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Berg-Gliedkraut

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Berg-Gliedkraut
Datei:Sideritis montana sl5.jpg

Berg-Gliedkraut (Sideritis montana)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Lamioideae
Gattung: Gliedkräuter (Sideritis)
Art: Berg-Gliedkraut
Wissenschaftlicher Name
Sideritis montana
L.

Das Berg-Gliedkraut (Sideritis montana)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gliedkräuter (Sideritis) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung

Datei:Sideritis montana Sturm23.jpg
Illustration aus Sturm
Datei:Sideritis montana sl2.jpg
Scheinquirle
Datei:Sideritis montana sl6.jpg
Teilfrüchte (Klausen)

Vegetative Merkmale

Das Berg-Gliedkraut ist eine einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 35 Zentimetern. Die Stängel sind einfach oder kaum verzweigt, die Behaarung ist zerstreut bis dicht zottig. Mit Internodien von etwa 1 bis 2 (bis 3) Zentimetern Länge sind die Stängel ziemlich dicht und gleichmäßig beblättert.<ref name="HegiGams1964" /> Die gegenständigen Laubblätter sind in einen kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 30 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 8 Millimetern elliptisch. Der Blattrand ist ganzrandig oder an der Spitze gesägt sowie behaart.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Die Blüten stehen in meist sechsblütigen Scheinquirlen.<ref name="HegiGams1964" /> Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist 6 bis 10 Millimeter lang mit glockiger zehnnerviger Röhre und dabei länger als die Krone und behaart. Die Kelchzähne sind eiförmig bis lanzettlich und tragen eine 1 bis 2 Millimeter lange dornige Granne. Die Krone ist 5 bis 7 Millimeter lang und hellgelb mit einem purpurfarbenen Saum.<ref name="HegiGams1964" /> Die Kronröhre ist 3 Millimeter lang, die Oberlippe 1,5 Millimeter und die Unterlippe nur rund 1 Millimeter lang. Die Seitenlappen der Unterlippe sind sehr klein.<ref name="HegiGams1964" /> Die Staubblätter sind etwa 1,5 Millimeter lang.<ref name="HegiGams1964" /> Die Teilfrüchte (Klausen) sind bei einer Länge von etwa 1,5 Millimetern dreikantig und am abgerundeten oberen Ende sind sie grubig punktiert; der Rest der Oberfläche ist glatt.<ref name="HegiGams1964" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16 oder 32.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Beim Berg-Gliedkraut handelt es sich um einen Therophyten.

Es erfolgt meist Selbstbestäubung, manchmal liegt auch Kleistogamie vor.<ref name="HegiGams1964" />

Vorkommen

Das Berg-Gliedkraut ist im ganzen Mittelmeerraum heimisch, das Areal reicht bis Osteuropa, Anatolien, Südwestasien, den westlichen Himalaja und das nordwestliche China. In Nordafrika kommt es in Marokko, Algerien und Tunesien vor.<ref name="FloraIberica" />

In Mitteleuropa erreicht das Berg-Gliedkraut seine nördliche Verbreitungsgrenze. In Deutschland kommt das Berg-Gliedkraut als in Einbürgerung befindlicher Neophyt oder als Adventivpflanze vor.<ref name="Schmeil-Fitschen2002" /><ref name="FloraWeb" /> In Österreich kommt es im pannonischen Gebiet zerstreut bis selten vor, ansonsten sehr selten. Das Berg-Gliedkraut ist in Burgenland, Wien, Nieder- und Oberösterreich heimisch, in der Steiermark ausgestorben, ebenso in Südtirol.<ref name="FfÖLS2008" />

Das Berg-Gliedkraut wächst in Trockenrasen, Felsensteppen, in Weinbergen, auf Dämmen und Schuttplätzen. Es gedeiht am besten auf trockenen, nährstoffreichen Sand- und Kiesböden. Es kommt nur in der collinen Höhenstufe vor.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik und Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Sideritis montana erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, S. 575.

Man kann zwei Unterarten unterscheiden<ref name="WCSP" />:

  • Sideritis montana subsp. montana: Das Verbreitungsgebiet reicht vom Mittelmeerraum bis ins nordwestliche China.<ref name="WCSP" />
  • Sideritis montana subsp. remota <templatestyles src="Person/styles.css" />(d'Urv.) P.W.Ball: Sie kommt im östlichen Mittelmeergebiet vor.<ref name="WCSP" />

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Sideritis montana L., Berg-Gliedkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="FloraIberica"> Ramón Morales: Sideritis L., ab S. 234, In: Flora Iberica, Band 12, Rohfassung PDF.</ref> <ref name="FfÖLS2008"> </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2002"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2404–2405.</ref> <ref name="InfoFlora"> Sideritis montana L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Berg-Gliedkraut (Sideritis montana) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien