Grubengebäude
Als Grubengebäude<ref name="Quelle 3" />, auch Berggebäude<ref name="Quelle 2" /> oder einfach nur Gebäude<ref name="Quelle 3" />, bezeichnet man im Bergbau<ref name="Quelle 1" /> die Gesamtheit aller planmäßig zusammenhängenden unterirdischen Hohlräume (Grubenbaue) eines Bergwerks.<ref name="Quelle 8" /> Früher bezeichnete man auch die dem Bergwerksbetrieb dienenden übertägigen Gebäude eines Bergwerks als Grubengebäude.<ref name="Quelle 4" />
Aufbau des Grubengebäudes
Je nach Verwendungszweck und Bergwerk sind die jeweiligen Grubengebäude unterschiedlich aufgebaut.<ref name="Quelle 6" /> Je größer das Grubenfeld eines Bergwerks ist, desto umfangreicher und weiter ausgedehnt ist in der Regel auch sein Grubengebäude.<ref name="Quelle 1" /> Dabei erstreckt sich das Grubengebäude eines Bergwerks oftmals über eine große Teufe und Fläche.<ref name="Quelle 7" /> Ausgehend von den Tagesöffnungen verfügt es, je nach Bergwerk, über verschiedene Grubenbaue auf oftmals unterschiedlichen Sohlen.<ref name="Quelle 5" /> Je nach Erfordernis umfasst das Grubengebäude eines Bergwerks verschiedene Schächte, Strecken und Stollen.<ref name="Quelle 4" /> Die Verbindung untereinander oder der Abzweig der jeweiligen Grubenbaue in eine andere Richtung erfolgt entweder direkt oder über Querschläge, Blindschächte oder bei Stollenbergwerken über ein Flügelort.<ref name="Quelle 1" /> Der gesamte Aufbau des Grubengebäudes lässt sich mittels Computer dreidimensional darstellen.<ref name="Quelle 6" />
Planung und Nutzung des Grubengebäudes
Das Grubengebäude wird zu bergmännischen Zwecken genutzt.<ref name="Quelle 8" /> Hauptzweck des Grubengebäudes ist es, den in der jeweiligen Lagerstätte vorhandenen Rohstoff zu gewinnen.<ref name="Quelle 9" /> Dabei wird es je nach erstelltem Grubenbau genutzt, um das anfallende Grubenwasser abzuführen und die Bewetterung der einzelnen Orte sicherzustellen.<ref name="Quelle 4" /> Andere Teile des Grubengebäudes dienen der Förderung der für den Bergbaubetrieb benötigten Materialien und/oder der gewonnenen Mineralien.<ref name="Quelle 5" /> Wiederum andere Teile des Grubengebäudes, die als Hilfsbaue bezeichnet werden, dienen der Aufstellung und dem Betrieb von Maschinen.<ref name="Quelle 10" /> Welche Teile des Grubengebäudes wozu genutzt werden, wird im Vorfeld geplant.<ref name="Quelle 11" /> Hierbei erfolgt eine Einteilung, welche Teile der Lagerstätte ausgerichtet, welche vorgerichtet und welche abgebaut werden.<ref name="Quelle 10" /> Bei der jeweiligen Nutzung muss insbesondere auf die Stabilität des gesamten Grubengebäudes geachtet werden.<ref name="Quelle 9" /> Zudem muss auch die zukünftige Entwicklung des Grubengebäudes berücksichtigt werden.<ref name="Quelle 11" /> Letztendlich muss auch die Nutzung des Grubengebäudes in der Nachbergbauzeit berücksichtigt werden.<ref name="Quelle 7" />
Weblinks
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Einzelnachweise
<references>
<ref name="Quelle 1">Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1988, ISBN 3-7739-0501-7.</ref> <ref name="Quelle 2">Carl Hartmann: Handwörterbuch der Mineralogie, Berg-, Hütten- und Salzwerkskunde der Mineralogie nebst der französischen Synonymie und einem französischen Register. Erste Abtheilung A bis K, Gedruckt und verlegt Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1825, S. 91, 327.</ref> <ref name="Quelle 3">Carl von Scheuchenstuel: IDIOTICON der österreichischen Berg- und Hüttensprache. Zum besseren Verständnisse des Österr. Berg-Gesetzes und dessen Motive für Nicht-Montanisten, k. k. Hofbuchhändler Wilhelm Braumüller, Wien 1856.</ref> <ref name="Quelle 4">Erklärendes Wörterbuch der im Bergbau in der Hüttenkunde und in Salinenwerken vorkommenden technischen und in Salinenwerken vorkommenden technischen Kunstausdrücke und Fremdwörter. Verlag der Falkenberg’schen Buchhandlung, Burgsteinfurt 1869.</ref> <ref name="Quelle 5">Ernst-Ulrich Reuther: Einführung in den Bergbau. 1. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1982, ISBN 3-7739-0390-1, S. 25, 30, 31, 40.</ref> <ref name="Quelle 6">Gerhild Kolb: Erstellung eines digitalen, dreidimensionalen Modells des Grubengebäudes des Kupferbergwerkes von Prettau. Diplomarbeit am Lehrstuhl für Bergbaukunde - Bergtechnik und Bergwirtschaft der Montanuniversität Leoben, Leoben 2007, S. 5, 7, 17, 49.</ref> <ref name="Quelle 7">Sebastian Westermann: Modellbasierte Sensitivitätsanalyse systembestimmender Faktoren eines Grubenwasseranstiegs in Untertagebergwerken mittels statischer Versuchsplanung. Genehmigte Dissertation an der Fakultät für Energie- und Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Clausthal, Clausthal 2020, S. 2, 4.</ref> <ref name="Quelle 8">Julius Dannenberg, Werner Adolf Franck (Hrsg.) Bergmännisches Wörterbuch. Verzeichnis und Erklärung der bei Bergbau - Salinenbetrieb und Aufbereitung vorkommenden technischen Ausdrücke, nach dem neuesten Stand der Wissenschaft - Technik und Gesetzgebung bearbeitet, F. U. Brockhaus, Leipzig 1882.</ref> <ref name="Quelle 9">Anja Moser: Ein Beitrag zum Verständnis der Wechselwirkung von Gebirge und Versatz. Genehmigte Dissertation am Lehrstuhl für Bergbaukunde - Bergtechnik und Bergwirtschaft der Montanuniversität Leoben, Leoben 2019, S. 1, 15, 39, 55.</ref> <ref name="Quelle 10">Emil Treptow: Grundzüge der Bergbaukunde einschließlich der Aufbereitung. Als zweite Auflage des Katechismus der Bergbaukunde von Emil Stöhr, mit 230 in den Text gedruckten Abbildungen, Verlagsbuchhandlung Spielhegen & Schurich, Wien 1892, S. 88.</ref> <ref name="Quelle 11">K. Kegel: Lehrbuch der Bergwirtschaft. Mit 167 Abbildungen und 20 Formularen im Text und auf einer Tafel, Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin Heidelberg 1931, S. 38, 249.</ref>
</references>
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