Belsener Kapelle
Die Belsener Kapelle zählt zu den ältesten romanischen Chorturmkirchen in Baden-Württemberg. Die Friedhofskapelle steht in Belsen, einem Stadtteil von Mössingen im Landkreis Tübingen. Sie ist Pfarrkirche und Predigtstätte, die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen.
Geschichte
Die Chorturmkirche wurde im 12. Jahrhundert auf den Grundmauern des Vorgängerbaus aus dem frühen 11. Jahrhundert erbaut, wahrscheinlich bereits vor dem Jahr 1150. Sie steht auf dem von Lorsch dem Benediktinerkloster Hirsau übereigneten Grund. Im Codex Hirsaugiensis ist sie zusammen mit 16 anderen zum Kloster Hirsau gehörenden Kirchen erwähnt. Sie ist den Heiligen Maximinus und Johannes gewidmet. Grabungen aus dem Jahre 1899 vom damaligen Pfarrer Max Duncker im Innenraum der Kirche zeigten, dass die Kirche auf wesentlich älteren Fundamenten errichtet wurde. Sie hatte damals wohl die durch einen Brand zerstörte karolingische Kapelle ersetzt, die aus der Zeit der Christianisierung stammte. Die 1960 vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Grabungen bestätigen die Dunckerschen Ergebnisse. Die Fundamente dieses Vorgängerbaus sind heute allgemein zugänglich und können besichtigt werden.
Die ursprüngliche Form der Kirche von 1150 wurde in nachromanischer Zeit verändert. Der erhöhte Dachstuhl,<ref>Tilman Marstaller: Mit dem Bohrer in die Geschichte: Die dendrochronologische Datierung der Kirche. In: Verdammt lang her ... Funde aus Mössingens Frühzeit, Abschnitt „Die heidnische Kapell“. (Hrsg.) Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Esslingen, 2014, S. 72–75</ref> der Turm und vor allem der Anbau des gotischen Chors an den Turm und auch die Großflächenfenster sind nicht mehr original.
1824 wurden außerdem der Friedhof, eine Sakristei und ein Ausgang im Norden angelegt. Bei der Verlegung der Orgel 1873 an ihren jetzigen Standort wurde im Chor ein Nordfenster gebrochen, die heutige Orgel wurde 1964 gebaut.<ref>Information zur Orgel</ref>
Ausstattung
Westwand außen: Die sagenumwobenen Reliefs oben am Westgiebel sind immer wieder Anziehungspunkte für Laien und Archäologen. Die Reliefs zeigen – allerdings teilweise stark abgewittert – Kreuz, Mensch, Widderköpfe, Schweinsköpfe und Stierkopf. Eine überzeugende Deutung der Bildinhalte gibt es bis heute nicht. In der Diskussion wird unter anderem auf Verbindungen zu antiker Symbolik und der gesicherten keltischen und römischen Siedlungsepoche verwiesen. Unten links und rechts des Portals stellen die beiden Halbsäulen wohl die Apostel Petrus und Paulus dar. Im Tympanon über der Tür bezeugen das Kreuz und die Sonnenrosetten den Tod und die Auferstehung Christi, der direkt darüber als kleine Figur mit ausgebreiteten Armen einlädt.
Innenraum: Am runden Chorbogen links und rechts befindet sich ein romanischer Schachbrettfries. Das in der südlichen Chorbogenwand vorhandene Sonnenloch ist durch den späteren Anbau der Sakristei nur noch von innen sichtbar. Zur Tagundnachtgleiche am 21. März und 23. September hatte es bei aufgehender Sonne auf der Innenseite der Kirchenwestwand eine Lichterscheinung erzeugt, was durch eine moderne Computersimulation nachgewiesen ist. Im Chor sind noch zwei ursprünglich nach außen offene Lepraspalten oder Hagioskope zu erkennen, die früher den von der gemeinschaftlichen Teilnahme an der Eucharistiefeier Ausgeschlossenen (ansteckend Kranke; freiwillig zurückgezogen lebende Einsiedler) den Blick auf den Altar und die Teilnahme an der Kommunion erlaubten.
Literatur
- G. Oberdörfer: Die evangelische, romanische Kirche zu Belsen Kr. Tübingen, Württ. Reutlingen 1961.
- Karl Schauber: Belsen und Bad Sebastiansweiler in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1982, ISBN 90-288-1858-8.
- Ernst Adam: Baukunst der Stauferzeit – in Baden-Württemberg und im Elsaß. Bindlach 1990, ISBN 3-8112-0700-8, S. 52.
- Wolfgang Sannwald: Geschichtszüge. Zwischen Schönbuch, Gäu und Alb: Der Landkreis Tübingen. Gomaringen 1994, ISBN 3-926-969-25-3, S. 126.
- {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
- Ev. Kirchenbezirk Tübingen (Hrsg.): Kirchen im Dekanat Tübingen – Stille Schätze, Kunst und Kultur. Tübingen 2000, S. 4 f.
- Wilhelm Schneider: Die römischen Bildwerke an der Belsener Kapelle. Tübingen, 2000.
- Stefan Wintermantel: Die Belsener Kapelle. Eine archäoastronomische, ikonographische und meteorologische Annäherung. Mauser & Tröster, Mössingen 2014, ISBN 978-3-941500-16-7.
- Faltblatt: Werner Stempfle: Kurzführer durch die Belsener Kirche. (Hrsg.) Ev. Kirchengemeinde Belsen, Mössingen-Belsen o. J. (ca. 2015)
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if: 00
| {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|0}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|0}}
|1/= und Videos
|1/1=, Videos und Audiodateien
|/1= und Audiodateien}}
| , Videos und Audiodateien
}}
|#default= – }}{{#if:
| {{#ifeq: {{#invoke:Str|left||9}}
| category:
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}Vorlage:Wikidata-Registrierung
- www.belsener-kapelle.de
- Die Belsener Kapelle
- Wissenswertes über die Kirche auf der Website der Kirchengemeinde
{{Coordinate{{#ifeq:|y|Simple|Complex}}|NS=48/23/46/N|EW=9/2/45/E|type=building|region=DE-BW|globe=|dim=|elevation=|pop=|lw=|name={{#invoke:Coordinates/kml|kmlTitle|1=}}|article=|text=|sortkey=|tooltip=|tooltipformat=|map=|mapsize=|maplevel=|maptype=|maplabel=|maplayer=|mapcaption=}}{{#if:|{{#switch:5
|1 = Gradzahl-Fehler: {{#iferror:{{{1}}} | NS: {{{1}}} | }} {{#iferror: | EW: | }}{{#switch:0 |0|6|14= }} |2 = nicht im Bereich von {{{1}}}{{#switch:0 |0|6|14= }} |3 = {{#switch: {{{type}}} |country|state|adm1st|adm2nd|city|isle|airport|mountain|waterbody|forest|landmark= |example={{#if: | | falscher Wert ›example‹ im Artikelnamensraum }} |#default= {{#ifeq:{{{type}}}| | kein Wert | falscher Wert ›{{{type}}}‹ }} in type-Parameter{{#switch:0 |0|6|14= }} }} {{#if: {{{rg}}} | | region-Parameter fehlt{{#if: | | }} }} {{#iferror: {{{elevation}}} | {{{elevation}}}{{#switch:0 |0|6|14= }} | }} {{#iferror: {{{pop}}} | {{{pop}}}{{#switch:0 |0|6|14= }} | }} |5 = unbenannte Parameter 1:{{{1}}}{{#if:|, 2:}}{{#if:|, 3:}}{{#if:|, 4:}} {{#if:|usw.}}{{#switch:0 |0|6|14= }} |8 = Parameter name fehlt in Fließtextkoordinate{{#switch:0 |0|6|14= }} |10= |#default=coordinates error
}}}}
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Schwesterprojekt
- Wikipedia:Koordinaten-Parameterfehler
- Kapelle im Landkreis Tübingen
- Kulturdenkmal in Mössingen
- Friedhof im Landkreis Tübingen
- Bauwerk in Mössingen
- Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
- Saalkirche in Baden-Württemberg
- Chorturmkirche
- Romanische Kirche
- Bauwerk der Romanik in Baden-Württemberg
- Kirchengebäude in Europa