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Berchtesgadener Bauerntheater

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Datei:Berchtesgadener Bauerntheater.jpg
Berchtesgadener Bauerntheater, Vorplatz

Das Berchtesgadener Bauerntheater ist ein seit 1905 bestehendes Theaterensemble mit gleichnamiger Hausbühne und einer Freilichtbühne in Berchtesgaden.

Geschichte

Vor- und Gründungsgeschichte

Bereits in den 60ern des 19. Jahrhunderts gaben „Flößer und Schiffer aus Laufen unter ihrem Führer Standel“ nahezu alljährlich Gastspiele in Berchtesgaden.<ref name="schoener346">Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Stichwort: Theater S. 346–347</ref> Auch andere Theatergruppen, darunter oberbayerische Bauerntheater, hatten in jener Zeit Berchtesgaden auf ihrem Tourneeplan.<ref name="schoener346" />

1905 gründete Franz Gritl das Berchtesgadener Bauerntheater, das neben den Aufführungen am Hauptspielort Berchtesgaden im Winter auch Gastreisen unternahm, u. a. mehrfach in die USA.<ref name="schoener346" />

Fronttheater

Das Ensemble des Berchtesgadener Bauerntheaters war während der beiden Weltkriege als Fronttheater im Einsatz. Lediglich in den Jahren 1944 und 1945 wurde der Spielbetrieb komplett eingestellt, nachdem die Darsteller zum Kriegsdienst eingezogen worden sind. Unter der Schirmherrschaft von Rudolf Kriß nahm das Berchtesgadener Bauerntheater nach Kriegsende den Spielbetrieb wieder auf und setzte zwischenzeitlich den Vorsitzenden der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes Franz Kurz als neuen Theaterleiter ein.<ref name="schoener346" />

Gast- und Fernsehauftritte

Mit Übernahme der Theaterleitung ab 1949 durch Franz Hafner knüpfte das Berchtesgadener Bauerntheater nicht nur an die Vorkriegserfolge an, sondern steigerte sogar sein Renommee. Allein bis 1982 hatte Hafner 93 Uraufführungen und insgesamt 322 Stücke inszeniert – hauptsächlich Komödien und Lustspiele, daneben aber auch ernste Schauspiele.<ref name="schoener86" /> Ab den 1950ern spielte das Ensemble des Berchtesgadener Bauerntheaters unter anderem in Südafrika, Namibia, Oman und Bahrain.<ref name="schoener86" />

Fernseh-Inszenierungen (Auswahl)

Ab 1965 wurden einige Inszenierungen des Berchtesgadener Bauerntheaters unter der Regie von Franz Hafner für das Fernsehen aufgezeichnet.<ref name="schoener346" /><ref name="schoener86">Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit – Ergänzungsband I. S. 86–88</ref>

  • Max Werner: Stille Nacht, heilige Nacht (1967)<ref>ZDF Theaterkanal – Theaterinszenierungen 2002, am 4. Dezember 2002: Stille Nacht, heilige Nacht, Schauspiel von Max Werner. Inszenierung: Franz Hafner, Berchtesgadener Bauerntheater, 1967, online unter zdf-jahrbuch.de</ref>
  • Maximilian Vitus: Thomas auf der Himmelsleiter (1967)<ref>tvprogramme.net Programm vom Mittwoch, dem 29. März 1967, erfasst von Jakob Oberdacher, Vormittagsprogramm von ARD und ZDF mit Hinweis auf Thomas auf der Himmelsleiter im Berchtesgadener Bauerntheater</ref>
  • Franz Schaurer: Urlaub vom Doppelbett (1970)<ref>imdb.com Mit Verweis auf Hafner als Regisseur von Urlaub vom Doppelbett (1970)</ref>
  • Hans Dengel: Vetternwirtschaft (1976)<ref>ZDF Theaterkanal – Theaterinszenierungen 2003, am 2. Januar 2003: Vetternwirtschaft, Volksstück von Hans Dengel, Neufassung von Curt Hanno Gutbrod. Inszenierung: Franz Hafner, Berchtesgadener Bauerntheater, 1976, online unter zdf-jahrbuch.de</ref>
  • Franz Schaurer: Opa macht Dummheiten (1978)<ref>Achim Klünder (Hrsg.): Lexikon der Fernsehspiele / Encyclopedia of television plays in ..., Band 2, S. 71, online unter books.google.de</ref>

Bühnen

Datei:Berchtesgadener Bauerntheater (Freilichtbuehne Kaelberstein).jpg
Freilichtbühne auf dem Kälberstein

Hausbühne

Erster Hauptspielort war das Hotel Vier Jahreszeiten, später das ehemalige Hotel Krone in der Bahnhofstraße, und seit 1937 ist es der „Watzmannsaal“ in einem Nebengebäude des Hotel Watzmann am Franziskanerplatz gegenüber der Franziskanerkirche.<ref name="schoener86" />

Freilichtbühne auf dem Kälberstein

Nachdem bereits 1904 Ludwig Ganghofer auf dem Kugelfeld (Lage

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  }}) in Berchtesgaden ein „Freilicht-Theater“ geplant, aber nicht verwirklicht hatte,<ref name="schoener346" /> wurde Mitte der 1990er unter Elisabeth Hölzl-Michalsky im Steinbruch auf dem Kälberstein (Lage
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  }}) eine Freilichtbühne eingerichtet, um dort mit dem Ensemble des Berchtesgadener Bauerntheaters u. a. Stücke von Ludwig Ganghofer wie Der Jäger von Fall zu inszenieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />berchtesgadener-bauerntheater.de (Memento vom 31. Juli 2016 im Internet Archive) Zu Freilichtbühne im Steinbruch auf dem Kälberstein in Berchtesgaden</ref>

Theaterdirektoren

Literatur

  • Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973, S. 346–347.
  • Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 86–88.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 37′ 48,97″ N, 13° 0′ 2,85″ O

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