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Befreiungsbewegung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein Der Begriff Befreiungsbewegung ist ein Determinativkompositum und setzt sich zusammen aus den Substantiven Befreiung zum einen und Bewegung zum anderen, wobei mit letzterer in der Regel eine soziale oder politische Bewegung gemeint ist. Im Englischen existiert der Begriff als liberation movement, was den kollektiv-emanzipatorischen Charakter im Sinne einer Be-freiung („sich frei machen von“) deutlicher herausstellt im Gegensatz zum artverwandten, jedoch wesensungleichen, Begriff der (individuellen) Freiheit ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) im Sinne eines „frei sein, etwas zu tun/unterlassen“.<ref>befreien. In: Duden.de. Abgerufen am 5. November 2024.</ref><ref>Freiheit. In: Duden.de. Abgerufen am 5. November 2024.</ref> Während Befreiung eine Veränderung eines (faktisch oder empfundenen) Ist-Zustandes erfordert, meint Freiheit vor allem den (empfunden) Zustand an sich.

Da Empfindungen zutiefst subjektiver Natur sind, sind Konzepte, welche ebenjene zum Gegenstand ihrer Überlegungen machen, in Abwesenheit objektiv messbarer Eigenschaften schwer konkretisier- und folgerichtig auch schwer definierbar.

Das Politiklexikon der Bundeszentrale für Politische Bildung beschränkt sich in seiner Begriffsdefinition auf

„Zumeist in Entwicklungsländern agierende, i. d. R. militärisch organisierte Widerstandsgruppen mit unterschiedlichen Zielsetzungen“<ref>Befreiungsbewegungen. Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 5. November 2024.</ref>

Bedeutung als politisches Schlagwort

Auffällig ist, dass der Begriff der Befreiungsbewegung vor allem als Selbst- und Fremdbezeichnung verwendet wird, beispielsweise als namensgebend für politische Parteien (Nationale Befreiungsbewegung, National Liberation Movement) oder in der Darstellung sozialer (Gegen-)Bewegungen durch unbeteiligte Dritte.<ref>Befreiungsbewegung. In: deutschlandfunk.de. 4. November 2012, abgerufen am 5. November 2024.</ref><ref>Die feministische Befreiungsbewegung darf sich nicht vom Krieg spalten lassen. In: rosalux.org.il. 7. März 2024, abgerufen am 5. November 2024.</ref> Da die Begriffe Freiheit und Bewegung (im Sinne eines Fortschritts) in der Regel positiv konnotiert sind, kann durch die Konstruktion eines sprachlichen, auch ein Bedeutungszusammenhang impliziert werden. Die Inanspruchnahme dieser Begriffe kann die soziale Bewegung, ihre Ziele und eingesetzten Mittel legitimieren.<ref>Bettina Fackelmann: Legitim? Herrschaft durch Sprache in Politik und Wissenschaft. Bundeszentrale für politische Bildung, 19. Februar 2014, abgerufen am 5. November 2024.</ref> Der Begriff der Befreiungsbewegung eignet sich somit vor allem als „Kampfbegriff“ und den Versuch Deutungshoheit über einen soziales Phänomen zu beanspruchen. Besonders brisant tritt dies zu Tage, wo dasselbe Phänomen (etwa eine politische Partei) von ihren Befürwortern als Befreiungsbewegung und ihr politisches Handeln als Befreiungskampf bezeichnet wird, von deren Gegnern aber als Terrororganisation und ihre Mittel und Ziele (deshalb) als illegitim dargestellt werden. Die Abgrenzung von Freiheitskampf versus Terrorismus ist Gegenstand einer anhaltenden, akademischen Debatte.<ref>My terrorists, your terrorists. ECCHR, abgerufen am 5. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>On Terrorists and Freedom Fighters. In: harvardlawreview.org. Abgerufen am 5. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Wiktionary: Freiheitsbewegung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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