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Bariumchlorat

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Bariumchlorat ist ein Bariumsalz der Chlorsäure. Es besitzt die Formel Ba(ClO3)2 und gehört zur Stoffgruppe der Chlorate.

Gewinnung und Darstellung

Im Labor lässt es sich durch Elektrolyse einer Bariumchloridlösung herstellen. Dabei kristallisiert ein Teil des Produkts aufgrund geringerer Löslichkeit aus.<ref name="F. Haber">Vorlage:Literatur</ref>

Es kann auch durch Reaktion von Calciumchlorat oder Natriumchlorat mit Bariumchlorid gewonnen werden.<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer">Vorlage:Literatur</ref><ref name="Richard C. Ropp" />

<math>\mathrm{BaCl_2 + 2 \ NaClO_3 \longrightarrow Ba(ClO_3)_2 + 2 \ NaCl}</math>

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Ammoniumchlorat mit Bariumcarbonat<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer" />

<math>\mathrm{2 \ NH_4ClO_3 + BaCO_3 \longrightarrow Ba(ClO_3)_2 + 2 \ NH_3 + H_2O + CO_2}</math>

oder durch einen Liebig-Prozess durch Reaktion von Bariumhydroxid mit Chlorgas.<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer" />

<math>\mathrm{6 \ Ba(OH)_2 + 6 \ Cl_2 \longrightarrow 5 \ BaCl_2 + Ba(ClO_3)_2 + 6 \ H_2O}</math>

Aus Lösungen bildet sich das Monohydrat.<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer" />

Eigenschaften

Bariumchlorat ist ein farbloses Pulver, das sich ab 250 °C zersetzt.

<math>\mathrm{Ba(ClO_3)_2 \longrightarrow BaCl_2 + 3 \ O_2}</math>

Es ist ein starkes Oxidationsmittel. Wie alle Chlorate muss auch diese Verbindung vorsichtig gehandhabt werden. Das Monohydrat gibt bei 120 °C sein Kristallwasser ab<ref name="GESTIS" />, wobei die Abgabe schon bei 85 °C beginnt.<ref name="Richard C. Ropp" />

Das Monohydrat besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Vorlage:Raumgruppe. Das Anhydrat eine orthorhombische Kristallstruktur die wahrscheinlich zur Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe gehört.<ref name="Richard C. Ropp">Vorlage:Literatur</ref>

Verwendung

In der Pyrotechnik wird Bariumchlorat nur noch selten eingesetzt.<ref name="Michael S. Russell">Vorlage:Literatur</ref> Für eine grüne Flammenfärbung verwendet man heutzutage Bariumnitrat, da Zubereitungen mit Bariumchlorat auf Stoß, Schlag und Reibung heftig reagieren können.<ref name="Takeo Shimizu">Vorlage:Literatur</ref>

Bariumchlorat wird heute relativ selten verwendet und im Vergleich zu Kaliumchlorat und Natriumchlorat nur noch in geringeren Mengen hergestellt.

Es wird im Labormaßstab auch zur Herstellung von Chlorsäure verwendet<ref name="Egon Wiberg">Vorlage:Literatur</ref> und wird auch teilweise beim Schwarzdruck eingesetzt.<ref name="Rudolf Nietzki">Vorlage:Literatur</ref>

Einzelnachweise

<references />