtpanorama
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Kurpark
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Schloss Bad Polzin
Datei:Marienkirche, Połczyn-Zdrój.JPG
Marienkirche

Połczyn-Zdrój [[[:Vorlage:IPA]]] (Vorlage:DeS Bad Polzin) ist eine Kleinstadt mit etwa 8600 Einwohnern im Powiat Świdwiński (Schivelbeiner Kreis) der polnischen Woiwodschaft Westpommern und Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde. Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Kurort.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in Hinterpommern, in der Pommerschen Schweiz, am Nordhang des Pommerschen Höhenrückens in einer Niederung, durch die der Wuggerbach und der Taubenbach fließen, etwa 134 Kilometer nordöstlich von Stettin auf 92 m über dem Meeresspiegel.

Die nächsten Nachbarstädte sind im Westen Świdwin (Schivelbein), 24 Kilometer entfernt, und im Norden Białogard (Belgard an der Persante), 30 Kilometer entfernt. Die Entfernung nach Koszalin (Köslin) im Norden beträgt 57 Kilometer.

Stadt Połczyn-Zdrój (Bad Polzin)

Geschichte

Im 13. Jahrhundert bestand in der Gegend des späteren Polzin bereits eine slawische Siedlung. In seiner Nachbarschaft ließen sich Ende des Jahrhunderts Benediktinermönche nieder, gründeten eine deutsche Siedlung, und um 1290 errichtete vermutlich der Templerorden dort ein Schloss. Anfang des 14. Jahrhunderts wurden die Familien von Zozenow und von Glasenapp Eigentümer des Ortes, und Hasso von Wedell erwarb 1320 das Schloss. 1337 wird Hasso von Wedel-Polzin als Mitbesitzer genannt. Die Herzöge von Pommern-Wolgast verliehen Polzin 1335 das lübische Stadtrecht. 1374 brachte Gerd von Manteuffel die Stadt in seinen Besitz. Er ließ einen Befestigungswall um die Stadt anlegen und veranlasste den Bau des Wardiner und des Jagertower Tores. Im Konflikt zwischen Pommern, Polen und dem Deutschen Ritterorden besetzen polnische Söldner 1466 das Polziner Schloss. Sie konnten erst von Pommernherzog Erich II. nach heftigen Kämpfen wieder vertrieben werden. Aus dem 16. und 17. Jahrhundert gibt es kaum Nachrichten über Polzin. Es ist lediglich belegt, dass im Jahre 1418 eine Kirche gestanden hat, die 1591 mit dem Namen Marienkirche erwähnt wird.

Den Status eines Badekurortes verdankt Bad Polzin der Entdeckung eines Schmiedes im Jahre 1688. Dieser hatte einem Freund, der an einer Augenentzündung litt, geraten, sein Leiden einmal mit dem milchig-trüben Wasser einer Quelle, die er in der Nähe des Flusses Wugger entdeckt hatte, zu behandeln. Nachdem das Quellwasser tatsächlich Linderung schuf und der Polziner Pastor Joachim Engelke dies publik gemacht hatte, wurde die Heilquelle von vielen Leidenden aufgesucht. Sie stammten bald auch nicht mehr nur aus der Umgebung, zumal sich herausstellte, dass das Wasser auch bei Krampfadern half. Da Polzin außerdem auch noch landschaftlich reizvoll in der so genannten Pommerschen Schweiz gelegen war, entwickelte sich im 18. Jahrhundert ein florierender Fremdenverkehr. Selbst die preußische Königin Luise gehörte zu den Kurgästen. 1854 eröffneten das Marien- und Victoriabad, ein Jahr darauf nahm das Johanniter-Krankenhaus seinen Betrieb auf, und seit 1857 war Polzin auch ein Moorbad.

Mit der Kommerzialisierung des Kurbetriebes im 18. Jahrhundert rückte die Stadt in das Interesse der Öffentlichkeit. Die Mineralquellen wurden zum dominierenden Wirtschaftsfaktor, der Fremdenverkehr nahm, mit Ausnahme der Kriegsjahre 1914–1918, ständig zu. Diese Entwicklung wurde auch durch den Anschluss an die Eisenbahnlinien nach Schivelbein im Jahre 1897 und nach Bärwalde 1906 gefördert.

Am Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Stadtgemeinde Bad Polzin eine Flächengröße von 26,6 km², und im Stadtgebiet standen zusammen 490 bewohnte Wohnhäuser an 16 verschiedenen Wohnstätten:<ref name=stuebs /> Vorlage:Mehrspaltige Liste Um 1935 hatte die Stadt Bad Polzin unter anderem zehn Hotels, fünf Gasthöfe, ein Café, zwei Bankgeschäfte, eine Bierbrauerei, eine Branntweinbrennerei, zwei Buchdruckereien, eine Essigfabrik, eine Fruchtsaftpresserei, zwei Holzsägewerke, zwei Maschinenfabriken, eine Mineralwasserfabrik, zwei Möbelfabriken, zwei Molkereien, vier Mühlen, eine Pantoffelfabrik, vier Pferdehandlungen, drei Schuh- und Schäftefabriken, acht Viehhandlungen, zwei Zeitungsverlage, drei Zementwarenfabriken, zwei Ziegeleien und zahlreiche Lebensmittelgeschäfte, Warenhandlungen sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.<ref>Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 985–986 (Google Books).</ref> 1938 wurden in Bad Polzin 127.082 Kurgäste gezählt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 musste die Stadt den Kurbetrieb einstellen.

Am 1. Mai 1938 wurde in Bad Polzin das Mutter-Kind-Heim Pommern der NS-Rassenorganisation Lebensborn eröffnet. Die Stadtverwaltung Polzin schenkte Hitler das Kurhaus Luisenbad, in dem sich das Heim bis Ende Februar 1945 befand.<ref>Vorlage:Webarchiv lebensspuren-deutschland.eu</ref><ref>Dennis Krumwiede: Der Lebensborn – Lebenshilfe als Rassepolitik (books.google.com).</ref>

Bis 1945 gehörte Bad Polzin zum Kreis Belgard im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten am Montag, dem 5. März 1945, Rotarmisten Bad Polzin. Wie ganz Hinterpommern, wurde die Stadt seitens der sowjetischen Besatzungsmacht nach Beendigung der Kampfhandlungen der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten, zunächst hauptsächlich aus Gebieten östlich der neuen polnisch-sowjetischen Grenze. Bad Polzin wurde in Połczyn-Zdrój umbenannt. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der polnischen Administration vertrieben.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1740 1386 <ref name="GK">Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 310 (Vorlage:Archive.org).</ref>
1782 1414 darunter 37 Juden<ref name="GK" />
1794 1593 darunter 33 Juden<ref name="GK" />
1812 1794 darunter vier Katholiken und 65 Juden<ref name="GK" />
1816 2129 darunter vier Katholiken und 106 Juden<ref name="GK" />
1831 2429 darunter fünf Katholiken und 164 Juden<ref name="GK" />
1843 2994 darunter neun Katholiken und 248 Juden<ref name="GK" />
1852 3442 darunter fünf Katholiken und 185 Juden<ref name="GK" />
1861 4034 darunter 13 Katholiken und 215 Juden<ref name="GK" />
1875 4475 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1880 4724 <ref name="MR" />
1890 4632 darunter zwanzig Katholiken und 164 Juden<ref name="MR" />
1905 5046 darunter 36 Katholiken und 110 Juden<ref name="Meyers">Vorlage:Meyers-1905</ref>
1910 5160 <ref>Polzin (mit alter Landkarte) – Meyers Gazetteer (1912)</ref>
1925 5945 davon 5687 Evangelische, 59 Katholiken und 111 Juden<ref name="stuebs">Die Stadt Polzin, Bad, im ehemaligen Kreis Belgard in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).</ref>
1933 6431 <ref name="MR" />
1939 6923 <ref name="MR" />

Religionen

Die bis 1945 anwesende einheimische Bevölkerung war vorwiegend evangelisch. Der Bestand an Kirchenbüchern des evangelischen Kirchspiels Polzin reichte bis 1706 zurück.<ref>Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern, in: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 251 (Google Books).</ref> Das Gebäude der evangelischen Pfarrkirche wurde nach 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.

Die nach Kriegsende zugewanderte polnische Bevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch.

Jüdische Glaubensgemeinschaft

In Polzin wohnten seit 1711 auch Juden. Es gab später eine jüdische Gemeinde, die eine Synagoge in der Mühlenstraße 13 baute. 1925 wohnten in Polzin noch etwa 140 Juden in 30 Haushalten.<ref>belgard.org</ref> Die Juden wurden nach 1933 wie überall in Deutschland verfolgt. Am 9. November 1938 wurde die Synagoge demoliert. Der Kaufmann Leo Levy wurde an dem Abend von einem SS-Mann erschossen.<ref>Hörtext der Holocaustgedenkstätte Berlin, holocaust-denkmal-berlin.de</ref> Alle männlichen Bewohner der Gemeinde wurden für mehrere Monate in ein KZ gesperrt.<ref>Gerhard Salinger: Jüdische Gemeinden in Hinterpommern. In: Margret Heitmann, Julius H. Schoeps unter Mitwirkung von Bernhard Vogt (Hrsg.): „Halte fern dem Lande jedes Verderben …“, Geschichte und Kultur der Juden in Pommern. Olms Verlag 1995, ISBN 3-487-10074-6, S. 59–60.</ref> 1940 wurden fast alle Juden aus Pommern zur Ermordung ins besetzte Polen deportiert.<ref>Bogdan Frankiewicz, Wolfgang Wilhelmus: Selbstachtung wahren und Solidarität üben: Pommerns Juden während des Nationalsozialismus. In: Margret Heitmann, Julius H. Schoeps unter Mitwirkung von Bernhard Vogt (Hrsg.): „Halte fern dem Lande jedes Verderben …“, Geschichte und Kultur der Juden in Pommern. Olms Verlag 1995, ISBN 3-487-10074-6, S. 466.</ref>

Wirtschaft

In der Stadt stellt die Brauerei Fuhrmann S.A. Bier unter der Marke Połczyńskie (frei übersetzt etwa ‚Polziner‘) in verschiedenen Sorten her. Die Firma beruft sich auf die Tradition seit 1825.

Verkehr

Połczyn-Zdrój hatte bis 1999 Anschluss an die Bahnlinie Choszczno (Arnswalde)Koszalin (Köslin).

Sehenswürdigkeiten

  • Die Marienkirche wurde Anfang des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut und von 1850 bis 1860 neugotisch erneuert. Von der Reformation bis 1945 evangelisch wird sie seitdem katholisch genutzt.
  • Das barocke Schloss Połczyn-Zdrój wurde im 18. Jahrhundert auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus errichtet und wird seit seiner letzten Renovierung von 2007 bis 2013 als Bibliothek und Galerie genutzt.

Wappen

Blasonierung: „In Silber gespalten, vorn ein roter Balken, hinten auf grünem Dreiberg drei Weinstöcke mit blauen Trauben.“<ref>Erich Keyser: Deutsches Städtebuch – Handbuch städtischer Geschichte. Band I: Nordostdeutschland. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1939, S. 214.</ref>

Der Balken ist das Wappen der Familie Manteuffel, die hier schon im 14. Jahrhundert Rechte hatten, die Rebe bezeugt den Weinbau in dieser nördlichen Gegend. Die seit dem 16. Jahrhundert bekannten Siegel zeigen alle das gleiche Bild.<ref>Otto Hupp: Deutsche Ortswappen. Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft, Bremen 1925.</ref>

Wappendarstellungen unterschiedlicher Epochen

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Mit der Stadt verbunden

  • Carl Zoepffel (1784–1846), preußischer Beamter, war von 1809 bis 1815 Bürgermeister von Polzin

Gmina Połczyn-Zdrój

Allgemeines

Die Stadt- und Landgemeinde Połczyn-Zdrój zählt auf einer Fläche von 343,71 km² rund 15.000 Einwohner.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in folgende 22 Schulzenämter:

Diese Schulzenämter umfassen zahlreiche Ortschaften:

Literatur

  • Polzin, Stadt, in der Pommerschen Schweiz, am Wuggerbach, Kreis Belgard, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, und einer historischen Landkarte der Umgebung von Polzin (meyersgaz.org).
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 308–310 (Vorlage:Archive.org).
  • Werner Reinhold: Chroniken der Städte Belgard, Polzin und Schivelbein und der zu den Kreisen gehörenden Dörfer. Schivelbein 1862 (224 Seiten).
  • Polzin. In: Unser Pommerland, Jg. 13, Heft 7.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1. Anklam 1867, S. 690–704 (Vorlage:Archive.org).
  • Christian Friedrich Wutstrack: Nachtrag zu der Kurzen historisch-geographisch-statistischen Beschreibung des königlich-preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Stettin 1795, S. 221–222 (Vorlage:Archive.org).
  • Vorlage:MerianTopo

Weblinks

Vorlage:Commons

Einzelnachweise

<references />

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