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Bahnhof Marxgrün

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Marxgrün
Datei:Marxgruen-bf.jpg
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Lage im Netz ehem. Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 1 Durchgangsgleis
(ehem. 3 Durchgangsgleise)
Abkürzung NMX
Bahnhofsnr.: 3994
Preisklasse 7
Eröffnung 1887
Webadresse bayern-takt.de
Profil auf bahnhof.de Marxgruen
Lage
Stadt/Gemeinde Naila
Ort/Ortsteil Marxgrün
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 21′ 18″ N, 11° 41′ 12″ OKoordinaten: 50° 21′ 18″ N, 11° 41′ 12″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Marxgrün

Bahnhöfe in Bayern

Der ehemalige Bahnhof Marxgrün liegt an der 1887 eröffneten Bahnstrecke Hof–Bad Steben. Er war bis 1898 Endpunkt dieser Strecke. Ab 1901 war der Bahnhof Abzweigstation für die Bahnstrecke durch das Höllental Richtung Gera und später auch Saalfeld. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlor die Höllentalbahn ihre überregionale Bedeutung, Anfang der 1980er-Jahre wurde sie komplett eingestellt. Nach Rückbau existiert heute auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs der Haltepunkt Marxgrün an der Nebenbahn von Hof nach Bad Steben. Der Ort Marxgrün ist 1978 in die Stadt Naila eingemeindet worden.

Geschichte

Datei:Wappen Bayer.Staatsbahn.jpg
Wappen der bayerischen Staatsbahn

Am 1. Juni 1887 wurde die Lokalbahnstrecke der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) in den östlichen Frankenwald eröffnet. Die Eisenbahnlinie hatte ihren Ausgangspunkt im neuen Hofer Hauptbahnhof. Dort bestanden Anschlüsse Richtung München, Nürnberg, Würzburg, Berlin, Leipzig und Dresden. Über Selbitz und Naila erreichte die normalspurige Nebenbahn ihren Endbahnhof nahe der Ortschaft Marxgrün.

Die Strecke der K.Bay-Sts.B. von Hof nach Marxgrün wurde 1898 bis zum bayerischen Staatsbad Steben verlängert. Lokschuppen und weitere für Endbahnhöfe typische Bahnanlagen blieben jedoch in Marxgrün. Beim Umbau des Bahnhofs Marxgrün vom Kopfbahnhof zum Durchgangsbahnhof wurde der Lokschuppen transloziert, also versetzt.

Datei:KPEV-Logo.jpg
„inoffizielles“ Wappen der preußischen Staatsbahn
Datei:Marxgrün-Gleisplanskizze.png
Gleisplan

Nach der Jahrhundertwende, im Jahr 1901, entstand eine Anbindung nach Thüringen. Durch das Höllental führte die neue Strecke nach Blankenstein und von dort aus weiter nach Triptis und Gera. Die Strecke wurde von den Preußischen Staatseisenbahnen gebaut und betrieben. Der Bahnhof Marxgrün wurde damit zum Übergabebahnhof zwischen der bayerischen und der preußischen Staatsbahn. Später erhielt diese Strecke einen Streckenast nach Saalfeld. In Margrün wurde in diesem Zusammenhang auch eine 13-m-Drehscheibe errichtet, die mindestens bis 1924 existierte. Die Drehscheibe befand sich am Gleis Richtung Bad Steben, auf der Bahnhofsseite gegenüber des Empfangsgebäudes. Die Relation Hof–Marxgrün–Lobenstein–Saalfeld wurde nach der Gründung der Deutschen Reichsbahn von durchgehenden Personenzügen befahren.

Datei:Marxgruen-ausfahrt-hoellental.jpg
Triebzug der Baureihe 628 als Regionalbahn nach Bad Steben bei der Ausfahrt aus der Station Marxgrün; rechts ist die aufgelassene Trasse ins Höllental zu erkennen (2005)

Bei der K.Bay.Sts.B. gab es um 1920 Planungen für eine weitere Nebenbahn von Marxgrün nach Geroldsgrün<ref>Robert Zintl: Bayerische Nebenbahnen, S. 15, 1.6.3. Nebenbahnen, Gruppe III, Stichbahnen</ref>. Die in Marxgrün vorhandenen Bahnanlagen mit Lokschuppen und Werkstatt hätten zur Bedienung dieser Strecke mit genutzt werden können. Die Strecke wurde jedoch nie gebaut.

Mit der Gründung der Deutschen Reichsbahn im Jahre 1924 verlor der Bahnhof Marxgrün seine Funktion als Übergabebahnhof zwischen bayerischer und preußischer Staatsbahn. Allerdings verlief die Grenze zwischen der Reichsbahndirektion (Rbd) Regensburg der bayerischen Gruppenverwaltung und der thüringischen Rbd Erfurt weiterhin direkt an der Marxgrüner Bahnhofseinfahrt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden für wichtige Hauptstrecken Umleitungsstrecken festgelegt und entsprechend ausgebaut. Die Verbindung Hof–Naila–Marxgrün–Lobenstein–Triptis–Gera war Teil einer solchen Umleitungsstrecke zwischen Süd- und Mitteldeutschland. Im Zuge des Ausbaues der Umleitungsstrecke erhielt der Bahnhof Marxgrün ein mechanisches Stellwerk und Flügelsignale für Einfahr- und Ausfahrgleise.

Diesem Höhepunkt des Streckenausbaues folgte schnell der Tiefpunkt. Nach dem Krieg trennte die Demarkationslinie die deutschen Länder Bayern und Thüringen. Der Zugverkehr zwischen Marxgrün und Blankenstein wurde eingestellt. Es verblieb nur der Gütertransport zu den Bahnhöfen Hölle und Lichtenberg am Rand des Höllentals. Das Streckenstück Marxgrün–Landesgrenze wurde schließlich aus der Rbd Erfurt in die Rbd Regensburg umgegliedert und damit doch noch „bayerisch“.

Gebäude

Datei:Marxgruen-wohnhaeuser.jpg
Eisenbahner-Wohnhäuser
Datei:Marxgruen-lokschuppen.jpg
Lokschuppen mit Werkstatt

Auf dem Areal des Bahnhofs ist heute noch das Empfangsgebäude vorhanden. Es dient mittlerweile als Feriendomizil für Urlauber. An das Empfangsgebäude angegliedert ist ein Holzvorbau, in dem das Stellwerk des Bahnhofs untergebracht war. Im Zweiten Weltkrieg war die Verbindung Hof–Marxgrün–Triptis–Gera-Leipzig eine wichtige Umgehungsstrecke für die Hauptbahn Hof–Plauen–Leipzig und wurde deshalb mit Signalen und Stellwerken ausgerüstet.

Neben dem Empfangsgebäude Richtung Bad Steben und Höllental befand sich das Aborthäuschen.

Richtung Naila schloss sich der Güterschuppen an das Bahnhofsgebäude an. Er wurde abgerissen.

Hinter dem Empfangsgebäude Richtung Naila befinden sich zwei ehemalige Eisenbahner-Wohnhäuser. Sie werden heute als Mietshäuser genutzt.

Auf der dem Empfangsgebäude gegenüberliegenden Bahnhofsseite steht der zweiständige Lokschuppen des Bahnhofs mit angebauter Werkstatt. Der Lokschuppen war das Herzstück des Lokbahnhofs in Marxgrün. Das seit langem ungenutzte Gebäude verfällt zunehmend und steht zum Verkauf. Ende des 20. Jahrhunderts war im Lokschuppen die Dampflokomotive für die angedachte Museumsbahn durchs Höllental abgestellt. Mit Beginn des Verkaufsprozesses musste der Schuppen geräumt werden, die Dampflok wurde in den Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes Adorf verbracht<ref> http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?17,3169642,3169729</ref>.

Betrieb

Datei:Bahnhof Marxgrün P1120532.jpg
Triebwagen des Typs RS 1 der Agilis nach Bayreuth in Marxgrün

Betreiber des Bahnhofs als Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist DB Netze.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento des Vorlage:Referrer vom 15. April 2016 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Durchführung des Zugverkehrs hat im Juni 2011 agilis von DB Regio übernommen. Der Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) gilt bis 2023.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento vom 15. April 2016 im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. auf der Website der BEG</ref>

Zuggattung Strecke Taktfrequenz
ag Bayreuth – Marktredwitz – Hof – Selbitz – Naila – Marxgrün – Bad Steben Stundentakt

Besonderheiten

Datei:Kalkstein Horwagen, auch Marxgrüner Marmor, Deutsch Rot.jpg
Horwagener Marmor

Literatur

  • Andreas Kuhfahl, Wolfram Alteneder: Die Nebenbahnen der BD Nürnberg. Verlag C. Kersting, Bonn 1986, ISBN 3-925250-02-6.
  • Siegfried Bufe: Eisenbahn in Oberfranken. Bufe-Fachbuch-Verlag, München 1982, ISBN 3-922138-13-6.
  • Ralf Roman Rossberg: Grenze über deutschen Schienen. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg im Breisgau 1980, ISBN 3-88255-828-8.
  • Robert Zintl: Bayerische Nebenbahnen. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1977, ISBN 3-87943-531-6.
  • Deutsche Reichsbahn, Horst-Werner Dumjahn: Die deutschen Eisenbahnen in ihrer Entwicklung 1835-1935. Reichsdruckerei, Berlin 1935 / Nachdruck mit Vorwort von Horst-Werner Dumjahn: Dumjahn Verlag, Mainz 1984, ISBN 3-921426-29-4.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references/>