Bergheim (Ortenberg)
Bergheim Stadt Ortenberg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(577)&title=Bergheim 50° 21′ N, 9° 5′ O
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| Höhe: | 165 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4,71 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 577 (31. Dez. 2024)<ref name="Einwo2024">Daten und Fakten – Ortenberg. Abgerufen am 24. September 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 123 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 63683 | |||||
| Vorwahl: | 06046 | |||||
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Bergheim ist ein Stadtteil von Ortenberg im hessischen Wetteraukreis.
Geografische Lage
Bergheim liegt am Fuße des Vogelsberges auf einer Höhe von 167 m ü. NN, etwa 2,5 km südöstlich des Stadtzentrums von Ortenberg und 6,5 km nordwestlich von Büdingen. Durch das Dorf fließt die Bleiche.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Bergheim erfolgte ca. 1220/1230 als Berchem in einer Urkunde des Klosters Konradsdorf.<ref>Ludwig Clemm, Zur Geschichte des Prämonstratenserstifts Konradsdorf. in: Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde. NF 22. Darmstadt 1942, S. 209–243.</ref>
Bergheim gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde. 1601 kam es zu einer Realteilung des Kondominats, wobei das Dorf Bergheim an die Grafschaft Hanau-Münzenberg, ab 1642: Grafschaft Hanau, fiel. Die Grafschaft Hanau wiederum fiel 1736 beim Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., aufgrund eines Erbvertrages an die Landgrafschaft Hessen-Kassel. Das Hanauer, später hessische „Amt Ortenberg“ bildete dann ab 1810 einen Teil des großherzoglich-hessischen Amtes Ortenberg. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, in den auch alle Teile des ehemaligen Amtes Ortenberg verschmolzen und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kamen die Gebiete des ehemaligen Amtes Ortenberg dann zum Landkreis Büdingen, der mit der Gebietsreform in Hessen 1972 im Wetteraukreis aufging.
Bergheim wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen bereits am 1. Juli 1971 mit den Städten Ortenberg und Lißberg sowie vier weiterer kleinerer umliegender Gemeinden auf freiwilliger Basis zu neuen Stadt Ortenberg zusammengeschlossen.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 12. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 5,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Bergheim wurde, wie für die übrigen Stadtteile von Ortenberg, ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 119 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, abgerufen im Dezember 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Bergheim angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1601: Heiliges Römisches Reich, Amt Ortenberg (Kondominat des Wetterauer Grafenvereins)
- ab 1601: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Ortenberg
- ab 1736: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Ortenberg
- ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hanau, Amt Ortenberg<ref group="Anm.">Durch den Reichsdeputationshauptschluss.</ref>
- ab 1806: Kaiserreich Frankreich,<ref group="Anm.">Infolge der Napoleonischen Kriege.</ref> Fürstentum Hanau, Amt Ortenberg (Militärverwaltung)
- ab 1810: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Durch Staatsvertrag mit Frankreich.</ref> Fürstentum Oberhessen, Amt Ortenberg (zur Standesherrschaft Stolberg gehörig)
- ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Amt Ortenberg<ref name="NLVK" /> (zur Standesherrschaft Stolberg gehörig)
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Nidda<ref name="STH-Oberhessen" /><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Ortenberg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1867: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Stadt Ortenberg
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Ortenberg
Bevölkerung
- Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Bergheim 609 Einwohner. Darunter waren 27 (4,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 90 Einwohner unter 18 Jahren, 261 zwischen 18 und 49, 135 zwischen 50 und 64 und 123 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 273 Haushalten. Davon waren 90 Singlehaushalte, 75 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 186 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
- Einwohnerentwicklung
| Bergheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 423 | |||
| 1840 | 458 | |||
| 1846 | 414 | |||
| 1852 | 431 | |||
| 1858 | 399 | |||
| 1864 | 378 | |||
| 1871 | 338 | |||
| 1875 | 343 | |||
| 1885 | 347 | |||
| 1895 | 362 | |||
| 1905 | 365 | |||
| 1910 | 384 | |||
| 1925 | 429 | |||
| 1939 | 457 | |||
| 1946 | 646 | |||
| 1950 | 599 | |||
| 1956 | 553 | |||
| 1961 | 530 | |||
| 1967 | 558 | |||
| 1970 | 599 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2008 | 669 | |||
| 2010 | 651 | |||
| 2011 | 609 | |||
| 2014 | 674 | |||
| 2018 | 648 | |||
| 2022 | 600 | |||
| 2024 | 577 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Stadt Ortenberg:<ref name="EW14" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; 2022<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen im Mai 2024.</ref>; 2024<ref name="Einwo2024" /> | ||||
- Historische Religionszugehörigkeit
| • 1961: | 460 evangelische (= 86,79 %), 54 katholische (= 10,19 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Bergheim besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Bergheim) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 47,99 %. Alle Kandidaten gehörten der „Unabhängigen Bürgerliste Bergheim“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Bergheim. In: Votemanager. Stadt Ortenberg, abgerufen im Mai 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Ulrich Ronny Herold zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Bergheim. In: Ratsinfosystem. Stadt Ortenberg, abgerufen im Mai 2024.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Evangelische „Heilige Kreuzkirche“
- Backhaus in der Ortsmitte
- Bergheim wurde im Wettbewerb Dolles Dorf des Hessischen Rundfunks zum „Dollsten Dorf 2009“ gekürt.
Wirtschaft und Infrastruktur
- Sportplatz
- Kinderspielplatz
- Kindergarten Montessori
- Dorfgemeinschaftshaus, erbaut 1983
- Seit 2011 gibt es ein mit Holzhackschnitzel betriebenes Heizwerk, das mehr als die Hälfte des gesamten Ortes mit Wärme versorgt.
- Im Dorf treffen sich die Landesstraßen 3184 und 3190.
Literatur
- Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 379–383.
- Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II. Stuttgart 1999, S. 56.
Weblinks
- Stadtteil Bergheim der Stadt Ortenberg.
- Bergheim. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. April 2016.
- Bergheim. Ortsgeschichte mit historischen Bildern, Infos. In: www.bergheim-hessen.de. Private Website
- Bergheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Bergheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 421 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="EW14">Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Dezember 2019; abgerufen im Dezember 2020. </ref> <ref name="DF">Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. April 2020; abgerufen im Dezember 2020. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 108, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> </references>
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