Bayerischer Wald-Verein
Der Bayerische Wald-Verein e. V. (BWV) ist ein Verein für Kultur, Heimat- und Volkstumspflege, Naturschutz, Landschaftspflege und Wandern im Bayerischen Wald. Er hat seinen Sitz in Zwiesel und ist in das Vereinsregister des Amtsgerichts Deggendorf (VR 10158) eingetragen.
Geschichte
Gründer des Vereins war Anton Niederleuthner (1846–1907), Oberamtsrichter in Passau. Die Vereinsgründung im Jahr 1883 geht auf seine Besprechung mit Forstleuten in Bodenmais zurück. Der Bayerische Wald-Verein wurde im Rathaus zu Deggendorf am 25. November 1883 gegründet. Der Bodenmaiser Bartholomäus Stölzl wurde zum ersten Vorsitzenden ernannt. Am 6. Juni 1885 gründete Niederleuthner als ersten Ortsverband die Sektion Passau, am 22. August wurde er zum ersten Präsidenten gewählt und machte Passau zum Sitz des Vereins. Er leitete den Verein über 20 Jahre und gründete über 40 weitere Ortsverbände. Auf Niederleuthner geht auch das noch heute verwendete Vereinsemblem zurück.
Mit Der Bayerwald wurde auch eine Vereinszeitschrift etabliert. Ihr Schriftleiter in den 1930er Jahren war der Nationalsozialist Eugen Hubrich.
Ziele des Vereins waren vor allem die Erschließung des bis dahin wenig besuchten Bayerischen Waldes als Wander- und Urlaubsgebiet, die Schaffung eines dichten Wanderwegenetzes sowie die Errichtung von Schutzhäusern. Später konnte man sich auf die Pflege der Wanderwege und deren Markierung, den Erhalt von Schutzhäusern und Aussichtstürmen sowie Maßnahmen wie den Schutz der Schachten konzentrieren. Bis zur Gründung des Naturparks Bayerischer Wald 1967 und des Nationalparks Bayerischer Wald 1970 war der Bayerische Wald-Verein die einzige größere Institution, welche die Kultur und Natur des Bayerischen Waldes in den Mittelpunkt ihrer Aktivität stellte.
Gegenwart
Der Verein umfasste (2021) 58 Sektionen und hatte etwa 20.000 Mitglieder.<ref>http://www.bayerischer-wald-verein.de/</ref> Die einzelnen Sektionen besitzen bedeutende Bauwerke und Schutzhütten. So sind zum Beispiel die Burgruine Kollnburg und die Burg Neunußberg im Besitz der Sektion Viechtach, das Lusenschutzhaus im Besitz der Sektion Grafenau. Wichtige alljährliche Veranstaltungen sind der Bayerwaldtag sowie die Kunstausstellung „Zwieseler Buntspecht“ in Zwiesel. Auf der Oberbreitenau wird im dortigen nach der Sektion Landshut benannten Landshuter Haus ein Jugendbildungszentrum geschaffen.
Am 26. Oktober 2008 konnte der Verein im Festsaal des alten Rathauses von Deggendorf sein 125-jähriges Jubiläum feiern. Staatsminister Josef Miller hielt die Festrede an dem Ort, wo am 25. November 1883 der Bayerische Wald-Verein gegründet worden war.
Seit Beginn des Jahres 2016 ist der Verein wieder Mitglied im Deutschen Wanderverband, dem er auch schon früher bis zu seinem Austritt zum 31. Dezember 2006 angehörte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref>Deutscher Wanderverband (Hrsg.): „125 Jahre Wandern und mehr“, Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2008, ISBN 978-3-86568-221-5, S. 330</ref> Zwischenzeitlich war ersatzweise die aus den Sektionen Dreiburgenland und Ruderting-Neukirchen bestehende Interessensgemeinschaft Bayerischer Wald von Juni 2008 bis Ende 2013 Mitglied im Deutschen Wanderverband.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kommentar zum Wiedereintritt ( vom 23. Januar 2016 im Internet Archive) auf der Homepage der Sektion Ruderting-Neukirchen, abgerufen am 3. Mai 2023</ref>
Einrichtungen
Einrichtungen des BWV<ref>Berghäuser und Schutzhütten</ref>
Burgen
Schutzhütten
- Arberschutzhaus
- Berggasthof Dreisesselberg
- Falkensteinschutzhaus
- Landshuter Haus
- Lusenschutzhaus
- Osserschutzhaus
Ehemalige Schutzhütten
Präsidenten und Mitglieder
- Helmut Brunner
- Hans Sailer
- Sebastian Gruber<ref>Vorstandschaft | Bayerischer Wald-Verein e.V. Abgerufen am 9. Februar 2026.</ref>
Kulturpreisträger
Kulturpreisträger des Bayerischen Wald-Vereins<ref>Die Kulturpreisträger des Bayerischer Wald-Vereins, abgerufen am 27. Februar 2026</ref>
- 1970: Josef Fruth, Robert Link, Hans Vogt
- 1971: Max Matheis, Georg Priehäuser und Anton Schramm
- 1972: Paul Friedl
- 1973: Johann Riederer
- 1974: Otto Geyer, Erich Stecher und Hubert Weinzierl
- 1975: Erhard Engelstädter und Franz Kuchler
- 1976: Otto Peisl und Hermann Erbe-Vogel
- 1977: Alfred Dick
- 1978: August Philipp Henneberger, Otto Kerscher und Paul Praxl
- 1979: Alois Fink, Werner Pohl und Raimund Schuster
- 1980: Walter Mauder und Herbert Wolf
- 1981: Karl Bosl
- 1982: Reinhard Haller
- 1983: Georg Loibl und Adalbert Pongratz
- 1984: Otto Baummann
- 1985: Bayerischer Waldgau der Heimat- und Volkstrachtenvereine, gegründet 1931 in Viechtach
- 1986: Erwin Eisch
- 1987: Herbert Fastner
- 1988: Georg Höltl
- 1989: Ingeborg Seyfert und Michael Kollmer
- 1990: Heinz Simon
- 1991: Karl Mader
- 1992: Rupert Sigl
- 1993: Rupert Kamm
- 1994: Freie Orchestervereinigung Zwiesel
- 1995: Gottfried Schmid
- 1996: Gerhard Michel
- 2004: Erika Eichenseer
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Heimatverein (Deutschland)
- Mitgliedsverein im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine
- Bayerischer Wald
- Verein (Landkreis Regen)
- Organisation (Zwiesel)
- Wanderverein (Deutschland)
- Wandern (Bayern)
- Kultur (Zwiesel)
- Vereinsgründung 1883