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Bahnhof Berlin-Westend

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Berlin-Westend
Berlin Bahnhof Westend asv2024-05 img1.jpg
Ehemaliges Empfangsgebäude
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BWES
IBNR 8089111
Preisklasse 4<ref>Stationspreisliste 2020. (PDF) In: Deutsche Bahn. Deutsche Bahn, 1. Januar 2020, abgerufen am 11. Juli 2020.</ref>
Eröffnung 15. November 1877,
17. Dezember 1993
Schließung 18. September 1980
Webadresse sbahn.berlin
Profil auf bahnhof.de Westend-1034348
Architektonische Daten
Baustil Neorenaissance
Architekt Heinrich Joseph Kayser,
Karl von Großheim
Lage
Stadt/Gemeinde Berlin
Ort/Ortsteil Charlottenburg
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 31′ 5″ N, 13° 17′ 4″ OKoordinaten: 52° 31′ 5″ N, 13° 17′ 4″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Berlin-Westend
Bahnhöfe in Berlin

Der Bahnhof Westend ist ein S-Bahnhof im Berliner Ortsteil Charlottenburg des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, unmittelbar an der Grenze zum namensgebenden Ortsteil Westend gelegen. Er wurde am 15. November 1877 – zunächst als Charlottenburg-Westend – in Betrieb genommen und mehrfach erweitert,<ref name="Luise">Vorlage:LuiseLexBez</ref> ist mittlerweile allerdings auf einen S-Bahnsteig reduziert worden. Infolge des Reichsbahnerstreiks wurde 1980 der S-Bahn-Verkehr eingestellt, bis 1993 ein Bahnsteig für den S-Bahn-Verkehr der Ringbahn wiedereröffnet wurde. Eine Wiederherstellung der Gesamtanlage ist nicht vorgesehen.

Aufbau und Geschichte

Die Bahnhofsanlage befindet sich an der Überführung des Spandauer Damms über die Ringbahn. Zunächst wurde sie für die verkehrliche Anbindung der Villenkolonie Westend angelegt. Der spätere Kaiser Friedrich III. wohnte als Kronprinz im Schloss Charlottenburg und nutzte ein von Süden in den Bahnhof mündendendes Kopfgleis für seinen Hofzug.<ref>Paul Dost: Der rote Teppich. Geschichte der Staatszüge und Salonwagen. Stuttgart 1965, S. 110.</ref> Zwischen dem ersten großen Ausbau 1884 und der Jahrhundertwende befand sich der Komplex in seinem größten Ausbauzustand mit vier Bahnsteigen und mehreren Kehrgleisen. Die vier Bahnsteige wurde in Ost-West-Richtung mit den Buchstaben A bis D bezeichnet, die ersten drei waren zudem über einen Tunnel miteinander verbunden.

Nördlich des Bahnhofs gab es eine große Abstellanlage mit Wagenhalle für die Ringbahnzüge, die Ende 1929 im Rahmen der Elektrifizierung der Nahverkehrsgleise in ein S-Bahn-Betriebswerk umgebaut wurde. Das Betriebswerk wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Außerdem wurde dort 1879 ein großer Güterbahnhof eröffnet, der auch Endpunkt des Güterverkehrs der Kanonenbahn war. Zur Erweiterung des Güterbahnhofs wurde 1911 der angrenzende Kochsee zugeschüttet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Güterfernverkehrs zunehmend von der Schiene auf die Straße verlagert. Der Güterbahnhof wurde Anfang der 1990er Jahre stillgelegt.<ref>Ehemaliger Güterbahnhof Charlottenburg an der Sophie-Charlotten-Straße 1-4</ref>

Nach dem Reichsbahnerstreik 1980 wurde der S-Bahn-Verkehr auf dem Bahnhof Westend eingestellt. 1989 wurde begannern Vorarbeiten zur Wiedereröffnung des Südrings, diese wurde durch den Mauerfall etwas verzögert, weil die grenzüberschreiten Strecken priorisiert wurden. In Westend wurde nur der frühere Bahnsteig C wieder aufgebaut, mit zwei neuen Zugängen in Stahl-Glas-Konstruktion von der Spandauer-Damm-Brücke aus. Das ehemalige Empfangsgebäude steht noch, ist jetzt aber ohne Verbindung zum Bahnsteig. Westend blieb Endbahnhof der Ringbahn bis zur Verlängerung nach Jungfernheide 1997, seit 2002 ist der gesamte Ring wieder in Betrieb.

Seit August 2014 erfolgt die Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerraum-Monitor (ZAT-FM).<ref>Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Oktober 2014, S. 199.</ref>

Sowohl nördlich als auch südlich der Bahnsteige befindet sich heute jeweils eine Abstell- und Kehranlage.

Empfangsgebäude

Datei:Berlin Bahnhof Westend Suedansicht ZfB 1887.jpg
Südansicht des Empfangsgebäudes

Das denkmalgeschützte<ref>Baudenkmäler Charlottenburg-Wilmersdorf</ref> Empfangsgebäude schließt sich nördlich des ehemaligen Kopfbahnhofs der Vorortzüge an und verfügt über Ausgänge zum Spandauer Damm sowie zum Bahnhofsvorplatz östlich der Anlage. Es wurde 1884 vom Büro der Architekten Heinrich Joseph Kayser und Karl von Großheim entworfen. Das im Stil der Neorenaissance errichtete Gebäude hat keinen direkten Zugang zu den Bahnsteigen, die Fahrgäste wurden entweder durch das Gebäude auf eine Freifläche östlich des Bahnhofs und über einen Fußgängertunnel zu den Bahnsteigen geleitet oder nahmen den direkten Zugang vom Spandauer Damm zu den einzelnen Bahnsteigen. Heute ist nur noch der letztere Zugang und ausschließlich zum Ringbahnsteig in Betrieb. Das Gebäude wurde 1976 und 1985 umfangreich renoviert.<ref name="Luise" />

Nachdem der Zugverkehr 1980 auf dem West-Ring eingestellt worden war, stand das Empfangsgebäude bis 1988 leer. Danach wurde es bis 2001 von der Karl-Hofer-Gesellschaft als Atelier- und Ausstellungsgebäude genutzt (Künstlerbahnhof), anschließend als Bürohaus für verschiedene Gewerke.

Bahnsteige

Datei:Berlin Bahnhof Westend Gleisplan ZfB 1887.jpg
Gleisplan Bahnhof Westend 1887 (Norden = rechts)
Datei:Bf-b-westend01.jpg
Der Bahnsteig C (links) und der nicht im Betrieb stehende Bahnsteig B (rechts), 2008
Datei:Berlin- Luftaufnahmen- S-Bahn am Bahnof Jungernheide - LABW - Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 049108.jpeg
Luftaufnahme des Güterbahnhofs Westend mit den Resten des S-Bahn-Betriebswerks, 1957
  • Der Bahnsteig A diente als Kopfbahnhof der Stadtbahn, deren Vorortverkehr in den Anfangsjahren des Bestehens der Strecke noch auf die Ringbahn geleitet wurde. Die Gleise endeten stumpf am Bahnsteig, an dem sich nördlich das Empfangsgebäude anschloss. Der Bahnsteig wurde 1928 nicht elektrifiziert und fortan nicht mehr gebraucht. Nach 1945 wurde er abgetragen. Auf dem Gelände befindet sich heute ein Fußweg.
  • Der Bahnsteig B diente den Zügen der Lehrter und Stadtbahn, die südlich Westend weiter auf der Ringbahn verkehrten. Aus südlicher Richtung bestand für die Ringbahnzüge die Möglichkeit, den Bahnsteig zusätzlich anzufahren, gleiche Möglichkeit bot sich für die Stadtbahnzüge, die nicht am Bahnsteig A endeten. Hinter dem Bahnhof führte das B-Gleis weiter auf die Gleise der Lehrter Fernbahn. Nach der Elektrifizierung der Strecken 1928 wurde das Gleispaar der Lehrter Strecke nicht mehr gebraucht und von den Stadtbahnzügen teilweise genutzt. Ring- und Stadtbahn nutzten fortan gemeinsam den Bahnsteig B und den westlichen Nachbarbahnsteig. Dahinter errichtete man eine zweigleisige Kehranlage, die für die elektrischen Stadtbahnzüge notwendig wurde, sollten sie nicht weiter zum Nordring fahren. Gegen 1944 endete der Verkehr am Bahnsteig, da die Verbindungskurve von der Stadt- zur nördlichen Ringbahn stillgelegt wurde und vor Westend kein Gleiswechsel zwischen beiden Strecken vorhanden war. Bis heute besteht der Bahnsteig weiter, ist allerdings verwaist und kann aufgrund der nun größeren Breite des Nachbarbahnsteigs nicht mehr genutzt werden. Bahnsteig A verfügte wie heute noch Bahnsteig B über eine massive Stahlstützenreihe in einreihiger Bauform.
  • Der Bahnsteig C der Ringbahn ist der einzige der vier Bahnsteige, der heute noch in Betrieb ist. Er entstand zusammen mit den anderen Bahnsteigen beim Umbau 1884 und ist etwas breiter ausgelegt als der benachbarte Stadtbahnsteig. Der Aufbau des Bahnsteigs und seiner anschließenden Gleisanlagen blieb bis zur Wiedereröffnung 1993 in etwa unverändert. Danach wurde der Bahnsteig bedeutend verbreitert, sodass die Züge in Richtung Jungfernheide nun an den Bahnsteig C und B angrenzen. Im Gegensatz zu den beiden anderen Vorortbahnsteigen besteht das Dach des Bahnsteigs aus einer zweireihigen Stützenreihe, wie sie für die Berliner Bahnhöfe der Jahrhundertwende üblich ist. Über zwei Aufzüge ist der Bahnsteig barrierefrei erreichbar. Der Bau eines zusätzlichen Zugangs am südlichen Bahnsteigende in Richtung Sophie-Charlotten-Straße ist geplant,<ref>Kleine Anfrage: Welche Prioritäten setzt die „Infrastrukturkoalition“ aus SPD und CDU? (PDF; 49 kB) Abgeordnetenhaus Berlin, 17. April 2012, abgerufen am 4. Mai 2012.</ref> eine Realisierung war im Jahr 2020 vorgesehen,<ref>Drucksache 17/18610. (PDF) Abgeordnetenhaus Berlin, 10. Juni 2016, abgerufen am 28. Juni 2016.</ref> wurde aber bisher nicht durchgeführt.
  • Der Bahnsteig D lag an den Fernbahngleisen der Strecke und diente als Kopfbahnhof für die Züge, die von der Wetzlarer Bahn kommend auf die Ringbahn geleitet wurden. Da jedoch bereits 1882 eine direkte Verbindung von der Wetzlarer zur Stadtbahn angelegt wurde, erlangte der Bahnsteig nie große Bedeutung. Noch vor der Jahrhundertwende wurde er geschlossen und kurze Zeit darauf abgetragen.

Anbindung

Der S-Bahnhof wird von den Linien S41, S42 und S46 der Berliner S-Bahn bedient. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten zu den Omnibuslinien M45 und 139 der BVG.

Linie Verlauf Takt in der HVZ (min)
Datei:Berlin S41.svg
Datei:Berlin S42.svg
Gesundbrunnen – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Sonnenallee – Neukölln – Hermannstraße – Tempelhof – Südkreuz – Schöneberg – Innsbrucker Platz – Bundesplatz – Heidelberger Platz – Hohenzollerndamm – Halensee – Westkreuz – Messe Nord/ZOB – Westend – Jungfernheide – Beusselstraße – Westhafen – Wedding – Gesundbrunnen 5
Datei:Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ZOB – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Johannisthal – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen 20

Literatur

  • Vorlage:ZeitschrBauwesen
  • Berliner S-Bahn Museum (Hrsg.): Strecke ohne Ende. Die Berliner Ringbahn. Verlag GVE, Berlin 2002, ISBN 3-89218-074-1.

Weblinks

Commons: Bahnhof Berlin-Westend – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />