Bahnhof Groß Gerau
| Groß Gerau | ||||||
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| Groß-Gerau Bahnhof 20110420.jpg Bahnhofsgebäude Groß Gerau
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| Daten | ||||||
| Lage im Netz | Trennungsbahnhof | |||||
| Bauform | Durchgangsbahnhof | |||||
| Bahnsteiggleise | 3 | |||||
| Abkürzung | FGER | |||||
| IBNR | 8000136 | |||||
| Preisklasse | 5 | |||||
| Eröffnung | 1858 | |||||
| Profil auf bahnhof.de | gross-gerau | |||||
| Lage | ||||||
| Stadt/Gemeinde | Groß-Gerau | |||||
| Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink | Hessen | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 49° 55′ 30″ N, 8° 29′ 11″ O
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dim=2000 | globe= | name=Groß Gerau | region=DE-HE | type=railwaystation
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| Eisenbahnstrecken | ||||||
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| Bahnhöfe in Hessen | ||||||
Der Bahnhof Groß Gerau liegt etwa 500 m nördlich des Stadtzentrums der hessischen Kreisstadt Groß-Gerau an der von Mainz nach Darmstadt/Aschaffenburg führenden Rhein-Main-Bahn. Dort zweigt eine Verbindungskurve zum nahegelegenen Bahnhof Groß Gerau-Dornberg an der Riedbahn ab.
Name
Anders als die namensgebende Stadt wird der Bahnhof ohne Bindestrich geschrieben. Dies erklärt sich aus der preußischen Rechtschreibregelung von 1910. Nach ihr wurde die Schreibweise der Orts- und Verwaltungsbezirksnamen mit einem unterscheidenden Vorsatzwort wie Alt, Neu, Groß, Klein, Bergisch, Deutsch usw. – sofern sie nicht jetzt schon in einem Worte geschrieben werden – ohne Bindestrich, dagegen für solche, die sich aus zwei oder mehreren Stammnamen zusammensetzen, wie Schleswig-Holstein, Beeskow-Storkow usw. mit einem Bindestrich als die amtlich richtige festgesetzt.<ref>territorial.de</ref><ref>wiki.genealogy.net</ref> Diese Regelung galt nicht im Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt), sehr wohl aber für die Anlagen der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft, zu der der Bahnhof gehörte.
Geschichte
Der Bahnhof liegt am 1858 durch die Hessische Ludwigsbahn eröffneten Abschnitt zwischen Mainspitze und Darmstadt der Rhein-Main-Bahn. In Groß-Gerau fungierte zunächst eine Holzbaracke als Bahnhof. 1868 wurde das neue Empfangsgebäude eröffnet.<ref name="heck">Klaus Thomas Heck: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bahnhöfe: Das Rätsel um Gleis 3. ( vom 4. Februar 2014 im Internet Archive) In: echo online. 12. März 2010.</ref> 1900 wurde der Bahnhof an das Eisenbahn-Fernsprechnetz (Telefon) angeschlossen und erhielt die Fernsprechnummer 12 des Telefonamtes Darmstadt<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter vom 9. Juni 1900. 4. Jahrgang, Nr. 27. Bekanntmachung Nr. 252, S. 197.</ref>, 1905 wurde er telefonisch mit dem Bahnhof Groß Gerau-Dornberg verbunden.<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 28. Januar 1905, Nr. 5. Bekanntmachung Nr. 52, S. 38.</ref>
Im Ersten Weltkrieg betrieben eine freiwillige Sanitätskolonne sowie Damen des Alice-Frauenvereins eine Rotkreuzstation im Bahnhofsgebäude.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte des DRK-Kreisverbands Groß-Gerau ( vom 8. März 2014 im Internet Archive), abgerufen am 20. September 2011.</ref> Während der Zeit des Regiebetriebs (1923/1925) gehörte der Bahnhof Groß Gerau zu der von der französischen Besatzungsmacht betriebenen Regiebahn. Als sich die Lage zwischen dem Deutschen Reich und der Besatzungsmacht im Laufe des Jahres 1924 entspannte, war der Bahnhof einer der wenigen Bahnhöfe im besetzten Gebiet, in dem die Deutsche Reichsbahn einen Fahrkartenschalter eröffnen und dort Anschlussfahrkarten für Reisende verkaufen durfte, die ins unbesetzte Gebiet reisten.<ref>Reichsbahndirektion in Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 23. August 1924, Nr. 35. Bekanntmachung Nr. 745, S. 422.</ref>
Der zugehörige Lokomotivbahnhof wurde zum 1. Januar 1929 aufgelöst.<ref>Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hrsg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 22. Dezember 1928, Nr. 56. Bekanntmachung Nr. 709, S. 340.</ref>
1944 wurde das Empfangsgebäude bei Bombenangriffen zerstört und 1957 wieder aufgebaut.<ref name="heck" /> Das Empfangsgebäude ist heute anerkanntes Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.
Im Zuge der „Generalsanierung“ der Riedbahn wurden im Bahnhof verschiedene Signale neu aufgestellt, modernisiert und teils verschoben. Unter anderem wurde ein Einfahrsignal vom Gegengleis aus Dornberg ergänzt und somit der Betrieb zwischen den Bahnhöfen Groß Gerau und Groß Gerau-Dornberg flexibilisiert. Ebenfalls wurde die zulässige Geschwindigkeit auf dieser Gleisverbindung von bislang weitgehend 70 auf weitgehend 80 km/h angehoben.
Infrastruktur
Der Bahnhof verfügt über drei Bahnsteiggleise, die über den Hausbahnsteig an Gleis 1 und einen Inselbahnsteig für die Gleise 2 und 4 erreichbar sind. Östlich befinden sich zusätzliche Gütergleise sowie ein Gleisanschluss. Im Westen besteht ein Anschluss zum ehemaligen Gelände von Südzucker, wo umfangreiche Gleisanlagen in Betrieb waren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gewerbegebiet Zuckerfabrik ( vom 3. Februar 2014 im Internet Archive) auf den Seiten der Stadt Groß-Gerau, abgerufen am 3. Oktober 2011.</ref> Seit 1970 wird der Schienenverkehr mit Hilfe eines Relaisstellwerkes gesteuert.<ref>Liste deutscher Stellwerke, abgerufen am 3. Oktober 2011.</ref>
Betrieb
Der Bahnhof wird von der Regionalbahnlinie RB 75 angefahren, die im Halbstundentakt von Wiesbaden über Mainz nach Groß Gerau und weiter über Darmstadt nach Aschaffenburg verkehrt.
| Linie | Verlauf | Takt |
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Literatur
- Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 1088.
- Walter Meinsfeld: Groß Gerau. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 69. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2007, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 6 S.).
Weblinks
- Gleise in Serviceeinrichtungen (FGER). DB InfraGO (PDF)
Einzelnachweise
<references />