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Bariumsulfid

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Bariumsulfid (BaS) ist das Sulfid des Bariums.

Gewinnung und Darstellung

Bariumsulfid wird aus Bariumsulfat (Schwerspat) hergestellt; dazu wird BaSO4 mit Kohlenstoff bei 1000 °C im Drehrohrofen zu BaS reduziert:

<math>\mathrm{BaSO_4 + 2 \ C \rightarrow BaS + 2 \ CO_2}</math>

Bariumsulfid hoher Reinheit lässt sich in kleinen Mengen durch Erhitzen von Bariumcarbonat bei etwa 1000 °C in einem genügend starken Strom von Schwefelwasserstoff und Wasserstoff gewinnen.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 927.</ref>

<math>\mathrm{BaCO_3 + H_2S \longrightarrow BaS + H_2O + CO_2}</math>

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Bariumsulfid ist ein farbloser bis grauer Feststoff, der an Luft leicht oxidiert und sich bei Feuchtigkeit zersetzt. Es kristallisiert kubisch in der Natriumchlorid-Struktur mit einem Gitterparameter von a = 6,39 Å und vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="brauer" /> Unreines Bariumsulfid phosphoresziert nach Lichteinwirkung.<ref name=roempp/> Das wurde 1602 in Bologna entdeckt (Bologneser Leuchtstein) durch Vincentio Casciorolo und erregte damals große Aufmerksamkeit bei Alchemisten. Da die Entdeckung vor der des Phosphors erfolgte, ist dies die erste Beobachtung von Phosphoreszenz.

Chemische Eigenschaften

Bariumsulfid setzt bei Säureeinwirkung Schwefelwasserstoff frei:

<math>\mathrm{BaS + 2 \ H^+ \rightarrow Ba^{2+} + H_2S \uparrow}</math>

Verwendung

Bariumsulfid wird zur Herstellung von Bariumsalzen verwendet. Dabei wird es mit Säuren zu den entsprechenden Salzen umgesetzt. Beispiel:

<math>\mathrm{BaS + 2 \ HCl \rightarrow BaCl_2 + H_2S \uparrow}</math>

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Navigationsleiste Erdalkalimetallsulfide