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Betriebsoptimum

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Datei:Kostenfunktion.png
Betriebsoptimum als Minimum der Stückkostenfunktion

Das Betriebsoptimum ist in der Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre eine betriebswirtschaftliche oder volkswirtschaftliche Kennzahl, die bestimmten Kostenarten die Umsatzerlöse gegenüberstellt.

Allgemeines

Den Umsatzerlösen (oder Ausbringung) werden entweder die Grenzkosten oder die Stückkosten gegenübergestellt und ergeben einen Marktpreis, der die Preisuntergrenze eines Unternehmens nicht unterschreiten darf.

Der Begriff des Betriebsoptimums wurde von Eugen Schmalenbach 1927 geprägt und beschreibt einen Beschäftigungsgrad, an dem die Stückkosten ihr Minimum erreichen und der Betrieb den maximalen Gewinn erzielt.<ref>Eugen Schmalenbach, Grundlagen der Selbstkostenrechnung und Preispolitik, 1927, S. 30 ff.</ref> Allerdings ist der Begriff des Betriebsoptimums im Hinblick auf den Wortbestandteil „Optimum“ missverständlich, weil er volkswirtschaftlich zwar als optimal angesehen werden kann, jedoch betriebswirtschaftlich (für das einzelne Unternehmen) lediglich ein Minimalanforderung darstellt.<ref>Michael Hohlstein, Lexikon der Volkswirtschaft, 2009, S. 104</ref> Konrad Mellerowicz bezeichnete das Betriebsoptimum als optimalen Kostenpunkt, wo das Kostenminimum erreicht wird.<ref>Konrad Mellerowicz, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Band 2, 1970, S. 115</ref> Genau genommen ist dies der „minimale Kostenpunkt“.

Betriebswirtschaftslehre

Das Betriebsoptimum fällt hier mit der Gewinnschwelle oder der langfristigen Preisuntergrenze zusammen, liegt also im Schnittpunkt von Grenzkosten und Stückkosten. Ist der Marktpreis mit der langfristigen Preisuntergrenze identisch, kann gerade noch verlustfrei produziert werden. Im Betriebsoptimum erreicht das Verhältnis zwischen Gesamtkosten und der Ausbringung den günstigsten Wert.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Wirtschaftstheorie, 2013, S. 53</ref> Das Minimum der Grenzkosten heißt Betriebsminimum, das Minimum der Durchschnittskosten – wo gleichzeitig die Grenzkostenkurve die Durchschnittskostenkurve schneidet – ist das Betriebsoptimum.<ref>Egbert Kahle, Kostenfunktionen, in: Wolfgang Lück (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 2004, S. 400</ref>

Volkswirtschaftslehre

Das Betriebsoptimum liegt bei derjenigen Absatzmenge, bei der ein Produkt zu den geringstmöglichen Durchschnittskosten hergestellt werden kann. Es handelt sich um das Minimum der Durchschnittskosten. Sinkt der Marktpreis unter dieses Betriebsoptimum, werden die Gesamtkosten nicht mehr gedeckt, so dass das Betriebsoptimum die langfristige Preisuntergrenze anzeigt.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Wirtschaftstheorie, 2013, S. 53</ref> Diese ist mit der betriebswirtschaftlichen Gewinnschwelle identisch, weil die Umsatzerlöse gerade die Gesamtkosten decken.<ref>Dirk Piekenbrock, Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaftslehre, 2009, S. 53</ref>

Wirtschaftliche Aspekte

Zu unterscheiden ist mithin zwischen dem Betriebsminimum (kurzfristige Preisuntergrenze) und dem Betriebsoptimum (langfristige Preisuntergrenze). Im Betriebsoptimum sind Grenzkosten und Durchschnittskosten identisch, was Heinrich von Stackelberg 1932 als „Fundamentalsatz des Betriebsoptimums“ bezeichnete.<ref>Heinrich von Stackelberg, Grundlagen einer reinen Kostentheorie, 1932, S. 28 f.</ref> Für das Betriebsoptimum gilt das Ertragsgesetz, nicht jedoch bei einem linearen Kostenverlauf.<ref>Heinrich von Stackelberg, Grundlagen einer reinen Kostentheorie, 1932, S. 29</ref> Das Minimum der langfristigen Stückkosten liegt dort, wo sie bei gegebenen Faktorpreisen und bei gegebenem Stand der Technik am niedrigsten sind, nämlich bei der optimalen Betriebsgröße.<ref>Josef Löffelholz, Repetitorium der Betriebswirtschaftslehre, 1980, S. 478</ref> Während das Gewinnmaximum durch Mengenwettbewerb erreicht wird, kann das Betriebsoptimum durch Preiswettbewerb erreicht werden. Betriebsminimum und Betriebsoptimum stimmen theoretisch überein, wenn die Fixkosten null gesetzt werden.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Literatur

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}}

  • Erwin Albrecht: Betriebsgröße und Betriebsoptimum. Dissertation, Basel 1945.
  • Michael Reichhardt: Kosten- und Leistungsrechnung. Springer Gabler, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-42233-2, Kapitel 2 „Kostentheorie“ S. 15–25.

Einzelnachweise

<references />